Beiträge von Lanananana

    Danke, dass Du das nochmal so auf den Punkt bringst. Ich glaub in der Vergangenheit hab ich oft solch toxische/kranke Verhaltensweisen für „besser als gar kein(e) Aufmerksamkeit/Liebe/ Mensch, der an mich denkt gesehen. Und viele hohe Preise dafür bezahlt. Ich bin mir selbst so dankbar, wie viel ich in den vergangenen Monaten für mich getan und auch erreicht habe. Und Euch auch - für eure Unterstützung und Hilfe!

    Ich habe ein altes Festnetztelefon auf dem nur meine Mutter anruft. Da hat er mich vor ein paar Tagen erwischt. Mein Ex-Freund hat sofort ganz viele Vorwürfe abgefeuert: warum ich ihn immernoch blockiert habe auf allen anderen Kanälen, dass wir doch ein perfektes Paar gewesen sind und ich ihn nur fallen lassen habe, weil er krank ist, dass er ihm jetzt so schlecht geht und er nicht mehr weiter weiß … Ich war zu überfahren von der Situation um direkt aufzulegen … aber immerhin hab ich mich nicht auf lange Rechtfertigungen eingelassen und ihn daran erinnert, dass ich ihm vor seinem letzten Trinkpausenende gesagt habe, dass ich keine weiteren Schleifen in dem Suchtsystem mehr drehe und er bevor er wieder zur Flasche greift mit seinem Therapeuten sprechen soll.

    Er hat dann den Hörer auf die Gabel geschmissen. Und ich war schlagartig wieder in einer Gefühlswelt, die ich so sehr lange nicht gefühlt hatte. Die ich aber sehr gut kenne aus unserer gemeinsamen Zeit im Suchtsystem und die ich wirklich kein bisschen vermisst habe.

    Seit meinem letzten Eintrag hier war ich schön in der Balance. Auch mit mir allein. Seit dem Telefonat fühle ich mich interessanterweise wieder wie der einzige Mensch, der nie wirklich geliebt worden ist und der nirgendwo richtig dazu gehört. Immerhin - ich zieh mir nicht mehr den Schuh an, dass ich ihn im Stich gelassen habe. Trotzdem Wahnsinn, wie hartnäckig die alten Muster sind - kleiner Trigger und mit voller Wucht sind sie wieder präsent.

    Ich versuche die Welle an Trauer und Verunsicherung auszuhalten und zurück in meine Mitte zu finden. Unterm Strich bin ich nämlich - auch wenn es ein wenig traurig ist - in jedem Fall lieber allein als in stressiger Gesellschaft.

    Habe ihn gefragt ob wir bitte einfach wieder zusammen sein können und er meinte es wäre nicht der richtige Zeitpunkt. Er wisse nicht mal selbst wer er ist. Er sagte mir die therapie wäre sehr anstrengend für ihn

    Ich verstehe halt nicht warum er sich nicht meldet und habe dann das Gefühl ihm egal zu sein.

    Liebe Mami - ich habe mal zwei Stellen aus deiner Vorstellung herausgeklippt, weil ich glaube, dass sie das Problem ganz gut zusammenfassen. Er sagt ja ganz klar, warum er sich nicht meldet - und wenn ich an die Langzeittherapie meines Ex-Freundes zurückdenke verstehe ich das auch. Vorher war er immer benebelt von Alkohol und Drogen - plötzlich ist er nüchtern und kennt sich selbst so erstmal nicht wieder. Das ist nicht nur anstrengend sondern auch ganz schön verwirrend für ihn. Hinzu kommt ja, dass dein Partner offenbar nicht ganz freiwillig die Aktion Abstinenz gestartet hat sondern wegen seinem Arbeitgeber und Dir.

    Du auf der anderen Seite hast große Erwartungen an ihn und offenbar auch sehr große Verlustängste. Das stresst euch beide und ich verstehe, dass er damit gerade überfordert ist und dir versucht einen Rettungsring für euch beide zuzuwerfen: nämlich, dass Du auch eine Therapie beginnen sollst. Und das finde ich wirklich einen sehr guten Impuls von ihm. Denn hinter Deinen Ängsten liegt ja was verborgen. Er ist wirklich unglaublich hilfreich sich mit Unterstützung nochmal mit sich selbst zu befassen. Ich habe das auch gemacht als mein Freund in Therapie gegangen ist. Mir hat das wahnsinnig geholfen, mich zu verstehen und neue Wege für mich zu entdecken.


    Sieh es als nicht als Angriff sondern als wertvollen Tipp und nimm bei ihm den Druck raus. Er hat derzeit wirklich eine sehr anstrengende Herausforderung zu bewältigen. Gib ihm Raum dafür. Und nutz den, um Dir selbst ein Stück näher zu kommen.

    Wenn Du realistische(!) Hoffnung hast, dass er von sich aus und für sich trocken leben will für den Rest seines Lebens, kann ich es verstehen. Aber ein bisschen klingt es als würdest du glauben, dass ein Wunder geschieht und das ist echt unwahrscheinlich. Er ist ein nasser Trinker, der mit Dir in einem Suchtsystem lebt. Du willst ihn nicht loslassen und er will den Alkohol nicht loslassen. Warte nicht so lang, bis der Alk dir das Herz verreist. Ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, dass es nicht leichter wird zu gehen, je länger du da drin steckst. Auch weil es so unglaublich viel Energie frisst und ich mich z.B. irgendwann echt fast komplett selbst verloren habe. Wenn du anfängst, dich selbst zu verstehen und dir eine gute Gefährtin zu sein, brauchst du niemanden mehr von außen, der Dir das Gefühl vermittelt, dass Du ok bist!

    Verstehe dich - aber bleib bei Dir. Was er jetzt sagt und andere womöglich denken, muss Dir egal sein. Im Grunde ist sein Verhalten nur der Beweis, dass Du auf dem absolut richtigen Weg bist - raus aus dem toxischen Suchtsystem. Lass Dich nicht entmutigen. Ich wünsche Dir viel Kraft! Du schaffst das! Und irgendwann werden Dir Deine Kinder sehr dankbar sein. Meine Mutter ist leider nicht gegangen … mit 50 ist mein Vater an den Folgen seines „nur Bier“-Konsums verstorben. Und hat uns total traumatisiert zurückgelassen … Weil ich in diesen kranken Strukturen aufgewachsen bin, habe ich mich selbst in toxischen Beziehungen verloren und versucht, sie mit all meiner Energie zu retten. So langsam habe ich ein Gefühl für meinen Wert - aber es war immens schwer, den zu erkennen und zu lernen, dass ich Menschen, die mich schlecht behandeln, dazu einlade, weil ich es gewohnt bin, meine Grenzen zu verschieben, mich zurückzunehmen, für andere zu sorgen - bis zur Selbstaufgabe …

    Nein, hast du nicht! Du hast die Verantwortung, Dich zu schützen und er hat die Verantwortung für sich. Er hat ein Recht zu trinken und sich ggfs. auch ins Nirwana zu saufen. Aber Du musst Dir das nicht mitansehen. Du hast Liebe, und mehr Leichtigkeit verdient. Sorg dafür, das Du das Leben bekommst, das Du Dir wünschst. Er hat offenbar andere Pläne.

    Deshalb weiß ich nie so recht, soll ich ihm seinen Freiraum komplett lassen und laufe Gefahr zu signalisieren, ich lass ihn alleine oder wie reagiere ich auf seine Distanziertheit?

    Ich lass Dir mal ein paar Gedanken da: Es ist nicht deine Aufgabe, sich um ihn zu kümmern, damit er trocken bleibt. Wenn er das wirklich will, wird er es auch allein - bzw. mit professioneller Hilfe - schaffen. Ich fürchte nur, er will noch nicht.Für mich zumindest liest sich das so. Genaugenommen erinnerte mich schon deine Vorstellung sehr an mich und die Situation mit meinem Ex-Partner. Auch er ist kurz nach einer erfolgreich beendeten LZT mit super Prognose erst ziemlich muffig und dann sehr schnell wiedermal rückfällig geworden.

    Für mich ist es deshalb sehr schwer, weil wir ein so gutes Team sind

    Den Gedanken kenne ich von mir auch. Aber ich hab erkannt, dass das so nur die halbe Wahrheit ist, denn die Sauferei gehört ja auch dazu - die lässt sich nicht abspalten. Und ein nasser Alkoholiker ist niemals ein guter Teamplayer - auch nicht, wenn er zwischendurch mal einen weniger ätzend nassen Tag hat. Wir dürfen uns da nichts vormachen.

    ich versuche ein annähernd normales Leben zu führen. Nur ist das schwer mit einem muffigen Menschen, der meine Nähe ablehnt und zunehmend in sich gekehrt ist.

    Wenn ich das offen sagen darf, klingt es allerdings auch nicht so als ob Dir selbst ein guter „Partner“ wärest. Mir hat es sehr geholfen noch über meine Werte,, Standards und Grenzen nachzudenken. Irgendwann ist mir klar geworden, dass ich mich total in der Beziehung verloren habe. Ind auch, dass wir eigentlich gar kein so gutes Team sind - sondern „sein könnten“, wenn … aber darauf hatte ich keinen Einfluss. Ich hab mich wirklich schweren Herzen nach dem x. Anlauf getrennt und es geht mir viiiiel besser - und mein Ex-Freund trinkt immer noch. Aber ich kämpf nicht mehr für ihn sondern nutze meine Energie für mich.

    Finde es raus. Ich hab z.B. nicht an mich selbst geglaubt. Komme auch aus einer suchtbelasteten Familie und hab weder Urvertrauen noch Selbstwert entwickelt. In der Beziehung zu meinem Suchtkranken Partner hab ich mich erst komplett selbst verloren - und dann endlich die Kurve in die richtige Richtung gekriegt. Vielleicht brauchst du ein wenig Unterstützung? Ich hab mir auf dem Höhepunkt meiner Verzweiflung mit meinem Ex-Freund auch nochmal eine Therapeutin gesucht, die mir sehr geholfen hat. Es gibt aber auch wundervolle Hörbücher und Podcasts. Wir sind nämlich mit dem Problem nicht allein! Ich wünsch Dir ganz viel Kraft und auch Vergnügen dabei, Dich nochmal ganz neu selbst zu entdecken! Mach dich zum Mittelpunkt deines Lebens! Es lohnt sich!

    weil ich es einfach nicht schaffe so zu tun als würde ich es nicht sehen und es zu aktzeptieren(diesen Rat habe ich von einer trockenen Alkoholikern.

    Toller Rat! Willst Du Dich noch mehr verbiegen, damit du noch besser in sein Suchtsystem passt? Es ist überaus gesund, dass du das nicht kannst und hoffentlich auch nicht willst.

    er hat sich jeden Tag bei mir bedankt das ich noch da bin und das er merkt wie er sich zum positiven verändert geistig und körperlich…

    Er wickelt dich ein. Lass das nicht zu!

    ich versuche jeden Tag bei jedem Gespräch niemals vorwürfe zu machen und ihm nur Hilfe anzubieten und da zu sein egal was er tut ..das ist aber schon Grund genug für ihn auszurasten und mich als verrückt hinzustellen.

    Wieso machst Du Dich so klein? Bitte denk nochmal über deinen Wert nach, deine Standards, deine Grenzen - und lass Dir das nicht länger gefallen! Du brauchst niemandem der Dir Wert gibt (und wieder wegnimmt) - den Wert trägst du in Dir - du musst dir das nur bewusst machen! Ich hab mal in einer ganz ähnliches Situation gesteckt und leider auch ähnlich wie Du reagiert! Und ich hab hart an mir gearbeitet aber jetzt geht es mir so viel besser. Deshalb nochmal mein Rat - verschleuder nicht deine Energie an jemanden, dem der Alkohol am Ende wichtiger ist sondern nutze sie für Dich selbst! Du bist wertvoll und verdienst es, glücklich zu sein! Das geht aber nicht an der Seite eines nassen Alkoholikers!

    Mir scheint, du hast Lokas Faden nicht richtig gelesen Antonio

    Bei allem Verständnis: Das ist so krass, dass es eigentlich für sich spricht und mehr als deutlich zeigt, dass Loka ihre eigenen Grenzen längst weit überschritten hat. Ihre Aufgabe ist es, sich um sich zu kümmern - nicht dafür zu sorgen, dass ihr Partner aufhört zu trinken und sich so verhält, wie sie das gerne hätte.

    Das Leben mit meinem Partner ist wundervoll...

    Wenn das so wäre, wärst Du nicht hier. Du kannst sein Alkoholproblem nicht abkoppeln. Und das stört dich ja ganz offensichtlich - was ich sehr gut verstehen kann.


    Ich hab auch lange gedacht, mein Ex-Freund wäre mein Traummann, wenn nur der Alkohol nicht wäre. Und irgendwann habe ich zum Glück kapiert, dass ich ihm nicht helfen kann und dass ich mich in dieser Beziehung verliere, weil meine Gedanken irgendwann nur noch um „Alkohol „ gekreist sind und darum, wie ich den aus unserem Leben verbannen kann.

    Denkst du, dass der Tod Deiner Frau weniger schlimm wiegt, wenn Du daneben sitzt und zusiehst? Dann muss ich Dich enttäuschen: Ich musste das nämlich zu Hause erleben, bei meinem Vater. Der hat so lang im Kreise der Familie getrunken, bis sein Körper aufgegeben hat - mit 50. Und ich kann Dir sagen, dass es mir wesentlich besser geht, seit ich meinen ebenfalls alkoholkranken Partner, der leider nicht aufhören wollte/konnte zu trinken, verlassen habe. Wir können den Alkoholkranken nicht helfen. Nicht wenn wir mit dem Fuß aufstampfen und fordern, in der Opferhaltung Platz nehmen und lamentieren oder uns selbst verlieren.Bevor du jetzt wieder all das direkt zurückweist atme mal kurz durch, lass sacken und lies Dir nochmal durch was Whitewolf geschrieben hat! Das ist nämlich aus meiner Sicht sehr hilfreich! Du musst was ändern! Denn wenn Du weiter mit eurem/deinem Problem so umgehst wie bislang, wird alles ganz genauso weitergehen wie bisher - nur dass sich die Situation zuspitzt! Übrigens bedeutet eine Veränderung eurer Situation durch Dich auch eine neue Chance für deine Partnerin!

    Ich schätze, mein Weg zur Trennung ist noch lang, denn ich merke, wie sehr mich "trockene Tage" Hoffnung schöpfen lassen. Und wie ich immer noch bereit bin, Energie in (sinnlose) Gespräche zu investieren.

    Du klingst sehr reflektiert - deshalb finde ich es wirklich schlimm, dass Du das so schreibst. Du kann mit deinem Leben machen, was Du willst aber du verschwendest dabei auch kostbare Lebenszeit deines Kindes! Ich arbeite noch heute an meiner psychischen Gesundheit, weil meine Mutter nicht gegangen ist und mich die Kindheit in einer suchtbelasteten Familie mehr beeinträchtigt hat als das auf den ersten Blick zu erkennen ist. Denk nochmal drüber nach, ob Du wirklich noch warten oder doch endlich handeln willst.