Beiträge von Lanananana

    Ich glaube an Veränderung und vor allem daran, dass sich das ganze Familiensystem anders verhält, wenn auch nur einer darin auf einmal ein anderes, unerwartetes Verhalten zeigt.

    Daran glaube ich auch … aber ob das am Ende ausreicht, um deinen Mann „trocken zu bekommen“ wird die Zeit zeigen. Hier habe ich das bislang sehr selten gelesen. Ich kann Dir allerdings sagen das ich das folgende fast immer lese:

    Mein Mann ist ein toller Partner und Vater, doch leider schaut er regelmäßig zu tief in seine Bierflasche.

    Und da sage ich Dir als Tochter eines Alkoholikers und Frau, die mit einem nassen Alkoholiker zusammen war ganz klar: ein nasser Alkoholiker ist kein toller Partner und Vater. Kann er gar nicht sein.

    Ich wünsche Dir einen hilfreichen Austausch hier und die Offenheit auch unangenehme Wahrheiten an Dich heran zu lassen. Lies Dich erstmal in Ruhe ein. Herzlich willkommen!

    Du hast die Verantwortung für dein Leben und dein Kind und dein bester Freund ist auch erwachsen und hat die Verantwortung für sein Leben. Wenn er aufhören will zu trinken, gibt es viele Hilfsangebote. Du kannst nichts für ihn tun. Er schon - wenn er denn will.

    Einerseits freue ich mich darauf - andererseits habe ich große Angst. Wie wird es sein? Wie wird er sein? Wird es ein wir geben? Geht das überhaupt? Kann ich das? Will ich das?

    Das musst Du doch gerade alles gar nicht entscheiden. Nutz die kommenden Monate, um Dich mit Dir zu beschäftigen. Wer bist Du? Wer bist Du ohne diese Beziehung? Warum hältst Du so sehr an einer Beziehung fest, die Dich nicht nährt und der Du eigentlich aktuell gar nicht mehr vertraust. Was bedeutet, wir sind total verliebt aber eine Zukunft kannst Du Dir nicht vorstellen?


    Und in Deinem eigenen Interesse - desto intensiver der Kontakt gerade weiterläuft, Este weniger Raum bleibt für euch beide, euch mit euch selbst auseinanderzusetzen. Letzteres ist aber aus meiner Sicht super wichtig. Und aus der Beschäftigung mit Dir selbst ergibt sich dann vieles auch wie von selbst …

    Hört er vielleicht doch auf wenn ich sage ich gehe

    Liebe Anne, darauf würde ich nicht vertrauen. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir nur raten, Dich darauf zu konzentrieren, wie Du Dir Dein Leben vorstellst und was Du dafür tun kannst und musst. Ihn kannst Du nicht verändern. Dich schon! Auch ich möchte Dir sagen: Es ist nie zu spät für einen Neuanfang. Klar kann das Angst machen - und auch ich finde Loslassen eine Herausforderung. Allerdings ist es aus meiner Sicht unmöglich in Frieden und glücklich neben einem nassen (!) Alkoholiker zu leben.
    Sollte er wirklich aufwachen, wenn Du gehst - und da komme ich nochmal zum Anfang, willst Du vermutlich gar nicht mehr zurück, wenn Du in Deinem Leben angekommen bist. Ich wünsch Dir viel Kraft auf Deinem Weg. Gut, dass Du uns gefunden hast.

    Ich habe jetzt den Kontakt abgebrochen, da ich es auch psychisch nichtmehr aushalten kann- obwohl ich ihn liebe! Ist das in Ordnung

    Ja! Das ist absolut richtig und wichtig für euch beide, denn Du trägst nicht die Verantwortung für ihn. Er ist erwachsen. Er muss für sich selbst sorgen. Aber du trägst die Verantwortung für Dich und Deine Tochter. Bleib stark. Ich bin auch gegangen obwohl ich meinen Partner geliebt habe. Besser als so lang zu warten bis man den Respekt voreinander verliert oder anfängt, sich zu hassen.

    Vielleicht lässt Du die Nachricht von Lebenskünstler nochmal sacken und liest sie mit etwas Abstand nochmal ? Auch ich erkenne da nichts Hartes oder Unsensibles aber sehr viele - aus meiner Sicht - hilfreiche Impulse.

    Und noch einen Gedanken möchte ich Dir dalassen: Jeder der sich hier die Zeit nimmt zu lesen und zu schreiben handelt sehr wertschätzend und möchte helfen! Vielleicht siehst du es nochmal aus der Perspektive.

    Es ist schön bestärkt zu werden. Aber oft auch hilfreich genauer das anzusehen, was einem nicht ganz so „vertraut“ vorkommt.

    Ich bin mich nur noch am kontrollieren. Wie geht's dir, hast Du genug gegessen, getrunken, Pass auf dass dir nicht langweilig wird, gehe lieber nochmal raus. Schau dass der Notfallkoffer parat ist. Wo gehst du besser nicht einkaufen. Schon wieder die blöde Stimme, wann hört die endlich auf mit mir reden zu wollen.

    Für mich klingt das fürsorglich - nicht kontrollierend. Ist doch schön, wenn die Selbstfürsorge zurück ist!

    Meine Frau hat mir auf meine Schilderu g bislang nicht geantwortet.

    Vllt gibt's hier auch die Sicht von Angehörigen. War es falsch es ihr zu berichten?

    Als mein Ex-Freund nach der ersten Therapie rückfällig geworden ist, hat es mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich war in den tiefsten Tiefen erschüttert. Und zwar, weil er beste Prognosen hatte und glücklich schien und ich nicht im Ansatz kommen sehen hat, dass er alles nochmal aufs Spiel setzt. Allerdings hat er auch nicht direkt wieder aufgehört …

    Er hat vorher gesprochen wie Du schreibst:

    Ich will nicht alles aufs Spiel setzten.

    Mir geht es ohne Alkohol gut.

    Und was hat mir am meisten zu denken gegeben?

    Dass er vorher niemanden um Hilfe gebeten hat und ebenso wie du nicht gestoppt werden wollte! Dass er seinen Werkzeugkoffer nicht genutzt hat. Keinen Therapeuten um Hilfe gebeten, mich nicht um Hilfe gebeten hat. Weil er - das hat er hinterher gesagt, nochmal trinken wollte! Trotz allem. Weil nicht trinken für ihn irgendwie auch Verzicht bedeutet hat.


    Dass Du Dich zukünftig besser aufstellen willst, ist ein wichtiges Zeichen für sie aus meiner Sicht. Aber am Ende zählen Taten mehr als Worte. Ich wünsche Dir und ihr von Herzen viel Kraft und hoffe, dass ihr Vertrauen nicht so sehr erschüttert ist. Mein Ex hat - wie gesagt nicht sofort wieder auf die Bremse getreten … toll dass du dich sofort hier gemeldet hast.

    An anderen Tagen benimmt er sich so doof dass ich den Kindern schon vor längerer Zeit erklären musste warum er sich so verhält.

    Was glaubst Du, wenn Du Deinen eigenen Satz liest? Ich bin Tochter eines Alkoholikers. Es ist fürchterlich in einer suchtbelasteten Familie aufzuwachsen. Es ist schrecklich, wenn Du dich als Kind nicht auf deinen Vater verlassen kannst. Es gibt keine Stabilität und eine fast greifbare Anspannung - weil Du ja auch nicht entspannt bist und natürlich werden sie das spüren …

    Trennung bedeutet ein „sicheres“, verlässliches Zuhause und außerdem lernen sie dann, dass sich niemand mit Situationen abfinden muss - damit wächst ihre Selbstwirksamkeit und ihr Selbstvertrauen … Viellicht bekommt dein Mann die Kurve, wenn ihr aus dem Suchtsystem aussteigt. Vielleicht trifft er dann seine Kinder unter der Woche nüchtern und sie bekommen seine Abstürze nicht mehr mit. Vielleicht stürzt er ganz ab. Das wird sich zeigen. So aber wird es für euch alle noch ein langer Leidensweg und für Deine Kinder einer, der ihr ganzes Leben beeinträchtigen wird. Wie? Das kannst Du hier bei den EKAs lesen und. bei den Suchterkrankten und den Coabhängigen …

    es ist, als wäre die Last der ganzen Welt auf meinen Schultern. Vielleicht wäre es für mich gesünder, die Beziehung zu beenden und auf mich zu schauen, aber das fühlt sich dann so an, als würde ich ihn im Stich lassen und so jemand bin ich eigentlich nicht.

    Er ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich. Du lässt ihn nicht im Stich. Aber wenn Du weiter mehr bei ihm als bei Dir bist, lässt Du dich selbst im Stich.

    Wie kann ich ihn am besten unterstützen? Wie gehe ich mit ihm um? Und wie viele Grenzen sollte ich setzen? Er ist momentan nicht wirklich er selbst, das weiss ich, aber ich weiss nicht, ob das eine Entschuldigung für alles sein soll. Ich möchte doch nur, dass es ihm endlich gut geht und er sein Leben wieder unter Kontrolle hat.

    Du kannst das nicht für ihn regeln. Aber Du kannst und solltest dafür sorgen, dass es DIR gut geht. Warum hältst Du an einem Mann fest, der so mit Dir umgeht? Ihr kennt Euch doch noch gar nicht lang. Ich sage Dir ganz offen etwas, das Du vermutlich nicht hören magst - aber sein Verhalten klingt unabhängig von seiner Suchtproblematik nicht gesund. Ich rate Dir anstatt zu überlegen, was Du für ihn tun kannst mal darüber nachzudenken, warum er Dir wichtiger ist als Dein eigenes Wohl.