So delle,
konnte mich mal etwas damit befassen und hau einfach mal alle Gedanken hier raus. Vielen Dank allen! Ich bin wirklich sehr froh, dass ich mich hier angemeldet hab. Auch wenn jetzt erst die Arbeit losgeht.
Dass es nicht um ihn gehen soll, sondern um mich... Damit hab ich mal so gar nicht gerechnet und kann ich auch nicht gut mit um.
Selbstwert- sowie Selbstbewusstsein ist nicht hoch und ich mag mich auch nicht mehr wirklich mich groß mit mir beschäftigen, aus Angst davor in meine Mine (so seh ich meine Depression) wieder stärker hineingezogen zu werden und der Aufstieg ins Licht ist immer ein verdammt großer Kraftakt. Mittlerweile hab ich die Anfälle nur noch sehr selten und über diese Lebensqualität bin ich mehr als froh, sodaß ich lieber alles anstaue und ein großer Rums kommt, als viele kleine, die von der Anstrengung alles wieder einigermaßen lebenswert zu sehen, genau so viel Kraft kosten.
Die Hilflosigkeit natürlich mit eingeschloßen, dass mein Mann selbst sich helfen muss und ich ihn zwar nicht drängen will, aber ihm zumind. aufzeigen möchte, wie unser gemeinsames Leben ohne den Alkohol noch lebenswerter machen würde.
Durch die klaren Worte hier hab ich wieder mit ein wenig Sport angefangen, will nicht mehr so viel essen und einfach mehr machen. Nicht mehr so viel nachdenken, sondern machen!
Wenn er dann unter Alkoholeinfluß keine Lust hat mitzukommen, egal. Einfach machen. (Leichter gesagt als getan, bin ja selbst ein Keller-Kind. xD)
Überraschenderweise sagte er gestern abend von sich aus, dass er auch abspecken müsse, "sonst würden seine Hosen nicht mehr passen". Mein Mann sprach von selbst auch den Alkohol an, den er aber eher als Problem für sein Gewicht sieht.
"Immerhin." hab ich gedacht. Ich hab sonst nichts groß dazu gesagt, da ich weiß, daß er sonst abblockt und das Fünkchen, daß er sich selbst angezündet hat, wieder im Keim erstickt wird.
Heute morgen sagte ich ihm dann, was ich mir so vorgenommen hab (ausser, dass ich einfach durchziehe, wenn er getrunken hat) und er meinte nur "Uff,da haste aber viel vor." .Denn ich hatte ihn mit einbezogen im "Weniger essen, mehr Sport und das Leben wieder lebenswerter machen".
Er schrieb mir dann heute morgen (wir können besser Probleme schriftlich lösen) , daß er meinen Plan prinzipiell gut fände und er fände, dass er weniger trinken solle, aber nicht an bestimmten Tagen (ich hatte es unter der Woche vorgeschlagen gehabt), sondern wie er Lust habe, denn er wolle uns am Wochenende nicht Chance versauen ein wenig mehr Zweisamkeit zu haben.
Ich schrieb ihm, dass ich ihn unterstütze wie er es brauche und wolle und er war sehr dankbar.
Dass sein Weg klappt, hoffe ich, aber ich bin ein pessimistischer Typ von Haus aus und will mir auch nichts vormachen.
Denkt ihr, er hat schonmal einen kleinen Weg eingeschlagen, der in die richtige Richtung führt? Oder sollte ich nicht allzu viel draufgeben und wirklich über ein Ultimatum und Trennung nachdenken?
"Ausser" dem Alkohol ist auf der Pro/Contra Liste nichts in der Contra Spalte. Er geht arbeiten, kocht immer, umsorgt mich, trägt mich auf Händen etc. und er ist nicht aggressiv oder sowas.
Meint ihr sollte ich mir das erst nochmal anschauen, ob er es durchzieht und ihm da unter die Arme greifen, wenn ich die Kraft dafür hab? Oder direkt alles um die Ohren hauen? Wie wäre eure Reaktion? Ich hab ja sonst so noch keine Erfahrung mit Alkoholikern gehabt. Dementsprechend geh ich da vielleicht sehr mit Samthandschuhen dran.