Beiträge von orangeblau

    Das mit dem schlechten Gewissen ist so eine Sache. Ich vermute auf rationaler Ebene weißt du dass du kein schlechtes Gewissen haben musst (warum auch?). Es muss nur noch ganz bei dir ankommen. Dich trägt nun wirklich keine Schuld. Dass die Ehemänner ihren Frauen die Schuld für die Sauferei geben ist leider völlig normal. Mal ist es der Druck, mal mangelnde ‚Nähe‘ (gemeint ist Sex sonst nix), mal hast du ihn zu wenig wert geschätzt, mal zu viel geredet, mal zu wenig und so weiter und so fort. Such dir was aus. Alles Blödsinn. Und jetzt muss er sich selber helfen.


    Exakt diese Dinge hat er mir immer vorgeworfen. Am Ende war immer ich Schuld in seinen Augen.

    Vielleicht hilft es auch sein Verhalten nicht verharmlosend zu benennen. Ich vermute er wurde aggressiv oder sogar gewalttätig? Dann benenne das ruhig klar und deutlich. Du musst ihn auf gar keinen Fall in Schutz nehmen. Sprache macht was mit der inneren Einstellung!

    Ja, leider rastete er über die Zeit hin weg immer öfter verbal aus und ist leider auch gewalttätig geworden. Schlimm. Hätte nie gedacht, dass mir das jemals passieren würde.

    Wie kann man denn vorbeugen?


    Mir fallen oft die schönen Zeiten ein und dann denke ich mir, dass es “nur” die Krankheit ist die ihn verändert hat.

    Dann stelle ich mir wieder vor, wie er sich womöglich total hängen lässt und ich bekomme das Gefühl, dass ich doch “helfen” sollte.

    Dann fallen mir all die schlechten Dinge ein, die Lügen, die Launen, die Umzuverlässigkeit, die Vertrauensmissbrauche und ich denke mir, dass ich das nicht mehr mit machen will.


    Mal geht es besser, mal quälen mich diese Gedanken und auch Schuldgefühle.

    Hallo!


    Er ist ausgezogen bzw hat ein Betretungsverbot. Er hatte einem Vollrausch und wusste sich nicht mehr zu benehmen.

    Ich habe mir vorgenommen es durchzuziehen, obwohl ich natürlich Angst habe, dass er sich nun komplett fallen lässt.

    Mir geht es aber besser seit er weg ist. Ich fühle mich freier. Es war mir gar nicht bewusst wie stark mich die Problematik belastet hat.

    Ich hoffe ich bleibe stark und werde nicht “rückfällig”, also dass ich ihm wieder helfen werde….

    Also ich kann dir von meinem Mann nur sagen, dass er es selbst bestreitet wenn es sehr offensichtlich ist. Und zwar wirklich sehr vehement und energisch.

    dann war es eben ein Einbrecher oder ein Geist.

    ich glaube nicht, dass man jemanden zwingen kann es zuzugeben. vielleicht irgendwann sagt er “ok dann bin ich halt Alkoholiker” um seine Ruhe zu bekommen, aber solang die des selbst innerlich nicht einsehen werden sie trotzdem weitermachen wie gehabt.

    Zum Thema “was passiert wenn man sich nicht täuschen lässt?”

    Ich habe zwar Zweifel an meiner Wahrnehmung bin aber mittlerweile so weit, dass ich in der Kommunikation mit ihm ganz klar bei meiner Meinung bleibe.

    Er sagt er will die Beziehung auch nicht mehr, weil er würde ja nur trinken weil er so unglücklich ist mit mir. weil ich ihn nicht in Ruhe lasse, ihn kontrolliere und bevormunde. Immerhin gibt er jetzt zu dass er trinkt. Schuld bin halt leider immer noch ich, und er trinke ja nicht jeden Tag und auch keine harten Sachen, er würde schon Pause machen. Süchtige trinken jeden Tag meinte er. hab ihm schon gesagt, dass das eben nicht so sein muss.

    Kann es auch sein, dass Alkoholiker sich selbst trennen wenn sie merken alle Täuschungen funktionieren nicht mehr? Also Trennung um unbemerkt weiter trinken zu können?

    grundsätzlich denke isch schon, dass der Alkohol die Ursache aller Probleme ist.

    zum Beispiel stört mich sehr seine oft passive Art (wirkt gedanklich abwesend), oder seine erzwungene Fröhlichkeit.

    Zudem hat er starke Stimmungsschwankungen und kann sehr sehr aufbrausend werden, was definitiv nicht immer so war.

    Er hat an nichts mehr Interesse, macht keinen Sport mehr.

    abends geht er sehr früh ins Bett weil er angeblich müde ist, geistert dann aber sehr früh oder mitten in der Nacht schon wieder rum und klagt über Schlafprobleme.

    Ich merke auch mangelnde Körperpflege.

    Wenn er frei hat, muss er irgendwie immer kurz weg. Er findet immer etwas warum er nochmal kurz wo hin muss (ohne uns alle). ich vermute dass er sich dann evt was holt…

    Zuhause habe ich bisher nichts gefunden. ich suche oft wie unter Zwang. Leider.

    Ich habe auch keine Ahnung wie tief er in der Sucht schon gefangen ist.

    kenne ich nur sie Spitze des Eisberges oder alles?

    Auch ertappe ich mich nach wie vor sehr oft dabei, dass ich an meiner Wahrnehmung zweifle, dass ich vielleicht doch übertreibe, dass ich eigentlich nicht genug Beweise habe.

    Das Muster ist allerdings wiederkehrend und immer gleich.

    Nun bemüht er sich, macht hier und da was im Haushalt, wirkt nüchtern, sagt mir “guck ich trink doch nur Cola” scheint alles zu belächeln, mich für verrückt zu halten.

    Es ist zum verrückt werden, ist ist so krank alles. Alles dreht sich nur um den Alkohol. Ich beobachte ihn ständig bin ständig auf der Hut, es ist dominiert meine Gedanken und mein Handeln.

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wann er des Zeug trinkt ich bin immer auf der Hut. Geht er in den Keller sind meine Ohren immer dabei, ab und zu gehe ich auch hinterher.

    Trinkt er es schon Morgens wenn ich nich schlafe?


    Naja eig kann mir das alles egal sein, ich fühle mich nicht mehr wohl mit ihm.

    Ist es eig mòglich dass man mehrere Tage nüchtern sein kann trotz Sucht?

    Das denke ich mir eben auch die ganze Zeit. ohne Einsicht wird das nichts. er leugnet auch nach wie vor ganz bestimmte Situationen, das war nicht er, der das Bier getrunken hat. (ich bin mir allerdings so sicher, würde mir eine Hand abhaken lassen)

    Was es für mich sehr schwierig macht ist, dass mein alkoholkranker Elternteil trocken geworden ist und es nun auch seit sehr sehr vielen Jahren ist. Verheiratet sind meine Eltern auch nach wie vor.

    Ich weiß also, dass es möglich ist, dass alles gut wird.

    Seine Einsicht fehlt einfach….