Beiträge von Schmidtty

    Rennschnecke Ging mir ähnlich. Nach der Reha war ich enttäuscht, weil ich trotz viel Bewegung und ohne die Alkoholkalorien quasi nichts abgenommen hatte. Ich habe aber auch erstmal viel mit Süßkram kompensiert.

    Ich bin jetzt seit dem letzten Rückfall über ein halbes Jahr abstinent. Diesen Zeitraum hatte ich vorher allerdings auch schon mehr als erreicht.
    Und jetzt muss sich irgendwas geändert haben. Plötzlich sind die Pfunde gepurzelt. Ok, klar, ich mache Sport und klar ernähre ich mich gesünder. Also, was ist jetzt anders, frage ich mich? Kommende Woche lasse ich mich komplett durchchecken. Drückt mir die Daumen, dass da keine andere Ursache gefunden wird!

    Hallo zusammen,

    Ein schönes, geruhsames Osterfest wünsche ich Euch.

    Mir geht es soweit gut, dh. die Abstinenz ist immer noch stabil. Keinerlei Gedanken daran, wie es sein könnte, mal wieder Alkohol zu trinken. Allerdings bin ich gesundheitlich etwas angeschlagen. Irgendwie macht mir mein (mittlerweile gestoppter) Gewichtsverlust Sorge und ich frage mich, inwiefern das (unter anderem auch) auf die fehlenden Alkoholkalorien zurückzuführen ist. Habt ihr abgenommen als ihr keinen Alkohol mehr getrunken habt?

    LG,

    Schmidtty

    Also, ich bin eine zeitlang noch Risiken eingegangen, indem ich mich in eine Umgebung begeben habe, in der alle außer mir alkoholische Getränke konsumierten. Ich habe zu dem Zeitpunkt zwar geglaubt, dass es mir nichts ausmacht, aber mein Suchtgedächtnis ist dann doch angesprungen und ich bin rückfällig geworden.
    Jetzt bin ich da wesentlich fürsorglicher zu mir selbst. Ich gehe nicht in Bars, auf Karnevalparties oder auf Weinproben. Auch das monatliche Auswärts-Lunch mit den Kollegen meide ich, da dort immer auch Wein zum Essen konsumiert wird. Den Urlaub verbringe ich nicht in All-in Hotels/Clubs, sondern in Ferienwohnungen.
    Auf Konzerte gehe ich aber trotzdem, da der Alkoholkonsum anderer mich da nicht stört. Mich interessiert nur die Musik. Am Ende muss es jeder für sich selbst wissen, aber Risikominimierung finde ich hilfreich.

    Hi, mal wieder ein Update von mir:

    Mir geht’s sehr gut, obwohl so einiges schiefläuft. Den geplanten Urlaub kann ich jetzt zum Beispiel wegen des Krieges nicht antreten, weil die Flüge nicht gehen. Ärgerlich, aber zum Glück ist das Wetter auch hier sehr schön. Früher wäre ich wahrscheinlich komplett ausgerastet und hätte mich mit Alkohol zugeschüttet , aber hey, ich kann‘s ja nicht ändern.
    Seit einiger Zeit macht mir tatsächlich auch meine Arbeit wieder Spaß und ich kann wieder in komplexen Zusammenhängen denken. Lange Zeit ging da gar nichts mehr. Irgendwie wundere ich mich über mich selbst. Das bestärkt mich aber auch zusätzlich in meiner Abstinenz. So soll es bleiben.

    LG,

    Schmidtty

    Hallo Absti,

    es tut mir leid, dass Du rückfällig geworden bist. Umso wichtiger ist es jetzt, wieder aufzustehen und nüchtern weiterzumachen.
    Auch ich bin trotz meines festen Entschlusses (oder vielleicht doch nur als Reaktion auf den Druck meiner Familie) Ende 2022, von nun an abstinent zu leben, mehrfach rückfällig geworden und das dann auch nicht nur für ein paar Tage. Und es ging mir körperlich und seelisch total schlecht, ich habe auf der Arbeit und auch im Privatleben nicht mehr funktioniert, aber dennoch habe ich wieder getrunken.
    Natürlich habe ich mich gefragt, warum das passiert ist. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich wohl unterbewusst mit dem Thema Alkohol noch nicht abgeschlossen hatte. Irgendwie haben die orangefarbenen Getränke, die die Menschen in Straßencafés konsumiert haben, immer noch einen positiven Reiz auf mich ausgeübt und ich dachte mir „Schade, das darfst Du nie mehr.“ Ich hatte ein Verlustgefühl. Die Tage meiner Nüchternheit habe ich buchstäblich mit der Faust in der Tasche und zusammengebissenen Zähnen gezählt.
    Und dann kam irgendwann der Moment, in dem mein Hirn umgeschaltet hat. Ich mag kein Gift mehr in mich reinschütten, ich möchte noch möglichst lange und so gesund wie möglich leben. Alkoholische Getränke üben keinen Reiz mehr auf mich aus, weil ihre Wirkung nüchtern betrachtet niemals schön war (Kontrollverlust, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen usw.). Die nüchternen Tage zähle ich jetzt nicht mehr. Warum auch? Ich habe ja nicht vor, das irgendwann wieder zu ändern. Die Hintertür ist zu.

    Ich drücke Dir die Daumen, dass Du auch an den Punkt kommst, an dem Du zufrieden und ohne ständigen Kampf trocken bist und bleibst.

    Hallo zusammen,

    nach meinem langen Klinikaufenthalt hat mich seit einem Monat der Alltag wieder. Meine Abstinenz ist weiter stabil. Mittlerweile sehe ich auch so richtig, was sich alles dadurch verändert hat. Ich bin wieder voll konzentriert, wach, organisiert und gehe ganz anders auf Menschen zu.
    Darüber hinaus sehe ich auch körperlich starke Veränderungen, bin wieder auf Normalgewicht. Die Haut ist nicht mehr rot und schuppig. Das Haar ist nicht mehr strohig. Klar, das hat alles gedauert, aber ich möchte es nie mehr missen. Es gibt unendlich viele Gründe, keinen Alkohol zu trinken, aber gar keinen Grund, sich das Gift reinzuschütten. Alkohol ist kein „Medikament“ (er hilft gegen gar nichts) und auch kein „Fröhlichmacher“ (eher das Gegenteil). Insofern hat sich eine Zufriedenheit mit der Abstinenz bei mir breitgemacht.

    In diesem Sinne,

    LG, Schmidtty

    Hi Zwieback ,

    Genau diese Vergleiche möchte ich absolut nicht mehr hören. Vor allem, wenn die Anderen angeblich immer besser sind. Zeitweise kommt dann tatsächlich auch noch so ein Kommentar wie „Du nimmst es mir doch nicht übel, wenn ich das sage…aber…. Wie soll ich das denn bitte toll finden?!

    Ich werde es ihr auch nochmal explizit sagen. Vielleicht hilft das ja…

    Guten Morgen!

    Den Jahreswechsel habe ich gut überstanden. Es war sogar sehr schön. Allerdings hatte ich am 31.12. noch ein Gespräch der dritten Art mit meiner Mutter. Aber ich habe es endlich kapiert. Von ihr werde ich niemals mehr etwas anderes bekommen als Vorwürfe, ob berechtigt oder unberechtigt. Ich bin und bleibe in ihren Augen einfach krank und daher unzuverlässig, bin ihr keine Stütze usw. usw. und die Töchter/Söhne ihrer Nachbarn sind ja viel besser. Auf die können ihre Eltern stolz sein. Sie ist auf mich nicht stolz. Nie gewesen.
    Da ich mir das nicht mehr anhören wollte, habe ich dann mit guten Wünschen fürs Neue Jahr einfach aufgelegt und es ging mir gut damit. In der Vergangenheit hätte mich das total getriggert, aber auch das habe ich kapiert….das Leben ist einfach schöner ohne Alkohol. Da lassen sich selbst unangenehme Dinge besser ertragen.

    In diesem Sinne….

    LG,

    Schmidtty

    Ja, klar, natürlich werde ich mich Triggern nicht bewusst aussetzen. Sylvester ist komplett alkoholfrei. Sollte ich dann um Mitternacht dennoch draußen trinkenden Menschen begegnen, dann ist das halt so. Ich bin froh, dass ich nicht mehr trinken und mich mit schwerem Kopf durch den nächsten Tag schleppen muss. Keine Ahnung, was daran toll sein soll.

    Hallo mal wieder,

    Euch allen wünsche ich einen schönen Jahreswechsel!

    Ich bin weiterhin stabil abstinent und habe auch keine Befürchtungen mehr, dass mich an Sylvester etwas triggern könnte. Mittlerweile habe ich tatsächlich einen Ekel vor der Idee, Gift in mich reinzuschütten. Das war noch vor ein paar Monaten nicht so. Da schlichen sich immer mal wieder „nasse“ Gedanken ein. Ich hoffe, sie kommen nicht wieder oder wenn, dann bekomme ich sie in den Griff.

    Das Jahr 2025 mit allen Ups and Downs lasse ich hinter mir und schaue einem hoffentlich besseren Jahr 2026 entgegen.

    LG,

    Schmidtty

    Hallo zusammen,

    Nun ist schon wieder einige Zeit vergangen, seit ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Mir geht es soweit gut. Die Abstinenz ist mittlerweile wieder stabil, vor allem jetzt, wo es mir auch psychisch wieder erheblich besser geht.
    In diesem Zusammenhang kam mir die Frage, was eigentlich zuerst da war….die Sucht oder die Depression oder beides gleichzeitig? Naja, vielleicht werde ich das nie rausfinden, aber ich muss wachsam bleiben. In die Suchtspirale möchte ich nicht zurück. Auf gar keinen Fall.

    LG und einen schönen Adventssonntag,

    Schmidtty

    Die Analyse ist sehr treffend. Allerdings wird Sucht im allgemeinen und Alkoholsucht im besonderen teilweise so stark stigmatisiert, dass es durchaus nachvollziehbar ist, dass man das nicht so vor sich hertragen möchte bzw. sich nicht überall outet. Sucht wird landläufig sehr oft als Schwäche angesehen und einem Menschen, der darunter leidet, traut man entsprechend weniger/nichts zu.
    Darüber hinaus steht man sofort im Verdacht, wieder zu konsumieren, wenn man anderweitig krank ist oder sich anders verhält als sonst.
    Ein Outing kann sicher ein Befreiungsschlag sein (und im privaten Umfeld würde ich auch zuraten), es kann aber auch zur Belastung werden (z.B. im beruflichen Umfeld).

    Hi, wenn ich da mal meinen Senf dazugeben dürfte….meiner Erfahrung nach (ich habe auch schon eine Langzeitreha wegen Sucht hinter mir) werden die Kollegen ohnehin ihre Vermutungen anstellen, wenn man länger weg ist und nichts dazu sagt. Es besteht aber kein Zwang auf Deiner Seite, Dich dazu weiter zu äußern. Ich habe den Weg gewählt, das mit einem Burnout zu erklären, da eigentlich klar war, dass es sich bei der Dauer meiner Abwesenheit um eine psychische Erkrankung handeln musste.
    Klar, bei meiner Rückkehr wurde ich erstmal beäugt wie ein seltenes Insekt und behandelt wie ein rohes Ei. Das konnte ich aber gut ertragen, weil ich dann wieder stabil war. Das gibt sich im Laufe der Zeit.

    Also, um mal auf das Henne und Ei Thema zurückzukommen….ich werde das mit der Therapeutin besprechen, aber grundsätzlich erstmal nicht in den Therapiegruppen. Wenn ich die Teilnehmer besser kenne, kann ich mich vielleicht öffnen. Tatsächlich habe ich da ein gewisses Schamgefühl.

    Hi, also heute ist so ein Tag, an dem ich nicht weiß, ob ich das Richtige tue. Ich weiß nicht, ob ich anstelle in eine psychosomatische Klinik zu gehen, nicht doch lieber eine Langzeitreha wegen Alkohol hätte beantragen sollen. Irgendwie ist das wie die Frage nach der Henne und dem Ei. Kommen die Depressionen vom Alkohol oder umgekehrt. Ich weiß auch nicht, ob es gut ist, mich meinen Mitpatienten zu offenbaren. Ich meine, Depressionen und Ängste haben hier die meisten, aber eben keine Sucht. Versteht ihr, was ich meine?

    Ja, das ist ein Marathon, aber man darf halt auch nicht so oft die falsche Abzweigung nehmen. Das war bei mir jetzt schon das zweite Mal und das Gefühl, was man seinem Körper und seinen Mitmenschen damit antut, ist jedes Mal im Nachhinein wieder katastrophal. Aber gut, Krone richten und abstinent weitermachen ist die Devise, hoffentlich diesmal das restliche Leben lang.