Beiträge von unuk

    Liebe Wichtelmama, super, dass du anfängst aktiv zu werden. Finde ich ganz toll.

    Genau wie Momo2006 sagt: Nicht stehen bleiben, dann nimmst du Geschwindkeit auf.
    Die Geschwindigkeit steigert sich irgendwann von alleine. Jedenfalls war es so bei mir.

    Dir stehen übrigens neben Kindergeld, auch noch Kinderzuschlag, Unterhalt bzw Unterhaltsvorschuss und Wohngeld zu.
    Darüber hinaus, kannst du dein Einkommen mit ergänzendem Bürgergeld aufstocken.
    Falls ihr verheiratet seid, ist alles leider etwas komplizierter.

    WBS solltest du eigentlich auch bekommen. In viele schöne Genossenschaften kommt man inzwischen nur noch damit rein. Ist auf jeden Fall ein versuch Wert.

    Außerdem gibt es auch Organisationen, die Kinder aus Suchtfamilien unterstützen.
    Da würde ich mich an deiner Stelle hinwenden. Die haben sicherlich Erfahrungen und können bestimmt guten Input geben - auch was du jetzt alles machen kannst.
    Findet man direkt im Internet, vielleicht gibt es ja auch was passendes in deiner Gegend?

    Was ich dir aber gerne noch mitgeben möchte liebe Wichtelmama:

    Bitte versuch bei DIR zu bleiben und das, was ihn betrifft, bei ihm zu lassen.
    Du kannst nicht zurückstecken, weil es für ihn vielleicht gerade nicht gut ist.
    Ich musste das leider auf die harte Tour lernen und habe zB. auf sehr viel Geld verzichtet, welches es mir und meinem Kind leichter gemacht hätten. Schön doof war ich da..... :rolleyes:

    Und noch was, bitte schau auch, dass es DIR gut geht.
    Schaff dir kleine Durchschnaufpausen - hier reichen manchmal auch schon 5 min auf der Parkbank sitzen und in den Himmel schauen.
    Besonders als alleinerziehende ganz wichtig (was du ja quasi bist)!
    Denn wenn es dir gut geht, wird es auch den Kindern gut gehen!

    Fühl dich gedrückt!

    Ja, das Jugendamt hilft hier.
    In meiner Geschichte, hatte sich die Ex-Frau, Mutter seiner Kinder, nach dem Zusammenbruch, an das Amt gewendet.
    Ihm wurden direkt Gespräche bei der Suchthilfe oder ähnlichen Einrichtungen angeordnet und nur noch begleiteter Umgang durch einen Träger.

    Die helfen dir auch beim berechnen des Unterhalts und setzten dass dann auch durch.
    Würde ich dringend empfehlen

    Doch, das verstehe ich.
    Sogar besser als du denkst.
    Ich hatte auch wahnsinnige Angst, nur eine Halbtagsstelle, keine Reserven und wie du keine Familie in der Nähe. Ich wusste überhaupt nicht, wie ich das alles wuppen soll.
    Zudem wohne auch ich in einer Gegend in der es schon vor Jahren schwer war bezahlbaren Wohnraum zu finden....

    Was ich damals aber nicht hatte, ist der Faktor Alkohol, denn der Ex von dem ich oben schrieb, ist nicht der Grund warum ich hier im Forum bin - dennoch war der Antrieb, mich dieser Situation nicht mehr aussetzten zu müssen, so groß, dass ich gegangen bin.
    So viel hat das mit Stärke gar nicht zu tun, man kann auch sagen, ich bin weg gerannt. ;)
    Aber egal was es ist, es hat mir Besserung für meine Lebenssituation geschaffen.

    Der Mann weswegen ich hier bin, habe ich erst viel später kennengelernt.
    Mit ihm habe ich erlebt, wie es ist, wenn Kinder involviert sind.
    Ich habe so viele unschöne Situationen erlebt und auch so viele Erklärungen geliefert, warum es dem Papa heute nicht so gut geht, oder warum der Papa manchmal so komisch ist.
    Wahrscheinlich hast du auch schon so Ausflüchte verwendet.

    Auch ich hatte teilweise Panik, wenn er mit seinen Kindern alleine war und habe dann alles stehen und liegen gelassen, nur um sein Papa Wochenende gut zu Ende zu bringen - während er auf der Couch vor sich hingeröchelt hat.
    An einem Tag, als ich nicht in der Stadt war, ist er vor den Augen der Kinder zusammengebrochen.
    Ich meine, ich bin froh, dass nichts schlimmeres passiert ist, aber ich will nicht wissen welche seelische Narben nur diese eine Situation bei ihnen hinterlassen hat und das war ja nicht das einzige mal, dass sie so etwas miterleben mussten.
    Und aus Erfahrung durch mein eigenes Kind kann ich dir sagen, dass, sobald sie älter werden und reflektieren, solche Themen wieder auf den Tisch gepackt werden.
    Und dann musst du dich und dein Handeln, vor den Kindern, erklären.

    Außerdem nimmst du dem Vater durch eine räumliche Trennung doch nicht die Kinder weg.
    Und den Kinder auch nicht den Vater.

    Nachdem hier dann alles aufflog, gab es dann erst mal nur noch begleiteten Umgang durchs Jugendamit, denn alleine das komatöse schlafen während man alleine mit kleineren Kindern ist, läuft schon unter Kindeswohlgefährung. Nur mal so als Info.
    Jetzt ist aber sein Zustand gerade so schlimm, dass im Moment nur noch telefonieren geht.
    Da klappt aber wenigstens sehr gut und auch regekmäßig.
    Du siehst auch hier gibt es Wege, den Kontakt zu halten und er hat weiterhin die Chance sich zu bewähren und im besten Fall die Kinder wieder regelmäßig zu sehen.

    Melde dich gerne, wenn du Fragen hast oder noch mehr Zuspruch brauchst. Ich bin gerne da.

    Liebe Wichtelmama , wir kennen uns nicht und ich kann über deine Situation nur anhand des von dir geschriebenen urteilen. Daher verzeih, wenn ich dir zu nahe treten, aber wenn ich das richtig sehe, dann verharrst du in dieser Situation schon seit ZWEI Jahren!!!
    Das sind zwei Jahre, die du und deine Kinder hätten auch in Frieden leben können.
    Vielleicht wärst du dann auch nicht in diesem Forum gelandet, sondern würdest den Abend mit einer Freundin im Kino, verbringen, anstatt hier deine Sorgen runterzuschreiben. Verstehst du was ich meine?

    Mich hat nach meiner Trennung eine liebe Frau, die ich damals nur aus dem Kindergarten kannte, aufgenommen. Das ist jetzt fast 20 Jahre her und wir sind inzwischen wie Familei füreinander.
    Es gibt also immer einen Weg, auch wenn man eigentlich einen anderen Plan im Kopf hat. .

    Du kannst nicht abwarten bis was passiert.
    Im schlimmsten Fall passiert was schlimmes und das wirst du dir niemals verzeihen können, wenn du jetzt nicht handelst.

    Ich bin übrigens dann durch freie Zimmer von Freunden getingelt (mein Kind fands super) und jeden Tag eine Stunde mit dem Rad zur Arbeit gefahren (das war es mir Wert), bis ich den Typen so weit hatte das er auszieht :saint:

    Vielleicht nehmen ihn ja auch seine Eltern auf? Wäre ja auch eine Lösung...
    Oder du suchst eine neue Arbeit in der Näher deriner Familie? Und kommst bis dahin dort unter?
    Es git so viele Möglichkeiten.

    Liebe Martina,
    meiner hat es in den letzten 4 Jahren nicht länger als 3 /4 Monate am Stück geschafft trocken zu bleiben.
    Mit mir und auch ohne mich in seinem Leben. Ich hab wirklich alles versucht..
    Daher kann ich mich Lebenskuenstler nur anschliessen: Du hast absolut keinen Einfluss darauf..

    Und ja, das lügen, kenn ich auch auch nur allzu gut.
    Bin daran teilweise verzweifelt, auch weil mir dann gesagt wurde, ich sei verrückt. Nur weil ich die offensichtliche Wahrheit (Du hast wieder getrunken) ausgesprochen habe.

    Ich hoffe du weißt, dass das alles nichts mit dir zu tun hat.
    Mir hat das Lesen hier sehr geholfen.

    Liebe Wichtelmama,
    ich bin geschockt, wenn ich lese was bei dir los ist.
    Tief betroffen gemacht, hat mich deine Autogeschichte..... und doch kann ich sie so gut verstehen.

    Hast du keine Familie oder Freunde vor Ort, die sich unterstützen können?
    Bei den du erst mal unterkommen kannst?

    ich verstehe, dass du eigentlich eine Wohnung für immer suchst.
    Aber eigentlich solltest du direkt - am besten sofort - aus dieser Situation raus - du wirst merken, wie schnell die Last dann von dir und den Kinder abfallen wird und ihr wieder Luft zum atmen habt.
    Kindern ist es letztendlich egal wo sie sind, hauptsache du bist dabei und gibst ihnen Sicher- und Geborgenheit.
    Für die ist es im jetztigen zu Hause ja auch der pure emotionale Stress.

    Vielleicht denkst du doch noch mal über eine Lösung auf Zeit nach?

    Liebes Forum,
    ich habe hier länger nicht mehr geschrieben, hätte aber eine Frage, die mich sehr beschäftigt.

    Natürlich habe ich noch ein paar Runden mit meinem Partner gedreht.....
    Zwischendurch gab es auch ein paar (wenige) trockenen Phasen. Schön, waren die aber auch nicht, wenn ich ehrlich bin

    Leztes Jahr im Frühling habe ich dann losgelassen und habe kommuniziert, dass ich keinen Kontakt mehr möchte, so lange er trinkt.
    Habe seine Sachen bei ihm gelassen und mich auf mich konzentriert.
    Da wir nicht zusammen wohnen und mein Kalender vollgepackt war, hat das auch ganz gut funktioniert. .


    Es wurde bei ihm dann noch schlimmer , obwohl er eigentlich auch schon vorher abgestürzt ist.
    Da der Kontakt nicht komplett abgebrochen ist, habe ich hin und wieder etwas mitbekommen.
    Zusammenfassend kann man sagen, dass er im letzten Jahr quasi monatlich in der stationären Entgiftung war. Da er nur Schnaps und sehr viel davon trinkt, hat er schrecklich abgebaut.

    Nun zu meiner Frage:
    Letztes Jahr hat er mich ab und zu nach meiner Hilfe gefragt, teilweise gefleht.
    Ich habe fast immer abgelehnt, weil ich ja gesehen habe, dass es keinem von uns Beiden in irgendeiner Weise geholfen hat.
    Sachen fürs Krankenhaus packen oder ähnliches habe ich schon mal gemacht.
    Meist aber auch sehr widerwillig, aber ich sehe auch dass er körperlich zu gar nichts mehr in der Lage ist.
    Zudem ist er inzwischen teilweise wahnsinnig verwirrt.

    Einserseits will ich keinen Kontakt und lebe (teilweise) gut damit, anderseits fühle ich mich schlecht, wenn er mich DIREKT nach Hilfe fragt und ich ablehne.
    Als wäre das unterlassene Hilfeleistung - versteht ihr was ich meine?

    Weil ich Mensch bin, würde ich ihm natürlich gerne unterstützen, aber ich will nicht mehr Hand halten und sein Leben organisieren und mich dabei verlieren. Oder geht das gar nicht?
    Also, wie viel bzw wie wenig darf/kann man den einen nassen Alkohliker unterstützen?

    Und wenn gar keine Hilfe: Wie schafft man es, sich selbst nicht schlecht zu fühlen, wenn man ablehnt zu helfen?
    Ich bin ein sehr emphatischer Mensch, also quasi prädestiniertt zum Co.

    Wie habt ihr das gehandhabt?

    Danke für´s Lesen und für eure Rückmeldungen!

    Schönen Abend, unuk


    Liebe PetrePetra

    nein du bist mir nicht zu Nahe getreten.
    Du hast mir viel zum nachdenken mit auf den Weg gegeben - das ist gut und wichtig für mich.
    Von innen heraus hat man immer einen anderen Blick auf die Situation und ich brauche Input von außen.
    So richtig kann man das auch keinem erklären, der nicht selbst in der Situation war bzw. noch steckt.

    Bist du noch mit deinem Mann zusammen?

    Ich lass deine Worte mal sacken! Danke dir!

    Liebe Flower,

    mein Partner hat auch kleine Kinder. Es gab und gibt viel Stress mit der Ex-Frau, dazu kam ein von ihm verursachter Vorfall, weswegen ich hoffe, dass ich dir hier etwas Input geben kann.

    Ich will gar nicht ins Detail gehen - ich will auch nichts verharmlosen, aber es war jetzt nichts schlimmes, aber die Ex-Frau hat daraufhin das Jugendamt eingeschaltet. Und die haben direkt reagiert und dies nicht in seinem Sinne als sie gehört haben, dass es um Alkohol geht.

    Und obwohl gemeinsamen Sorgerechts, durfte er die Kinder nicht mehr ohne Begleitung sehen und hat Auflagen bekommen. Unter anderem die Teilnahme an einer Suchtberatung.

    Ich will das jetzt nicht unbedingt empfehlen, aber vielleicht kannst du auch andere Wege gehen um dich aus der Situation zu lösen, es gibt genügen Möglichkeiten von außen.

    Was dein Mann da betreibt ist emotionaler Missbrauch und dass wird irgendwann bei deinem Kind ankommen, denn irgendwann wir er (wenn nicht schon passiert) dich vor dem Kind klein machen. Die Mama ist zu doof für xy.

    Und spätestens wenn euer Kind nicht mehr alles gut heißt was der Papa macht, wird sich der Missbrauch auch gegen das Kind richten.

    Mein Partner hatte ja ja auch schlimme psychotische Phasen, Verfolgungswahn etc. Immer wieder hat er davon geredet dass er jemanden "In die Fresse schlagen" will. Ich habe nach einem ganz schlimmen Anfall den Drogennotdienst angerufen und die haben mir empfohlen immer den Krankenwagen zu rufen, denn ich wüsste ja nicht, was er da sieht bzw was er in mir sieht und ob sich dann die Aggressivität gegen mich wendet. Da hat mir sehr zu denken gegeben und du sagst, dass dein Partner sich noch erinnern kann, das war bei meinem Partner am Anfang auch noch so, dieses völliges weggetreten sein, kam ganz schleichend.

    Weißt du, wenn ich lese, dass dein Mann 3 Tage vor der Zugreise nichts mehr getrunken hat, dann denke ich an meinem Partner, der, wenn er die Kinder übers Wochenende hatte, sich mit Wodka auf einem Level gehalten hat, Nicht zu viel um Klar zu sein, aber auch nicht zu wenig um körperliche Beschwerden zu umgehen. Und Wodka weil man das angeblich nicht riecht. Mir ist dann nach dem Vorfall das komplette Ausmass seiner Sucht erst klar geworden, weil er sich dann komplett hat gehen lassen.

    Ich weiß es ist schwer den ersten Schritt zu machen, aber was kann groß passieren, als das es dir und deinem Kind besser gehen wird. Du schmeißt schon den ganzen Laden alleine, du hast also die Kraft in dir, auch dich daraus zu entziehen. Ich bin mir sicher!

    Melde dich gerne. wenn du Hilfe brauchst! Alles Liebe

    Liebe Flower,

    danke dass du dir Zeit genommen hast.

    Die "Monologe" von denen du sprachst, sie gehen bei uns, besonders wenn er zu viel intus hat über Stunden, die ganze Nacht hindurch. Und es gibt dann für ihn kein Stopp. Psychische Probleme, die er auf mich projiziert und dann wiederum der treusorgende, verständnisvolle Partner und Vater.

    Ja, das war ganz schlimm - am Anfang habe ich noch versucht dagegen anzukommen, mich gewehrt, erklärt usw - hat natürlich nichts gebracht, außer das er mir meine komplette Energie geraubt hat.
    An manche Sachen konnte er sich auch gar nicht mehr erinnern, also alles doppelt umsonst.

    Dann habe ich die Monologe über mich ergehen lassen und inzwischen unterbreche ich ihn und sage ihm, dass er sich wieder in einem Monolog begibt. Auch trocken fehlt ihm sämtlich Empathie oder das Wissen, wann mal genug ist.
    Ich ziehe mich bewusst aus solchen Situationen um nicht wieder in diesen Strudel zu kommen und mich auf mich zu fokussieren. Bei mir kommt zum Glück hinzu, dass ich eine eigene Wohnung habe.

    Ich habe bei dir gelesen, dass du ein kleines Kind hast - meines ist schon groß und mein Partner ist auch nicht der Vater, aber mir war es wichtig so gut wie möglich alles von ihr fern zuhalten. Sprich keine gemeinsamen Treffen, Essen etc Ist/War für ihn schlimm, aber das waren die wenigen Konsequenzen die ich durchgehalten habe.

    Ich weiß es ist schwer, aber bitte sei stark für dein Kind - lebe ihm ein selbstbestimmtes unabhängiges Leben vor.
    Du bist das Vorbild! Ich schreibe auch noch mal bei dir direkt.

    Alles Liebe

    Liebe 9Leben,

    danke dir für deine Worte - ja finde mich gerade wieder.
    Tatsächlich hat mir seine Entgiftung die Zeit gegeben Abstand zu nehmen, Luft zu holen, Freunde zu treffen oder einfach mal für mich sein. Verrückt wie sehr man sich selbst immer hinten angestellt hat.

    Wir haben uns Beide kurz hintereinander angemeldet und ich verfolge deinen Thread von Anfang an.
    Vielen Dank für deine Offenheit - ich habe sehr viel für mich mitnehmen können.
    Auch mich beschäftigt die Frage nach dem Selbstwert, dazu auch die erlernten Muster aus der Kindheit.

    Ich hoffe wir können das Beide für uns aufarbeiten!

    Alles Liebe

    Ihr Lieben,

    da bin ich wieder - es waren turbulente und sehr anstrengende Wochen.

    Ich glaube als ich mich hier angemeldet hatte, war mein Freund fast auf dem Höhepunkt seiner bisherigen Saufkarriere und ich entsprechend am Tiefpunkt und am Ende dessen was ich noch ertragen konnte.

    Ihr erinnert euch? Er war auf dem Weg zu seinem Vater und der telefonische Kontakt ist abgebrochen?

    Er hatte zu dem Zeitpunkt wieder eine psychotische Phase, weswegen ich auch überlegt hatte die Polizei anzurufen - einfach um andere zu schützen.
    Auch wenn ich denke, dass er im normalen Zustand harmlos ist, kann ich absolut nicht einschätzen wie er reagiert, wenn er wieder im Wahn ist - er leidet dann unter Verfolgungswahn und ich selbst bin in diesen Phasen immer sehr auf Abstand und auf der Hut gewesen.

    Ich habe geschrieben, dass er fast auf dem Höhepunkt war, denn es wurde dann natürlich alles noch viel schlimmer.

    Bei der geplanten Entgiftung, kam er morgens um 9 Uhr mit 2 Promille im Krankenhaus an - die haben ihm aber trotzdem Tabletten, etc gegeben und ihn wieder nach Hause geschickt.

    Das war dann die absolute Horror Woche für mich, denn ich wusste überhaupt nicht, was er alles genommen hatte -
    so viele BlackOuts, Psychosen in der kurzen Zeit. Die Entgiftung wurde natürlich seitens der Klinik abgebrochen.

    Ich selbst hatte einige Zusammenbrüche und hing oft am Nottelefon.

    Und dann als ich heulende mit einer Seelsorge sprach, kam der Moment an dem ich merkte: "Du musst jetzt los lassen.

    Wenn du das überstehen willst, dann muss du los lassen und all den Müll bei ihm belassen,"

    Ich bin seitdem auch relativ distanziert, was den Suchtmenschen angeht und kann mich gut abgrenzen und meine Grenzen noch mehr definieren,

    Daraufhin hat er es tatsächlich geschafft eine zweite Entgiftung durchzuziehen.

    Es gibt natürlich immer wieder Auf und Abs, aber er macht dass alles ganz gut, auch wenn er nicht besonders gut vom System aufgefangen wurde und ohne Therapie da steht - aber er kümmert sich auch nicht und ich - ich mache das auch nicht mehr für ihn. Das ist jetzt seine Aufgabe.

    Die Frage ist gerade, ob wir es als Paar schaffen - denn dieses Ruhe die für mich entstanden ist, hat mir das erste mal seit langem die Zeit gegeben zu realisieren was da eigentlich alles passiert ist. Was das alles mit mir gemacht hat. Wie tief die vielen hässlichen Worte sitzen. Wie viele offene Wunden es noch gibt. Leider kann ich das auch nicht mit ihm aufarbeiten, denn dann geht es ihm wieder schlecht - also halte ich meinem Mund, wieder um ihn zu schützen (ok - über dieses Aussage muss ich noch mal länger nachdenken).

    Und gleichzeitig sitzt er da und leckt seine Wunden, schämt sich wahnsinnig, leidet darunter was er mir angetan hat und er begibt sich in einen neuen Strudel - diese mal ist es die Depression.

    Letztendlich ist es nach der Entgiftung ruhiger geworden, aber nicht unbedingt besser - diese Grübelei ist immer noch da, diese ewig langen Monologe - ich frage mich ernsthaft ob er ein Leben im Leid bevorzugt.

    Ich kann das auch alles nicht mehr hören und komme mir oft zu hart vor, wenn ich Gespräche abkürze, sage dass ich das nicht hören will oder einfach, ohne Rücksicht auf ihn, mein Ding mache.

    In letzter Zeit frage ich mich, ob es den Menschen den ich kennen und lieben gelernt habe überhaupt noch gibt?

    Denn obwohl er gerade trocken ist, blitzt da immer mal wieder das Wesen des nassen Alkoholikers durch.

    Ist das jetzt sein neues Ich? Oder gibt sich dass wieder? Oder kommt das von den vom Alkohol ausgelösten Psychosen?

    Vielleicht trinkt er auch wieder - kann natürlich auch sein.
    Er ist tatsächlich ein absoluter Suchtmensch, dass ist mir jetzt klar geworden. Wenn es nicht der Alkohol ist, dann wird er sich was anderes um sich zu stimulieren. Weiß nicht, wie ich das finde.

    Es war auf jeden Fall der richtige Zeitpunkt mich hier anzumelden - es hat mir viel gebracht hier zu lesen, ich bin jetzt klarer. Wahrscheinlich sehen es hier viele nicht als Fortschritt, dass ich noch mit ihm zusammen bin. aber ich habe meine Grenze gezogen und diese auch kommuniziert . Ich hoffe sehr, dass ich dann auch konsequent bleibe, aber ich finde ich bin schon auf einem guten Weg.

    Mal schauen was die Zukunft bringt - ich hoffe es werden nur noch die schönen Sachen sein.

    Danke fürs lesen! xx

    Liebe Elly, ich weiß, dass du Recht hast und nein, ich entschuldige nicht sein Verhalten und gerade bringt mir diese Beziehung absolut nichts - sie zieht mich nur mit in den Abgrund.

    Ich weiß, dass alles - ich bin da total klar - aber mich hält immer noch der Mensch der er in der Vergangenheit war und inzwischen bin ich natürlich auch CO und habe auch Angst davor was passiert, wenn ich gehe.

    Ich bin in diese co-abhängigkeit ganz leise gerutscht. Mit einem ausgeprägten Helfersyndrom und als Partnerin, habe ich mich natürlich erst mal gekümmert, zur Seite gestanden und unterstützt - ich hab gar nicht gemerkt, wie sehr mich das eingenommen hat und in welchem Strudel ich mich jetzt befinde. Ich hab einfach nur noch funktioniert.

    Wir haben immer noch nichts von ihm gehört - mein 1. Schritt - ich mach nichts. Er ist für seine Aktionen verantwortlich - zum Glück ist er ein paar 100 km entfernt - das macht es mir leichter.

    Liebe Petra, danke für deine Antwort.

    Ich habe keine Ahnung - Bahnhofspolizei?

    Mir ist so was ähnliches schon mal mit ihm passiert - allerdings in meinem Heimatland. Da war die Polizei noch so nett, dass sie mich angerufen haben und ich ihn abholen konnte. Manchmal denke ich, es wäre besser gewesen ihn bei denen zu lassen.

    Ok, es fällt mir tatsächlich jetzt beim niederschreiben auf, dass ich genau das, was ich hätte schon damals machen sollen, jetzt tun sollte. Also nichts - Danke Petra für den Tipp - ich versuche mich irgendwie abzulenken.

    Sein Vater hat jetzt allerdings nun auch mehrmals bei mir angerufen - ich kann ihn verstehen, der sucht auch jemanden zum reden, zum austauschen - jemanden der ihn beruhigt. Aber da schiebt sich wieder alles auf meine Seite.

    Liebes Forum,

    ich hatte jetzt aus privaten Gründen ein paar Tage "Ruhe" - war nicht in der Stadt und für ihn auch telefonisch eingeschränkt verfügbar. Hat mir total gut getan.

    Und es hat sich die ganze Situation wieder komplett gedreht: Trennung ist kein Thema mehr. Er hat sich bei mir entschuldigt und mir immer wieder seine Liebe beteuert. Darüber was er alles falsch gemacht hat in seinem Leben usw - er war eher in Traurigkeit gefangen und ich glaube ziemlich fertig mit der Welt und sich.

    Nun ist er seinen Vater besuchen gefahren - mit dem Zug - allein.

    Ich hatte ihn jetzt mehrfach und länger am Telefon - natürlich total betrunken - er war nett zu mir, aber er hat immer wieder angefangen die Durchsage zu beschimpfen.

    Ich bin nur drangeblieben, weil mir die Mitreisenden Leid getan haben. Ich Angst bekommen habe, dass er grundlos ausflippt und jemanden oder sich selbst weh tut. Am liebsten hätte ich einfach aufgelegt.

    Woher kommt diese völlige grundlose Aggression?

    Nun ist im Mitten im Gespräch wahrscheinlichlich das Telefon ausgegangen - ich kann ihn nicht mehr erreichen - keine Ahnung wo er mitten in Deutschland steckt. Sollte ich was tun? Oder das jetzt bei ihm lassen?

    Ja Hobbys - im letzten Jahr ist wegen ihm mehr oder weniger alles liegen geblieben - wir hatten ein gemeinsames Hobby über das wir uns auch kennengelernt haben. Ich kann mich nicht erinnern, wann wir das zu letzt zusammen ausgeübt haben.

    Wir wohnen nicht zusammen - ich habe noch eine Firma und bin Alleinerziehend, das hat mich bisher immer ganz gut abgrenzen lassen. Inzwischen beeinträchtig es aber auch diese Bereiche.

    Natürlich möchte ich das nicht an mein Kind herantragen und meine Arbeit weiterhin gut machen.

    Da kommen aber dann auch noch die Eifersüchteleien bei ihm hoch - gegen mein Kind (würde er nie zugeben) und regelmäßige Unterstellungen, dass ich bestimmt schon längst eine Affäre mit xy, wem auch immer habe.

    Er sagt, dass ich die Liebe seines Lebens bin und gleichzeitig zeigt er mir immer wieder diese hässliche und verletzende Fratze. Er macht uns und das wir haben runter. Am Anfang habe ich dagegen noch angeredet - inzwischen höre ich nur noch zu und kümmere mich - um ihn.

    Es tut gut, dass alles einfach mal auszusprechen - runter zuschreiben - selbst zu sehen, in welchem Strudel ich mich befinde.