Liebe Uschi,
ich glaube so Unrecht hat Oldie nicht. Auf der einen Seite ist es schön, wenn man Eltern hat, die immer für ein da sind, die man als beste Freunde sehen kann. Auf der anderen Seite ist es aber auch zwangsläufig so, dass man gerade dadurch, dass man so besorgte Eltern hat auch von vielem bewahrt wurde. Deine Mutter wird Dich jetzt sicher in den Arm nehmen und trösten und Dir am liebsten allen Schmerz abnehmen wollen. Aber genau das kann kein Mensch.
Ich sehe es mit dem Trennungsschmerz so:
In dem Moment fühlt man so, als ob eine Person gestorben ist. Die Person lebt zwar noch. Aber sie verschwindet aus Deinem Leben. Sie bleibt aber in Dir mit all den Erinnerungen.
Keinem Menschen bleibt die Konfrontation mit dem Tod erspart. Und es wird immer wieder aufs Neue weh tun. Wichtig ist, dass Du Deine Trauer auch zuläßt. Wichtig meiner Ansicht nach ist auch das Akzeptieren, das Wahrhaben , dass es jetzt so ist. Es tut weh, es tut jedem weh und das ist vollkommen natürlich. Es ist nichts falsches daran.
Ich habe im Laufe meines Lebens gelernt den Schmerz zu akzeptieren udn vorallem auch auszuhalten, indem ich mir in dem Moment sage: Ok, es tut jetzt weh, aber es wird nicht so bleiben. Ich vertraue in diesem beinahe unerträglichen Moment der Erfahrung, dass der Schmerz wieder gehen wird. Wenn ich dagegen ankämpfe wird es schlimmer. Also sage ich mir: Ok. Ich bin bereit. Es ist sehr schwer zu beschreiben. Aber in diesem Moment, wo ich bereit bin , wo ich den Schmerz zulasse fange ich an irgendwo in mir, in meinem Bewußtsein, in meinem Über-Ich ? Ruhe zu finden. Ich lasse mich drauf ein, ich lasse es über mich ergehen ohne gegenan zu kämpfen. Bei körperlichen Schmerzen wie ZB grausamen Spritzen funktioniert es bei mir mittlerweile sehr sehr gut.
Irgendwie entziehe ich damit meinem Schmerz den Nährboden. Er darf kommen, darf auch wieder gehen. Wenn ich immerzu an meinen Schmerz denke, füttere ich ihn mit meiner Lebensenergie, die ich aber für die anderen Dinge des Alltags auch brauche. Das geht bis zum absoluten Burnout und Depressionen. Das habe ich alles mehrfach hinter mir.
ich erinnere mich an Momente, wo ich dachte, dass ich es nicht aushalte. Psychische Schmerzen empfinde ich als schlimmer. Ich glaube es liegt daran, dass ich bereits mehr Erfahrung damit hatte, dass körperliche Schmerzen wieder verschwinden. Aber psychische Schmerzen haben einen Vorteil: Sie tun garnicht weh ( Physisch) . Statt mich nun also tagelang mit meinem Leid zu quälen habe ich gelernt meine Schmerzen folgendermaßen zu 'steuern': Erstmal habe ich mich hingelegt ( konnte teilweise eh nur noch rumliegen) und bin bewußt mit meinen Gedanken durch meinen Körper gefahren , um mich zu vergewissern, dass mir körperlich nichts weh tut. Der psychische Schmerz war immer dann da, wenn ich an ihn dachte. Also immer. Folglich habe ich gelernt meine Gedanken zu steuern.
Ich brauche eine Leidensphase, wenn ich Schmerzen habe. Absolute Verdrängung bringt nichts, macht alles nur schlimmer. Also nehme ich mir vor eine bestimmte zeit lang zu 'trauern'. Zum Beispiel dreimal täglich eine Stunde. Da erlaube ich mir dann meine Gedankenkarrusells, egal was. heulen, Jammern, Selbstmitleid. Das wichtige ist aber: Nach einer Stunde ist erstmal wieder Schluß. Und darüber bestimme ich selber. Das funktioniert bei mir auch nur, weil ich weiß, dass ich ja abends wieder jammern darf. Man könnte sagen zwischendurch reiße ich mich zusammen, verdränge ich, lenke ich mich ab, kontrolliere ich meine Gedanken, funktioniere ich. Sicher bin ich in diesen Phasen nicht zu großen Taten fähig. Das erwarte ich auch nicht von mir ( finde ich auch wichtig). Im Gegenteil bin ich auf mich stolz, wenn ich in diesen Phasen Kleinigkeiten schaffe. Abwaschen, aufräumen, was Lesen. Ich gebe mir damit selber das Gefühl, dass auch psychische Schmerzen vergänglich sind. Ich spüre so auch mehr, dass diese 'Jammerphasen' auch wichtig für mich sind, aber letztlich zu nichts führen, was mich aus dem Elend befreien könnte. ich habe immer wieder beobachten Können, dass nur diese aktiven Phasen mich aus dem Trauma befreien können. Das ist meine Methode, ganz grob umrissen, wie ich mit Schmerzen versuche umzugehen. Vielleicht kann es Dir ein wenig helfen. Was mir sicher dadurch nicht gelingt, mich vor Schmerzen zu schützen. Schmerzen werden immer wieder mal vorkommen. Aber ich habe dadurch keine sonderliche große Angst mich drauf einzulassen. Oder aber: Wenn ich spüre, dass ich gerade zu labil bin Schmerzen zu verarbeiten vermeide ich auch bewußt Sitautionen, von denen ich weiß, dass sie mir weh tun könnten. Im Falle von Tod und Trennung kann man das nicht vermeiden, aber bei manchen anderen Dingen schon. Ich denke, dass diese Methode etwas Gutes hat wieder Vertrauen zu sich selbst und zu seinen Gefühlen zu finden. Und ich hoffe, dass ich Dir damit vielleicht auch ein wenig weiterhelfen kann.
Beiträge von Frozen Tears
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ahahahahaha,
der eine hat keine hexuellen Kontakte und die andere motzt.
Euer Humor ist köstlich.Also, ich als EKA habe mich bisher noch nie gefragt, mit wem meine Eltern jetzt wohl gemeinsam die Schularbeiten machen könnten. Ob ich da mal ganz unerwartet anrufen werde.
Aber ihr habt mich da auf sone Idee gebracht.
Die haben bestimmt heimlich ganz andere Kinder lieb, verstecken die womöglich im Schrank, wenn ich da bin. Denen werd ichs jetzt zeigen. -
Du schreibst, dass Du noch sehr jung warst als Du angefangen hattest zu trinken. War Dir zu diesem Zeitpunkt schon bewußt, dass Du dadurch abhängig werden könntest oder hattest Du derzeit über das Thema Sucht noch nicht nachgedacht. Ich frage deshalb, weil Du über Dich schreibst, dass es sehr dumm war. Meinst Du das jetzt im Nachhinein wo Du gemerkt hast, dass Du abhängig bist oder wie bewertest Du Dein damaliges Verhalten.
Mir sind ja viele unterschiedliche Gründe bekannt, warum Leute trinken. Liest man hier ja auch alles mögliche. Bei Dir lese ich, dass Du irgendwie nicht wirklich etwas vom Alkohol hattest. Dennoch hast Du eine beachtliche Menge über Jahre getrunken. Nunja, auch jemand der einfach nur ein/zwei Gläser Wein zum Essen trinkt, weils ihm schmeckt, kann auf Dauer süchtig werden. Sicherlich reagiert auch jeder unterschiedlich auf Alkohol. Manche Menschen brauchen ja nur die kleinste Menge trinken...
Gewöhnlich folgt ja nach der Entgiftung eine Therapie, wo man sich mit den ursächlichen Problemen/ Gründen auseinandersetzt. Wirst Du so etwas auch in Angriff nehmen?
Wie geht es Dir bis heute mit Deiner Trockenheit? Du hast doch schon ein paar Tage geschafft, scheinbar alles problemlos???
Zumindest hören wir nichts Gegenteiliges von Dir.
Das ist doch klasse!
Bemerkst Du eine postive Veränderung von Tag zu Tag? -
Hallo Xenia, herzlich willkommen. Mir gefällt der Titel Deines Threads sehr. Lass Dich nicht beirren. Wenn Du fühlst, dass Du mit dem Rauchen aufhören mußt, dann tu es. Ich habe hier gelernt und auch aus eigener erfahrung, dass den Tiefpunkt nur Du selber spürst. Und alles andere ist nur vorgeschoben.
Auch ich war Raucherin und habe mehrmals versucht aufzuhören. Aber einmal wollte ich es auch, endgültig.
ich habe auch ca 1 1/2 Päckchen am Tag geraucht.
Zunächst aheb ich angefangen runter zu dosieren. Das ging bis hin zu 10 Zigaretten. habe mir immer mal wieder Sorten gekauft, die ich nicht mochte und die ich dann nur in der Not geraucht habe. Dann habe ich welche mit mentholzusatz und light gekauft. Da hatte ich das Gefühl, dass ich nur noch Luft rauchte und ab da gings erstmal nicht mehr weiter runter. Eine andere Idee mußte her. Das Abgewöhnen auf 10 Zigaretten hatte mir schonmal merklich gut getan, ging auch relativ schnell, ca 2 Monate. ich holte mir Rat von anderen, die aufgehört hatten zu rauchen. ich erfuht von Nikotinkaugummis. Das erschien mir erstmal unlogisch. aber ich probierte es. Ich stopfte mir die Kaugummis in den Mund und kaute daruf rum. Ein widerlicher Geschmack. Aber ich brauchte tatsächlich nicht mehr zu rauchen. jetzt folgte die Umgewöhnungsphase. Es war komisch, keine Zigarette mehr in der Hand zu halten, keine Raucherpausen mehr zu machen und ich mußte meine Zeit irgendwie anders auffüllen. Es war garnicht nur der Nikotin an den man sich gewöhnt hatte. Den hatte ich ja immer noch. Der Geschmack der Kaugummis war ekelig und ich lies ihn immer im Mund, irgendwo in einer Ecke. Wenn ich wollte konnte ich mir meine Nikotinration erkauen. Was ich aber immer weniger tat. Denn ich Verband nur noch diese ekelige Kauen damit. Das war kein Anreiz mehr und ich verspürte immer weniger Verlangen. Plötzlich ging alles automatisch und sozusagen schmerzfrei. Viel einfacher als gedacht. Dieser bewußte Geschmack des Nikotins hat mir das Rauchen so vergrault, dass ich nie mehr Lust auf eine Zigarette hatte. Bis heute. Ich kann mir garnicht vorstellen, dass ich die Dinger mir jemals in den Mund gesteckt habe und was ich überhaupt davon hatte. Irgendwie alles ausgeblendet.
Seitdem kein Husten mehr, fittes Erwachen am Morgen, keine Erkältungen, gesundes Zahnfleisch, glatte Haut. Und mehr Geld in der Urlaubskasse. Es hat sich gelohnt.
Drücke Dir die Daumen, dass es bei Dir ebenso klappt.Liebe Grüße
Frozen Tears -
Hallo Jonas,
diese Erscheinung, von denen Du beschreibst, dass sie bei Dir eingetreten sind: Das Nachlassen von Hyperfocus, Hyperkonzentration und Reizfilterstörung - hast Du es als so angenehm empfunden, dass es dich inspiriert hat Dich immer wieder in diesen Zustand zu versetzen.Diesen Zustand, den Du beschreibst würden andere jetzt vielleicht mit: Einfach mal abschalten, vor sich hindrömeln, entspannen, nicht immer an was denken müssen, relaxen, chillen, berauscht ... bezeichnen. Diese Erscheinung , ja doch der eigentliche Rausch, tritt ja allgemein eben unter Alkoholeinfluss auf. Als auch manchmal das Gegenteil: Aufgedrehtheit, Überdrehtheit.
Ich würde vermuten, dass das dann bei Dir nicht anders ist und Du wahrscheinlich allein von diesem Zustand für Dich profitiert hast und daher die Motivation kam, diesen Zustand für dich zu wiederholen, auch über lange Zeit bis hin zur Abhängigkeit.Zunächst hörte es sich für mich an, als ob der Alkohol überhaupt keine Wirkung oder schon garnicht die gewünschte Wirkung auf Dich hatte. Daher meine Verwunderung, dass Du dann weiter getrunken hast.
Wie Du Dein Asperger-Syndrom beschreibst macht es für mich den Eindruck, dass Du sozusagen immer auf Hochtouren läufst. Du selektierst zwischen wichtig und unwichtig ( Smalltalk langweilt Dich). Auch bei Deinem Schreibstil läßt sich erkennen, dass Du nicht gerne Floskeln gebrauchst wie es andere tun, sondern ganz explizit nur auf das wesentliche eingehst. Du wirkst sehr ehgeizig, wissbegierig, nüchtern auf mich. Ich nehme an, dass dies auch die 'hochfunktionale' Seite Deines Syndroms beschreibt? Meine Frage an Dich jetzt: empfindest Du diese Erscheinung, dieses eben 'hochfunktionale' an Dir als unangenehm, als etwas sehr anstrengendes für Dich?
Hast Du das Gefühl, dass Dir automatisch da sehr viel Energie entnommen wird, Du Dich dadurch erschöpft fühlst?Auf diese Gedankengänge bin ich gekommen, weil ich unter Migräne leide. Auch da taucht das Thema Reizüberflutung auf. Es ist ja so, dass man diese Reize ja nicht gewollt vermehrt aufnimmt, also nicht bewußt. Wie Du schon einmal so schön zitiert hattest sind wir ja leider nicht 'Herr im eigenen Haus'. Man wird also unbemerkt von Reizen überflutet und setzt entsprechend auch keine Grenzen und das Resultat sind Schmerzen. Nun kommt der Griff zur Droge, zum Medikament.
Könntest Du für Dich da Parallelen ziehen?
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Hm, in keiner Weise gelohnt klingt für mich gerade komisch. Denn Du hast ja dennoch weiter getrunken. Alkohol ist ja ein genußmittel. Gab es für Dich überhaupt nichts, keinerlei Veränderung, was Du als Genuß beschreiben könntest?
Einige macht es ruhig udn relaxed, andere macht es aufgedreht; andere trauen sich plötzlich alles mögliche zu tun oder zu sagen, andere kommen in lustige Stimmung und lachen nur noch; anderen ist alles egal, was die Leute über ihn denken; andere vergessen für einen Moment, dass sie nen Haufen Schulden oder sonstwas haben ....
Wieder andere trinken, weil es ihnen einfach nur gut schmeckt.
Das sind alles Erscheinungen, die ich vom Alkohol kenne, für die man aber weder abhängig noch betrunken sein muß, sondern erstmal nur beschwippst.
Trat sowas auch nie bei Dir auf? -
Ach, ich kenen dieses gefühl zu gut. aber ich denke wie Nathalie. Deine Eltern sind krank und können Dir keine Liebe zeigen, so als wären sie gesund. Aber sie lieben Dich dennoch. Diese kleine Geste, dass Deine Mutter an Dich gedacht hat ist schon Großes für sie. Und 100 Euro wegzugeben, nicht zu versaufen ist auch möglicherweise etwas großes. Dennoch weiß ich, dass es für Dich nur ein schwacher Trost ist. Denn auch wenn diese Liebe da ist, Du sie aber nicht spürst und ganz andere Bedürfnisse hast nützt sie dir nicht viel. Deine Bedürfnisse sind eben auch wichtig.
Es ist in etwa so als ob Du Hunger hast und Deine Mutter hat was leckeres für Dich gekocht. Aber das Essen hat sie, weil sie krank ist, eingefroren, Du kannst es nicht essen. Es ist da, aber irgendwie doch nicht.
Du mußt Dir Dein Essen woanders her holen. Erwarte nichts von ihr, dann wirst Du auch nicht so enttäuscht sein. Du erwartest ja auch nicht von einem Rollstuhlfaher, dass er mit Dir wnadern geht. Den Alkoholismus als wirkliche Krankheit zu akzeptieren ist ein ganz wichitger Schritt. Wenn Du alles was sie tut oder auch nicht tut immer auf Dich beziehst wirst Du Dir immer selber damit weh tun und unglücklich sein. Nimms hin, auch wenns weh tut. Es hört auf weh zu tun, wenn Du es als IHRE Krankheit und nicht ihre Böswilligkeit siehst. Denk mal an das Tourette-Syndrom, wo die Kranken schlimme Schimpfwörter ausrufen. Was wäre da los, wenn jemand die auf sich bezieht. Die tatsache, dass man eine kranke Mutter hat, die einem nicht die Liebe geben kann ist schon schmerzhaft. bei mir ist es der Vater, der getrunken hat. Aber mein Vater beispielsweise ist jetzt seit langem trocken. Und ein völlig anderer Mensch. Heute schämt er sich glaube ich für das, was er getan hat. Früher habe ich ihn gehaßt, weil ich es auch nicht besser wußte. Aber heute ist es anders. Ich weiß wie Du Dich fühlst. Da ist eine Mutter, und doch ist sie nicht da. Und Du kannst es nicht ändern. Du mußt diese Rolle für dich selber übernehmen. Sei gut zu Dir. Gib Dich nicht auf. Sprich Dir selber Mut zu und auch mal Trost. Nach und nach wirst Du auch Menschen finden, die diese Dinge für Dich übernehmen, die Dich mal in den Arm nehmen, Dir gute Tipps gebe usw. Für Dich ist ein großer Freundeskreis sehr wichtig. Versuche nicht einen Menschen zu finden, der all diese Bedürfnisse für Dich abdecken soll. Damit wäre jeder überfordert. Es ist übrigens nich tnur ein bedauernswertes Schicksal, sondern man wächst auch durch solche Herausforderungen. Also hab auch kein Mitleid mit Dir und verzweifle nicht, sondern sei stolz auf Dich und schau Dir dabei zu, wie Du das alles auch alleine meisterst.
Alles Liebe
Frozen Tears -
Hallo Ratzfatz,
was Du da alles schreibst finde ich nicht unbedingt typisch EKA.
Möglich ist, dass Dein Bruder nicht genügend selbstvertrauen hat. Sicher werden Kinder in Alkoholikerfamilien auch nicht genügend gefördert und ermutigt, weil die Eltern mit ganz anderem beschäftigt sind. Bei mir war das so und zudem waren die häuslichen Vorraussetzungen ( Lärm und Streitereien bis spät in die Nacht) auch nicht gerade ideal. Aber dennoch habe ich mein Abitur gemacht und danach studiert.
Ich kenen einige Leute, die auch intelligent sind und früh angefangen haben zu arbeiten. Man kann sich shcnell dran gewöhnen berits sein eigenes Einkoomen zu haben und hat dann vielelicht nicht mehr die Lust die Schulbank zu drücken. besonders dann, wenn man schon vieles kann, also bereits durch die Erfahrungen im Job über Qualifiaktionen verfügt und diese dann in der Ausbildung noch einmal erlernen soll, für wenig Geld sozusagen. Da fühlt man sich leicht ausgenutzt. Aber so ist unsere gesellschaft. Zertifikate zählen. Aber stell Dir mal vor Du solltest Dich von einem Menschen behandeln lassen, der sich das medizinische Wissen hier und da angeeignet hat, kein Studium, keine Prüfung. Würdest Du es machen?
Mir scheint, dass Dein Bruder eigentlich intelligent genug sein müßte, dass er das einsieht. Dass eine Ausbildung wichtig ist, weiß er ja auch. Wenn er sich auf Stellen bewirbt, wo bestimmte Voraussetzungen gefragt sind, die er nicht hat, muß er immer mit absagen rechnen. Stellen ohne Voraussetzungen sind meist die schlecht bezahlten Helferstellen. Wenn er sich damit in Zukunft abgeben will dann ist es seine Sache. So wie er sich momentan bewirbt ist es doch unsinnig und an der realität vorbei. Das sollte er allmählich selber bemerken, wenn er so intelligent ist.
Mach Du eine gute Ausbildung, dann kannst Du ihm später helfen und das zurückgeben , was er für Dich getan hat. Man kann aber niemanden zu seinem Glück zwingen, wenn derjenige keine Lust drauf hat. -
Irgendwann habe ich mir vorgenommen mich nicht mehr über Dinge zu ärgern, die ich sowieso nicht ändern kann. Wenn mir oder einer Freundin etwas kostbares von mir aus der Hand gefallen ist, Auto zerbeult oder ähnliche Katastrophen verspüre ich eine kurze heftige Enttäuschung und kann mich aber sehr schnell wieder fangen.
Die meisten materiellen Dinge, aber auch teilweise andere Dinge bedeuten mir nicht mehr so viel. Es war jedoch nicht immer so. Ich wünschte mir, ich könnte dies auch auf andere Sachen übertragen.
Akzeptieren und Tolerieren muß man richtig und immer üben. Oft lasse ich keine schlechten Gefühle aufkommen , indem ich mir einfach sage: Das ist eben Schicksal, das kann jedem passieren, das ist unabsichtlich passiert usw.
Ich verschwende wenig Zeit damit nach Schuldigen zu suchen, sondern mein Prinzip ist es eher: Rette was zu retten ist. Das kann man nicht auf alles anwenden, aber doch auf vieles.
Im Umgang mit einem nassen Alkoholiker rette man sich aber bitte nur selber!
Genau dies habe ich als EKA übrigens auch getan. Ich kann mich an keinen Moment erinnern, wo ich versucht hatte meinen Vater zu ändern. Ich habe das nie als meine Aufgabe gesehen ihn zu bekehren. Als Kind hatte ich nie die Vorstellung, dass man ein Elternteil ändern könne oder überhaupt dürfte. Aber sofort als ich 18 wurde und mein Abitur in der Tasche hatte bin ich ausgezogen, auf und davon, um mich selbst zu retten. Mich wundert es nicht, dass man als Partnerin vieles versucht. Das kenne ich durch meine Mutter.
Man sollte aber nie verlernen eine 'gesunden Egoismus' zu betreiben. -
Liebe Nys,
ich sehe die gefahr darin, dass Du vielleicht in Momenten, wo Du Dich energielos und unglücklich fühlst nicht mehr den Blick in Deine Richtung wirfst, sondern versuchst in anderen Menschen Dein Glück zu finden. Du machst quasi Deine Gefühle vom Partner abhängig. Er soll Dich gut drauf bringen. Das ist nicht das gleiche wie die Coabhängigkeit zu einem Alkoholiker, bei der man sein Glück durch Aufopferun/Anerkennung findet, aber auch eine Abhängigkeit. Wie die anderen schon geschrieben haben: Schau auf Dich, achte darauf , dass es Dir gut geht und verurteile Dich nicht. Denke mal an die vielen Menschen in so vielen Urlaubsländern, wie die in den Tag hinein leben und nicht diesen Leistungsdruck haben.
Ich glaube, es ist auch ein Phänomen unserer leistungsorientierten Gesellschaft, dass dann im Burnout oder in einer Depression endet, wenn man nicht aufpaßt.
Nicht ohne Grund liest man, dass es in unserer westlichen Welt immer mehr zunimmt. Unsere Gedanken tragen dazu bei, weil wir ja über uns selber in dieser Art und Weise ( leistungsorientiert) denken. ist schon ein interessantes Thema. -
Hallo Jonas,
ich fühle mich gerade an etwas erinnert. Ich habe Schwierigkeiten mir Wege zu merken. Andere können das oft nicht verstehen und versuchen mir ihre Art und Weise zu erklären, wie sie es machen. Das hilft mir leider überhaupt nicht. Ich bin sozusagen straßenblind. Für mich sieht ein Hinweg total anders aus als ein Rückweg und ich brauche meine eigenen Strategie, um mich zu orientieren. Ich muß mir oft Dinge aus der Vogelperspektive vorstellen, damit ich klar komme. Dennoch ist es außerordentlich anstrengend für mich und verbraucht eien Unmenge an Energie, Konzentration. Nach einem komplizierten Weg bin ich sozusagen kaputt.
Mich überkommt eine merkwürdige Unruhe, fast schon Panik, wenn da was durcheinander gerät. Ein Navi ist für mich die größte Erfindung. Manchmal ist es schwer für andere zu erkennen, dass man selber einfach nicht anders 'kann'. -
Hallo Topas,
ich glaube, dass es ganz egal ist, ob der nasse Partner Liebe fühlt oder nicht. Ich denke entscheidend ist die Frage, ob man mit ihm eine befriedigende beziehung führen kann.LG
Frozen Tears -
@ Dorothea
Auf eine gewisse Weise hat die Sucht schon eine Logik:
ich trinke an jedem Wochenende -> der Körper gewöhnt sich dran -> ich muß weiter trinken
ich erlebe großes Leid -> der Alkohol hilf mir -> ich trinke nun immer, wenn ich etwas leid erfahre -> der Alkohol hilft mir über großes und keliens Leid -> ich trinke weiter und ommer öfter -> der Körper gewöhnt sich dran -> ich muß weiter trinken
Der Alkohol schmeckt mir zum Essen -> Ich trinke ihn regelmäßig -> der Körper gewöhnt sich -> ich muß weiter trinken
Währenddessen schleichen sich die unangenehmen Dinge der Sucht ein und werden immer größer:
Kater, Entzugserscheinungen, Krankheiten, Depressionen, Verlust des Arbeitsplatzes, Scheidung, ...Ob und wann dann daraus ein Tiefpunkt entsteht, ist ja individuell verschieden.
Unlogisch denke ich, ist und sollte die Sucht für Außenstehende sein. Warum trinkt der nur, wenn er morgens in seiner eigenen Suppe aufwacht. Warum trinkt er weiter, wenn die Frau ihm schon weggelaufen ist.
Oder umgekehrt:
Er sollte besser aufhören, damit ihm ... nicht passeirt.
Das ist loisches und nicht süchtiges denken, welches manchen vielleicht daran hindert süchtig zu werden.Jonas schrieb irgendwo mal von einem Frühwarnsystem.
bezüglich Alkoholkonsum habe ich festgestellt, dass ich sowas habe. Wenn ich mich dabei erwische, wie ich mir versuche die Sorgen wegzutrinken schaltet das ein und sagt mir: Lass es jetzt lieber sein, Du weißt ja und hast es auch erlebt was daraus werden kann. (So in etwa)
Keine Ahnung, wie das bei anderen ist.Ich sehe schon, dass ich als EKA eine gewisse Veranlagung zur Sucht haben könnte, die dann auf jeden Fall vorgelebt sein müßte. Denn mein Vater war vor meiner Geburt ja noch nicht süchtig. Oder die Gene kommen schon aus Urzeiten.
Jedenfalls hat die Sucht doch auf körperlicher ebene eine Logik. Der Körper gewöhnt sich ja anscheinend an den Alkohol, indem auf neurologischer Ebene etwas passiert.
Darauf haben wir ja erstmal anscheinend keine Einfluß.Ich schreibe jetzt bewußt 'anscheinend', weil es auf umgekehrte Weise ja vielleicht möglich wäre, dass dieser auf neurologischer Ebene stattgefundene Prozeß wieder rückgängig gemacht werden könnte.
Das wäre dann für mich ein Löschen des Suchtgedächtnis, so wie es Jonas an anderer Stelle erwähnte.
Vielleicht ist sogar der Begriff Suchtgedächtnis irreführend.
Man könnte damit verbinden, dass die Sucht sich gedanklich eingeprägt habe und auch mit schlechten Gedanken aus dem Leben geschaffen werden könnte.
Prinzipiell also das was Jonas gerade macht.
Aber was passiert dann tatsächlich mit dem sogenannten Suchtgedächtnis? Diese Frage habe ich mir schon vorher gestellt.
Geht man davon aus, dass man ein Leben lang süchtig bleibt existiert dieses Suchtgedächtnis doch weiter.
Vielleicht aber in einer anderen Form? -
Hi Paddy, wollte nur mal eben erwähnen, dass ich diesen Deinen Thread immer wieder mal gerne lese und auch weiter empfehle. Er trifft den Nagel genau uaf den Kopf, finde ich.
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Liebe Renate und all ihr anderen Foristinnen,
hier ist mal ein Link zum Thema Liebe von Paddy, wo ich meine, wo schon so alle Gedanken wunderbar drin stehen zu diesem thema. Nur mal so als Anregung.
Es ist mein Lieblingsthreads udn deshalb mag ich ihn immer gerne weiter empfehlen, weil er so viel über Coabhängigkeit aussagt. bzw aufdeckt, was für ein Verhältnis zwischen co und Alkoholiker besteht. -
Du schreibst ja, dass Du immer zuhause getrunken hast. Eine Kneipe, ein restaurant oder nur eine bestimmte flasche im Supermarkt verbindest Du also nicht mit Deiner Sucht?
Wie siehts es aus bei Dir zuhause. Verbindest Du da nichts mit der Sucht? -
Sehr schön Herzibah!
Der wird das Putzen noch besser lernen als wie er fluchen kann.
haha, sicher wird er jetzt erstmal petzen gehen bei seiner Familie.
Und mal sehen, ob dann die Schwester bei ihm putzen kommen muß. Dafür wird sie Dich dann noch mehr verfluchen, hihi.Du weißt doch: Am Schluß ist es das Aschenputtel, dass den schönen Prinzen bekommt.
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Lieber Cho25,
Dein Thread ist für mich sehr gehaltvoll. Du gibst viel Anregungen zum Nachdenken und ich mag Deine Art als Analytiker. Allerdings, wenn man nicht am Ball bleibt so hat sich das Thema bereits geändert. Während ich noch über Deine Theorien von vor zwei Tagen herumphilosophiere und reflektiere finde ich mich beim Öffnen Deines threads schon in einem völlig anderen neuen Bereich.
Deinen Thread finde ich sehr schnelllebig.Wüßte ich nicht, dass Du Alkoholiker bist stellt sich für mich in meiner Vorstellung Dein Leben sehr harmonisch dar.
Ich sehe einen hochbegabten Mann mit zwei wunderbaren Töchtern und einem Enkelkind, auf die er sehr stolz ist.
Ein geregelter Tagesablauf runden das Bild ab. Ein kreativer Beruf mit Arbeitsplatz zuhause. Wundervolle Momente des gemeinsamen Musizierens.Als Tochter eines Alkoholikers kenne ich den Alltag anders.
Doch Du erlaubst uns hier einen Blick hinter die Kulissen.
Da sehe ich den Denker, dem das Denken vielleicht zum Verhängnis wurde. Der Mann, der seine Existenz trotz allem oben erwähnten verabscheut bis hin zum Versuch seine Existenz auszulöschen. Ich sehe den Jonas, der akribisch versucht und dem es vielleicht sogar gelungen ist seine Sucht selbst nach langer Zeit zu verheimlichen und der versucht, seinen Alkoholkonsum durch regelmäßig vorgeschriebene Mengen zu kontrollieren.
Da ist der Jonas, der versucht aus der ökonomischen Gesellschaft auszusteigen. Dann sehe ich aber auch den Jonas mit dem Aspergersyndom, der dadurch nicht mehr der gesellschaftlichen Norm entspricht und möglicherweise von anderen ausgegrenzt wurde. (Darüber schreibst Du ja nichts, ausser dass Du versuchtest die Hürde durch Alkohol zu überwinden). Die nach aussen hin vielleicht diszipliniert wirkenden Tagesrituale stellen sich als Notwendigkeiten des Überlebens heraus.Dieser Blick hinter die Kulisse sieht erstmal auf einer gewissen Ebene sehr tragisch aus für mich.
Du beschreibst es als Grund zur Verzweiflung.
Ungerechtigkeit, Chancenungleichheit schwirren mir durch den Kopf.Fragen nach dem Sinn des Lebens kommen mir auf.
Man kann und braucht es nicht jedem Recht machen. Mit dieser Aufgabe wäre man überfordert. Aber ich denke, dass eines der Dinge für die man lebt, die Fortpflanzung ist. Wir Menschen können Kinder bekommen, wir können uns aber auch ( als einzige Lebewesen?) durch Musik, Kunst, Literatur, Erfindungen verewigen. Das können wir am einfachsten in unserem eigenen kleinen unmittelbaren Wirkungskreis.
Ich sehe unsere Aufgabe und Verantwortung darin, dieses unser Wissen, diese Werte weiterzugeben an unsere Kinder und Enkelkinder. Sie zu beschützen und sie zu fördern. Das kann aber auch über unseren Wirkungskreis hinaus gehen. Wir können diese Aufgabe auch erfüllen, wenn wir keine Kinder haben. Wir können beispielsweise Bücher schreiben, die andere Kinder erreichen. Wir können vorbildlich leben.Ich sehe, dass Du viele dieser Dinge, die ICH als lobens- und lebenswert erachte erfüllst und zwar sogar auf eine meines Erachtens ganz besondere Art. Deinem Enkel Klavier spielen beizubringen ist ein kleiner Puzzlestein davon. Du kannst noch viel mehr für Deine Töchter und auch deine Enkelkinder
sein. Es ist schön und zugleich schade, dass der Wunsch (Klavierunterricht) von Deiner Tochter kommt. Versuch doch mal darin viel mehr zu sehen als nur ein Versprechen an Deine Tochter.Mein Vater hatte mir mein Leben mit seiner Alkoholsucht zur Hölle gemacht. Auch er war wohl einmal sehr verzweifelt und hat einen mißglückten Selbstmordversuch hinter sich. Aber seitdem er trocken wurde und auch vor seiner nassen Zeit hat er uns als Vater eine Menge geben können. Er hat mir sehr viel beigebracht und vor allem - er ist immer für uns da. Die Welt heutzutage ist sehr schnelllebig und oberflächlig. Gerade heute ist es so wichtig eine Familie zu haben, auf die man sich berufen kann. (z.B. wenn man mal verzweifelt). Partnerschaften/ Ehen sind heutzutage nicht mehr so beständig wie einst. Ist es nicht umso wichtiger Freunde und Familie fürs Leben zu haben?
Wieviele Menschen sind erfolgreich, haben Unmengen an Geld, sind berühmt und dennoch nicht glücklich?
Noch mehr Menschen gibt es, die am Existenzminimum leben und dennoch glücklich sind. Es gibt Menschen, die ihre Sorgen auch mal Sorgen sein lassen, indem sie ihren Tag erfüllen mit Musik, Trancetänzen, Kochen mit selbst zubereiteten Speisen aus naturbelassenen Lebensmitteln, künstlerischem kreativen Schaffen. Menschen, die nicht den ganzen Tag sitzen und grübeln, wie schlecht die Welt ist oder wie sie andere noch mehr ausbeuten können.
Können wir uns die nicht als Vorbilder nehmen?
Ist es nicht eine wunderbare Aufgabe anderen andere Werte zu vermitteln statt einfach nur auszusteigen aus der bestehenden Gesellschaft mit der wir unzufrieden sind?Ich persönlich verspüre zumindest die Lust in mir all diese Dinge verwirklichen zu können. Ich sehe das nicht als meine einzige Beschäftigung, aber dennoch als einen wesentlichen Teil meines Lebens.
Vielleicht kann ich Dich ja ein bißchen damit anstecken und Dich inspirieren doch noch etwas mehr zu machen als nur Klavierunterricht ( was ich ja schonmal klasse finde). -
Hallo Mr Choh,
Deine Geschichte mit der Milch mag ich. Sie erinnert mich an eine eisigkalte Nacht, draussen Glatteis. Kein normaler Mensch wäre noch auf die Idee gekommen nachts um drei Uhr bei heftigstem Glatteis auf die Straße zu gehen und einen Zigarettenautomaten zu suchen. Aber ich damals noch Zigarettensüchtige mußte mir die Zigaretten, die ich ja eigentlich nicht brauchte, ohne wenn und aber besorgen.
Wobei man nun fragen muß: 'Braucht' der Süchtige nicht seine Stoff gerade auf Grund seiner Sucht? Also im Falle der Alkoholabhängigkeit auf Grund dieser vorher schon irgendwo erwähnten neurobiologischen Vorgänge, die das abverlangen?
Zu guter letzt würde mich jetzt doch interessieren, wie man eine körperliche, also stoffliche Abhängigkeit überhaupt mit einer gedanklichen Konditionierung beeinflussen kann. Was passiert denn dann auf neurobiologischer Ebene? Der Körper verlangt dann doch weiterhin nach seinem Suchtmittel, damit der Sprung zwischen den Rezeptoren klappt, oder?
Oder produziert das Gehirn beim Gedanken an Schmalz und verbrannten Pommes dann lieber von selber irgendwelche körpereigenen Ersatzstoffe, die die Drogen ersetzen? -
Liebe hepzibah,
mir ist gerade aufgefallen, dass du Dich ja im Grunde schwer tust Dich zu trennen, sagst dass Du momentan noch Schuldgefühle und Mitleid für ihn verspürst. Wenn er sich selber aber trennen möchte würde Dir ein Stein vom Herzne fallen. Das macht doch ziemlich deutlich wo Deine Baustellen sind. Mitleid, Schuldgefühl und noch dazu überläßt Du ihm die Entscheidung.
Es ist natürlich sehr schwer mit anzusehen, wie ein Mensch , den man liebt oder geliebt hat sich zu Grunde richtet. Jetzt stell Dir mal vor, es handle sich nicht um Deinen Partner sondern um Deine Tochter. Das wäre sicher noch schlimmer.
Aber - leider bringt Mitleid im Falle von Sucht überhaupt nichts. Mitleid kann jemanden für einen Moment trösten, aber auf Dauer ist es nie eine Lösung 'gemeinsam zu leiden'.
Nimmt man dem Süchtigen alles ab erleichtert man ihm seine Sucht und ünterstützt sie dadruch. So verhindert man indirekt, dass der Süchtige seinen Tiefpunkt erreichen kann ( also , dass es ihm richtig schlecht geht und er nicht mehr alleine weiter weiß). Diesen tiefpunkt braucht er aber als Anstoß. Sucht ist ja keine Sache der Vernunft, drum nützt rederei auch kaum. Auch Du selber kannst ja auch erst jetzt nach alk der Leidenszeit sagen: mein Maß ist jetzt voll. Und dieses gefühl kann man niemandem einreden. Wenn man das versucht dann kommen genau diese Aggressionen, Heimlichtuerei und Lügerei.Der süchtige möchte natürlich gerne die verantwortung für seien Sucht auf andere abwälzen. Ich denke mal, damit er sich selber bemitleiden kann, weiter trinken kann, aber auch damit keiner auf die Idee kommt, dass er ja mal seine sucht in frage stellt und daran arbeitet. Wenn die Familie dann auch noch mitmacht würde ich sagen, dass die auch richtig coabhängig und auch gewissermaßen hilflos sind. Sie können ihm nicht helfen. Also wird die Freundin zur Täterin/ Auslöserin gemacht, Das finde ich ganz schön billig von denen, aber die wissen sich wohl auch nicht besser zu helfen. Ärger Dich nicht drüber, sondern sieh die auch als hilflose coabhängige Wesen. Sie zeigen damit doch auch nur, dass sie zu ihrem Bruder/ Sohn halten und sehr verzweifelt sind. Kann sein, dass man da schonmal ungerecht wird. Aber ich würde das einfach ignorieren. Wenn man sich so sehr ärgert schenkt man den Leuten nur noch mehr seiner Energie und Aufmerksamkeit. irgendwo hab ich sowas mal gelesen. Und es stimmt: Du ärgerst Dich, Du fühlst diese schlechten Gefühle. Die anderen ja nicht. weißte, was ich meine? Deswegen denke ich ist ignoranz noch der bessere Weg, wo Du Dich selber schützt. Denn: DIR soll es ja gut gehn. Darum bist du ja hier.
Letztlich kann man sich diese guten Gefühle und Zufriedenheit ja auch nur mit 'Bewußtseinsarbeit' (nenn ich mal jetzt so) zurück erobern.
Für mich ict es imemr wichtiger geworden genau hinzuschauen, was ich für Gefühle habe.
beispiel: Wenn dein XY Dir vorschreibt, dass du sein Haus putzt. Wie fühlst DU Dich genau?
Eingeschüchtert, wütend, Hilflos, verängstigt, Hin und her gerissen, stolz/ geehrt dass du es machen darfst/sollst...?
geh mal in Dich und spile das durch, was da in dir vorgeht.Mir ging es eine Zeit lang so, dass ich meine Gefühle nicht mehr benennen konnte. Mir gehts schlecht. Ja. Das hilft einem nicht viel weiter. Man hat irgendwie keinen Ansatzpunkt. Man muß aber auch ehrlich zu sich selbst sein und sehr aufmerksam um da wieder raus zu kommen, denke ich. Man muß versuchen sich wieder selbst wahrzunehmen, zu sich selbst finden. Ich glaube, das ist es was uns Coabhängige von Menschen unterscheidet, die in solchen Situationen 'gesund' reagieren und es einfach nicht mit sich machen lassen. bevor man reagiert und nein sagt muß man ja erstmal die Situation als solche wahrnehmen.
Vielelicht mal so als Anregung für die nächsten Tage
LG
Frozen tears