Beiträge von maibisjuni

    Und da ist noch etwas.... Gestern meint Mann, dass ich mich evt. viel zu fest mit dem Thema Alk. auseinander setzte und ich mich in was reinsteigere... Ja, ich lese viele Bücher, über dieses Thema, schaue Dokus etc.

    Was ist eure Meinung dazu?

    Ich, als Co-abhängige habe mich auch in das Thema reingesteigert, indem ich hier und in Büchern (siehe thread Leseempfehlungen).

    Mein jetzt abstinent lebender Mann hat während seiner Therapie etliche der Bücher gelesen.

    Uns das geholfen.

    Es verfestigt doch das jeweils notwendige Wissen.

    Man steigert sich doch auch nur Dinge, die einem wichtig sind und sich verinnerlichen möchte .

    Sobald das geschehen ist, ist der Speicher gefüllt, und der Bedarf an weiteren Podcasts , Büchern zum gleichen Thema u mit den gleichen Inhalten wird geringer.

    Ich lese viel hier, habe aber im Moment aber oft Schwierigkeiten bei anderen etwas zu schreiben

    Ich kann deine Gründe, (zu harte Worte ) verstehen.

    Aber es wäre schade.

    Mir haben damals sowohl die verständnisvollen wie auch die etwas eindringlichen Beiträge (gegenüber mit oder anderen) die Augen geöffnet.

    Nur so konnte ich nach zwei Tagen nonstop Lesens ins Handeln kommen.

    Daher ein Danke an alle User, die hier bereit sind ihre Gedanken zu teilen.

    Hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt.

    Ja, ich glaube, ich verstehe dich.

    Mein Mann lebt zwischenzeitlich zufrieden abstinent, und ist wieder bei uns eingezogen.

    Nur ich hadere noch mit meiner Trauer um die vergangene Zeit, und verfalle in mein " hätte hätte Gedankenkarussell:

    ...hätte ich mich nur früher getrennt, dann wäre ich nicht so lange so traurig gewesen, ... dann hätte ich mich nicht so von meinen Freundinnen zurück gezogen,...hätte ich eine fröhlichere unternehmungslustigere und zuversichtlichere Mutter sein können."

    Ich würde also gerne die Zeit für mich zurück drehen können, um dann schneller zu erkennen und handeln zu können.

    Geht leider nicht. Da will ich wenigstens andere davor bewahren, ähnlich viel Zeit und Lebensqualität von sich und den Kindern zu vergeuden, ... und muss mich zurück halten,um nicht ungeduldig und zu hart zu schreiben.

    Ich verstehe oft die Beweggründe, die Verzweiflung, die Hoffnung, die Gedankenkaruselle, aber kann nicht Antworten, weil ich gefühlt schon anders zu den verschiedenen Themen denke und zu hart, zu ungeduldig in den Antworten wäre. Obwohl es mir ja genauso ging, als ich hier aufgeschlagen bin.

    Vermutlich will man sie stellvertretend für das eigene frühere ICH so wachrütteln, damit sie früher ins Handeln kommen.

    Aber:

    Jeder geht seinen Weg in seinem Tempo, ich weiß.

    Simmt , wer weiß, ob ich mich damals von meiner Hoffnung hätte abbringen lassen.

    An dieser Stelle: meine Hochachtung an das Moderatorenteam dafür , immer die richtigen Worte zu finden.

    Ich habe kein Problem damit ihn in professionelle Hände zu geben, im Gegenteil. Nur die professionellen Hände sind bestrebt ihn so schnell als möglich wieder los zu werden

    Hast du schon mal überlegt, warum die professionellen Hände ihn abgeben?

    Sie müssen ihre Ressourcen einteilen und haben erkannt,dass sie dir die Aufgabe aufbürden können.

    Wehr dich dagegen. Ihr seid doch gar nicht verheiratet. Er ist ein Ex -partner . Da fehlt doch jede offizielle familiäre Verpflichtung.

    Hörbücher mit angenehmer Stimme geholfen. So konnte ich wenigstens ohne Gedanken an ihn und die Beziehung einschlafen.

    Das ist ein Supertipp.

    Danke für die Erinnerung daran.

    Ich kann so auch viel schneller einschlafen.

    Übrigens kann man sich für das Hörbuch einen Sleeptimer einstellen. Damit läuft das Hörbuch nicht bis zum Ende durch,sondern stoppt nach den eingestellten x Minuten.

    Ich habe festgestellt,dass ich teilweise sogar schon nach 10 Minuten eingeschlafen bin.

    Also: ich prophezeie, dass du und dein Sohn die Diagnose bekommt, sobald jemand drauf schaut.

    Ehrlich gesagt, ich hoffe es. Mit einer Diagnose ist der Zeitpunkt zum Handeln gekommen und besser möglich.

    Zum Thema "Modediagnose und Überdiagnostik":

    Ich denke eher, dass Betroffene ihre Probleme u Symptome heute besser diesen "neuen" Diagnosen (ADHS , Autismus, Depressionen, Legasthenie, bipolare Störung,...) zuordnen können, als vor 20+ Jahren, und sich deswegen testen.

    Man weiß heute mehr, und die Diagnosen sind von der Gesellschaft akzeptierter als früher, so dass sich mehr Menschen trauen, Hilfe zu suchen.

    Ist es nicht völlig normal, dass du jetzt erst mal neben der Spur läufst und Symptome zeigst, die denen einer ADS ähneln

    Bei mir ist es eher so, dass ich die typischen Symptome schon immer habe, aber erst jetzt als ADS einordne.

    Erst jetzt Zeit ist dafür, da mein Mann nun abstinent lebt, und dieses Problem,was mich zuvor gedanklich fast 24/7 beschäftigte, erledigt ist.

    Geht es anderen Betroffenen ähnlich?

    Und was wäre daran schlimm, Co-abhängig zu sein? Ist das ein Makel?

    Für mich war das eine gerade zu erschreckende Erkenntnis, die mir absolut nicht bewusst war. Bisher war es das Problem meines Mannes, das mich massiv störte.

    Aber tatsächlich war ich ja auch ein Opfer des Alkohols geworden. Der Alkohol hatte mir alles kaputt gemacht, was ich liebte. Er war wie ein Parasit, der dafür sorgte, dass sich alles nur noch um ihn dreht. Wir waren fremdbestimmt.

    Erst diese Erkenntnis gab mir mir Kraft, zumindest mich und die Kinder sofort von ihm zu trennen.

    Mein alkoholabhängiger Mann war zu diesem Zeitpunkt* dazu noch nicht bereit, und ist sozusagen mit dem Alkohol mitgegangen.

    ( Glücklicherweise hat sich mein Mann nach einigen Runden doch noch ernsthaft vom Alkohol verabschiedet, und sich für sich und uns entschieden.)

    Hallo Vayana,

    hast du dir schon mal einzelne Threads von anderen Angehörigen und Alkoholikern von Anfang an durchgelesen?

    Beim Lesen wirst du erkennen, dass nur der Alkoholiker die Krankheit stoppen kann.

    Ansonsten verläuft die Krankheit überall gleich, je nachdem in welchem Stadium sie sich befindet.

    Als Angehörige kannst du lediglich entscheiden, bis zu welchem Stadium die Krankheit von dir (und Kindern) miterlebt wird.

    Wer das als Angehörige erkennt, und trotzdem nicht handelt, trägt die Schuld und Verantwortung für die Folgen der Krankheit auf sich selbst und, - noch schlimmer -, für die Folgen wie sie hier von denjenigen geschildert werden, die als KINDER zum Miterleben gezwungen wurden.

    Hallo Vayana,

    bei diesem Forum handelt es sich um eine Online-Selbsthilfegruppe.

    Alkoholsucht belastet nicht nur den Säufer, sondern auch die Angehörigen.

    Du hast dich als Angehörige angemeldet, und kannst daher hier Unterstützung finden, um dich von dieser LAST, die der Alkohol verursacht, zu befreien.

    Du beschäftigst dich jedoch hauptsächlich mit dem Befinden des Alkoholikers. Das spricht für eine starke Co-Abhängigkeit.

    Auch ich habe viel bei den Alkoholikern gelesen. Zu wissen, dass es eine Krankheit ist, machte mich weniger wütend auf meinen Mann. Er hatte also keine Schuld für die Krankheit. Allerdings ist und war es seine Entscheidung, wie er mit dieser Krankheit umging. Wollte er weiter trinken, war das seine Entscheidung und Schuld.

    Ich habe mich damals, wie vermutlic viele Angehörige, hier angemeldet, weil ich wieder mal auf der Suche nach Hilfe für meinen alkoholabhängigen Mann war, nachdem die letzten Ansätze, zu denen ich ihn überredete, wieder mal erfolglos waren und im Rückfall endeten.

    Während ich hier las, um festzustellen, ob dieses Forum für meinen Mann geeignet wäre, habe ich in den Berichten anderer Angehörigen erstmals meine eigene Coabhängigkeit erkannt.

    Mit dieser Erkenntnis, dass ich zu einer Abhängigen wurde, obwohl ich doch gar keinen Alkohol trinke, erreichte ich meinen Tiefpunkt. Um diese Abhängigkeit zu stoppen, habe ich mich sofort von meinem Mann getrennt, und versucht mich wieder nur auf mich zu konzentrieren, wie es den Angehörigen hier auch immer wieder geraten wird.

    Mein Mann ging und wir hatten nur noch minimalen Kontakt.

    Es hat noch einige Zeit gedauert, bis er seinen Tiefpunkt erreichte, und sich plötzlich aus eigenem Antrieb um professionelle Hilfe für sein abstinentes Leben kümmerte. )

    Auch das ist kein Geheimnis. Ein Alkoholiker kümmert sich erst selbst um Hilfe, wenn er will. Solange sich Angehörige kümmern, trinken viele weiter .

    Liebe Myla,

    Es ist schrecklich, in welcher Gefahr du bist.

    Vielleicht hast du als Kind ähnliche Gewalt zwischen deinen Eltern miterleben müssen, dass du jetzt meinst, das wäre evtl typisch für Alkoholiker.

    Hier schreiben aber auch viele Alkoholiker und Angehörige, wo der Alkoholkonsum nicht zu Gewalt führt(e).

    Was du schilderst, lässt jedoc vermute, dass dein Partner generell gewaltbereiter als andere Menschen ist, und unter Alkoholeinfluss noch schneller und ĥärter zuschlägt.

    So einen Menschen hat niemand verdient.

    Je eher du dich trennst, desto früher kannst du gesunden und diese schrecklichen Erfahrungen /Belastungen verarbeiten.

    Hast du dich schon einmal einem Arzt anvertraut?

    Ein Kuraufenthalt ist wäre eine unkomplizierte Möglichkeit. Dort gibt es Psychologen, Austausch mit anderen, Zeit und Ruhe, dich ohne Gefahr auf dich zu besinnen.

    Bin ich gerade dabei auszuloten, obwohl ich intuitiv die Antwort weiß.

    Bedenke auch, was es für einen Gewinn für dich und deine Kinder bedeuten würde, wenn zumindest euer Leben nicht mehr vom Alkohol bestimmt wird.

    Hier gibt es einige Berichte von Müttern, die berichten, wie sie und ihre Kinder nach der Trennung aufblühten.

    Ich frage als Angehörige eines ehemaligen Spiegeltrinkers:

    Kann es sein, dass du als Quartalstrinker im Moment so zuversichtlich bist, keinen Rückfall zu erleben, weil du auch ohne die Absicht, dauerhaft abstinent zu leben, zur Zeit keinen Suchtdruck hättest?

    Hattest du als Quartalstrinker eine Regelmäßigkeit, wann du dem Suchtdruck erlegen bist?

    Liebe Laura ,

    wenn du schon einige Zeit still mitgelesen hast, wirst du dich, und evtl auch deinen Freund, in einigen Beiträgen von Betroffenen wieder erkannt haben.

    Hilfe möchte er keine er sagt er wüsste selber was zu tun wäre dafür braucht er keinen dummen Ärzte.

    Will er denn überhaupt etwas an seiner Situation ändern?

    Falls ja, wird hier immer wieder vor einem lebensgefährlichen kalten Entzug (d.h. ohne ärztliche Begleitung) gewarnt.

    Er hat zu mir gesagt er ist schwer Alkoholabhängig ich würde mir das Ausmaß nicht vorstellen können. Sein Weg würde mir noch nach unten zeigen.

    Wenn er nichts ändern will, dann wisst ihr ja beide wie es weitergeht, nach unten.

    Dann kannst du nur dafür sorgen, dass du diesen Lebensweg nach unten nicht mitgehst, sondern aus dieser Spirale aussteigst.

    Dafür ist es ein Vorteil, dass ihr keine gemeinsame Wohnung teilt.

    Falls dir dazu noch der Mut und die letzte Überzeugung fehlt, lese ruhig noch etwas weiter in den Lebensgeschichten der Co-abhängigen und der Alkoholiker und tausche dich aus. Mir hat das damals sehr geholfen, meine und seine Situation klarer zu erkennen.

    Ich wünsche dir viel Kraft.

    ich weiß irgendwie leider nicht, was ich dafür brauche um meinen Schritt zu gehen!

    Ich bin damals ins Handeln gekommen, als ich die Threads anderer Angehörigen gelesen habe.

    Dadurch erhielt ich die Erkenntnis, dass der Alkohol mich zur Co-abhängigen gemacht hat. Das war ein Schock und mein persönlicher Tiefpunkt.

    Vielleicht kannst auch du deine Situation besser erkennen und zur Entscheidung kommen, wenn du dich in den Geschichten anderer Betroffenen wieder erkennst.