Dieses Forum nennt sich ja nicht umsonst SELBSThilfeforum.
Da können andere Betroffene bei Deiner Selbsthilfe allenfalls unterstützen und aufgrund eigener bzw. Lebenserfahrung Anregungen für eine andere Betrachtungs-/Herangehensweise geben, die Dir helfen kann, Dich auf Deinen eigenen Weg zu machen.
Das habe ich versucht und versuche es auch gern weiter - wenn ich tatsächlich online (und nicht nur dauerangemeldet) bin und zu der jeweiligen Aussage/Frage etwas beitragen kann. Und wenn nicht ich, dann bestimmt andere.
Aber: Niemand hat einen Zauberstab oder kann Dich an die Hand nehmen und Dein Problem für Dich aus der Welt schaffen, auch kein Psychologe.
Auch wenn es sich jetzt verrückt anhören mag: Die Zauberkraft liegt in Dir, wenn vielleicht auch sehr verschüttet. Der Austausch und das Lesen hier können Dir helfen, diese Kraft in Dir zu finden und zu beleben.
Solche Veränderungen brauchen Zeit, weil sie tiefsitzende Prägungen in uns betreffen. "Was sollen denn die Leute denken?", "Ich kann doch nicht einfach sagen, dass ich das nicht gutfinde/will, nachher hasst der mich...", usw.) Sich das genauer anzuschauen, kamn schwierig und manchmal auch schmerzhaft sein.
Dabei kann neben diesem für mich unendlich wertvollen Selbsthilfeforum eine Psychotherapie helfen. Ich brauchte auch mehrere Versuche, bis ich die für mich richtige Person zum richtigen Zeitpunkt fand. Es kommt auch auf die Fachrichtung und den Draht zur Therapeutin an. Um das zu klären, sind die Vorbesprechungen da.
Eine verhaltenstherapeutische Ausrichtung in in der Therapie hilft z. B., nicht nur zu verstehen, wie bestimmte Muster entstanden sind, sondern auch, sie zumindest in Teilen zu überschreiben und neue Verhaltensweisen einzuüben, damit Du besser damit leben kannst.
Ich habe auch ewig gebraucht, bis es mich relativ kaltgelassen hat, was die Leute in meinem Heimatkaff über mich denken und reden - im Zweifelsfall immer das Schlechteste. Dazu musste ich allerdings damals in eine größere Stadt ziehen, mittendrin hätte ich es nicht geschafft.
Aber: Manche Änderungen können nicht auf Therapieplatz und -erfolg warten, gerade, wenn auch Kinder betroffen sind, die keine Wahl haben.
Deshalb möchte ich Dir dringend ans Herz legen, hier dranzubleiben und Dich mit den Fragen und Antworten zu beschäftigen, die Du hier erhältst, egal, von wem. Und hier auch bei anderen EKAs, also erwachsenen Kindern von Alkoholikern, mitlesen.
Irgendwann lockert sich dann der Knoten in Dir, und Du kannst freier denken und handeln - bleib dran!
Zu Deinen konkreten Fragen:
Du kannst Deine Kinder nicht davor bewahren, dass andere Leute über sein Verhalten reden und sie/euch ggf. Darauf ansprechen.
Aber Du kannst ihnen helfen, es einzuordnen und Euch abzugrenzen, indem Du Dich hier zur Funktionsweise von Sucht schlaumachst und kindgerecht mit ihnen darüber sprichst.
Ihr seid weder schuld noch verantwortlich für ihn, noch steht es überhaupt in Eurer Macht, irgendwas an seinem Verhalten zu ändern.
Denn er ist offenbar süchtig - das ist keine Charakterschwäche, sondern eine schwere und unheilbare psychische Krankheit. Kein Mensch auf der Welt kann ihm helfen, wenn er selbst die Sucht nicht stoppen will (weil sie ihm einredet, dass ein Leben ohne Alk sinnlos ist.)
Du bist auch nicht seine Erziehungsberechtigte oder gesetzliche Betreuerin - und auch die dürfte und könnte ihn nicht daran hindern, besoffen bei anderen zu klingeln.
Es geht also immer wieder darum, Grenzen zu setzen und für Dich und Deine Kinder einzustehen.
Das schreibt sich so einfach, ich weiß....Aber auch Du kannst es lernen.