Was würde Dir das bringen, Jen?
Würdest Du dann diesen ewigen Kreuslauf von Trinken und schlechtgelaunten Trinkpausen besser ertragen?
Lies am besten noch mal durch, was Dir schon geschrieben wurde.
Was würde Dir das bringen, Jen?
Würdest Du dann diesen ewigen Kreuslauf von Trinken und schlechtgelaunten Trinkpausen besser ertragen?
Lies am besten noch mal durch, was Dir schon geschrieben wurde.
Hast Du mal Deinen Faden von vorn bis hinten durchgelesen? Und die Grundbausteine?
Das hilft Dir vielleicht, es diesmal anders zu machen. Und jeden Tag hier die Erfahrungen von anderen aufsaugen ...
Du verachtest Menschen, denen es psychisch so schlecht ging, dass sie sich das Leben genommen haben?
Du siehst Dich wegen Deiner wiederholten Rückfälle als Versager?
Denk da mal drüber nach.
Und ja, Respekt auch von mir, dass Du Dich hier wieder meldest und die Abstinenz erneut angehen möchtest. Was möchtest Du denn diesmal anders machen?
Alles Gute!
Hallo Tischgebet,
ich bin als Alkoholikerin hier, habe aber auch eigene Co-Erfahrung in Bezug auf ein Geschwister, darum melde ich mich auch in diesem Teil des Forums öfter zu Wort.
Mir ist noch nicht ganz klar: Ist er auf einer Entgiftungsstation? Wofür steht "BKH"?
Bei einer stationären Entgiftung im Krankenhaus sind Mehrbettzimmer wohl nicht ungewöhnlich. Er kann froh sein, dass er so schnell einen Platz bekommen hat - es gibt so viele von uns - und viele davon sind Drehtürpatienten.
Wenn es sich um einen sogenannten qualifizierten Entzug handelt, gibt es auch ein bisschen mehr psychologisches Programm. Aber auch das ist kein Hotel, denn hier geht es nur um einen sicheren körperlichen Entzug, als Basis für alles Weitere.
Es tut mir leid, aber so, wie er jetzt schon rumjammert und mit fast 30 nach Mama ruft, scheint er, vielleicht unbewusst, nach Gründen zu suchen, weshalb es auch diesmal nicht klappen kann.
Da fehlt mir die Einstellung, jede Chance zu nutzen, die er bekommt, stattdessen sehe ich eher Rückzug in die offenbar vertraute Opferrolle. Egal, wie viel Schweres hinter ihm liegt: Mit der Opferhaltung macht er es sich nur noch schwerer.
Vor Ort gibt es Ansprechpartner vom Fach, an die er sich wenden kann, die ihn auch bei der Organisation von Abschlussmaßnahmen unterstützen. Die kennen sich da aus, Du nicht.
Mein Rat: Verweise ihn an die Experten und sag ihm, dass Du jetzt auch mal eine Pause brauchst, und deshalb seine Nummer eine Weile blockierst.
Klingt hart, ist aber auch für ihn die einzige Chance, erwachsen und nüchtern zu werden.
(Ich selbst habe nach einer ambulanten Entgiftung eine Kombi aus stationärer und ambulanter Reha gemacht (von mir mithilfe der örtlichen Suchtberatung veranlasst) und hatte auch Depressionen, bevor ich in die Sucht rutschte (weil ich lange Zeit lieber soff, als mich auf Antidepressiva einzulassen).
Ich musste auch lange nach einer Rehaklinik mit Einzelzimmern suchen, weil ich mir (doppelt so alt wie Dein Sohn) ein Mehrbettzimmer auch nicht vorstellen konnte. Musste dann eben länger warten.
Nasentropfen waren bei uns auch nicht erlaubt, manche Alkoholiker waren auch medikamentenabhängig. Das Essen war bescheiden, die Ergotherapie auch, aber: Ich hatte ja kein Hotel gebucht, sondern die Chance auf einen Neubeginn, und die habe ich dankbar genutzt.
Und jetzt bin ich in dieser SHG, um meine Abstinenz weiter zu festigen. Denn geheilt werde ich nie sein.
Diese Einsicht muss er selbst bekommen, die kann nicht von außen erzwungen werden - höchstens angeregt durch Lebensgeschichten von Alkoholikern. (Dazu haben wir einen eigenen Faden mit Literatur- und Filmtipps).
In Kürze: Er ist gerade sicher aufgehoben, auch wenn ihm die Medizin noch nicht schmeckt - jetzt bist Du dran, für Dich!
Hallo Tischgebet, gut, dass Du hergefunden hast.
Bald meldet sich eine Moderatorin bei Dir und dann kann der Austausch losgehen.
Glückwunsch auch von mir.
Ich sehe und erlebe es auch so wie meine Vorredner: Das Vorleben zufriedener Abstinenz ist das Beste, was wir bei dem Thema für unsere Liebsten tun können - besser als tausend Worte der Sorge.
Piep, releaseme, nicht aufgeben, Du weißt doch: Glaub nicht alles, was Du denkst!
Glückliche Familien zum Muttertag z. B., gibt es doch hauptsächlich in der Werbung und vielleicht noch, wenn die Kinder klein sind und freudestrahlend Selbstgebasteltes überreichen.
Danach wird es doch irgendwann zur peinlichen Pflichtveranstaltung, ähnlich wie der Valentinstag, finde ich.
Betr. Haus: Ich hoffe, auch da lässt Du Dich von Fachleuten beraten und nichts überstürzen. Den Kindern gehts gut, das ist doch erst mal das Wichtigste - und irgebdwann kommen Deine Gefühle auch hinterher, ganz bestimmt!
Sehr schön, Bibi!
Glückwunsch, Thomson! Ich komme auch gerade aus dem Garten, da kann ich mich so richtig auspowern und sehen, was ich geschafft habe.
Ähm, bei allem Respekt für Deine Lebensgeschichte und Deine ehrenwerten Absichten, Totti:
Hier gibt es genügend Vorbilder - die auch deswegen welche sind, weil sie sich auch nach zig Jahren Trockenheit nicht ein für allemal auf der sicheren Seite fühlen - und hierhergekommen sind, um das nicht zu vergessen, und nicht, um einer langjährigen und höchst lebendigen SHG beizubringen, wo der Hase langläuft. Da würde ich mir auch etwas mehr Demut wünschen.
Ohne Ironie: Hast Du mal überlegt, Deine eigene SHG oder einen Podcast zu zu gründen oder ein Buch dazu zu schreiben? Denn Du hast ja eine Menge zu sagen - und dann bestimmst Du die Regeln. Und wer mag, kann sich dazugesellen. Alles Gute!
Oje, Otto, das hört sich wirklich sehr schlimm an.
Spätestens am Sonntagvormittag wird sich eine Moderatorin bei Dir melden und Deine Aufnahme komplett machen. Ich wünsche Dir eine ruhige Nacht.
Apropos Selbsthilfe, das möchte ich hier für mich festhalten, kann es auch nicht wirklich einordnen: War das ein perfider Gruß vom Suchtgedächtnis?
Ich las neulich von einer weiteren Brauereischließung und den Existenzängsten der betroffenen Mitarbeiter und hatte spontan fast eine Art schlechtes Gewissen (obwohl ich diese Marke in nassen Zeiten nicht mal besonders mochte):
Weil ich süchtig (und zum Glück inzwischen trocken) geworden bin, kann ich denen noch nicht mal alkfreies Bier oder Fassbrausen abnehmen und so deren Versuch unterstützen, auf gesündere Produktlinien umzuschwenken. Irgendwie auch schade um die uralte Traditon, Reinheitsgebot, Hopfenanbau usw....
Bis ich irgendwann, irritiert von mir selbst, sauer wurde und dachte: Meinst Du vielleicht, die (Brauereimitarbeiter, lässt sich genausogut auf die darbenden Winzerbetriebe übertragen) hätten sich je ein schlechtes Gewissen erlaubt, weil sich mithilfe ihrer Produkte schon so viele Menschen ins Unglück gesoffen haben? Ne, die sind ja "selbst schuld, wenn sie nicht damit umgehen können" ...
Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit, das gilt auch für Alkbetriebe, also bloß kein falsches Mitleid.
Hallo R/no,
das rührt mich sehr und ich denke auch oft an die liebgewonnenen Forys, von denen ich nun gar nichts mehr lese, weil manche eben nur noch im Grünen aktiv sind.
Aber ich kann einfach nicht "kontrolliert lesen" und deshalb hat mich die Fülle der täglichen Berichte irgendwann erschlagen und überfordert und auch von meiner eigenen Selbsthilfe abgelenkt. Eine Tagebuchschreiberin wird aus mir wohl auch so bald nicht mehr, darum passe ich auf absehbare Zeit wohl besser hier in den offenen Bereich.
Umso schöner, ab und an auch hier von Dir und anderen Tagebuchschreibern zu lesen....
Gut, dass Du Dich hier meldest, Absti. Du hast schon so viel geschafft, bleib dran!
Und dass unser Suchthirn immer die gleiche alte Platte abspiel, wissen wir ja, hat nur nichts mit Lösung zu tun...
...und von mir auch. 💐 Ich wünsche Dir, dass Du den Kampf hinter Dir lassen kannst, Paul.
Natürlich geht das, auch stationär. Keiner wird ja rundum bewacht oder getestet. (In meiner ambulanten Reha gab es gar keine Alkoholtests.)
Manche führen sich da auf wie Schüler auf Klassenreise: "Haha, der Lehrer merkts ja nicht..."
Die haben es nicht kapiert und sind vermutlich nicht aus eigenem Antrieb da.
Hallo Tysja, gut, dass Du das bemerkst.
Hast Du vielleicht in der Vergangenheit schon Süchtige in Deinem engen Umfeld erlebt, dass Du da so ein Verabtwortungsgefühl entwickelst ?
Hier kursiert eine goldene Regel fûr Alkoholiker: Nur nicht trinken reicht nicht.
D. H. Im Zweifel auch neue Kontakte aufbauen, mit Leuten, die nicht zwingend Freizeit und Spaß mit Alk verbinden, hattest Du ja auch schon für dich überlegt.
Ja, Deutschland ist ein Hochkonsumland. Aber es gibt auch andere, die falken nur nicht so auf.
Und was schließt Du daraus für Dich?
Was ist denn mit Deinem eigenen Tiefpunkt in Bezug auf die Partnerschaft mit einem uneinsichtigen Alkoholiker? Wann wäre der erreicht?