Beiträge von Rennschnecke

    Das klingt, was Dich betrifft, gut, Tina, da bist Du auf einem guten Weg. Weiter so!

    Bei ihm scheint leider noch eine echte Krankheitseinsicht zu fehlen.

    Und selbst wenn er die eines Tages hat, was ich ihm wünsche, würde ich erst einmal eine ganze Weile "Alltag" abwarten, bis ich öfter mit ihm Kontakt haben wollte.

    Und der Kontakt sollte sich dann nicht um die Abstinenz drehen, denn die ist ganz allein von ihm zu beeinflussen, sondern um das erwachsene Leben, das ihm dann hoffentlich wieder möglich ist.

    Ich habe mich auch gefragt: Was bringt Dir diese Frage, Mattie?

    Wir wissen doch erst am Lebensende, wie das mit der lebenslangen (oder besser: Restlebens-)Abstinenz geklappt hat.

    Auf der sicheren Seite ist doch keiner von uns, wie die vielfältigen Erfahrungen hier zeigen. Und die interessieren mich mehr als die Theoriebücher, die inzwischen bei mir im Regal verstauben.

    Sollte ich auch dabei bleiben, wenn er sich in die richtige Richtung bewegt? Diese ewigen Rükchfälle richten natürlich auch bei mir so einiges an und ich brauche einige Zeit um da wieder rauszukomen.

    Was wäre denn für Dich die richtige Richtung?

    Eine ärztlich begleitete Entgiftung ist unerlässlich für weitere Schritte, Therapie kann, aber muss nicht sein und auch nicht immer helfen, wie sein Beispiel zeigt.

    Wichtig ist, dass er begreift, dass er nur durch lebenslange Abstinenz frei werden und sein Leben in eine bessere Richtung lenken kann. Das kann ihm kein anderer Mensch abnehmen.

    Und da zählen nur Taten, keine Absichten. Und vor allem: Nur nicht trinken reicht nicht.

    Bis jetzt sieht es ja leider nicht danach aus. Da ist es gut, wenn Du Dich erst mal vor weiteren Enttäuschungen schützt.

    Kannst Du denn Deine verständliche, aber leider fruchtlose Sorge um ihn immer mal wieder zur Seite packen und es Dir auch ein bisschen schön machen? Bist Du noch in der Eltern-Kind-Gruppe? Hast Du Hobbys und ein gutes soziales Umfeld?

    Hier schlagen ja in letzter Zeit auch weitere Mütter auf, vielleicht würde es Dir guttun, hier öfter zu schreiben?

    Alles Gute!

    Ich finde es sehr mutig und wertvoll, dass Du das hier aufschreibst, Bergdohle, mit der Situation, unabhängig von der Sucht Deines Mannes, bist Du bestimmt nicht allein, und auch da kann Deine Selbsthilfegruppe für Dich da sein.

    Nur ein Rat: Es geht nicht nur darum, ob die Dich in der Klinik wollen. Genauso wichtig ist es, dass Du Dir die Arbeit dort gut vorstellen kannst.

    Schlaf am besten eine Nacht drüber und höre auf Dein Bauchgefühl. Viel Glück!

    Hallo Tina,

    das hast Du heute bei Foxi geschrieben:

    Hallo Rennschnecke, danke für die Zeilen, wie ein Brief von Eltern geschrieben werden könnte. Ich habe dazu die Frage, ab wann kann denn ein Kontakt wieder hergestellt werden, wenn das erwachsene Kind eine trockene Zeit hinter sich hat? Gibt es da Erfahrungen? Viele Grüße Tina2

    Und das habe ich dazu versehentlich im falschen Faden geschrieben:

    Wie geht es Dir denn inzwischen?

    (Ich habe auch kein Patentrezept, bin noch nicht einmal Mutter, war "nur" in jungen Jahren lange co-abhängig von Geschwistern mit anderen Süchten

    Ist Dein Sohn denn gerade wieder abstinent? Hast Du den Eindruck, dass er es diesmal anders angeht, dass es bei ihm endlich Klick gemacht hat, wie Du es bei Alkoholikern wie mir nachlesen kannst?

    Eine Entgiftung oder eine kurze Trinkpause machen ja noch niemanden trocken, dazu gehört mehr....

    Hast Du vielleicht noch einen anderen Arzt, zu dem Du gehen kannst, Tiffy?

    Mein Hausarzt war auch nicht hilfreich, mein Psychiater, bei dem ich schon ewig wegen Antidepressiva bin, dafür umso mehr, genauso die örtliche Suchtberatung.

    Und wenn Du erst mal mit ärztlicher Begleitung entgiftet hast, bist Du hier genau richtig, um Deine Abstinenz zu festigen. Das kannst Du jetzt schon in ganz vielen Beiträgen nachlesen.

    Nur Mut, mit der Anmeldung hier bist Du schon einen großen Schritt weiter, bleib dran!

    Wie wäre es mit "weil er einen für mich zunehmend problematischen Umgang mit Alkohol an den Tag legt und daran nichts ändern möchte"?

    Mehr (wg.Trinkmengen etc. ) würde ich gar nicht ins Detail gehen, den Rest können die Geschwister dann ggf. unter sich ausmachen.

    So verschweigst Du nichts, lässt Dich aber auch auf keine Diskussionen ein.

    Du machst also schon eine Menge für Dich, das ist gut. klingt allerdings ein bisschen wie Single-Leben.

    Wer gibt Dir denn alles das Gefühl, dass Du eine Last und zu viel bist?

    Warum ich Alkoholikerin bin ...

    Das ist ein gefährliches Missverständnis, dem viele von uns (anfangs) erliegen:

    Wir sind nicht süchtig geworden, weil wir mehr oder weniger Schlimmes erlebt haben, sondern weil wir nicht gelernt haben, anders mit den Widrigkeiten und Herausforderungen des Lebens umzugehen, als unseren Kummer und unsere gefühlte Hilflosigkeit im wahrsten Sinne des Wortes herunterzuschlucken.

    Jetzt ist es an uns, bessere Strategien zu lernen, um der nur gestoppten Sucht kein Einfallstor mehr zu bieten.

    Der Austausch in dieser Forumsgemeinschaft kann Dir dabei eine große Hilfe sein. Schreib einfach jeden Tag ein bisschen darüber,wie es Dir so ergeht und was Dich bewegt, dann findest Du auch Deinen Faden einfacher wieder.

    Nur Mut - und Geduld!

    .

    Ich kenne solche Phasen auch, Sunflower. Freundschaft lässt sich wie Liebe nicht so einfach finden, schon gar nicht, wenn man sich selbst nicht mag und noch dazu große Bedürftigkeit ausstrahlt.

    Das kann neue Bekannte schnell überfordern und verhindern, dass eine Freundschaft daraus erwächst. Sowas braucht Zeit...

    Die Telefonseelsorge kann da in der schlimmsten Not eine Entlastung sein, die ehrenamtlichen Mitarbeiter sind geschult und sehr erfahren. Das sollte auf Dauer natürlich nicht das einzige hilfreiche Ohr für Dich sein..

    Darum schau erst mal auf Dich: Warum magst Du Dich selbst nicht?

    Magst Du ein bisschen (unter Wahrung der Anonymität) von Dir erzählen: Wie bist Du in die Sucht gerutscht und wie hast Du es hinausgeschafft?

    Ist Dein Zuhause alkoholfrei? Warst Du schon mal in einer SHG vor Ort, um neue, alkfreie Kontakte zu knüpfen? Bist Du berufstätig?

    Komm erst mal hier an und finde Dich hier ein, alles Weitere wird sich mit der Zeit finden. Herzlich willkommen und alles Gute!