Beiträge von Rennschnecke

    Hallo Foxi,

    das hört sich doch schon besser an.

    Genau, er ist alt genug, er muss selbst für sich aktiv werden, die Ehefrau ihre eigene Co-Abhängigkeit angehen und Du Deine.

    Hast Du nicht mal geschrieben, dass Du immer schon ein starkes Helfersyndrom hattest und auch einen helfenden Beruf?

    Das ist ja kein unabwendbares Schicksal, daran lässt sich ja arbeiten, um die eigentlich positive Eigenschaft ( andere sind Dir nicht egal) auf ein für alle gesundes Maß zu begrenzen.

    Hattest Du schon mal psychologische Unterstützung? Wenn ungesunde Muster so stark sind, kann das wirklich hilfreich sein.

    und ich weiß nicht ob eine Suchtberatung für mich was bringt, ausserdem dauert das da ewig mit einem Termin........da muss er doch eigentlich hin......

    Er auch, für sich, aber Suchtberatungen haben auch spezielle Angebote für Angehörige - nicht, um beim "Retten" des Süchtigen zu unterstützen, sondern die Angehörigen beim Stoppen ihrer Co-Abhängigkeit.

    Da kannst Du auch so manche Frage fachkundig beantwortet bekommen, die Dich gerade in Bezug auf ihn umtreibt - aber immer mit dem Fokus zurück auf Dich.

    Ja, Wartezeiten gehören dazu, aber nicht ewig, und es sollte kein Grund sein, nicht jede Hilfe anzunehmen, die sich möglicherweise bietet.

    Immer noch besser als Stillstand. Aber ich habe den Eindruck, bei Dir bewegt sich gerade was.

    Und nun muss ich mich mal wieder auf meine eigene Selbsthilfe konzentrieren....

    eine Bekannte sagte heute am Telefon selbst wenn unser Sohn sich für einen Entzug entscheiden würde bekommt er nirgendwoher Geld, kein ALG und kein Bürgergeld......wovon soll denn so jemand leben bis er einen Platz irgendwo bekommt.....das geht doch alles gar nicht.....

    ich kann nur vermuten, dass sich diese Aussage auf die von dir erwähnte dreimonatige Sperrfrist nach der fristlosen Kündigung bezieht, Foxi.

    Damit kenne ich mich überhaupt nicht aus. Aber bestimmt die professionelle Suchtberatung für Angehörige. Die kann Dich auch bei der schwierigen Abwägung zwischen nochmaligem Hilfeversuch oder Nichthandeln unterstützen.

    Dein Sohn ist doch nicht der erste und nicht der letzte, der wegen Saufens und mangelnder Krankheitseinsicht seinen Job (und seine Wohnung) verliert.

    Es kann eine Chance für ihn bedeuten, endlich aufzuwachen, aber er kann auch erst mal noch weiter abstürzen, die Gefahr ist leider real.

    Da fällt mir ein: Mein suchtkrankes Geschwister hat seinerzeit sogar seine sichere Lebensstellung gekündigt, um aus einer für ihn unerträglichen Situation am Arbeitsplatz zu fliehen. Als Angehörige standen wir damals hilflos davor, das Geschwister war ja schon volljährig.

    Würde ich mit meinem heutigen Wissen und Selbstbewusstsein trotzdem irgendwie noch einzugreifen versuchen, um die Kündigung rückgängig machen zu können? Ich weiß es nicht ...Hätte es etwas an der Sucht ( und der da auch noch mangelnden Krankheitseinsicht meines Geschwisters geändert? Ich vermute eher nicht...

    In der stationären und ambulanten Reha habe ich übrigens Leute mit und ohne Job getroffen, auch Rentner und Frührentner, manche waren zum xten Mal in Reha, hatten zig Entzüge hinter sich, es gab sogar vereinzelt Leute, die eigentlich vorrangig im europäischen Ausland lebten und arbeiteten und es wie auch immer geschafft hatten, hier in der Heimat eine Reha zu bekommen. Die hohe Rückfallquote ist bekannt.

    Ich kann Dir gerade guten Gewissens nur zur Suchtberatung raten, Foxi ...

    PS: ich erinnere mich nicht, Marliese: Hast Du psychologische Unterstützung? Wenn nicht, kann ich Dir das aus eigener Erfahrung nur sehr ans Herz legen.

    Denn Du schleppst doch ein schlimmes Paket mit Dir herum. Nimm alle Hilfe, die Du bekommen kannst, um Dich aus diesen ungesunden Mustern zu befreien!

    Dann kommt der Stopp. Entgiftung. Und das trockene Leben beginnt. Erst Euphorie, alles neu, alles besser. Aber dann knallt die Erwartungshaltung gegen die Realität .„Jetzt müsste doch was passieren!“ Nur kommt da nichts Magisches. Da ist plötzlich Alltag. Da ist nüchtern.

    Und das ist oft genauso trist wie vorher fühlt sich so an nur ohne Pegel. Genau da meldet sich die Sucht zurück: „War doch früher auch nicht besse .“ Sie bietet sich wieder an.

    Ich finde es richtig und wichtig, dass Du so nachdrücklich auf diese Gefahr hinweist, Hartmut. Ich beobachte das (seit gerade mal gut zwei Jahren Forenzugehörigkeit) auch bei manchen Neulingen.

    Generell ist so eine Erwartungshaltung (an andere, das Leben, das Schicksal, die Sterne etc...) problematisch und führt schnell zu Enttäuschungen.

    In Bezug auf körperliche Veränderungen (Gewicht, Haut, Blutdruck ...) hat allein das Nüchternwerden tatsächlich schon "Wunder" bei mir bewirkt und mich natürlich sehr gefreut. Diese Entwicklung wäre nass nicht möglich gewesen wg. Giftzufuhr.

    Die inneren Veränderungen sind zum Teil auch erst mit klarem Kopf möglich, aber eben nicht automatisch garantiert, dafür muss ich was tun.

    Aber wenn ich nicht irgendwann in der nassen Zeit für mich begriffen hätte:

    "Wenn sich was ändern soll, muss ICH aktiv werden, Schritt für Schritt",

    hätte ich gar nicht nüchtern und nach und nach trocken werden können.

    Dass ich das mit dieser Einstellung relativ einfach schaffen konnte, macht mir Mut für weitere Veränderungen nach dem Motto

    "Problem erkennen, benennen und schrittweise angehen". (Stichwort Selbstwirksamkeit).

    Und das fühlt sich gut an und geht nur mit klarem Kopf.

    Da ist die Anfangseuphorie bei mir bald einer stillen Zufriedenheit und größeren Selbstsicherheit gewichen, auch wenn manches immer noch nicht "rund" lauft bei mir.

    Aber ich bleib dran, so wie hier, und hier in diesem Forum lerne ich mich auch noch mal ganz anders kennen, auch das verdanke ich meinem Trockenwerden.

    Das klingt tatsächlich nicht nach einem gesunden Umfeld, Marliese. Kommt mir bekannt vor.

    Meine Eltern, vor allem ein Elternteil, hatten ein Geschwister von mir früh als "Sorgenkind" identifiziert und seitdem entsprechend behandelt, für die anderen Kinder war dann keine Energie mehr da, die durften dann nicht auch noch Probleme haben, die mussten allein klarkommen, das hätte sie überfordert.

    Enkelkinder waren zwar sehr willkommen, aber auch eher zur Ablenkung, weniger als eigene Persönlichkeiten.

    Auch wenn ich die Zusammenhänge irgendwann vom Kopf her meinte, durchschaut zu haben, haben ich mich lange Jahre deswegen sehr gegrämt.

    Erst ein beruflich bedingter Umzug in eine weiter entfernte Stadt brachte mit der Zeit auch den inneren Abstand dazu und hat irgendwann ein besseres Verhältnis ermöglicht.

    Ich noch mal, Foxi ...

    Aus Co-Sicht:

    Was ist das für eine Gruppe: geht es da wirklich um die eigene Co-Abhängigkeit oder vor allem darum, wie man süchtige Angehörige "retten" kann?

    Aus Alkoholiker-Sicht:

    1. Gehts hier um den stationären Entzug oder um eine anschließende Entwöhnung/Langzeittherapie? Für letzteres kann man sich beim Reha-Antrag drei Kliniken seiner Wahl wünschen.

    Wie es beim stationären Entzug ist, weiß ich nicht. Aber da gehts ja auch erst mal nur um eine sichere Entgiftung.

    2. Bis Dein Sohn so weit ist, kann sich die Situation in der Klinik vor Ort noch dreimal ändern, das sind doch ungelegte Eier, die jetzt wieder Euren Gedankenkreisel anwerfen.

    3. Das Wichtigste: Wenn jemand den Alkohol wirklich loswerden möchte, lässt er sich von nicht optimalen Bedingungen nicht abhalten, weil er sich nicht länger als "Opfer" irgendwelcher Umstände begreift, sondern sein Leben endlich selbst in die Hand nimmt.

    Bsp: Meine Klinik in der Entwöhnung hatte eher ungemütliche Aufenthaltsräume und ein eher begrenztes Ergotherapie-Abgebot.

    Da haben sich einige Patienten drüber aufgeregt. Ich hab nur gedacht: ist doch gut, dann gewöhnt man sich nicht nicht zu sehr an die Rundumversorgung in der Glasglocke, sondern lernt ggf, sich selbst um mein Wohlbefinden zu kümmern ...

    Alles Gute!

    PS: Auch ich war in jungen Jahren lange von diesem (und einem weiteren) Geschwister co-abhângig, das war neben meiner ungeliebten Ausbildung mit ein Anlass (nicht Grund!), mich endgültig in die Sucht zu flüchten.

    Wegen meiner eigenen Sucht bin ich vor über zwei Jahren in dieses Forum gekommen, hab aber eben auch starke Co-Anteile und muss deshalb aufpassen, hier nicht zur "Forums-Co" zu werden.

    Deshalb versuche ich mich jetzt mal hier mal für eine Weile rauszuziehen, Foxi, auch wenn ich weiter mitlese. Hat nichts mit Dir zu tun, sondern mit mir. Alles Gute!

    Der Zusanmenhang ist mir schon klar, Foxi. Aber trotzdem ist das nicht Eure Aufgabe. Er kann ihn verkaufen, dann hat er eine Aufgabe und auch wieder Geld.

    ER muss aktiv werden, nicht Ihr. Eine Frist setzen, und wenn bis dahin nichts passiert, an der Straße abstellen.

    Hart, aber kein Weltuntergang. Eltern helfen ihren Kindern doch nicht, selbständig zu werden, wenn sie ihnen sämtliche Steine aus dem Weg räumen.

    Und bevor die Frage kommt: Nein, eigene Kinder hab ich nicht, "nur" Patchwork.

    Aber ich war auch mal Kind und habe Geschwister, und bei dem einen ( mit anderem Suchtmittel seit ungefähr 20) habe ich solche gutgemeinten Elternaktionen auch immer wieder erlebt .

    Eltern und "Kind" (längst wieder berufstätig und formal auf eigenen Beinen)haben sich damit irgendwie eingerichtet, auch wohnungstechnisch besteht da eine ungute Symbiose.

    Aber wenn auch der zweite hochbetagte Elternteil nicht mehr da ist, müssen wir restlichen Geschwister aufpassen, dass wir nicht in die Elternrolle rutschen ...

    Der Abschied ist ja nicht für immer, sondern hat eine klare Befristung.

    Nur so hat er die Chance, zur Besinnung zu kommen - und Ihr sowieso.

    den Hänger werden wir bei einem Autohändler im ort unterstellen damit wir den nicht mehr sehen müssen und nix mehr damit zu tun haben.....

    Sei mir nicht böse, aber was habt Ihr mit seinem Hänger zu tun? Wenn Ihr ihm wirklich die Verantwortung für sein Leben zurückgeben wollt, dann gehört der Hänger doch auch dazu.

    Er muss sich selbst um seinen Besitz kümmern - und wenn er das nicht macht, mit den Konsequenzen leben.

    Anders lernt er es doch nicht ... Und das muss und kann er, denn er ist weder dement noch sonstwie geistig beeinträchtigt, und Ihr lebt nicht ewig ...

    Lies Deinen Faden und unsere Beitrâge immer wieder, Foxi, bis es irgendwann bei Dir Klick macht. Liest Du auch bei anderen (ggf. Nur ähnlich) betroffenen Müttern? Das kann Dich im wahrsten Sinne des Wirtes auf andere Gedanken/Sichtweisen bringen!

    Denn Co-Abhängige müssen vor der Sucht ähnlich kapitulieren wie die Abhängigen selbst, bevor sie etwas für sich ändern können.

    Und das kann im besten Fall sogar den Abhängigen selbst zur Besinnung bringen. Vielleicht würden ein paar Nächte im Obdachlosenheim oder auf der Parkbank ihm die Augen öffnen, wo er nicht hin will?

    Denn irgendwann sind auch die aufopferungsvollsten Eltern nicht mehr da, an wen wendet er sich dann?

    Unsere bekommt er definitiv nicht, das hab ich ihm geschrieben, nur später nach Entzug und Reha......

    Hast Du ihm das so geschrieben? Dann besteht die Gefahr, dass er sich irgendwann auf Entzug und Reha nur einlässt, um einen Fuß in die Wohnung und Dein Leben zu bekommen, und dann früher oder später wieder anfängt. Es reicht doch, wenn er sie später mal erbt ...

    Lies ab und zu mal Deinen bisherigen Faden durch, Hopeless, das hilft.

    Bist Du eigentlich auch in psychologischer Behandlung? Als EKA schleppst Du ja ein schweres Gepäck mit Dir herum, das einiges mit Dir macht.

    Ja den Kampf die Sucht zu stoppen kann ich nicht gewinnen.

    Aber den Kampf für unsere Beziehung vielleicht schon.

    Möchtest Du denn eine Beziehung mit einem uneinsichtigen Süchtigen, der insgeheim keinen Bock auf Deine Kinder hat? Was macht Dich so sicher, dass das "nur" an den Drogen liegt? Und macht es das irgendwie besser?

    Er nimmt die harte, wenn auch legale Droge Alkohol und kifft noch dazu - eine explosive Mischung, die Dir und Deinen Kindern nicht guttat und -tut. Und das wird mit der Zeit immer schlimmer, da die Sucht ihn immer mehr bestimmt.

    Und bevor Du an eine neue Liebe denkst und womöglich noch einmal in das gleiche Muster verfällst: Wäre es nicht wichtig, erst mal an Dir und Deinem Selbstwertgefühl zu arbeiten, damit Du künftig eine Beziehung auf Augenhöhe führen und auch Deinen Kindern vorleben kannst?

    Solange ich auch noch persönliche Sachen bei ihm habe, kann ich den Kontakt auch nicht abbrechen, auch wenn es vermutlich besser wäre.

    Das ließe sich ja ganz einfach ändern, wenn Du es wirklich möchtest: Am besten mit einer Freundin etc. die Sachen abholen, ggf. Irgendwo einlagern, dann Schlüssel abgeben und Dich auf Dein neues Leben konzentrieren. Sei es Dir wert!

    Wichtig: Steckst Du noch in irgendwelchen gemeinsamen Verpflichtungen drin, finanziell, Verträge etc.?

    Du warst für Deine Kinder stark, infem Du mit ihnen ausgezogen bist, das ist eine große Leistung. Jetzt sei es auch für Dich. Alles Gute!