Beiträge von Rennschnecke

    Hallo Lichtknüpfer,

    langsam, langsam... Ich bin auch so ein Info- und Bücherjunkie, aber ...

    Alkoholiker-Biografien aus dem Buchladen habe ich nur in der Schlussphase meiner nassen Phase gern gelesen, weil sie mir geholfen haben, mir einzugestehen, dass ich süchtig bin, zu erkennen, was mir bevorsteht, wenn ich weitertrinken würde - und vor allem, zu sehen: Es gibt ja ein Leben nach dem Alkstopp - und das ist gar nicht freudlos!

    Da kannte ich aber dieses Forum noch nicht. Hier in Deiner Online-SHG findest du unzählige Alkoholikergeschichten im offenen Bereich, kostenlos und vor allem ungeschönt durch kommerzielle Interessen - und außerdem nicht nur die Betroffenensicht, weil Du auch den kritischen Austausch mit anderen Forys dazu vor dem Hintergrund der Grundbausteine nachlesen kannst. Das finde ich bis heute für mich viel hilfreicher.

    Für Infos zu Lebensmitteln mit Alkohol etc. Findest Du hier auch einen eigenen Faden im allgemeinen Teil des Forums. Einfach mal stöbern...

    Und Tipps und Erfahrungen zu externen Büchern und Filmen gern dem von Hartmut verlinkten Faden entnehmen bzw. dort teilen.

    Fundiertes Wissen ist immer gut - wenn es auch vom Kopf in die "Füße" kommt - meine bescheidene Sicht.

    Alles Gute!

    Hoffnung ist etwas Schönes - wenn es irgendeinen Anlass dafür gibt.

    Siehst du einen, Jen? Wenn nicht, kann sehr viel kostbare Lebenszeit mit Hoffen verloren gehen. Das kannst Du hier bei vielen COs nachlesen.

    Und bei den EKAs hier kannst Du nachlesen, was es schon mit kleinen Kindern macht, in so einer Umgebung aufzuwachsen.

    Alles Gute!

    Du verachtest Menschen, denen es psychisch so schlecht ging, dass sie sich das Leben genommen haben?

    Du siehst Dich wegen Deiner wiederholten Rückfälle als Versager?

    Denk da mal drüber nach.

    Und ja, Respekt auch von mir, dass Du Dich hier wieder meldest und die Abstinenz erneut angehen möchtest. Was möchtest Du denn diesmal anders machen?

    Alles Gute!

    Hallo Tischgebet,

    ich bin als Alkoholikerin hier, habe aber auch eigene Co-Erfahrung in Bezug auf ein Geschwister, darum melde ich mich auch in diesem Teil des Forums öfter zu Wort.

    Mir ist noch nicht ganz klar: Ist er auf einer Entgiftungsstation? Wofür steht "BKH"?

    Bei einer stationären Entgiftung im Krankenhaus sind Mehrbettzimmer wohl nicht ungewöhnlich. Er kann froh sein, dass er so schnell einen Platz bekommen hat - es gibt so viele von uns - und viele davon sind Drehtürpatienten.

    Wenn es sich um einen sogenannten qualifizierten Entzug handelt, gibt es auch ein bisschen mehr psychologisches Programm. Aber auch das ist kein Hotel, denn hier geht es nur um einen sicheren körperlichen Entzug, als Basis für alles Weitere.

    Es tut mir leid, aber so, wie er jetzt schon rumjammert und mit fast 30 nach Mama ruft, scheint er, vielleicht unbewusst, nach Gründen zu suchen, weshalb es auch diesmal nicht klappen kann.

    Da fehlt mir die Einstellung, jede Chance zu nutzen, die er bekommt, stattdessen sehe ich eher Rückzug in die offenbar vertraute Opferrolle. Egal, wie viel Schweres hinter ihm liegt: Mit der Opferhaltung macht er es sich nur noch schwerer.

    Vor Ort gibt es Ansprechpartner vom Fach, an die er sich wenden kann, die ihn auch bei der Organisation von Abschlussmaßnahmen unterstützen. Die kennen sich da aus, Du nicht.

    Mein Rat: Verweise ihn an die Experten und sag ihm, dass Du jetzt auch mal eine Pause brauchst, und deshalb seine Nummer eine Weile blockierst.

    Klingt hart, ist aber auch für ihn die einzige Chance, erwachsen und nüchtern zu werden.

    (Ich selbst habe nach einer ambulanten Entgiftung eine Kombi aus stationärer und ambulanter Reha gemacht (von mir mithilfe der örtlichen Suchtberatung veranlasst) und hatte auch Depressionen, bevor ich in die Sucht rutschte (weil ich lange Zeit lieber soff, als mich auf Antidepressiva einzulassen).

    Ich musste auch lange nach einer Rehaklinik mit Einzelzimmern suchen, weil ich mir (doppelt so alt wie Dein Sohn) ein Mehrbettzimmer auch nicht vorstellen konnte. Musste dann eben länger warten.

    Nasentropfen waren bei uns auch nicht erlaubt, manche Alkoholiker waren auch medikamentenabhängig. Das Essen war bescheiden, die Ergotherapie auch, aber: Ich hatte ja kein Hotel gebucht, sondern die Chance auf einen Neubeginn, und die habe ich dankbar genutzt.

    Und jetzt bin ich in dieser SHG, um meine Abstinenz weiter zu festigen. Denn geheilt werde ich nie sein.

    Diese Einsicht muss er selbst bekommen, die kann nicht von außen erzwungen werden - höchstens angeregt durch Lebensgeschichten von Alkoholikern. (Dazu haben wir einen eigenen Faden mit Literatur- und Filmtipps).

    In Kürze: Er ist gerade sicher aufgehoben, auch wenn ihm die Medizin noch nicht schmeckt - jetzt bist Du dran, für Dich!

    Piep, releaseme, nicht aufgeben, Du weißt doch: Glaub nicht alles, was Du denkst!

    Glückliche Familien zum Muttertag z. B., gibt es doch hauptsächlich in der Werbung und vielleicht noch, wenn die Kinder klein sind und freudestrahlend Selbstgebasteltes überreichen.

    Danach wird es doch irgendwann zur peinlichen Pflichtveranstaltung, ähnlich wie der Valentinstag, finde ich.

    Betr. Haus: Ich hoffe, auch da lässt Du Dich von Fachleuten beraten und nichts überstürzen. Den Kindern gehts gut, das ist doch erst mal das Wichtigste - und irgebdwann kommen Deine Gefühle auch hinterher, ganz bestimmt!

    Ähm, bei allem Respekt für Deine Lebensgeschichte und Deine ehrenwerten Absichten, Totti:

    Hier gibt es genügend Vorbilder - die auch deswegen welche sind, weil sie sich auch nach zig Jahren Trockenheit nicht ein für allemal auf der sicheren Seite fühlen - und hierhergekommen sind, um das nicht zu vergessen, und nicht, um einer langjährigen und höchst lebendigen SHG beizubringen, wo der Hase langläuft. Da würde ich mir auch etwas mehr Demut wünschen.

    Ohne Ironie: Hast Du mal überlegt, Deine eigene SHG oder einen Podcast zu zu gründen oder ein Buch dazu zu schreiben? Denn Du hast ja eine Menge zu sagen - und dann bestimmst Du die Regeln. Und wer mag, kann sich dazugesellen. Alles Gute!

    Apropos Selbsthilfe, das möchte ich hier für mich festhalten, kann es auch nicht wirklich einordnen: War das ein perfider Gruß vom Suchtgedächtnis?

    Ich las neulich von einer weiteren Brauereischließung und den Existenzängsten der betroffenen Mitarbeiter und hatte spontan fast eine Art schlechtes Gewissen (obwohl ich diese Marke in nassen Zeiten nicht mal besonders mochte):

    Weil ich süchtig (und zum Glück inzwischen trocken) geworden bin, kann ich denen noch nicht mal alkfreies Bier oder Fassbrausen abnehmen und so deren Versuch unterstützen, auf gesündere Produktlinien umzuschwenken. Irgendwie auch schade um die uralte Traditon, Reinheitsgebot, Hopfenanbau usw....

    Bis ich irgendwann, irritiert von mir selbst, sauer wurde und dachte: Meinst Du vielleicht, die (Brauereimitarbeiter, lässt sich genausogut auf die darbenden Winzerbetriebe übertragen) hätten sich je ein schlechtes Gewissen erlaubt, weil sich mithilfe ihrer Produkte schon so viele Menschen ins Unglück gesoffen haben? Ne, die sind ja "selbst schuld, wenn sie nicht damit umgehen können" ...

    Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit, das gilt auch für Alkbetriebe, also bloß kein falsches Mitleid.

    Hallo R/no,

    das rührt mich sehr und ich denke auch oft an die liebgewonnenen Forys, von denen ich nun gar nichts mehr lese, weil manche eben nur noch im Grünen aktiv sind.

    Aber ich kann einfach nicht "kontrolliert lesen" und deshalb hat mich die Fülle der täglichen Berichte irgendwann erschlagen und überfordert und auch von meiner eigenen Selbsthilfe abgelenkt. Eine Tagebuchschreiberin wird aus mir wohl auch so bald nicht mehr, darum passe ich auf absehbare Zeit wohl besser hier in den offenen Bereich.

    Umso schöner, ab und an auch hier von Dir und anderen Tagebuchschreibern zu lesen....

    Natürlich geht das, auch stationär. Keiner wird ja rundum bewacht oder getestet. (In meiner ambulanten Reha gab es gar keine Alkoholtests.)

    Manche führen sich da auf wie Schüler auf Klassenreise: "Haha, der Lehrer merkts ja nicht..."

    Die haben es nicht kapiert und sind vermutlich nicht aus eigenem Antrieb da.