Vielen Dank, liebe Kyra! 🥰
Dein Gruß hat mich daran erinnert, dass in meinem Faden noch ein halbfertiger Beitrag von mir in der Entwurfsversion schlummerte, den ich nun endlich mal fertigstellen und veröffentlichen möchte:
Erst noch einmal danke für die lieben Reaktionen zu meinem nachträglich erwähnten 2,5-Jährigen. Normalerweise lade ich nicht zum Gratulieren ein, aber diesmal habe ich es wohl gebraucht. 😉 Konnte selbst kaum glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist und sich eine zufriedene Trockenheit eingestellt hat.
Was mich in letzter Zeit beschäftigt hat:
Als kürzlich eine relativ neue Teilnehmerin von der DIagnose ihres Psychiaters berichtete (laut ihm, entgegen ihrer eigenen Erkenntnis, "nur" Missbrauch, nicht Sucht), ratterte es plötzlich bei mir:
Hatte sich nicht seinerzeit der Oberarzt beim Aufnahmegespräch in der Reha über die Diagnose meines überweisenden Psychiaters gewundert, weil da wohl nicht genau der ICD-Schlüssel stand, den er erwartete?
Das hat mich nun ungefähr 2 Tage lang beschäftigt, aber auch wieder nicht so sehr, dass ich die Unterlagen hervorgekramt und nachgeschaut hätte, was da tatsächlich stand.
Dann wurde mir klar: Da war kurzzeitig der unverbesserliche Teil meines Hirns, das Suchthirn, angesprungen und hatte Morgenluft gewittert: Vielleicht war es bei mir ja doch noch nicht so schlimm?
Ja ne, is klar ...
Dann kam die alte Gewissheit wieder durch, die mich zu meinem Abstinenzwunsch geführt hatte und mich auch in meiner Reha, angesichts ähnlicher Äußerungen z. B. von "Wiederholungstätern", unbeirrt meinen Weg hat gehen lassen: Die Sucht beginnt lange, bevor es "auffällig, peinlich oder irgendwie gefährlich" scheint.
Kontrollverluste waren mir zwar noch erspart geblieben, dafür war ich aber schon so lange so felsenfest davon überzeugt gewesen, den Alk zu "brauchen" , dass ich nie auch nur eine einzige Trinkpause versucht habe.
Und mein Konsum hatte sich über die Jahrzehnte(!) langsam aber sicher zu erstaunlichen Mengen gesteigert, Narkosen wirkten nicht mehr richtig, die gesundheitlichen Folgen wurden immer offensichtlicher usw.
Mag sein, dass nur theoretisch bewanderte Ärzte "ihre" Alkoholiker erst in einem fortgeschritteneren Stadium kennenlernen und dies dann als Maßstab nehmen (mein Psychiater hatte auch mal auf einer Entgiftungsstation gearbeitet).
Nicht umsonst wird hier im Forum der Standpunkt vertreten, dass nur die betroffene Person selbst wissen kann, ob sie bereits unumkehrbar süchtig ist.
Das muste ich mir wohl noch mal zu Gemüte führen und wollte es hier in meinem Faden festhalten.
Wie es aktuell, abgesehen von meiner Trockenheit, bei mir aussieht (Thema Selbstfürsorge: Nachsitzen!) , schaffe ich dann vermutlich erst wieder in ein paar Wochen/Monaten aufzuschreiben. 😉