Beiträge von Rennschnecke

    Wieso siehst Du Dich überhaupt als Co? Du willst Deine Noch-Ehefrau doch gar nicht zur Einsicht bringen oder gar retten, grämst dich auch nicht, weil dir das nicht gelingt.

    Außer Verachtung, Ekel und Zynismus hast Du doch anscheinend auch nichts für sie übrig. Das mag seine Gründe haben, ist aber eben nicht gerade Ausdruck einer zu überwindenden Co- Abhängigkeit.

    Das einzige, was Dich hier zu interessieren scheint, ist offenbar (finanzielle) Schadensbegrenzung.

    Und dann, was hast Du dann vor, wenn Dein Feindbild endlich auf die eine oder andere Weise aus deinem Leben verschwunden ist? Wohin dann mit deiner ganzen Wut?

    Ja, Finanzielles und Rechtliches muss geklärt und in die Wege geleitet werden. Aber glaubst Du, das reicht, um deine Probleme zu lösen?

    Wenn ja, bist du mit deinen Tipps, Tricks und Fakten wohl tatsächlich in einem Scheidungsforum (für Männer) besser aufgehoben, wie schon mal jemand angeregt hat.

    (Ja, ich bin auch so eine olle Alkoholikerin - mit eigener Co-Erfahrung - aber deswegen nicht automatisch ein Unmensch. Ich habe diese Krankheit genausowenig gewählt wie meine Depressionen. Und dass ich aus der Abwärtsspirale noch halbwegs "früh" aussteigen und trocken werden konnte, war mein Glück, weniger mein Verdienst.)

    Die Würde des Menschen ist unantastbar, besagt Artikel 1 unseres Grundgesetzes. Und dass dieser in diesem Forum hochgehalten wird, ist für mich Gold wert.

    Ich glaube dir, dass du sehr schwere Jahre hinter dir hast, auch in der erweiterten Familie. Ich wünsche dir, dass du deinen Frieden damit machen kannst und nicht weiter in Zynismus versinkst.

    Das Gelassenheitsgebet kennst Du? Der Inhalt ist nicht nur für Alkoholiker und/oder Gläubige hilfreich.

    Hmh, allein schon die Aussage "nur Bier" klingt nicht nach großer Suchtexpertise.

    Könnte man ignorieren - aber Achtung, es kann passieren, dass das Suchthirn Dir einflüstert: Siehst Du, war doch noch gar nicht so schlimm...

    Zu Deinem beschriebenen Eindruck vom Alkoholikerbereich, Honighummel:

    Abstinent werden und vor allem bleiben muss kein Kampf sein, bei manchen vielleicht am Anfang, aber nicht dauerhaft - wenn ich nicht nur Willen und Überzeugung habe, sondern auch danach lebe, wie es die aus vielfacher Erfahrung gewachsenen Grundbausteine des Forums nahelegen.

    Dann kann sich Abstinenz sogar erstaunlich leicht und befreiend anfühlen - da muss ich dann eher aufpassen, meine Sucht nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und zu glauben, dass mir der Alk nichts mehr kann.

    Diesen Prozess kann man nicht durch ein Ultimatum von außen erzwingen, im Gegenteil.

    Ich bin über Folgendes gestolpert, Steevie:

    Wo kommen denn deiner Meinung nach die starken Gefühle/Aggressionen her, die Du bis vor Kurzem mit Alk verdrängt hast und jetzt mit einem Anti-Stress-Ball und Rückzug in der eigenen Wohnung bewältigen möchtest?

    Du schreibst, du warst "innerlich" wütend auf ihn, und sein Flachmann auf dem Tisch tat dir "ehrlich gesagt" nicht gut. Heißt das, Du traust dich nicht, ihm klar und deutlich zu sagen, wenn und was Dich etwas stört?

    Dich stört, dass seine Mutter ihm Bierkisten mitbringt und Du weißt genau, wie viele Liter er täglich - außer dem Schnaps - in deiner Gegenwart trinkt. Ist das nicht auch Co?

    Und Du weißt ja selbst: Der Konsum und die Ausfallerscheinungen werden beim nassen Alkoholiker immer mehr werden. Ist das das Leben, das Du Dir für Dich wünschst?

    Ich nehme Dir absolut ab, dass Du es ernst meinst und unbedingt abstinent bleiben möchtest.

    Aber glaub mir: Das Suchthirn reibt sich schon die Hände, und für deinen Freund (und seine Mutter?) wäre es auch bequemer, wenn Du wieder mittrinkst.

    Was spricht gegen eine eigene Wohnung und Treffen nur ohne Alk?

    Hmmh, klingt für mich ziemlich traurig, da Du Dir keine Verbesserung davon versprichst - eher nach einem Konstrukt, um (irgendwann) sagen zu können:

    "Ich musste mich ja trennen, weil er sich nicht (lange) an unsere Vereinbarung gehalten hat und ihm der Alk wichtiger war."

    So kommst du aber wieder in die Co-Falle, dass Du nach Beweisen für seine "Verstöße" suchst. Und seine Laune wird auch nicht besser werden, weil er ohne Krankheitseinsicht und ohne echten eigenen Abstinenzwunsch permanent gegen Suchtdruck kämpfen und sein Einknicken ggf. verheimlichen muss.

    Hast Du denn schon für Dich überlegt, wie Du die Trennung durchziehen willst, da du ja selbst keine Wunder erwartest?

    Liebe Elara,

    ich weiß nicht, ob es Dir hilft, aber mir als trockener Alkoholikerin (mit inzwischen gut eingestellter Depression) ist dazu eingefallen:

    Ein Alkoholiker betreibt sowieso Selbstmord auf Raten, wenn er seine Sucht nicht stoppt. Denn dann wird das Elend für ihn und seine Angehörigen von Jahr zu Jahr größer - bis zum sprichwörtlichen Totsaufen. Wärst Du geblieben, wärt Ihr beide daran zugrunde gegangen.

    Jetzt hat er das Ganze abgekürzt - aber selbstmörderisch war sein Verhalten schon vorher. (In diesem Fall benutze ich bewusst nicht das neutralere Wort Suizid, auch wenn ich von dem Recht darauf überzeugt bin - nur bitte nicht so.)

    Ein furchtbares Ende, aber ein Ende - ich hoffe, Du kannst das irgendwann ohne Schuldgefühl, nur mit Mitgefühl für ihn und Dich, so annehmen.

    Ich schreib sowas sonst nicht, aber jetzt würde ich Dich gern drücken. Alles Gute!

    Vielleicht wäre es auch gut für Dich, mal unter andere, nicht so offenkundig belastete Leute zu kommen?

    Z. B. Durch ehrenamtliches Engagement im Naturschutz, Tierschutz o. ä. Tierheime freuen sich z . B. über Bürger, die sich mit ihren Katzen oder Hunden beschäftigen und tierlieben Menschen tut es auch gut.

    Zum abendlichen Telefonieren: Für den nötigen Abstand zur Saufsituation würde es schon helfen, die Möbel etwas umzustellen und umzudekorieren.

    Ich hab mir gestern noch mal Deinen Faden durchgelesen, Matrix - du auch?

    Bis auf die hinzugezogenen Hilfen hat sich ja nicht wirklich etwas bei Dir getan, oder? Wie alt ist dein Sohn inzwischen, kommt er bald in die Schule?

    Das Ziel der Hilfen ist mir auch nicht ganz klar: Klingt, als sollte es Euch als "Familie" stabilisieren. Ist das denn Dein Ziel? Was wünschst Du Dir insgeheim für Dich und Deinen Sohn? Was erhoffst Du Dir aktuell von diesem Forum?

    Der letzte Entzug seines Erzeugers wäre doch wie die vielen Entzüge davor eine prima Gelegenheit gewesen, ggf. Mit den Hilfen an Deiner Seite seine Sachen zu packen, von seinen Eltern abholen zu lassen, das Schloss austauschen zu lassen und seine Nummer zu blockieren. Auch die Nachbarn informieren, dass sie ihn nicht einmal mehr in den Hausflur lassen.

    Du musst das ja nicht allein machen, dass Du davor Angst hast, kann ich verstehen. Besprich das mit deinen Hilfen - du musst auch nicht seinen nächsten Entzug abwarten.

    Oder würde Dir dann etwas fehlen? Besser ein Nicht-Partner im Weg als ganz allein?