Beiträge von Rennschnecke

    in ein paar Stunden kommt sie zurück und dann geht die ganze Misere wahrscheinlich wieder von vorne los, am liebsten würde ich im erdboden versinken, ich schreib auch besser nichts mehr darüber, helfen kann ich mir nur alleine, das ist mir auch klar.

    Lieber Topfmann,

    wir sind Deine SHG, Du brauchst dich nicht zurückzuziehen, nur weil Du keine "Erfolgsmeldungen" zu verzeichnen hast.

    Es geht doch um Dich! Du musst auch nicht auf jede einzelne gutgemeinte Rückmeldung reagieren. Lass es sacken, aber verschließe dich bitte nicht In Deinem Schneckenhaus, denn das ist eine Sackgasse.

    Wo sind denn Eure Kinder gerade? Wie geht es denen denn, wenn sie nach ihrem Ausflug sturzbetrunken nach Hause kommt? Ihr müsst doch nicht Empfangskomitee spielen und das Elend mit ansehen. Könnt Ihr nicht was Schönes ohne sie unternehmen, und sie derweil ihren Rausch ausschlafen lassen?

    Depri Mücke und ja, ich benutze sie beim Saufen.

    Dann brauchst du ab sofort Musik, die Du nicht mit Saufen verbindest.

    Ein ganz wichtiger Leitsatz für die Abstinenz lautet: Nur nicht trinken reicht nicht.

    D. H., alles, was uns bisher als Vorwand zum Saufen gedient hat, sollten wir uns angucken und möglichst ändern - und dabei in uns hineinhorchen.

    Ich würde mir wünschen es merken dann vielleicht welche das es mir nicht gut geht.

    Hast Du schon mal bei Nachbarn geklingelt, weil Du Dir Sorgen wegen ihrer lauten Musik machst? Ist das nicht ein bisschen viel verlangt? Und wie lange willst du darauf warten?

    Was kannst du denn konkret heute Abend für Dich machen, damit du aus dieser gefährlichen, wenn auch menschlich verständlichen Stimmung aussteigen kannst?

    So einen Rat hab ich auch mal bekommen. Gegen Prüfungsangst: jeden Abend ein Bier. Hat scheinbar super funktioniert, nur dass es im Laufe der Jahrzehnte (!) langsam, aber sicher immer mehr wurde.

    Dafür mache ich aber nicht die Ratgeber verantwortlich, sondern mich: Warum habe ich, die schon damals alles kritisch hinterfragt hat, diesen Rat so schnell und so "dankbar" angenommen?

    Ich hätte Hilfe erwartet aus der Familie wie sie sahen dass ich zu viel trank. Kam nicht.

    Während ich mich um deren Probleme kümmerte, denen weiterhalf, erkannten sie meine Hilferufe nicht an.

    Was für Hilferufe hadt Du denn ausgesandt? Und wie hätte die Familie Dir helfen sollen/können?

    Weltschmerz nennt man das wohl

    Oder Selbstmitleid? Versteh mich nicht falsch, das darf auch mal sein, aber nicht zu lange. Denn es lähmt und macht dich sehr empfänglich für den "Tröster" Alk.

    Ein Job, wo ich mir schon vor Jahren gesagt habe : Mache ich nicht mehr.

    Mich reizt das Gehalt. Aber ob ich mich Wohlfühlen werde?

    Ausprobieren, ja klar. Aber das schon gleich mit nem unguten Bauchgefühl?

    Ich brauche da Meinungen, Erfahrungsberichte von anderen.

    Warum, traust Du Deinem Bauchgefühl und Deiner Erfahrung nicht? Dann frag uns gern um Rat, wenn es nicht zu privat ist.

    Auf Personen die mal schnell zur Unfallstelle eilen, um mal ein Foto zur Erinnerung (wessen? wer erinnert sich so gerne daran?) zu schießen - verzichte ich. Auch auf unnötige Fragerei, die dann entstehen könnte, mit "oje's oweh's". Einfach - danke, nein danke!

    Beziehst Du das auf einen möglichen, Rückfall, Maya? Das wäre nicht gut, den schon einzukalkulieren.

    Wichtig ist, dass wir uns selbst gegenüber absolut ehrlich sind und auch hier im Forum zu unserer Abhängigkeit stehen.

    In der Welt "da draußen" muss niemand mit einem "Alkoholiker"-Schild auf der Stirn herumlaufen, schon aus beruflichen Gründen. Dazu wirst Du hier auch die unterschiedlichsten Vorgehensweisen finden.

    Von meiner Sucht habe ich nur drei besonders engen Freunden erzählt. Dass ich aus gesundheitlichen Gründen gar keinen Alk mehr trinke, sage ich klipp und klar Verwandten, Freunden, Nachbarn und Kollegen, wenn diese mir bei Zusammenkünften was anbieten - damit sie es beim nächsten Mal nicht wieder versuchen. ( Ausreden wie "ich nehme gerade Medikamente" sind da nicht zielführend).

    Und auf die Frage "auch keinen alkoholfreien Sekt?" Sage ich: Nein danke, sonst hätte ich irgendwann Lust auf richtigen Sekt, und das möchte ich nicht mehr.

    Das ist für mich am einfachsten und klarsten, und so habe ich mir auch mögliche Hintertüren geschlossen, denn dann würde es sehr auffallen und Nachfragen provozieren, wenn ich bei akuten Suchtdruck "mal eine Ausnahme" machen wollte.

    Manche sagen auch: Der Dry January hat mir so gut getan, dass ich einfach dabei bleibe.

    Mir ist wichtig, meine Abstinenz selbstbewusst zu vertreten und mich nicht dafür zu entschuldigen, denn ich bin heifroh darüber. Aber "nackig" machen muss ich mich deswegen nicht.

    Ist dieser akute Suchtdruck denn noch aktiv? Glaubst Du Deiner Suchtstimme denn tief in dir drin, dass dein Leben ohne Alkohol auf Dauer freudlos ist?

    Hab jetzt Deinen Faden nicht so im Kopf: Was hast du, außer nicht zu trinken und Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen, noch in Deinem Leben verändert, um zufrieden abstinent sein und bleiben zu können?

    Liest Du hier auch bei anderen Alkoholikern, was diese für ihr inneres Gleichgewicht tun, z. B. Bei Doro oder Alex?

    Entspannung, Belohnung, Zufriedenheit etc. Kann man nicht durch Essen, Trinken oder Geld erreichen, auch wenn uns das in der Kindheit oft anerzogen wurde und nach wie vor massiv durch die Werbung (auch für Nahrungsergânzungsmittel) nahegelegt wird.

    Es ist ein innerer Prozess zu uns selbst, der durch die Abstinenz nötig und auch erst möglich wird.