R/no - "lauf R/no lauf"

  • Eine uneinsichtige Co und ein trockenwerdender Alkoholiker passen nicht mehr zusammen.

    Wenn ich so darüber nachdenke, mein xy war in den kurzen nüchternen Momenten (manchmal nur Stunden, manchmal Tage nach einer Entgiftung)immer extrem aufgedreht. Er wollte mir ständig vorsagen was ich zu tun und zu lassen habe. Und er wollte für jede Kleinigkeit ständig gelobt werden. Das ging mir dermaßen auf den Zeiger. Da kam von mir auch mal der Spruch, alles dreht sich immer nur um Dich.

    Es war für mich nicht leicht, diese zwei extremen Verhaltensweisen auszuhalten. Entweder er trank und mit ihm war nichts anzufangen und ich war für alles alleine zuständig. Oder er war kurzzeitig trocken und verfiel in diese Überaktivität. Ich wollte einfach nur ein normales Leben.

    Wie das bei Dir und Deiner Frau ist, kann ich nicht beurteilen. Dass Du hier schreibst und Dich selbst reflektierst, finde ich sehr gut. Das hätte mein xy nicht gekonnt, er hat dann lieber wieder getrunken.

    Alles Gute

    Einmal editiert, zuletzt von wieweiter (27. Februar 2025 um 04:18)

  • Und er wollte für jede Kleinigkeit ständig gelobt werden. Das ging mir dermaßen auf den Zeiger. Da kam von mir auch mal der Spruch, alles dreht sich immer nur um Dich.

    Guten Morgen, ja genauso ist es ja bei mir nicht, darum verstehe ich die Situation auch nicht, oder anderst gesagt ich verstehe sie schon, meine xy ist 45 sieht noch sehr gut aus, ist in ihrer midlifekrise und möchte nochmal etwas erleben. Die Kinder sind auch aus dem gröbsten raus und dann komm ich daher und trink nicht mehr, irgendwie blöd.

  • Du hast viel Verständnis für sie - versetzt sie sich denn umgekehrt auch mal in Deine Lage?

    Nein leider nicht, ich brauche ja auch kein Lob das ich das alles toll mache usw. aber wenn ich ehrlich bin warte ich ja auf so eine Reaktion. Wir haben vielleicht dreimal kurz über meine Sucht gesprochen und zweimal davon war sie beschwippst. Ich stelle mir auch unsere Zukunft anderst vor, mit angetrunkenen Menschen kann ich momentan keine tiefgründigen Gespräche führen, auch unsere Urlaube werden nicht mehr so sein wie bisher, das sind die Probleme die sie hat. Ich merke ja auch wenn sie sich Wein einschenkt, es passiert immer heimlich und versteckt um mich nicht zu belasten, dabei stört es sie ja eher das ich nicht trinke.

  • Wir haben vielleicht dreimal kurz über meine Sucht gesprochen und zweimal davon war sie beschwippst

    Also nicht gesprochen. ;)

    Eher ein "nasses Geschwätz" über sich ergehen lassen. Solange der Partner selbst ein Problem mit dem Saufen hat, dann wird das auch kein Verständnis geben.

    Ich hatte eine mehrjährige Beziehung, in der wir gemeinsam getrunken haben, bis ich mich irgendwann von ihr trennte. Ich hatte aufgehört zu saufen , aber sie trinkt heute noch.

    Wenn ich hin und wieder mit ihr telefoniere oder sie in meinen trockenen Jahren getroffen habe, sind das zwei verschiedene Welten.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • über meine Sucht gesprochen und zweimal davon war sie beschwippst.

    dabei stört es sie ja eher das ich nicht trinke.

    Es scheint sie nicht nur zu stören, es scheint ihr regelrecht unangenehm zu sein. Meine Frau stand Jahrelang unter dem Einfluss meiner Trinkerei und sie sucht heute nicht gerade das Gespräch darüber, sie ist froh, dass es vorbei ist.
    Am Ende meiner Reha hatte sie mit mir und meinem Therapeuten ein langes Gespräch. Ich habe nicht viel gesagt, aber sie hat viel gefragt und bekam auch Antworten. Ich denke, das hat ihr viel Einblick gegeben.
    Am Ende muss Deine Frau genauso wie Du akzeptieren, dass Du alkoholkrank bist und was das für Eure Beziehung bedeutet.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • als ich damals zur entgiftung bin gab es von meinem mann nur vorwürfe, ich habe ihm seinen gebrutstag versaut. ich bin am 18. ins kh er ist am 21. 50 geworden. party hatte er eh hinter meinem rücken mit schwiemu und in ihrem haus geplant und alles was ich organisiert hatte mit füßen getreten, ich hab bis heute nicht verstanden was er von mir wollte. zur show an seiner seite sitzen und uns zusammen ins koma saufen wie so oft?

    ich habe dann noch 2 jahre an seiner seite durchgehalten, in der hoffnung ihn zu ändern, unsere ehe zu retten, immerhin 20 jahre und 4 kinder, die jüngste war 2. 2 jahre bin ich über flaschen gestiegen, hab die ältesten immer wieder gebeten das zeug zu verstecken damit ich es nicht sehen muß. 2 jahre hab ich mich selbst belogen denn ich hab verschiedene termine gemacht um mit 3. irgend welche gespräche zu führen um unsere ehe grade zu kriegen. er hatte auch immer wichtigeres zu tun. mir war ja im grunde klar das er auch alkoholiker ist.

    nun lage rede kurzer sinn. ich hab mich getrennt und ihn dann 2016 beerdigt denn er hatte ja kein problem, ich war es ja die ihm sein bierchen nicht gegönnt hat mit meiner spinnerei.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Ich habe nicht viel gesagt, aber sie hat viel gefragt und bekam auch Antworten. Ich denke, das hat ihr viel Einblick gegeben.

    Darum geht's. Wenn der Partner noch an mir interessiert ist und daran, welche Veränderungen das Nüchternbleiben mit sich bringt, dann stellt er Fragen. Hat er das Gefühl, dass jetzt alles besser wird, dann hat die Beziehung eine echte Chance.

    Alles andere ist in meinen Worten einfach "Bullshit"

    Ich weiß, dass ich mich an einigen Stellen zu hart ausdrücke , aber es geht um Menschenleben. Jeden Tag, wenn sich ein Alkoholiker zu Tode trinkt, ist es nicht wert, nur den Ansatz von Hoffnungen mit empathischen Worten etwas zu beschönigen.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ich weiß, dass ich mich an einigen Stellen zu hart ausdrücke , aber es geht um Menschenleben. Jeden Tag, wenn sich ein Alkoholiker zu Tode trinkt, ist es nicht wert, nur den Ansatz von Hoffnungen mit empathischen Worten etwas zu beschönigen.

    Alles gut, genau solche Ratschläge brauche ich, es ist wirklich hilfreich. Ich danke euch!

  • dann komm ich daher und trink nicht mehr, irgendwie blöd

    Das ist für sie vielleicht blöd. Für dich ist es genau richtig! Ich habe die Befürchtung,das sie dich klein macht und du läßt es zu! Und du leidest dabei wie ein Hund, der nicht gestreichelt wird! Denk mal drüber nach, ob und wie du dich aus diesem Abhängigkeitsverhältnis befreien kannst oder überhaupt willst?

  • Ich könnte jetzt was in der Art sagen
    "und wenn sie nicht gestorben sind, dann kreisen sie noch heute"

    Die Frage, die nur Du Dir beantworten kannst, ist:
    Reicht es Dir, jede Woche ein oder zwei Mal Dein Leid zu klagen und so weiterzumachen, oder brauchst Du eine Lösung für das kleine Problem?

    Kannst Du Deine Frau nicht dazu bringen, mal vernünftig, nüchtern und konzentriert mit Dir zu reden? Hast Du das überhaupt schon einmal so direkt und mit Dringlichkeit angesprochen, oder wartest Du, bis sie von selbst darauf kommt?
    Hier hattest Du ja auch ein Problem, aus Dir herauszukommen. Bist Du so?

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Die Frage, die nur Du Dir beantworten kannst, ist:
    Reicht es Dir, jede Woche ein oder zwei Mal Dein Leid zu klagen und so weiterzumachen, oder brauchst Du eine Lösung für das kleine Problem?

    Hallo LK, nein das reicht mir nicht und ich möchte eine Lösung meines Problems finden

    Kannst Du Deine Frau nicht dazu bringen, mal vernünftig, nüchtern und konzentriert mit Dir zu reden? Hast Du das überhaupt schon einmal so direkt und mit Dringlichkeit angesprochen, oder wartest Du, bis sie von selbst darauf kommt?

    Könnte sein das ich zu passiv bin weil ich jeden Streit zwischen uns vermeiden möchte

  • Hier hattest Du ja auch ein Problem, aus Dir herauszukommen. Bist Du so?

    Ich bin eigentlich ein offener Mensch aber ich trage da etwas mit mir herum das vermutlich die Ursache meiner Probleme ist.

    Achtung Trommelwirbel, es ist meine Kindheit wie bei vielen. Irgendwann schreib ich mal einen Faden darüber um das alles mal abzuladen

  • Ich tippe mal, Du warst nicht nett und dafür gab es Liebesentzug. Wäre jedenfalls ein Klassiker.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Könnte sein das ich zu passiv bin weil ich jeden Streit zwischen uns vermeiden möchte

    Mach diesen Fehler nicht weiter, Topfmann!

    Denn wenn man immer nur klein beigibt, dann reicht ein weiterer Tropfen und das Fass läuft über.

    Und dann wird es richtig explosiv!

    Bei welchem Paar knallen nicht manchmal die verschiedenen Meinungen aufeinander? Selbst bei uns als Paar kommt das alle Jubeljahre mal vor. Aber wir raufen uns dann wieder zusammen und gehen Kompromisse ein. Wobei es Themen gibt, da gibt es keinen Kompromiss.

    Aber wir wissen, was dem anderen wichtig ist und tolerieren das dann auch. Jede Partnerschaft beruht auf gegenseitiges Verständnis und Liebe. Und wenn es nicht mehr passt, dann passt es nicht mehr.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Ich bin eigentlich ein offener Mensch aber ich trage da etwas mit mir herum das vermutlich die Ursache meiner Probleme ist.

    Achtung Trommelwirbel, es ist meine Kindheit wie bei vielen

    Nun weiß ich nicht, was "eigentlich" ist, denn das Wort ist aus meinem Vokabular gestrichen.

    Ich halte nichts davon, Entschuldigungen für mein heutiges Verhalten in meiner Kindheit zu suchen, um etwas nicht tun zu müssen, nur weil man nicht bereit ist, die notwendigen Schritte zu unternehmen. Ich bin erwachsen und verantwortlich und schiebe diese nichts auf meine Kindheit ab.

    Ich weiß auch nicht, was für dich richtig ist, aber ich bin mir sicher, dass Prägungen aus der Kindheit zwar eine Erklärung darstellen, das Problem jedoch nicht lösen. Ich kann es machen, aber nur "Eigentlich "

    Ich kann auch als nasser Alkoholiker jeden Tag in eine Kneipe gehen, wo das Schild "Morgen Freibier" hängt. Solange ich die Hoffnung nicht aufgebe und mein Suchverhalten nicht ändern will, gibt es jeden verdammten Tag hypothetisch "Morgen Freibier"

    Du hast es geschafft, etwas, was tausende Alkoholiker nicht geschafft haben, zumindest bisher. ;)Du bist ausgestiegen, obwohl die Chance, trocken zu bleiben, gering ist. Wenn du diese Energie auch für deine anderen Probleme verwendest, bin ich mir sicher, dass du für dich die richtige Lösung findest.

    Tun muss man Tun.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo, ich bin es mal wieder, gerade eben bin ich vom arbeiten heim gekommen und xy hat sich für ihr Event heut abend fertig gemacht, im Wohnzimmer stand eine Dose Bier und ich konnte mir eine Bemerkung nicht verkneifen, dann wollte ich noch fragen ob sie schon einen anderen kennen gelernt hat, was aber gleich zu einem Wutausbruch ihrerseits geführt hat, ich will ihr nur den Spaß verderben usw.

    Ja ich hab Verlustangst und bin eifersüchtig, in meinem Kopf geht gerade das ganz große Kino ab, jetzt sitz ich hier ganz alleine und überlege ob ich die Vodkaflaschen auskippe, die ich schon lange entsorgen wollte aber sie ja meinte die wären für schlechte Zeiten gut. Eine Flasche hat sie mitgenommen also wird sie es bemerken wenn ich die jetzt entsorgen, was mich dann vermutlich zu einem schwächling macht, jedenfalls aus ihrer Sicht auf die Dinge.

    Tut mir leid das ich schon wieder mit diesem leidigen Thema komme, ich brauch auch keinen Rat, ich schütte das zeug jetzt weg bevor ich noch aus lauter Kummer in versuchung geführt werde meinen Frust herunter zu spülen. Das wird ein richtig harter Abend, wenigstens kommt nachher mein kleiner heim dann bin ich nicht allein.

    Ich desinfiziere jetzt mal den siphon in der Küche.

    Grüße TM

  • ...nunja, ich hätte die Bierdose sofort weggeschüttet. Das kann sie woanders machen, aber nicht vor Deiner Nase. Ihre Alkoholvorräte sollten auch verschwinden, die kann sie unter Ihrem Bett bunkern, oder sie landen im Ausguß.

    Sag mal, Du wohnst da schon noch irgendwie, oder?

    WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

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