Beiträge von Rennschnecke

    Danke! Die Kraft kann ich gut gebrauchen . Ich habe aber irgendwie für dieses Jahr ein gutes Gefühl, was das angeht..

    Das hast Du heute nach längerer Pause bei Nayouk geschrieben, ich habe mich darüber gewundert, ohne deinen Faden noch näher in Erinnerung zu haben, und das erst mal nur mit einem "Verwirrt"-Button kommentiert.

    Auf Deine Nachfrage per PN habe ich mir die Mühe gemacht, Deinen Faden noch mal von vorn bis zu lesen. Ehrlich gesagt: Es war traurig ...

    Ich fasse mal zusammen, korrigiere mich ggf.:

    Du bist doppelt EKA, von Deiner Herkunftsfamilie ist nur noch eine ältere Halbschwester übrig, und "nebenbei" bist du trockene Alkoholikerin. Hut ab!

    Dazu mal eine Frage: Wie bist Du in die Sucht gerutscht und wie und wann bist du trocken geworden? Wie um alles in der Welt schaffst du es, in deiner belastenden Lebenssituation trocken zu bleiben?

    Das erwähnst Du mit keinem Wort, das schaffst du nebenbei, welche Kraft muss in Dir stecken, die Du selbst nicht siehst....

    Seit 8 Jahren bist Du mit diesem xy zusammen, der säuft und kifft und hast seit fast 4 Jahren ein Kind mit ihm. Das Kind zeigt auch schon ungesunde Verhaltensweisen:

    dafür musste ich heute oft und gerade dann, wenn ich ihm helfen wollte dafür sorgen, dass unser Sohn uns keine Verletzungen zufügt, weil er uns mit allem möglichen (hauptsächlich Spielzeug..) beworfen hatte.. musste alles rechtzeitig abfangen, das war auch sehr anstrengend.

    Der xy wohnt nicht offiziell bei Euch, hängt aber dauernd mit Kater oder Suchtdruck in Deiner Wohnung rum, nörgelt an Dir herum, hat Dich schon geschlagen, bedrängt Dich immer wieder "körperlich" und ist nicht belastbar...

    Du möchtest gern, dass er sich dauerhaft in seine Wohnung zurückzieht, weißt aber nicht, wie Du das hinbekommst, und fragst lieber noch ein paar Leute mehr um Rat (was grundsätzlich eine gute Idee ist, wenn man dann auch mal irgendwann handelt.)

    Denn auch das hast du heute bei Nayouk geschrieben, und das hat mich verwirrt:

    Wenn ich eventuell wieder eine Familienhelferin beantrage, dann geht er hoffentlich freiwillig... Dann kann er nicht mehr ständig angetrunken oder sonstiges bei mir sein..

    Warum nur eventuell? Hast du noch so viel Zeit? Dass Deine Bude unter den Umständen chaotisch ist, zeigt doch eher deinen Hilfebedarf?

    da ich ungefähr weiß, was da auf mich zukommt, wenn er denn bei mir raus ist,

    Was genau kommt dsnn auf dich zu? Hast du davor Angst?

    Inzwischen hast Du eine Verhaltenstherapie angefangen, auch eine gute Sache. Was genau ist da dein Ziel?

    Hast Du deswegen ein besseres Gefühl als vorher?

    Das will ich Dir auf keinen Fall nehmen!

    Aber warte bitte nicht zu lange mit der räumlichen ( und am besten vollständigen) Trennung, Dein Sohn braucht so schnell wie möglich stabile und positive Verhältnisse und Du auch!

    Und damit bin ich erst mal wieder raus ...

    Alles Gute!

    Ja, verstehe ich. Ist ja erst mal gut, dass sie kaum trinken (meine Familie trinkt abends schon etwas mehr, wenn ich alle paar Monate mal da bin).

    Aber wenn Du schon so kurz davor warst und immer wieder unter Suchtdruck leidest: Was kannst Du tun, um Dich nächstes Mal noch mehr zu schützen?

    Wissen und akzeptieren sie, dass Du nicht mehr trinkst? (Meine ja).

    Wissen sie auch, warum genau? ( Meine nicht die ganze Wahrheit, nur allgemein gesundheitliche Gründe...)

    Und wenn mir jemand alkfreies Bier anbietet, weil ich Biertrinkerin war, sage ich, dass ich das auch nicht trinke, weil ich sonst irgendwann "richtiges" wollen würde - und das eben nicht mehr will. Nicht gelogen, nur nicht die ganze Wahrheit. )

    Wie gesagt; Solche Fragen bitte nicht als Vorwurf, sondern als Anregung verstehen.

    Hmmh, vor zwei Stunden hast Du geschrieben:

    Aber es kann vorkommen, dass mal ne Flasche Wein da steht. Oder jemand auch mal ein Glas trinkt. Das stört mich nicht, weil es auch selten ist.

    Und jetzt:

    An Weihnachten war komplett alkoholfrei, niemand hatte was alkoholisches getrunken. Aber eine Flasche. Rotwein stand in der Ecke. Irgendwann habe ich sie gesehen und hatte voll Cravings. War ganz nah dran mir die Flasche zu nehmen und was einzuschenken

    Wie passt das zusammen?

    (Musst Du gar nicht unbedingt mir beantworten, aber unbedingt dir selbst.)

    Ja, Nüchternwerden ist auch nichts für Feiglinge, schon gar nicht bei dem Wetter...

    Und gut, dass Du erkennst, wie findig unser Suchthirn jede Situation für sich zu nutzen weiß "Trink was, dann geht es dir (noch) besser ..."

    Aber wir gehen es trotzdem an - und können uns dabei auch im fortgeschrittenen Alter noch mal mehr oder weniger neu erfinden - ist das nicht spannend?

    Noch einen schönen Sonntag!

    Manche Kommentare führen bei mir jedoch mittlerweile dazu, dass ich anfange zu überlegen, was ich schreiben „darf“ und was nicht. Das finde ich schade.

    Etwas Ähnliches äußern hier auch immer mal frisch Abstinente (rein menschlich nur allzu verständlich). Ich fühlte mich anfangs auch angegangen, hab aber schnell gemerkt, worum es hier geht: echte Hilfe zur Selbsthilfe (auch mal Köpfchen streicheln, aber nicht in erster Linie).

    Gestern habe ich dazu etwas bei dreamofkeywest ) geschrieben, was sich, finde ich, auch auf COs übertragen lässt:

    Ja, die "klare Kante" hier ist anfangs wohl für so ziemlich jeden Neuling erst mal gewöhnungsbedürftig - aber am Ende das, was das Forum so wertvoll macht - wenn jemand ernsthaft trocken werden und lebenslang bleiben will.

    Ich habe selbst Erfahrungen mit ambulanter und stationärer Suchttherapie gemacht, wo zu solcher Konfrontation geraten bzw. "Es hat mir gar nichts ausgemacht"-Berichte von Besuchen in einer Weinkellerei allen Ernstes als "Fortschritt" gelobt wurden - weil in der Suchttherapie in der Regel Theoretiker arbeiten, die nicht selbst Alkabhängig sind.

    Und selbst da erzählen manche Patienten nicht alles (z. B. Dass sie alkfreies Bier und Kinderpunsch trinken), weil die Therapeuten sie sonst "lynchen" würden ...wie in einem schlechten Pennälerfilm.

    Aber wir sind hier nicht bei den Lümmeln von der letzten Bank: Wer in Bezug auf seine Sucht wissentlich etwas verschweigt, betrügt nur einen Menschen: sich selbst.

    Wie gesagt: UNS bist Du keine Rechenschaft schuldig, aber wenn Du uns nach unserer Einschätzung fragst, darfst Du hier ehrliche, wenn auch nicht immer leichtverdauliche Rückmeldungen erwarten.

    (Ich kann das auch nicht immer gleich aushalten, dann schreibe ich eben später, wenn ich schon einige Zeit über eine knifflige Erfahrung nachgedacht habe und dann ein Feedback aus der Praxis aushalten kann, weil ich es mir dann auch als mögliches Korrektiv wünsche).

    Und hier noch ein Beitrag von Dir, den Du ganz zu Anfang, im Juli geschrieben hast:

    Das hatten wir alles schon ein paar mal. Da war mir immer ganz klar, es ist ein mega Problem, dann hörte er auf, (guck mal, doch alles gar nicht so dramatisch)trank alkoholfreies, mal 1 Bier. Dann irgendwann auch mal 2 Bier, irgendwann wieder ein bisschen mehr. Bis dann die Exzesse kommen, die ich nur vermute, weil ich dann nicht zu Hause bin. Oder schlafe. Ich glaube, dass unsere Beziehungsprobleme auch daraus resultieren, dass ich mich nicht wirklich auf ihn einlassen kann, weil ich immer auf halb-acht-Stellung stehe.

    Was ist diesmal (und seit wann?) anders?

    Du schreibst:

    Er geht in regelmäßigen Abständen zu einer systematischen Therapieutin, da ist Alk auch Thema.

    Ehrlich gesagt: Andersherum wäre es besser, also erst komplett und überwacht entgiften (ohne alkfreies oder-armes Bier), dann die Abstinenz festigen und erst nach einigen Monaten Erholung der Hirnchemie bei Bedarf die Kindheit etc. auf-und an der Beziehung arbeiten...

    Und was ist damit, hat er sich dazu

    Fazit: er hat nie gesagt, dass er bis zum Lebensende kein einziges Bier mehr trinken wird.

    noch mal geäußert?

    Ich finde es übrigens, auch in Hinblick auf andere Neulinge und stille Mitleser, sogar hilfreich, wenn Du hier Deine Fragen zum Alkoholismus stellst - solange Du Dich eben nicht darauf beschränkst.

    Bier ist mir egal. Alkoholfrei ist es einfach ein Getränk. Sehe es höchstens als kleine Abwechslung zu Wasser und Tee. Selbst wenn ich früher mal keinen Wein hatte, habe ich nicht auf Bier zurückgegriffen um mein Level zu bekommen. Bier ist etwas was ich nicht haben muss, von daher ist das kein Thema für mich.

    Interessant, dann muss ich mal gucken, ob ich beim nächsten Einkauf alkoholfreien Whisky finde, denn Whisky mochte ich auch nie ... dann wird mir die alkoholfreie Variante, so vorhanden, bestimmt schmecken...

    Im Ernst: Geh davon aus, dass es dein Suchthirn ist, das dir diese "Alternative" vorschlägt, und das ist einfach ein unnötiges Risiko, dem Du Dich da gerade am Anfang aussetzt. Denn es sieht aus und riecht wie Alkohol, und das sind gefährliche Trigger, die irgendwann zum Original führen.

    Ich fand es am Anfang auch schwierig, Alternativgetränke zu finden, die weder "langweilig", koffeinhaltig oder süß sind. Dazu gibt es hier aber einen eigenen Faden zum Nachlesen mit vielen Ideen, kann ich nur empfehlen.

    Ach Tiger, manchmal möchte ich (Alkoholikerin) den Cos in solchen Momenten zurufen "ob du nun was sagst oder machst oder in China ein Sack Reis umfällt - es ändert doch nichts, solange er sein Problem nicht als solches sehen will" ...

    Und zu Deiner Frage

    Kannst du dich in etwa daran erinnern ab wann du dich erinnerst? Meine Kinder sind jetzt 5 und 3, ich ringe täglich mit mir was schlimmer ist. So groß zu werden oder mit getrennten Eltern und im schlimmsten Fall ganz ohne Papa.

    kann ich Dir sagen: Wann setzt denn Deine bewusste Erinnerung ein? Also bei mir in genau der Altersspanne. Aber auch vorher merken selbst kleinste Kinder, wenn etwas zwischen den Eltern dauerhaft nicht stimmt, und gerade weil sie dann noch so klein und hilflos sind, macht das was mit Ihnen.

    Das ist bei der Forschung an "Kriegskindern" festgestellt worden. Da hat man lange fälschlicherweise gedacht, dass Menschen, die im Krieg noch Babys oder Kleinkinder waren, "zum Glück" nicht viel mitbekommen haben - weit gefehlt.

    Und ungelöste Konflikte und schlechte Vorbilder werden von einer Generation an die nächste weitergegeben, wenn niemand diese "Tradition" unterbricht, kannst Du hier bei den EKAs nachlesen, zu denen Du ja offensichtlich auch zählst.

    Mit dem Konsum meines Mannes lebe ich schon so lange Unglücklich, das hätte ich aus Mitleid ihm gegenüber einfach den Rest meines Lebens durchgehalten.

    Ist das nicht furchtbar traurig und armselig? Brauchst oder verdienst du nicht mehr? Du bist doch noch jung?!

    Als sehr verantwortungsbewusst auf mich wirkende Mama bist Du schon weiter:

    Ich möchte den Kindern aber eigentlich vermitteln, dass das eigene Glück wichtiger ist, als das aufrechterhalten einer unglücklichen Ehe.

    Gut so, da kannst Du ansetzen. Denn seine Trinkerei wird nicht besser werden, nur schlimmer, da er darin offensichtlich sein Heil sucht.

    Gut, dass Du hierhergefunden hast, bleib dran!

    Ich bin auch nicht alleine alleine. Meine Fellnase hat sich verkrochen und schläft zum Glück.ich höre Musik im Radio, warte noch auf was zum Mitsingen ...

    Ich habe mich selten so wenig "silvestrig" gefühlt wie heute, aber das ist ok. Liegt vielleicht auch an meinem fortgeschrittenen Alter.

    Aner ich erinnere mich noch gut an gefühlt einsame Silvesterabende in jüngeren Jahren. Seitdem ist viel Zeit vergangen, in der ich einiges lernen durfte. Und vor fast einem Jahr konnte ich nüchtern werden.

    Ich gehe arbeiten, gerne, und kümmer mich um meine Mutter, die Kinder, das Haus, den Hund.

    Das hört sich doch schon mal gut an. Also ist das Gefühl, allein zu sein, mehr innerlich? Fühlst Du Dich ohne Mann an Deiner Seite unvollständig?

    Oder hast Du das Gefühl, vor lauter Kümmern zu kurz zu kommen, nicht gesehen zu werden und dass Dir alles über den Kopf wächst?

    Hier bist Du nicht allein, hier wirst DU gesehen, und wir unterstützen Dich gern dabei, Dich aus alten, zu klein gewordenen Denkmustern zu befreien.

    Denn die sind es in erster Linie, die uns unglücklich machen, gar nicht so sehr die jeweiligen Umstände:

    Und ich weiß, dass ich das ändern muss,

    Altes Denkmuster, erzeugt nur Stress. Außerdem musst Du doch gar nicht ...

    Aber Du darfst was ändern. Und Du kannst was ändern, damit es Dir besser geht, unabhängig von einer Partnerschaft. (Neues Denkmuster, macht hoffentlich Mut.)

    Wäre das nicht ein schöner Plan fürs neue Jahr?

    Ich habe hier gelernt, dass auch Cos Suchtdruck haben können. Die Gefahr besteht wohl gerade bei Dir. Auch dafür gibt es hier einen Notfallkoffer. Kennst du den schon?

    Am besten Türklingel ausstellen, Hörspiel oder schöne Musik an (soll auch ängstlichen Hunden guttun) und mal so ins Blaue überlegen, was (außer einem gerade nicht lieferbaren Ritter)Dich im neuen Jahr entlasten und erfreuen könnte.

    Alles Gute, schöne Träume und auf Wiederlesen!

    Hmmh, dann weißt Du doch schon, wo Du im neuen Jahr ansetzen kannst: lernen, mit Dir selbst klarzukommen, Spaß zu haben und zufrieden zu sein, auch wenn Du gerade keine Gesellschaft hast - damit du nicht mehr nach einem Ritter suchen musst und nicht mehr an Männer gerätst, die dir nicht guttun.

    Wie lebst Du denn sonst so, hast Du Bekannte, Freunde, Arbeitskollegen, mit denen Du Dich manchmal triffst? Hast Du Hobbys bzw. Interessen, die Du stärker pflegen kannst und über die Du unter Leute kommst? Hast Du vielleicht ein Haustier an deiner Seite oder könntest du dir eins anschaffen und artgerecht halten?

    Willkommen und Respekt auch von mir, Heuel.

    Dieses Forum basiert ja auf den Erfahrungen von Langzeittrockenen. Nicht immer bequem, aber erfolgreich.

    Eine Erfahrung lautet:

    "Nur nicht trinken reicht nicht."

    Und, bezogen auf die Menschen, die in Deiner Gegenwart Alkohol trinken:

    "Wer kein Problem mit Alkohol hat, hat auch keins ohne ."

    Sei es Dir wert, Deine Lieben zu bitten, in Deiner Gegenwart keinen Alkohol zu trinken und diesen auch nicht zu Hause zu lagern. Alles andere ist auf Dauer Stress und gefährlich.

    Was Du in Deinem Leben sonst noch ändern kannst und darfst, um Deine Abstinenz zu sichern und zufrieden zu erleben, ist in den schon erwähnten Grundbausteinen zusammengefasst.

    Lies Dich hier ein, teil Dich hier ungeschönt mit und stell gern Deine Fragen.

    Alles Gute für Dich, gerade zum nassen Jahrewechsel!