Beiträge von Rennschnecke

    Hallo zusammen,

    bei Lebensmitteln finde ich es schon schwierig genug, versteckten Alkohol zu entdecken (neulich z. B. bei einer Fertig-Käsesoße erst im Kleingedruckten gesehen). Das motiviert mich zusätzlich, auf möglichst wenig verarbeitete Speisen zu setzen.

    Bei Pflegeprodukten finde ich es noch mal schwieriger. Dass im Mundwasser Alkohol sein kann, aber nicht muss, ist bekannt. Aber im Shampoo? Oder in der Salbe, auch aus der Apotheke?

    Gibt es da immer alkoholfreie Alternativen? Ich habe jetzt mit Mühe eine Hautcreme für meinen Bedarf gefunden, die keinen Alkohol enthält....

    Wie sind Eure Erfahrungen? Und sind hier konkrete Produkttipps erlaubt oder würde das anders als bei Buchtiteln als Schleichwerbung gewertet werden?

    Liebe Aurora, lieber Dante,

    meine Vorredner haben es schon wunderbar auf den Punkt gebracht, nun auch von mir als Forenfrischling ein herzliches Dankeschön für Eure wertvolle Moderatorentätigkeit!

    Auch ohne diese Rolle könnt Ihr ja weiterhin Eure lebensklugen Beiträge verfassen, wenn es gerade für Euch passt. Darauf freue ich mich, denn ich habe eifrig in Euren Fäden/Themen gelesen und viel daraus für mich mitgenommen.

    Gut, dass Ihr Eure Selbstfürsorge weiterhin ernstnehmt, auch das ist ein gutes Vorbild für mich.

    Alles Gute für Euch und auf Wiederlesen!

    Hallo, Iwona,

    Deinen Faden habe ich in meiner passiven Forumsphase, also im letzten halben Jahr, mindestens zweimal von vorn bis hinten durchgelesen, weil ich Deine Herangehensweise so positiv und ermutigend finde. Bist ein echtes Vorbild für mich! Darum auch von mir alle guten Wünsche für Deine Untersuchung. Du hast schon so viel geschafft ...

    Ich muss inmer daran denken, was Whitewolf mal einem Reha-Anfänger ( Ranger :Was ist aus Dir geworden?) geraten hat: sinngemäß bei allem wünschenswerten Austausch inkl. Empathie bei sich zu bleiben, niemanden zu retten zu versuchen, um nicht die eigenen Ziele aus den Augen zu verlieren oder womöglich gemeinsam unterzugehen ...

    Einerseits gibt mir der Kontakt zu Leidensgenossen viel, andererseits wird es mir gerade zu viel, wenn manche gleich beim ersten Kennenlernen ihre ganze Lebensgeschichte herunterrattern, da muss ich noch lernen, mich abzugrenzen...

    So, mal kurz verschnaufen, bevor es weitergeht. Hier in der Reha wird wirklich einiges getan/angeboten, auch am WE, damit sich gerade Fruschlinge wie ich am Anfang nicht verloren fühlen.

    Wenn das aber doch mal der Fall sein sollte, kenne ich da ein Forum, an das ich mich und um die Uhr wenden kann. 😉 Für beides bin ich sehr dankbar. Dann noch die Sonne und jetzt einen schönen Cappucino - mir geht es gut.

    Lieben Dank, Seestern, für den Zuspruch, und auch den anderen für die ermutigenden Zeichen. :) Ich bin noch dabei, mich in der Reha einzuleben, hab aber überwiegend ein gutes Gefühl dabei, später mehr, möchte auch nicht vorschnell werten.

    Erste Erfolge sind nach knapp 2 Wochen Nüchternheit bei mehr Bewegung auch schon spürbar: Mein Blutdruck, der in den letzten Jahren manchmal Anlass zur Sorge gab, scheint sich schon wieder auf richtig gute Werte einzuregeln (wird hier dauernd gemessen). Das motiviert zusätzlich ...

    Hallo zusammen,

    erst mal nur kurz: Ich bin jetzt frisch entgiftet (das ging dann doch ambulant, begleitet von meiner tollen Psychiaterin, erstaunlich einfach, sogar neben der Arbeit) und frisch in der stationären Reha angekommen (schon am ersten Tag erstaunlich fordernd).

    Jetzt bin ich platt und Schreiben überfordert mich gerade. Nur so viel: Ohne das mehrmals tägliche Lesen in aktuellen und archivierten Erfahrungen hier wäre ich wohl nicht so weit gekommen ... und nun freue ich mich auf die nächsten Schritte ... mit Euch!

    Ok, Elly, das respektiere ich. Danke, dass ich bis hierhin noch schreiben durfte, das hat mir wirklich sehr geholfen. Auch wenn ich nicht auf hede einzelne Nachricht geantwortet habe, habe ich sie doch aufmerksam gelesen und wertgeschätzt.

    Eine Bitte/Anregung an das Moderatorenteam habe ich noch: Hartmut hatte mich ja am Montag schon gefragt, ob vielleicht bei mir auch ein Missverständnis vorliegt, und erläutert:

    Wir sind hier keine Suchtberatung oder Therapieeinrichtung oder begleiten noch trinkende Menschen.

    Ausnahme, noch Trinkende befinden sich schon in einer überwachten Entgiftung. Da bist Du eben noch nicht so weit.

    Das ist eine Selbsthilfegruppe für trocken oder trocken werdende Alkoholiker, die den Wunsch haben, sofort aufzuhören. Nicht irgendwann in der Zukunft.

    Ich hatte mir Eure Infos im Anmelde-/Vorstellungsbereich daraufhin noch einmal durchgelesen. M. E. wird es da nicht so deutlich wie in seiner Antwort und ich scheine bei weitem auch nicht die einzige mit diesem Missverständnis zu sein. Das kostet alle Beteiligten Kraft und Nerven.

    Wäre es vielleicht eine Idee, dort noch etwas deutlicher zu werden, z. B. so:

    "Im offenen Bereich dieses ehrenamtlich betriebenen Forums können alle mitlesen, die sich über Alkoholsucht in allen Facetten informieren wollen. Eine Registrierung ist dafür nicht vorgesehen.

    Du möchtest nicht nur passiv mitlesen, sondern Dich aus eigener Betroffenheit auch mit anderen zum Thema austauschen, auch in den geschützten Bereichen? Dann ist eine Registrierung mit einem Nickname (nicht dem echten Namen) im Vorstellungsbereich erforderlich - aber nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig:

    Du hast selbst ein Problem? Dann melde Dich bitte nur an, wenn Du Dich selbst als Alkoholiker begreifst und trocken bist bzw. (wieder) werden möchtest - frühestens während einer ärztlich überwachten Entgiftung.

    Melde Dich bitte noch nicht an, wenn Du noch nicht so weit bist, auch wenn Du gute Absichten hast. In der Findungsphase wende Dich bitte an Deinen Hausarzt, an eine Suchtberatungsstellen und ggf. Eine Selbsthilfegruppe vor Ort, z. T. auch anonym.

    Wir freuen uns, von Dir zu hören, sobald Du den entscheidenden Schritt zur Abstinenz tatsächlich gegangen bist. Erst dann, bei der Festigung der Abstinenz, ist ein echter und hilfreicher Austausch in diesem Forum möglich. ..."

    (Oder so ähnlich ...) Dann weiß hoffentlich jeder, woran er ist, und macht sich keine falschen Hoffnungen ...

    Ist eine Anregung, müsst Ihr jetzt nicht drauf antworten. Ich melde mich dann frühestens wieder hier zu Wort, wenn ich im begleiteten Entzug (gewesen) bin. Danke an alle!

    Guter Tipp, Whitewolf, Listen sind genau mein Ding ...

    Ja, auch Hausärzte mit suchtmedizinischer Zusatzquali sind rar gesät, habe ich festgestellt.

    Hab gerade in meiner Noch-Hausarztpraxis nach meinem Blutbild gefragt. Ergebnis (mitgeteilt von der frdl. Arzthelferin, die Ärztin hatte sich das vorher angeschaut und bewertet): "Alles im Normbereich, bis auf den GPT-Wert: Der ist etwas erhöht, aber noch nicht behandlungsbedürftig."

    Das zu jemandem, der gerade seinen ernsthaften Entschluss bekundet hat, einen Entzug machen zu wollen...finde ich als "Schlusswort" sehr gefährlich. Da könnte manch einer auf die Idee kommen, dass er ja vielleicht doch noch so weitermachen kann wie bisher ...

    Ich lasse mich davon aber nicht beirren, auch wenn ich lt. Blutbild bisher noch rel. Glück gehabt haben mag. Ich spüre täglich, was Körper und Seele mir sagen wollen: "So geht es nicht weiter, mach endlich was ... " Und das tue ich auch, Schritt für Schritt.

    Und dieses Forum mit all den unterschiedlichen Persönlichkeiten und Schicksalen ist dabei ein ganz wichtiger Anker und Motivator für mich....

    Hallo zusammen, möchte kurz von meinen nächsten Schritten berichten. Hab heute endlich die Suchtberatung in der Nähe erreicht (gestern war mein Anrufversuch vergeblich,weil die im Netz kommunizierten Zeiten nicht mehr aktuell sind).

    Die Sekretärin war sehr freundlich und hat mich nach kurzer Abfrage der Kerndaten (allererster Kontakt/Versuch, klarer Abstinenzwunsch, Ersterkrankung: Depri) auf eine Warteliste gesetzt. Es kann etwa drei Wochen dauern, bis ich einen Rückruf von einem Suchtberater erhalte.

    Das dauert mir zwar selbst langsam alles etwas lange, aber ich lasse nicht locker.... Habe inzwischen bei der Netzrecherche einen Hausarzt mit Suchtquali in der Nähe gefunden, da mache ich einen Termin und nehme die aktuellen Blutwerte von der bisherigen Hausärztin mit, die ich morgen erhalte. Zum Glück ist ja gerade Quartalswechsel ...Und nächste Woche schaue ich mir eine SHG im Nachbarort an.

    Vielleicht überzeugen diese neuen "Pläne" hier nicht jeden, aber ich kann mir wieder im Spiegel in die Augen sehen, weil ich meine Sucht endlich angehe, Schritt für Schritt, wenn auch langsam. Und u. A. hier auch ganz viel lese und zu lernen versuche. Liebe Grüße.

    Ich darf Freitag anrufen... Und dann bitte ich darum, mir das Ergebnis auch zuzuschicken. Ist ja vielleicht auch wichtig, um zu beurteilen, welche Art von Entgiftung für mich die beste ist. Und dann welche Art/Klinik zur Entwöhnung.

    Weiß nicht, ob ich mir ambulant zutrauen darf, Medis hin oder her ... Kann man "nebenbei" eigentlich arbeiten? Oder hockt man da zu Hause? (Homeoffice geht bei mir nicht).

    Da wär ich ziemlich allein (bis auf meine Haustiere und die direkten Nachbarn, die gerade große eigene Sorgen haben). Meinen noch fröhlich trinkenden Ex würde ich ja dann erst mal auf Abstand halten. Das sind so Fragen, die ich mitnehmen möchte. Und nach einem Hausarzt mit Suchtexpertise fragen, natürlich.

    Hab ich mich auch gefragt ... Ca. 5 Jahre. Hab immer mal überlegt zu wechseln, aber die Ärzte in der Nähe, die mir empfohlen wurden, haben längst Aufnahmestopp. Und sie ist ganz gut erreichbar, auch von den Öffnungszeiten her.

    Bisher hatte ich allerdings noch bei jeder ernsthaften Erkrankung und der Begegnung mit den meisten Ärzten (Rücken, Haut, Depri ...) Den Eindruck, möglichst zur Expertin in eigener Sache werden zu müssen. Hatte so um die 30 mal eine ganz bescheidene Erfahrung mit einer psychosomatischen Klinik gemacht, deshalb will ich jetzt alles richtig "vorbereiten" und durchdenken ...

    Danke Euch, deswegen bin ich ja auch so froh, schon hier schreiben zu dürfen, auch wenn es eigentlich noch zu früh ist, wie ich Inzwischen gelernt habe.

    Dss Schlimmste hätte ich fast noch vergessen: obwohl sie sich ja nicht wirklich in der Beratungspflicht gesehen hat, hat sie mir doch allen Ernstes einen kalten Entzug als Möglichkeit genannt, gegen die unangenehmen Nebenwirkungen gäbe es Tabletten ...kein Wort von Gefahr oder Überwachungsbedarf ...

    Ja, das ist wirklich der Punkt, an dem ich trotz krassem Hausärztemangel in der Region endlich eine Alternative suchen muss. Guter Tipp, Linde.

    Danke Euch allen!

    Danke für die Bestärkung. 🌞

    Update: 3. Schritt (nach Gespräch mit Psychiaterin und Anmeldung hier): Besuch bei der Hausärztin (gleichzeitig Internistin) heute

    Eigentlich hatte ich ja vorgehabt, erst morgen über meinen Arzttermin zu schreiben. Aber ich bin doch etwas irritiert ...(mit Eistee in der Hand!)

    Ich hatte mir extra einen Zettel gemacht, um nichts zu vergessen. Als ich damit begonnen hatte, "Ich bin hier, weil ich mit dem Trinken aufhören möchte", wurde relativ emotionslos abgefragt: Aha, wie viel? (inzwischen 2 - 3 große Bier jeden Abend, da 3. wird gerade eher zur Regel), wann (abends), wie lange (fast 30 Jahre, natürlich "klein" angefangen), welche Medikamente: nur - edit - , keine Schmerzmittel, trotz weiterer Erkrankungen.

    Die Antworten wurden eifrig im Computer festgehalten, nur um mir dann mitzuteilen, dass sie in der Gemeinschaftspraxis (2 Ärzte) keine Suchtbegleitung leisten könnten, sie könnten mich höchstens in die Psychiatrie überweisen. Und die würden dann klären, welchen Weg ich am besten beschreite. Und der hätte dann durchaus gute Aussichten.

    Ich darauf: Bei meiner Psychiaterin war ich ja schon usw. Ärztin dann sinngemäß: Prima, dann sind Sie ja versorgt. Ich: Ja, aber man hört und liest überall, dass man mit seinem Hausarzt sprechen soll, schon, um den aktuellen Gesundheitszustand festzustellen, z. B. Blut abnehmen oder vielleicht Speiseröhre angucken oder Leber. Sie: Das kann alles auch der Psychiater veranlassen. Der nimmt wegen der Depressiva bestimmt regelmäßig bei Ihnen Blut ab?

    Ich: nein. (Inkl. Neuer Zweifel). Und Sie können mir jetzt kein Blut abnehmen? Weil mein nächster Psych-Termin erst Ende August ist? Sie, gefühlt gelangweilt, sinngemäß: wenns sein muss ...Jetzt kommts: Aber sie glaubt nicht, dass da bei mir groß was an Folgeschäden entstanden ist.... Die Werte kann ich am Freitag telefonisch erfragen, danach ist sie in Urlaub.

    Ich hab dann noch erwähnt, dass ich als nächstes zur Suchtberatung gehen möchte. Ok. (Fehlte nur noch Achselzucken). Daraufhin habe ich sie direkt gefragt: Und Sie können nichts mehr für mich tun? Daraufhin selbstbewusst ausweichendes Gerede von ihr ( inkl. "den ersten Schritt haben Sie ja schon mal gemacht ...",) Am interessantesten fand sie wohl die Frage, ob denn niemand was gemerkt und mich angesprochen hat (angesprochen noch keiner, den Rest weiß ich nicht).

    So viel dazu. Ich hatte auch erwähnt, dass die Depri gerade schlimmer wird. Egal ... Bin danach erst mal wieder in ein Loch gefallen und musste das hier loswerden. Ggf. Morgen mehr,wenn ich einen Termin bei der Suchtberatung gemacht habe.