Beiträge von Brettman

    Liebe Sula,

    ich bin zwischendurch mal auf die wahnhafte Idee gekommen, statt des Saufens wieder mit dem Kiffen anzufangen. War echt putzig, drei Joints UND acht Halbe. Gut, am nächsten Tag ging es mir nich ganz so beschissen, aber die Sucht hat sich dadurch nur doppelt manifestiert. Lediglich kleine Anekdote am Rande.

    Fakt ist, dass ich auch über Jahre funktioniert und dabei meine Alkoholabhängigkeit sogar sehr frühzeitig offen kommuniziert habe (Frau, Beruf, Freunde, Katzen). Bislang habe ich keinerlei Konsequenzen gehabt, auch nicht gesundheitlich. Nur meine Frau ist am Ende, zu Recht. Und ich auch, weil die Sucht einfach so unfassbar lebensbestimmend geworden ist, was früher oder später allerdings auch nicht anders zu erwarten war. Was will ich damit sagen? Die Erkenntnis, alkoholkrank zu sein, muss früh einsetzten und dann wird der Weg, tja, echt richtig scheiße. Du allerdings wirkst auf einem guten und reflektierten Weg. Weiter so. LG

    Hallo Sula,

    eine Flasche Wein hat in etwa 78 Gramm reinen Alkohol. Das ist knapp das Achtfache bei Frauen und das Vierfache bei Männern von dem, was medizinisch als geht gerade noch so angesehen wird, allerdings nicht täglich. Ausnahmslos ist Alkohol immer schädlich, weil es als Gift auf so ziemlich alles im Körper wirkt. Wenn es bei dir also täglich eine Flasche Wein war und eine Reduktion nur mit Beherrschung möglich gewesen ist, dann dürftest du über das Stadium des Abusus hinaus sein, zumal die Grenze zur Abhängigkeit ohnehin fließend ist. Ich konnte über Jahre meine Menge X trinken. Seit Langem empfinde ich bereits nach Kleinstmengen körperliche Entzugssymptome, bin also abhängig geworden und gerade mal seit 19 Tagen abstinent. Kurzum: Wenn du dich selbst nicht als alkoholsüchtig siehst, dann standest du mindestens kurz davor und da kann es für den abstinenten Umgang nicht schaden oder sogar enorm hilfreich sein, sich bereits schon jetzt die Krankheit einzugestehen. Macht man bei einer Erkältung ja auch und geht dann nicht bei Minus 10 Grad joggen, sollte man jedenfalls nicht. LG

    Moinsen Cadda,

    beruhigend, dass dieses Phänomen durchaus bekannt ist und nach einiger Zeit vorbei geht. Ich war halt nur irritiert, dass ich beim Aufwachen tatsächlich ein Katergefühl habe. Da dürfte das Hirn wohl noch massiv kondirioniert sein. Aber ich freue mich, wenn dann doch schnell die Erkenntnis kommt, einfach nur nüchtern zu sein. Also Danke für den Hinweis. LG

    … Brettman entstammt aus dem Tim Burton Film "Batman". Wer bist du? Ich bin Batman und daraus wurde dann Brettman. So einfach, so vielleicht nicht witzig.

    Du heulst nicht rum, sondern entlastest dich von negativen Emotionen. Richtig und wichtig. Das Erlebte mit abhängigen Partnern ist auch kaum in vernünftige Worte zu fassen. Insbesondere die Ängste in Verbindung mit der sich stets nicht erfüllenden Hoffnung sind immer wiederkehrende Gedanken, die das eigene Leben blockieren; nein, zum Teil sogar lahmlegen. Es darf nicht sein, dass die Sucht eines anderen einen solchen Einfluss auf das eigene Wirken ausübt. Der Süchtige ist der ultimative Egoist. Und das darf auch keine Erkenntnis des Süchtigen sein (wie jetzt hier in meinem Fall), sondern muss von dir als Bettoffene verinnerlicht werden.

    Ich finanziere unser gemeinsames Leben und könnte behaupten, dass meine Frau ein stückweit finanziell von mir abhängig ist. Ich würde ihr aber auch nach einer Trennung weiterhin alles zur Verfügung stellen. Sie kann das Haus, die Autos, die Einrichtung, das Geld und alles haben. Das wäre das letzte Stück Ehre, was ich vielleicht noch verspüre. Sie hat aber Angst, dass ich mich dann erst recht totsaufe, aber das muss nicht ihr Problem sein, weil ich auch mit ihr auf dem besten Weg genau dorthin war. Die Sucht greift einfach umfassend durch.

    Was will ich damit sagen? Wenn es gute Gründe gibt, die Beziehung (und damit meine ich nicht die Ehe, sondern die Liebe) zu retten, dann nur noch nach deinen Regeln. Keine Kompromisse, keine Ängste, keine Alternativen. Wenn das für eine Zeit X gut geht, dann findet man vielleicht/hoffentlich wieder (gemeinsam) Zueinander und küsst sich wie frisch verliebte Teenager. Aber nur ohne aktive Sucht. Denn das ist die Atombombe eines menschlichen Lebens und zerstört insofern einfach alles. Vertrau mir, ich bin süchtig. LG

    PS: Ansonsten musst du natürlich einen Scheiß😂

    ähm, du bist nicht zufällig meine Frau? Jedenfalls ergeht es ihr mit mir offensichtlich exakt so wie dir mit deinem Mann. Ich habe ihr sofort zum Beginn unserer Beziehung gesagt, dass ich alkoholabhängig bin, wusste damals aber nicht, dass es immer noch eine Steigerung in Sachen Sucht gibt. Ich hätte es natürlich wissen müssen. Und so quält sie sich seit 17 Jahren von einem Rückfall, von einer Lüge, von einer verlogenen Selbsterkenntnis und von einem nicht auch nur im Ansatz erfüllten Versprechen zum Nächsten. Sie sagt, sie ist verheiratet und absolut allein und einsam. Ich bin gerade bei meinem X-ten Versuch, wirklich für immer abstinent zu sein, habe meiner Frau aber empfohlen, dass wir uns ihr zu liebe trennen sollten. Sie will es nicht und das ist fast schon übermenschlich kraftvoll. Natürlich haben wir auch das Thema suchtförderndes Verhalten (oder eben wie so oft genannt Co-Abhängigkeit) besprochen und sie ist auch nach Ansicht meines Therapeuten gut davon entfernt. Aber es fällt mir schwer, ihr noch einigermaßen aufrichtig in die Augen schauen zu können. Jetzt bin ich seit unglaublichen (zwinker) 18 Tagen nüchtern und festen Willens, es diesmal für den Rest meines Lebens zu schaffen. Mit allem, was dazu gehört. Meine Frau sagt, zu Recht, schauen wir mal. Was will ich damit sagen? Never trust a junkie und gehe auf maximale Distanz, wenn eine Trennung (noch) nicht in Betracht kommt. Zeige immer die kalte Schulter. Gebe ihm zu verstehen, dass es ganz locker ohne ihn geht. Lass dich auf keine Diskussionen oder Unterhaltungen zum Thema Sucht ein, weil, es ist nicht dein Thema. Wenn er es schafft, dann merkt er es von alleine. Wenn nicht, dann ist es halt vorbei. So jedenfalls die Aussage meiner Frau. Keine einfache Entscheidung, aber irgendwann alternativlos, leider oder vielmehr richtig. LG

    Juhu Seeblick,

    deine Gedanken machen Hoffnung und lösen meine Angst vor was auch immer. Natürlich habe ich auch nur getrunken, um des Trinkenwillens. Rausch ist egal, alles ist egal, Hauptsache saufen; eine Flasche nach der anderen und Morgen ist es vorbei. Ach ne, Übermorgen oder vielleicht doch erst nächste Woche? Ich bin seit meinem Absturz von vor 18 Tagen nicht wirklich von Panikattacken befallen, hatte aber schon einen Notfall. Ja, selbst verschuldet, weil sich unnötigen Situationen ausgesetzt, Sucht ist so unglaublich nervig, andererseits so unverständlich dominant; da bleibt nur die Trockenheit. Beruflich habe ich viel mit Polytoxikomanen zu tun. Es ist schon wahnhaft irre, nützliche Sicherheitshinweise bei eigener Abhängigkeit zu erteilen. Aber nach dem Job ging halt die erste Pulle auf. Kompensation oder erkannte Selbstwirklichkeit!? LG

    … ich beschreibe mal ganz kurz meine Abstinenz: Ich träume vom Saufen und wache mit einem verkatzten Gefühl auf. Es braucht einen Moment, um zu realisieren, dass ich nüchtern bin. Das ist so ziemlich jeden zweiten, vielleicht dritten Morgen ähnlich, von Schlafstörungen mal abgesehen. Hatte ich in Abstinenzphasen auch schon früher, allerdings nicht so intensiv. Ich fühle mich dann natürlich gut, finde es aber schon etwas spooky. Kennt das jemand?

    Hallo Bolle,

    exakt so ist auch der Plan. Denn in der Tat geht es jetzt erstmal nur darum, trocken zu bleiben UND die dafür notwendigen Schritte zu gehen (insb. stationäre Therapie und Lebensveränderung). Ich wollte auch nur zum Ausdruck bringen, dass ich das ein oder andere Thema nicht gänzlich zur Seite schieben wollen würde und mich damit beschäftigen möchte. Die Zeit spielt DABEI keine große Rolle. LG

    Hallo Hartmut,

    ich finde mich auch befremdlich. Und es sind einfach viele Themen, die ich aufarbeiten muss oder möchte. Und da gehört unter anderem auch die Frage nach der eigenen Identität dazu. Das ironisch abzuqualifizieren und darauf hinzuweisen, dass daran schon ganz andere gescheitert oder verzweifelt sind, ist deine Sicht der Dinge, die dir unbenommen bleibt. Muss ich ja nicht annehmen. Und dass ich dem Alkohol nichts Gutes zuschreibe, hatte ich m. E. deutlich zum Ausdruck gebracht. Für mich ist es nur wichtig, auch den Suchterwerb zu reflektieren und wenn das Suchtmittel von vornherein so Scheiße wäre, dann gebe es wohl allgemein keine Sucht. Diesen gedanklichen Prozess lasse ich mir auch von Langzeiterfahrenen nicht nehmen und bitte dafür um Verständnis. Und es bringt auch nicht viel, eine missverstandene oder missverständlich ausgedrückte Aussage in lediglich anderen Worten wiederholt zu kommentieren und darauf hinzuweisen, dass es für einen selbst so nicht geht/ging oder zumindest befremdlich wirkt. Und ja, es ist ein Austausch, für den ich sehr dankbar bin. LG

    Hin und wieder ist es der Unterschied zwischen den trockenen Jahren, einfach zu hoch. Am Anfang konnte ich vieles, was von den Langzeittrockenen eingeprasselt ist, auch nicht verstehen oder richtig einordnen. Mit der Zeit kam aber da und da der AHA Effekt.

    ... da braucht vermutlich jeder auch etwas Zeit.

    „man“ kann zunächst auch einfach nur eine (umgangs)sprachliche Unschärfe sein, der weder eine psychologische noch eine gesellschaftliche Bedeutung beizumessen ist. Vielleicht sollte MAN auch nicht alles künstlich intellektualisieren. Ich könnte mir zwar vorstellen, dass ich mich mit der Formulierung man durchaus von mir abgrenzen möchte, müsste dies als Hypothese aber noch weiter betrachten. Denn bis zu dem Hinweis hatte ich mir eigentlich noch keine Gedanken darüber gemacht.

    ...dass das mit dem Festival max. bescheuert war, hatte ich ja bereits geschrieben. Aber ich hatte die Karte und wollte das Geld nicht versenken. Werde ich aber definitiv nicht wieder machen.

    Gegenwart, weil es eben noch gegenwärtig ist. Nicht im Sinne von aktuell, aber auch noch nicht solange her, als man von relativer Vergangenheit sprechen kann. Nach sechs Monaten werde ich vielleicht mal das Präterium bemühen und in zwei Jahren bin ich dann beim Plusquam.

    "Man" drückt eben die Distanz zum eigenen Ich aus, um die es ja zum Teil auch geht. Wenn ich die überwunden habe, bin ich vermutlich auch bewusst oder völlig unbewusst in der Lage, von mir zu sprechen.

    Auf jeden Fall sehr interessante Denkanstöße. Vielen Dank dafür und lG

    Hallo Stern,

    einen Auslöser kann ich nicht wirklich greifen. Vielleicht war die Beherrschung der letzten Woche (Festival) einfach etwas zu viel. Und da bin ich heute von der Arbeit nach Hause gekommen und hatte schlicht das Gefühl, etwas trinkem zu können. Aber ich weiß ja, dass der Druck "nur" so ungefähr 20 Minuten anhält und man mit Essen sowie neutralem Trinken schonmal gut entgegenwirken kann. Und den Tipp mit scharf habe ich aus meiner Therapie. Habe mir auch einen kleinen Vorrat an scharfen Tomatensaft hingestellt. Frisst ja kein Brot und schmeckt auch so ganz gut.

    Jo, es geht schon lange nicht mehr um den Rausch, sondern nur noch um einen halbwegs erträglichen Körperzustand. Und ich bleibe weiterhin fasziniert oder besser erschrocken, wie wenig es badarf, um fast sofort wieder Entzugssyndrome zu verspüren. Was früher mal ein Kater war, ist heute ganz anders. Ich für meinen Teil bleibe deswegen nach Rückfällen auch mindestens eine Woche auf Dauersuff hängen, bis es dann mit Arztbesuch wieder einigermaßen geht und ein neuer Anfang beginnt. Allein dieser Kreislauf ist so gaga, aber Sucht ist ja selten von rationalen Verhaltensweisen geprägt.

    Es mit sich selbst aushalten zu können oder vielmehr zu genießen, ist mein Schlüssel, das muss ich hinkriegen. Und da scheint es egal zu sein, wie beliebt man in seinem Umfeld ist und wie sehr einen der Partner liebt. Wenn man sich selbst kacke findet, lässt man sich nur schwer vom Gegenteil überzeugen. An diesem Phänomen arbeite ich therapeutisch schon seit ca. 18 Monaten und habe dabei festgestellt, dass man sich nüchtern gar nicht mal so kacke findet. Aber warum dann doch wieder der Griff zur Flasche? Weil man nicht nur süchtig, sondern auch bekloppt ist. LG

    … also, eine Hintertür möchte ich mir nicht offenhalten. Ergäbe letztlich auch keinen Sinn, denn fürs Saufen brauche ich mich nicht im 0,00‰-Forum zu tummeln, dann cutte ich halt und alles wird wieder schön bunt oder vielmehr blau.

    Ich sehe ein, dass es etwas ungünstig zu vermitteln ist, welche vermeintlich positiven Effekte der Alkohol für mich hatte. Außerdem bin ich neu und versuche gerade, mich zu orientieren und da bin ich für das hiesige Erfahrungswissen sehr dankbar. Trotzdem erachte ich eine kurze Selbstanalyse für zumindest nicht schädlich oder gar verkehrt; aber natürlich jeder so, wie er meint.

    Alkohol hat immer sehr viel Druck von mir genommen. Offensichtlich kann ich mit Druck nicht adäquat umgehen. Aber was auch immer es ist, weiter gegen die Sucht zu kämpfen und insofern die Krankheit zu stoppen, lohnt sich uneingeschränkt; was schon immer klar war, nur einfach nicht umgesetzt wurde. Letztlich bin nicht der Einzige auf der Welt, der über den Rausch versucht hat, eine innere Leere und/oder einen Interessenmangel auszugleichen.

    Ich will mich aber nicht beschleunigen, was ich bereits erwähnt hatte. Auch wenn heute ein Tag war, an dem ich meinen Notfallkoffer in Form von Jalapeno aus dem Glas (also scharf essen) öffnen musste und daher weiß, dass es eigentlich schnell gehen muss, will ich auch Kraft aus der Ruhe schöpfen. Und das hat nichts mit Verdrängen, Verschieben oder Verleugnen zu tun. Soweit, so mittelmäßig.

    Kleiner Side Fact am Rande (putziges Wortspiel): Als Selbstzahler muss ich bei der von mir bevorzugten Klinik 10% der Behandlungskosten im Voraus zahlen (habe mich den Modalitäten erkundigt). Läuft mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen Kleinkredit hinaus, von dem man keine Ahnung hat, ob es gut investiertes Geld ist. Das hemmt mich zwar, soll aber keine Rechtfertigung oder Entschuldigung darstellen. Nur sind ca. 7,5 K auch nicht mal eben so aus der Hüfte geschwitzt.

    Nicht, dass ich mich angegriffen gefühlt habe, aber dieses "Zitat eingefügt" und du hast was geschrieben, was unbedingt kritisch kommentiert werden muss, aber ggf. aus dem Kontext genommen wurde, war zunächst etwas irritierend. Ist halt Austausch und man muss sich auch an sperrige Meinungen gewöhnen; jeder nur für sich.

    Natürlich soll man bei 15 -20 Jahre der Abstinenz (und selbstverständlich auch darüber hinaus) Stolz auf das Erreichte sein. Aber es gibt eben Menschen, die noch nicht so weit sind und jeder stand irgendwann mal am Anfang.

    So, und jetzt jetzt nicht lang schnacken, sondern Kopp in Nacken. Es muss weiter getrunken werden (das ist ein Spaß). LG

    …nö, die Vorhaben sind nicht mal wieder etwas in die Ferne gerückt und ja, analysieren hilft mir gerade. Und nichts ist anders. Ist das schlimm? So ganz verstehe ich nicht, was mir gegenüber zum Ausdruck gebracht werden soll. Nur so ist es richtig und anders wird das nix? Jedenfalls mache ich und habe nächste Woche Termine bei meinem Hausarzt und beim Psychiater. Psychologe ist urlaubsbedingt dann die Woche drauf dran. Die Depris hatte ich bereits im Vorstellungsbereich erwähnt. Mit meiner Frau fängt es auch gut, aber in Ruhe an. Ich melde mich, wenn ich getan habe. Aber vielleicht helfen SHGs tatsächlich nur beim trocken bleiben und nicht, um trocken zu werden, was man nach zwei Wochen ja definitiv noch nicht von sich behaupten kann. Danke.

    Liebe Alle,

    egal, ob nun Dopamin, Serotonin oder Endorphin, Glückshormone werden eben durch Drogen künstlich produziert oder ebenso nach oben geschraubt. Und daran gewöhnt sich das Hirn, der Mensch und man will es immer wieder haben. Dass sich irgendwann die Toleranz erhöht, man die Kontrolle verliert und sämtliche Interessen zu Gunsten dieses Zustandes zurück treten, ist jedem klar und nennt sich wohl Abhängigkeit. Ich weis nicht mehr, was bei mir zuerst da wahr. Huhn, Ei, Depression, Alkoholsucht. Ich tippe auf letzteres. Jedenfalls konnte ich selbst in meiner längsten Abstinenzphase nichts Ähnliches wie eine halbwegs befriedigende Zufriedenheit aufbauen. Ergo war die Phase unbewusst sowie von vornherein nicht auf Dauer angelegt, und das scheint mir mein Hauptproblem (gewesen) zu sein. LG

    … ich schwebe auf keiner Wolke und trauere nix hinterher. Ich verstehe das auch gar nicht. Bis zu dem Moment, in dem man als sabbernder Lappen gerade mal so ins Bett gefunden hat, wird das Rauschmittel schon irgendwas bewirkt haben. Bei mir war es ein durchaus als euphorisch zu beschreibender Zustand. Und das ist jetzt nichts Verherrlichendes oder Euphemistisches, sondern einfach nur die Wirkung einer Droge. Dafür ist der Mist eben da. Und selbst, wenn der Körper nur danach giert oder man lediglich das Zittern bzw. Schwitzen wegbekommen möchte, dann ist es doch ein angenehmer Zustand, wenn man genau das geschafft hat. Ich will hier nichts beschönigen, aber auch nichts verharmlosen. Alkohol wirkt und zwar zu jeder Tageszeit; das ist nunmal so. Und das heißt nicht, dass ich dem etwas Gutes attribuiere.

    Hi Bolle,

    genauso ist das. Und ich verlange auch nicht viel von mir, außer nüchtern zu bleiben. Noch ist nicht viel erreicht, aber die Arzttermine für den stationären Therapieantrag sind gesetzt und dann gehen die Unterlagen zur Krankenkasse. Mein Psychologe unterstützt logischerweise auch und dann liegt es wie auf hoher See in Gottes Hand. Aber egal, wie es läuft, Trinken ist keine Option. LG

    Hallo Elly,

    nö, ich sehe nix Positives im Alkohol, sondern versuche nur für mich festzustellen, warum ich immer wieder getrunken habe, und zwar trotzdem es mir nüchtern gut geht. Und nein, ich kann dem Leben nichts Positives abgewinnen. Allerdings mache ich mich gerade noch mal auf dem Weg und denke, dass es etwas Zeit braucht. Auch wenn es allein in diesem Jahr schon vier (oder sind es fünf?) Anläufe waren, will ich nicht aufgeben. Aber man möge es mir nachsehen, dass ich mir gegenüber noch keine Dankbarkeit empfinde und derzeit eher depressiv verstimmt bin. Insofern kann ich die Frage nach dem Warum auch nicht beantworten. Wenn ich zufrieden wäre, hätte ich vielleicht nicht angefangen, mich in eine Sucht zu trinken. LG