Mein Mann ist noch für 6 Wochen auf LZT, der Weg bis dahin war lang und schwer. Gespickt von Selbstzweifeln, Vertrauensbrüchen und Ängsten, Selbstbetrug und Oscarreife, schauspielerische Leistungen von uns beiden an den Rest der Welt. Ich liebte meinen Mann aufrichtig und von ganzem Herzen, er ist ein sehr herzlicher, hilfsbereiter und gütiger Mensch. Zum Alkohol griff er wenn etwas schief gelaufen war oder wenn etwas höchst Erfreuliches passierte- also immer wenn es sehr emotional wurde...Durch gesundheitliche Probleme, die sich anbahnten aber nicht berücksichtigt wurden, auf mich wurde leider nicht gehört, kam der 1.Herzinfarkt und 2 Bandscheibenvorfälle...Langzeitkrank, Verlust des Selbstbewusstsein, Selbstmitleid, Existenzangst, Alkohol, Alkohol, Alkohol!!!!
Soooo oft versuchte ich ihm Mut zu machen- gemeinsam sind wir stark, es gibt immer einen Weg usw, usw. Er hat nicht mitgemacht, oder konnte es nicht mehr...? Ich wollte mit ihm zur Suchtberatung, Psychologen- er schafft das alleine, meinte er. Die Lügen wurden mehr, ich war alleine...so oft
Es ist viel in mir kaputt gegangen und ich weiß nicht ob die Gefühle die ich noch habe ausreichen für den Erhalt unserer Ehe. Ich merke wie gut es mir tut, dass ich mich nur mal auf mich konzentrieten kann. Ich weiß, dass ich diese furchtbare Zeit seines Trinkens NICHT nochmal durchleben will...ich weiß nicht ob ich es schaffen kann nochmal Vertrauen zu fassen. Aber ich will es versuchen, doch ich werde mich nicht mehr verbiegen ![]()