Beiträge von Siri

    Ich kann den Wunsch nach mehr Individualität, die nun mit der neuen Möglichkeit zur Bildkomposition gegeben ist, nachvollziehen und habe jetzt einfach aufs alte Design umgestellt.

    Die alte Version genieße ich gerade sehr, werde aber bei Gelegenheit noch mal versuchen, ob ich mich auch an die neue Version gewöhnen kann. Die subtilen Bildbotschaften, die durch das neue Ausdrucksmedium "Bildmix" jetzt möglich geworden sind, werden so ja an mir vorübergehen. Man könnte ja etwas verpassen...

    Ich habe den Eindruck, dass die alte Version sich verbessert hat. Kann das sein? Bin jedenfalls mit der alten Version gerade sehr happy.

    Danke sehr für die Vergrößerung der Schrift. Das ist schon viel lesbarer!

    Aber jetzt, wo das geändert ist, fällt mir auch noch anderes auf:

    Insgesamt ist das Design/Layout viel unruhiger geworden. Es sind sehr viele unterschiedliche Farben und Schrifttypen, Farbhintergründe und Kontraste, die man visuell verarbeiten muss. Neben den verschiedenen Schriften und Schriftfarben, gibt es Fettdruck, Normaldruck, einen Mix sehr vieler Bilder (vor allem im Feld der Forumsteilnehmer) und das alles spielt sich vor verschiedenen farbigen Hintergründen ab. Mir kommt es visuell sehr unruhig vor.

    Ich finde es wichtig die Warnung, sich nicht mit dem echten Namen anzumelden, rot hervorzuheben, aber die rote Schrift vor dunkelblauem HIntergrund flimmert bei mir in den Augen.

    Dass ich jetzt als Hintergrund bei mir ein schönes Foto habe, gefällt mir sehr. Wenn aber in diesem Bereich mehrere Fotos aufeinandertreffen, dann wird es wieder unheimlich viel visueller Stoff.

    Gerade wenn man Probleme mit dem Sehen hat, ist das echt sehr viel!

    Liebe Grüße Siri

    Hallo Alex,

    vielen Dank für Deine Arbeit und Mühe, das Forum neu zu gestalten.

    Ich habe mich mittlerweile einigermaßen eingefuchst und komme gut zurecht.

    Was mir aber auffällt ist, dass die Hinweise unter den einzelnen Foren, zB. beim "Vorstellungsbereich" der Hinweis "Bitte meldet euch auf gar keinen Fall mit eurem Familiennamen an!!" jetzt in sehr kleiner Schriftgröße gestaltet sind.

    Ich sehe tatsächlich nicht ganz so gut und so eine kleine Schrift zu lesen, fällt mir sehr schwer.

    LG Siri

    Liebe Elraine,

    mir tut es gerade sehr leid, die Wendung "Weil Du aber auf Deinen Fehlern herumreitest" verwendet zu haben.

    Das ist der Tragweite nicht angemessen und ich möchte mich hierfür entschuldigen.

    Besser wäre es vielleicht zu schreiben: "Weil Du die Fehler nicht loslässt", oder eventuell müsste es sogar heißen, "Weil Dich Deine Fehler nicht loslassen".

    Ich merke, es ist für mich ganz schwer, hier die richtigen Worte zu finden. Bitte entschuldige, ich wollte Dich mit meinen Worten keinesfalls verletzen. Es war zu leichtfertig geschrieben.

    LG Siri

    Ist es aber nicht so, dass man sich grundsätzlich schon sehr über seine Außenwelt definiert bzw. durch seine Wirkung auf andere?

    Hallo Elraine,

    was ich meine, hat vor allem mit Selbstvergewisserung zu tun. Es ist kein bewusster Prozess. Kleine Kinder sind darauf angewiesen, sie würden ohne diese Aufmerksamkeit nicht überleben.

    Zum Beispiel schauen kleine Kinder immer mal wieder zurück zu den Bezugspersonen, wenn sie anfangen krabbelnd und dann auf zwei Beinen die Welt zu erobern. Dennoch bleibt es ihre eigene Erkundungsleistung. Da wird nichts durch die Aussenwelt definiert, auch wenn die Kinder die Rückversicherung bei den Bezugspersonen suchen. Das ist wie ein magisches Band zwischen Eltern und Kindern, das je nach Erkundungslust des Kindes, Situation und Persönlichkeit bzw. Stimmung der Eltern mal länger und mal kürzer wird. Den Weg und den Abstand bestimmt aber das Kind, ausser bei Gefahr natürlich. Gut beobachten kann man das in Wartehallen am Flughafen oder der Bahn.

    Für mich war und ist es wichtig zu lernen, mir selbst diese liebevolle Aufmerksamkeit zu geben.

    Weil Du aber weiter auf Deinen Fehlern herumreitest, mache ich weiter mit meinen sentimentalen Geschichten ;--)

    Denn für mich ist es eine große Freude und auch heilsam, Interaktionen mit Kindern aufmerksam zu beobachten. Ich selbst habe keine Kinder, aber liebe es, mit Kindern von Freunden etwas zu unternehmen. Generell freue mich immer sehr, wenn ich (auch in der Öffentlichkeit bei völlig Fremden) mitkriege, wie eine potenziell schwierige Situation gemeistert wird. Wobei es oft so ist, dass nur ich die Situation schwierig finde, die Eltern sie aber als ganz normal und unspektakulär empfinden. Und das ist für mich dann oft der Schlüssel!

    So waren wir mal mit einer Freundin und ihrem vierjährigen Kind spazieren. Das Kind konnte schon sehr gut Fahrradfahren und ist mal hinter, mal vor uns geradelt. Wir waren noch nicht lang unterwegs, als es eine geheimnisvolle, sehr dunkle, von Bäumen und Sträuchern überwucherte, sehr matschige Stelle unten am Wasser entdeckt hat. Unbedingt dort und nur dort sollte die geplante Essenspause eingelegt werden, denn da lockte das Abenteuer. Wir Erwachsenen fanden das nicht attraktiv: kalt, dunkel und dreckig. Zwar kam die Sonne gerade hinter den Wolken hervor, aber da es zuvor geregnet hatte, war alles noch nass und zu dieser Stelle drang wirklich kein einziger Sonnenstrahl durch. Wir wollten nicht im düsternen Schatten auf einer klitschklatsch nassen Bank sitzen, sondern die nächste Bank in der Sonne aufsuchen.

    Die Mutter hat unsere Erwachsenenpräferenz freundlich bestimmt mitgeteilt und dem Kind verboten dort runterzugehen.

    Daraufhin wurde das vierjährige Kind sehr sehr wütend. Es hat angekündigt, dass es uns von hinten in die Beine fahren werde. Wir sind weitergegangen und haben uns normal weiterunterhalten. Die Mutter hat ruhig nach vorne geblickt, ich muss zugeben, dass ich mich ab und zu umgedreht habe. Es hat nicht lang gedauert und das Kind hat seine Androhung bei der seelenruhig weitergehenden Mutter in die Tat umgesetzt. Resultat war, dass das Kind vom Rad gefallen ist. Es hat laut protestiert und geweint. Uns wurde wütend vorgeworfen, dass wir schuld seien. Die Mutter hat das verneint (ohne laut zu werden, ohne Vorwurf, aber wirklich entschieden) und in Erinnerung gerufen, was zum Sturz vom Fahrrad geführt hat.

    Das Kind ist ersteinmal nicht wieder aufs Rad gestiegen, sondern dort zurückgeblieben und hat geschmollt. Wir sind mit dem Rad vorangegangen. Die Mutter hat ihr Kind nach nicht allzu langer Zeit in freundlichem Ton beim Namen gerufen und es ist irgendwann langsam zu uns gekommen. Es wurde nichts beschönigt, aber es gab keinerlei Moralpredigt. Das Kind wurde einfach freundlich neutral in Empfang genommen, ohne Vorwurf. Ich habe die Mutter sehr für ihre Seelenruhe bewundert. Auf meine Frage, wie es ihr gelingt so ruhig zu bleiben, meinte sie nur lachend: wenn so etwas drei- viermal am Tag passiert! Als wir unsere Bank erreicht haben, wurde das immer noch ein wenig schmollende Kind liebevoll draufgestellt, gefragt ob die Jacke ausgezogen werden solle, weil es so erhitzt war, und dann gab es erst einmal Apfel, Tee und Käsebrot. Alles war wieder gut. Das Kind hat uns begeistert auf Vögel im Strauch über uns aufmerksam gemacht und das schöne bunte Laub und und und. Und als wir zurückgingen wurde das einhändige Fahrradfahren demonstriert und Slalom gefahren.

    Ich weiss nicht, ob Du damit etwas anfangen kannst. Aber für mich ist diese Szene eine Art umgekehrtes Sinnbild für meine eigenen Kindheitserlebnisse. In meiner Kindheit ist es definitiv nicht so ruhig gelaufen, wenn es um das Aushandeln von Grenzen mit meiner nächsten Bezugsperson ging. Da wurde sofort aggressiv reagiert, es ging um die Demonstration der Durchsetzungsmacht. Es gab keine Neutralität gegenüber meiner Person. Ich wurde mit meiner Missetat in eins gesetzt, mit ihr allein gelassen und wohl auch oft beschämt. Es gab niemanden, der mich nach einem Fehltritt einfach fürsorglich wieder in Empfang genommen hätte.

    Wer das in einer bestimmten Phase der Kindheit drei bis viermal am Tag aber so erlebt hat, wie das kleine Kind meiner Freundin, der kann wahrscheinlich auch später negative Gefühle ganz gut aushalten.

    Der weiss: die Tat war mist, ich bin dennoch liebenswert, das miese Gefühl vergeht.

    Mir helfen meine Sinnbilder und ich wünsche Dir, dass Du eigene Bilder und Geschichten findest, die Dir helfen!

    LG Siri

    Nun habe ich das Gefühl, welches mich mehrmals am Tag beschleicht, dass ich alles kaputt gemacht habe. Und kippe schnell in das mir so bekannte Muster, dass ich nichts wert bin und auch nicht fähig bin ...

    Stell Dir eine Mutter, einen Vater vor, die ihren kleinen Liebling, der stehen lernen und am liebsten sofort laufen will, wieder mal auf den Boden plumpsen sehen.

    Es gibt ja nichts niedlicheres als diese Szene!

    Was machen die Eltern, wenn sie gesund sind und was machen wir alle? Vielleicht zucken wir kurz zusammen, hoppla! aber sofort strahlen wir das Baby an. Ihm wird versichert, dass es das super macht, es ist einfach ganz toll und das kleine Missgeschick nicht schlimm. Im Gegenteil, durch die liebevolle Interaktion werden alle kleinen Schritte, die dazu führen, dass das Kind dann schließlich läuft, zum Quell großer Freude für alle, die das miterleben dürfen. Denn es ist ja ein Wunder all diese Entwicklungsprozesse. Das Baby wird ermutigt, es wieder und wieder und wieder zu probieren – bis es klappt.

    Laufen lernen ist schwer! Wir haben das einfach vergessen. Da hilft das strahlende Gesicht der Erwachsenen, die das wie Helden auf wundersame Weise schon alles beherrschen und wo es völlig mühelos aussieht.

    Das Kind ist völlig zu Recht stolz auf jede seiner Aktionen, die es zum Laufenlernen braucht.

    Diese Szene wiederholt sich unendlich oft zu Beginn eines Lebens. Zumindest sollte sie das.

    Leider gibt es auch Situationen, wo die Eltern das nicht kontinuierlich können, sie können nicht einfühlsam auf das Kind reagieren. Oder reagieren sogar genervt und aggressiv. Oder aber, vor allem später, wenn das Kind immer eigenständiger wird, beginnen sie den Stolz des Kindes zu unterminieren. Da gibt es sicher viele Möglichkeiten, warum das manchmal leider so ist. Nicht immer muss es mit schwerwiegenden psychischen Störungen oder Substanzmissbrauch zu tun haben. Vielleicht befürchten die Eltern einfach nach bald drei Jahren, ihr Kind würde nie laufen lernen und hätte eine ernste Entwicklungsstörung (zB bei Kindern, die das sehr spät in Angriff nehmen) und dann wird jeder Plumpser argwöhnisch beäugt.

    Aber: wir können uns die positive Szene vorstellen und auf uns selbst anwenden. Wer mit einfühlsamen Bezugspersonen aufgewachsen ist, macht das automatisch. Wenn das nicht so war, können wir selbst uns bewusst weiterhelfen: Wir sind jetzt erwachsen und können lernen, freundlich und liebevoll auf uns zu schauen, wenn wir dabei sind unsere Ziele zu verfolgen, dabei Fehler machen, uns dann wieder berappeln und auf diese Weise lernen.

    Es ist die Regelmäßigkeit, die Wiederholung, die hilft.


    Sondern unsere Verhaltensmuster haben einfach „gut gepasst“ um ein für uns beide ungesundes System am Laufen zu halten. Die Geschichte in meiner Ursprungsfamilie steht auf einem anderen Blatt.

    Ich kenne das nicht in der Ehe, aber im beruflichen Leben und früher bei Freundschaften. Hier muss ich sehr darauf achten, dass es nicht mal wieder "zu" gut passt. Ich bin deshalb mittlerweile sehr wählerisch.

    Wie gerne würde ich diesen Schlüssel finden. Wie hast Du ihn denn gefunden?

    Gedankenkarussell stoppen! Nicht grübeln, sondern die Liebe zu sich selbst praktizieren und kultivieren.

    Obwohl es sich zunächst komisch angefühlt hat, habe ich auf Rat einer Therapeutin damit begonnen, mich jeden morgen zu begrüßen und mich über mich selbst zu freuen: schön, dass ich Du da bist! So wie Eltern ihre Kinder anstrahlen, wenn sie sie sehen: Du bist ein Schatz! Mit der Zeit nahm das viele verschiedene Formen an, ich bin richtig kreativ und auf liebevolle Weise humorvoll mit mir selbst.

    Es ist zunächst sehr floskelhaft, aber gerade dass es so einfach ist, ist gut. Es ist die Wiederholung, die hilft.

    ich versuche das und eigentlich dachte ich auch bisher, dass mich viele andere Dinge ausmachen. Derzeit habe ich aber Angst, das für Ihn nur noch dieses "Elend" geblieben ist. Er zeigt es mir aber ganz anders, ich kann nur diese gesagte Sachen nicht vergessen.

    Liebe Elraine,

    Iwona-w und Lanananana haben heute Abend etwas geschrieben, was ich auch für zentral halte: "Ich habe gelernt mich selbst zu lieben".

    Dass Dich so viele andere Dinge ausmachen, das tief im Inneren zu wissen, kannst nur Du selbst Dir mit der Zeit erschließen. Das hat nichts mit Deinem Partner zu tun.

    Es geht ganz allein um Dich. <3

    Die Liebe zu sich selbst, die ist ja da. Aber Du darfst sie Dir auch erlauben! Zumindest war das bei mir ein Schlüssel zur langsamen Heilung, dass ich das darf. Das zu wissen und zu spüren, erzeugt bei mir eine große innere Freude.

    Ich weiss nicht, wie ich es formulieren soll: aber ohne diese Selbstliebe konnte ich auch die Geschenke von anderen kaum annehmen. Das macht es dann so schwer. Ich musste es auch erst lernen.

    Liebe Grüße Siri

    Danke für diesen Erklärungsansatz. Für mich ist das eine sehr schwer nachvollziehbare Art von Humor. Aus meiner Erfahrung lese ich es als Sadismus und so etwas macht mir tatsächlich nach all den Jahren noch Angst. Aber das ist ja meine Reaktion und die ist für mich aufschlussreich!

    Hallo Cadda,

    vielleicht hast Du recht, solche Sprachbilder nicht zu Ernst zu nehmen. Sie sind halt sehr wirksam und in einem solchen Forum sind Worte das einzige Kommunikationsmittel.

    Aber es stimmt, es ist ja meine eigene Angst davor, jemandem ausgeliefert zu sein, dem der Gedanke an eine gefangene Sklavin im Turmverließ ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

    LG Siri

    Ich habe nirgends hier im Thread für den Tot eines Angehörigen plädiert.

    Hallo Freddy,

    wohl wahr. Aber wer so suggestiv formuliert wie Du, muss das auch gar nicht aussprechen. Es reicht völlig aus auf etwas Unaussprechliches anzuspielen, vor allem wenn man dies in einer Konversation immer wieder tut, so dass es im Ganzen dann doch recht deutlich wird.

    Bereits im ersten Post (#11) in diesem Faden kommst Du aufs Endstadium. Du bist es, der diesen Begriff hier einführt.

    Täglich, das ist übel, egal welche Wortklauberei hier angewendet wird, das sieht sehr nach Endstadiun aus.

    Schrecklich das du das ertragen sollst / musst.

    Dann kommt Dein Vorschlag, die Wohnflächen zu tauschen. Zurecht hat Holdy sofort auf die enormen Gefahren verwiesen. Aber die kommen ja vielleicht auch gelegen?

    Hallo 3003,

    ist es denn denkbar, das ihr evtl. die Wohnflächen tauscht?

    Was Du mit dem folgenden Satz zum Ausdruck bringen willst und warum du da lächelst, weisst nur Du:

    Auweia, wenn man das liest könnte man denken, du bist eine gefangene Sklavin im Turmverließ. :) ----- ich lächele bei den Satz, ich hoffe du auch

    Mich jedenfalls lässt das nach dem zuvor vorgeschlagenen Rat, die Wohnflächen zu tauschen, schaudern, vor allem wenn ich an Deine alkoholkranke Frau bei Dir zu Hause denke.

    Dich wird meine Aussage nicht anfechten, denn Du hast ja weder über Deine Frau, noch den alkoholkranken Mann von Frau3003 geschrieben. Wir wissen alle und in diesem Faden erinnerst Du ja nochmals dran, dass Du ganz anders als Frau3003 auf einer Ebene wohnst. Zudem war es ja nur ein Vorschlag, die Folgen von dessen Umsetzung kann nur Frau3003 abschätzen. Die Verantwortung liegt also bei ihr, nicht bei Dir.

    Da Dir das wichtig zu sein scheint, relativierst Du Deinen Vorschlag gleich noch einmal zur Sicherheit in einem Folgepost:

    Guten Morgen,

    Treppen sind immer Mist wenn man älter wird, egal ob krank oder gesund. Darum würde ich persönlich stand heute in kein Haus ziehen wollen, noch hätte ich kein Problem, aber die Zeit wird kommen. Und dann tritt der Klassiker ein, die obere Etage wird zur Abstellkammer und man beraubt sich der halben Wohnfläche.

    Aber darum sollte es ja garnicht gehen, es war nur ein Gedanke, 3003 wird ja auch nicht jünger, wenn sie da mal stürzt und ausfällt haben beide ein Problem.

    Es ist ja nur ein Gedanke von mir, das hier ist die Selbsthilfe-Gruppe für Angehörige, vielleicht wäre es möglich und dadurch wird das tägliches Leben für 3003 etwas einfacher. Natürlich ist vorausgesetzt das ihr Mann die Treppen nach oben noch bewältigt bekommt, aber das kann nur sie selber entscheiden und beurteilen.

    Was ich sehr interessant finde, ist, dass nicht nur Frau3003 Erfahrungen mit todgeweihten Alkoholkranken hat, sondern auch Du.

    Ich habe selber einen weiteren schlimmem Alkoholiker in der Familie (nicht meine Frau). Zu dieser Person habe ich aber keine emotionale Verbindung, von daher sind das alles nur Beobachtungen. Diese Person hat sich von 100kg -> 50 Kg runterhalbiert. Ich sehe diese Person nur einmal im Jahr, aber dadurch sieht man den Verfall sehr deutlich. Auch hier ist Zahnausfall eingetreten, und die Haut sieht sehr komische aus. Ich gebe dieser Person noch 2 Jahre. Motorische Störungen sind sichtbar, der typische "Tippelschritt" oder auch das laufen wie "ein Storch im Salat" ist schon ausgeprägt. Normale Gespräche sind auch nicht mehr möglich, das ist so 2.Klässler Niveau, mit einigen noch vorhandenen Lichtblitzen. Ich weis das klingt sehr abwertend, aber es sind nur meine Beobachtungen.

    Von Amtswegen müssten diese schwersterkrankten Personen, in diesem "EndStadium" eigentlich unmündig gesprochen werden.

    Da Du nur wenige Tippfehler machst, nehme ich an, dass Du die Schreibweise "EndStadium" bewusst gewählt hast. Ausserdem steht dieser Begriff in Anführungszeichen. Auch das ist überaus suggestiv, zumal in Verbindung mit dem Appell an die aus Deiner Sicht leider untätigen Behörden.

    Ich halte Dir zugute, dass Du unter der eigenen Situation bei Dir zu Hause leidest, es eine mittlerweile unerträgliche Situation ist.

    Die extremen Abwertungen von Alkoholkranken, die aus Deinen Posts sprechen, und die dann folgenden Ausflüchte, wenn Kritik kommt, kann ich jedoch nicht akzeptieren.

    Siri

    Genauso sollte es sein . es sieht aber halt so aus dass der Alkoholiker nicht für die Konsequenzen verantwortlich ist.

    und sich dann den Unterhalt von seiner Frau nimmt

    Der Alkoholiker stirbt, wenn er oder sie es nicht schafft, da heraus zu kommen. Wenn das keine Konsequenz ist, dann weiß ich auch nicht, was sonst eine Konsequenz ist.

    Der/Die Co trägt die Verantwortung für die eigene Entscheidung, so lange an der Seite des Süchtigen geblieben zu sein, bis dieser völlig hilflos geworden ist. Wer verantwortungsvoll ist und bemerkt, dass er/sie das nicht aushält, muss gehen, um sich nicht selbst schuldig zu machen.

    Das alles nicht vorausgesehen zu haben, ist doch eine billige Ausrede, zumal Erfahrung mit Alkoholikern vorhanden war, man sogar den schleichenden Suizid eines Alkoholkranken schon einmal erlebt hat.

    Seine Schwester hatte über viele Jahre das gleiche Problem, Bier und auch noch Tabletten. Sie ist mit 62 Jahren daran verstorben. Bei ihr gab es um 8 ein Frühstücksbier.

    Das ist Post #12 dieses Fadens, der mit Entmenschlichung beginnt (#1: der Alkoholiker "wittert" angeblich das viele schöne Geld) und mit der Hoffnung auf Absolution, die "Endlösung" für den Todgeweihten zu beschleunigen, endet.

    Liebe Elraine,

    der Rückfall ist schlimm, es ist ja leider ein für Dich selbst so gefährlicher Fehler.

    Aber dieser Fehler macht nicht Deine Person aus.

    Ich finde es wichtig, das zu verinnerlichen, ohne den Fehler kleinzureden. Wie Luna geschrieben hat: Knüpfe da an, wo Du aufgehört hast und gehe Schritt für Schritt Deinen Weg.

    Wie sich Sucht anfühlt und wie schwer es ist, da heraus zukommen, weiß ich nicht aus eigener Erfahrung. Aber ich weiß, wie es sich anfühlt, nur noch der Fehler zu sein, den man gemacht hat, und dann wertlos zu fühlen. Das ist überhaupt nicht hilfreich, da es zu nichts Positivem führt und ja sogar dazu führen kann, den Fehler zu relativieren, wenn man es nicht aushält, ihn gemacht zu haben, weil dann ja die völlige Verdammnis droht. Bei mir sind es ganz andere Dinge, die zu solchen Gefühlen führen können, aber ich kenne die auch.

    Deine Antwort auf Lunas Beitrag hat mich zu diesen Gedanken gebracht und ich möchte Euch dafür danken, denn sie helfen mir selbst auch.

    Auch ich war ja ein EKA, das heisst, der Gedanke, es doch eigentlich besser wissen zu müssen, schleicht sich oft ein.

    Klar Du weisst es ja auch besser. Das ist kein Grund Dich abzuwerten, denn es ist ja sehr schwer. Es wird Dir immer besser gelingen, Dir Deines eigenen Werts gewiss zu sein, Dir verzeihen zu können und Deinen Weg zu gehen. Das wünsche ich Dir sehr!

    LG Siri

    Ich finde es ein furchtbares Gefühl, wenn man eine Angst vor sich selbst entwickelt.

    Hallo Elraine,

    auch ich möchte Dir als EKA schreiben, denn auch mich berührt Dein Faden sehr. Du stellst Dich Deiner Sucht mutig und konsequent. Ich empfinde das als große Stärke, die in Dir steckt. Es ist ein wirklicher Schatz.

    Diese Angst, von der Du schreibst, kenne ich auch. Bei mir ist sie mit tiefer Verunsicherung verbunden und stammt aus der Kindheit mit meiner alkoholkranken Mutter.

    So oft wurde mein Vertrauen in die eigenen Gefühle und den eigenen Selbstwert unterminiert. Auch meine Wahrnehmung wurde wieder und wieder infrage bzw. mir in Abrede gestellt. Es gibt auch heute noch Situationen, in denen ich nicht weiß, ob ich meinen Intuitionen trauen kann und dann habe ich Angst Fehler zu machen. Wenn diese Verunsicherung und Angstgefühle hochkommen, hilft es mir, innezuhalten und das, was entschieden oder gemacht werden sollte/wollte, erst einmal zu vertagen, um sozusagen nochmal mit neuen Augen auf die Situation schauen zu können. Meist habe ich dann genügend Abstand und kann mit klarem Kopf agieren. Mittlerweile fürchte ich mich nicht mehr so sehr vor diesen Angstgefühlen, sondern nehme sie als Hinweisgeber an, jetzt ersteinmal zu stoppen, mich aus der Situation herauszunehmen und mir selbst mehr Zeit geben. Ich weiß nicht, ob Du etwas damit anfangen kannst, aber ich wollte Dir das einfach schreiben.

    Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft für Deinen Weg.

    Liebe Grüße Siri

    Einen Wechsel ihrer Denkweise wird diese Aktion mit Sicherheit nicht auslösen...

    Ich bin überzeugt, dass die Zukunft nicht vorhergesehen werden kann. Die Zukunft ist für uns offen.

    So wie das für mich gilt, gilt es (um bei mir und meiner Situtaion zu bleiben) auch für meine Mutter. Auch wenn ihr Weg nun vorgegeben zu sein scheint, weil sie so schwer von ihrer Alkoholkrankheit gezeichnet ist, kann dieser Weg sehr viele unterschiedliche Wendungen nehmen. Das liegt weitestgehend nicht in meiner Hand. Aber ich habe in den letzten Monaten gelernt mich abzugrenzen, ohne meine Mutter verdammen zu müssen. Das ist meine Art der Befreiung von der Last dieser Verstrickung.

    Ein guter Gedanke. Du gibst mit den Flaschen, die Du vergeblich aus dem Verkehr zu ziehen versucht hast, die Verantwortung zurück.

    Du gehst und kannst beginnen, Dich um Dich selbst zu kümmern.

    Hopes Bedenken teile ich: Ich würde es so formulieren, dass ich mir auch im schlimmst möglichen Fall keinerlei Vorwürfe machen müsste. Wenn ich der Person von Herzen nichts Gutes mehr auf den Weg mitgeben könnte, würde ich nichts zu ihrer Situation schreiben. Ich würde allein aus meiner eigenen Perspektive schreiben, etwa in der Art: Das ist der Alkohol, den ich all die Jahre aus dem Verkehr zu ziehen versucht habe, damit Du ihn nicht trinkst. Vergeblich! Ich kann so nicht weiter leben.

    Ich wünsche Dir sehr, dass DU gehen und sie loslassen kannst.

    LG Siri

    EKA

    Es gibt nicht mal mehr gemeinsame Mahlzeiten. Kein gemeinsamer Freundeskreis, getrennte Schlafzimmer. Als Frau bin ich auf Grund seiner körperlichen Verfassung für ihn seit 7 Jahren kein Thema mehr.

    Hallo Frau3003,

    sieben Jahre sind eine lange Zeit. Für mich ist nicht nachvollziehbar, wie man es so lange aushält, einem anderen bei diesem extremen Verfall zuzuschauen. Was mich wirklich interessiert: Wie schafft man es unter solchen Umständen im Alltag weiter zu funktionieren und im Beruf sogar voranzukommen? Zumal Du ja zu Hause arbeitest und das Elend immer vor Augen hast.

    Da gehört eine enorme emotionale Abgrenzungsfähigkeit dazu. Wie ist Dir das gelungen?

    LG Siri