Guten Morgen,
Tag 2 ohne Alkohol. Ich bin noch etwas aufgewühlt von der gestrigen Sitzung und es kullern immer noch Tränen. Der Kater und die Depression von gestern haben sich weitestgehend verzogen.
Habe angefangen, mein Umfeld zu informieren. Es kommt viel Verständnis und Respekt rüber. Ich kann offen darüber sprechen und schreiben. Es geht, fällt zwar schwer. Aber verdammt nochmal es geht. Ich kann das!
Restalk, der noch da war, wurde aus dem Haus, in die Kanalisation verbannt!
Ich konnte das ja alles so gut verstecken. Mich verstellen. Habe immer top funktioniert und niemand hat mir mein Alkoholproblem angesehen. Wie auch? Tagsüber war alles perfekt. In der Arbeit usw. Und jeden 2. oder 3. Abend alleine gesoffen und meist richtig abgeschossen.
Sah ich am nächsten Tag mal schlecht aus, hatte ich eben nicht gut geschlafen, oder mir eine Erkältung eingefangen etc. Für Aussetzer, die doch jemand mitbekommen hat, gab s ne Erklärung oder Entschuldigung.
Das hört jetzt auf. Ich will die Natur wieder genießen und richtig riechen können. Mich freuen, gesund zu sein, mich bewegen zu können und zu dürfen.
Keine grauen, verlorenen Tage mehr, um den Kater loszuwerden.
Der kleine Teufel namens Alkohol wird bestimmt bald wieder auf meiner Schulter sitzen und mir versuchen ins Ohr zu flüstern, dass ein kleines Schlückchen doch nicht schadet. Ich werde stark sein und ihn dahin schicken, wo er hingehört. Er darf keine Macht mehr über mich haben. Das ist mein Leben und ich habe es verdient, gesund, glücklich und frei zu sein von dem Zwang, trinken zu müssen.
Ich versuche alles, um den aktuellen Optimismus zu behalten. Es ist erst Tag 2 und es werden sicherlich auch schwere Tage kommen. Ich will nicht mehr schwach werden und nachgeben.