Beiträge von Berni

    Sowas habe ich auch immer gedacht und gehofft. Dann könnte ich aber mit Mitte 50 immer noch an den Klapperstorch und Weihnachtsmann glauben, so dämlich und traurig das klingt. Ich denke es geht um dein Kleinkind, da finde ich Lügerei und 'Verarsche' ein absolutes No-Go. Klar könntest du den JGA verbieten, meiner Meinung nach, denn als verantwortungsvoller Familienvater müssen die Prioritäten im Leben andere sein als wenn man ledig und lose ist und überwiegend nur Partys in der Freizeit favorisiert.

    Lilo, wie hast du das denn geschafft, mit dem ‚Zwangseinweisen‘? Wenn ein Mensch am nächsten Tag wieder etwas klaren Verstand hat, wird er doch wieder entlassen und der eigene Wille, dass man nichts machen möchte, muss akzeptiert werden. Habe ich bei meiner Frau zigmal durch. Sie hat sich nach der Entlassung aus der Klinik sogar schonmal mit dem Taxi über einen Kiosk als Zwischenstopp fahren lassen, um wieder weiter zulaufen. Alles sehr furchtbar und traurig, für die Angehörigen belastender als für die Alkoholiker selbst.

    Liebe Bettina,

    ich habe gerade deinen Fall gelesen und bin so wütend und erschrocken, was der Alkohol so mit einer kleinen Familie und dir macht. Ich kann das zu 100% nachvollziehen. Gut ist schonmal von dir, dass du sein Erbrochenes nicht weggemacht hast. Das habe ich bei meiner Frau anfangs noch gemacht, weil ich es nicht mehr riechen und sehen konnte, bis meine Frau den Vollrausch ausgeschlafen hatte. Dann hatte ich Fotos gemacht, die bezweifelt wurden, nicht um zu demütigen, sondern um es zu reflektieren und besprechen. Nutze aber auch nicht viel. :(

    Ich persönlich denke, dass du deinem Mann ein Ultimatum ohne wenn und aber stellen musst, schon eurem Sohn zuliebe. Entweder er verzichtet auf den Junggesellenabschied und eure Familie ist ihm wichtiger, oder du ziehst mit deinem lieben Sohn aus. Alternativ muss er die Bleibe verlassen. Je früher, desto besser. Wenn er keine Einsicht hat, ist das sein Problem.

    Also ist doch dann die Reihenfolge Alkoholiker/in zuerst da, dann der Partner/in als CO doch richtig, oder verstehe ich dein Kommentar nicht ganz? Denn man kann doch kein CO werden, wenn es zuvor kein/e aktive Alkoholiker/in gibt.

    Du/Ihr erwartet von dem/der Alkoholkranken, dass er/sie ins Handeln kommt und hofft selbst darauf, ……., damit ihr erlöst werdet ohne ins Handeln zu kommen. Das ist wirklich erschütternd.

    Sorry Lanananana,

    Ich denke, dass COs schon mehr Hilfe gesucht und angeboten haben als die betroffenen und zugehörigen Alkoholiker/innen selbst. Schließlich laufen die COs nicht den ganzen Tag im dichten Nebel herum, sie sind nüchtern, aber sehr verzweifelt, da die COs nicht mehr wissen, wie sie helfen können/müssen etc. An die Tausende schlaflosen Nächte auch nicht zu denken, in denen ich nicht schlafen konnte, Frau aber im Vollrausch sich kpl. weggebeamt hat und wie ein Murmeltier schläft. Ebenso habe ich sie bereits einige hundert Mal zu Ärzten und Physio-Rehaterminen gefahren, weil sie durch ständige Vollrausch-Abstürze sich schon extrem körperlich zugerichtet hat, inkl. zahlreichen Knochenbrüchen. Ich denke mal COs leiden 10 bis 100x mehr als die zugehörigen ‚Säufer/innen‘. Sorry, ich bin kein Mensch von schönreden und rede Klartext. Nur den Absprung schaffe ich leider nicht als CO. :(

    Hallo Frau3003,

    deine Situation zu lesen ist schon sehr traurig, in vielen sehe ich da Parallelen zu meiner Frau.

    Auch ich habe seit gestern gedacht, dass man kein Unterhalt zahlen muss, wenn man einen renitenten Alkoholiker/in zuhause hat, die keinerlei Therapie machen möchten. Dazu gibt es zahlreiche Urteile. Auch ich würde einen 2. Anwalt zu Rate ziehen.

    Es gibt wohl nur 3 Varianten / Lösungen:

    - gemeinsam Verbesserungen anstreben

    - scheiden lassen

    -Edit

    Ja, im Endstadium nehmen viele Suchtabhängige massiv ab. Keinen Appetit mehr, natürlich nur noch auf Alkohol. Der Magen und Darm sind eh schon kaputt. Aber Alkohol hat trotzdem noch einige Kalorien.

    Mich würde allerdings auch für meinen Fall interessieren, inwieweit ein Spiegeltrinker/in noch geschaeftsfaehig ist, z.B. bei Scheidung und Unterschriften, wenn diese nonstop im Vollrausch sind. Gibt es denn dafür grundlegende Rechtsprechungen, ab welchem Pegel man nicht mehr geschaeftsfaehig ist oder wenn bereits der Verstand durch den Alkohol gemindert ist, weil auch das Gehirn bereits nicht mehr normal funktionieren kann?

    Und diejenigen, die in der Wohnung rauchen, rauchen auch im Auto. Wenn ich da jedes Mal an der Ampel Familien im Auto nebenan sehe, wo 2 Kleinkinder auf dem Rücksitz sind und die Eltern vorne qualmen, könnte ich ausflippen. Körperverletzung ersten Grades an den eigenen Kindern. Und gleichzeitig wird die neue Generation von Raucher/innen 'vorbildlich konditioniert'! Furchtbar!

    Hartmut, du hast natürlich vollkommen Recht! Trotzdem denke ich, dass es nicht immer und für jeden so einfach ist!

    Ich beglückwünsche alle, die den 'Absprung' als Betroffene/r oder Co davon sehr schnell oder sofort geschafft haben. Wäre das bei allen Süchtigen im Anfangsstadium immer so, vorausgesetzt sie erkennen und akzeptieren ihr 'Problem' oder ihre Sucht und möchten selbst was verändern, gäbe es keine Suchtabhängige, die schon in den Stadien schwer oder schwerst wären oder bei Alkohol schon an Leberzirrhose oder Nierenversagen leiden (müssen). Die Menschen sind nun mal unterschiedlich! Auch bei Entscheidungen, die einen können das sehr spontan, die anderen brauchen Informationen und Hilfen, die anderen gehen Entscheidungen aus dem Weg, da sie Angst etc. davor haben oder sogar notwendige Veränderungen scheuen.

    Jeder Mensch interpretiert auch z.B. Gesunde Ernährung, Glück, Gesundheit etc. für sich anders.

    Auch die übliche 'Floskel' "Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!" kann ich gerne auch anders ausdrücken/ergänzen:

    Nur wer eine Einsicht hat, Hilfe annimmt oder noch Energie hat sich selbst zu motivieren, findet Wege. Wer nicht will, bereits verzweifelt ist oder keine Energie mehr hat, muss mit den Konsequenzen klar kommen oder diese sind ihm/ihr dann auch vollkommen egal.

    Gruß, Berni

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    Das Leben ist schön, auch ohne Alkohol. Genießt das Herbstwetter mit den bunten Blättern im Wald. Indian Summer in Deutschland!

    Ich denke, so einfach ist es nicht. Ideen, Argumente, Vorschläge… von anderen Unsern/innen bedeuten, dass man ein größeres Repertoire eines Handlungsspielraumes hat, auch um dann eigenständige Entscheidungen zu treffen, die wahrlich nicht einfach sind. Und eine Sucht ist doch nunmal die Konsequenz von Problemen aller Art (Job, Familie, Finanzen, Trauer, Misserfolge, Stress, Schmerzen, Schlafstörungen etc.). Deshalb sind diese Themengebiete immer im Kontext auch zu berücksichtigen, sonst wäre alles viel einfacher, auch wenn es nur schwarz/weis gäbe. Aber es gibt bei einer Lösungsfindung oder Motivation auch viele Grautöne dazwischen. Deshalb ist so ein gutes Forum auch der Austausch von vielen Usern/innen mit tausenden Jahren Lebenserfahrung. Danke, dass es euch alle gibt! Jeder Kommentar ist wertvoll.

    Trotzdem gehe ich leider ab und an immer noch auf Suche. Warum macht man das? Ich möchte damit nicht meine Frau demütigen. Sondern ich brauche irgendwie für mich als Co die Bestätigung oder Genugtuung, ob ich oder meine Frau ‚doof ist oder Wahrnehmungsstörungen haben‘. Denn wenn sie labert, dass sie garantiert nichts getrunken hat, aber schon schwankt, enthemmt ist, beleidigend etc. gehe ich danach auf Suche, um mein Ego zu beruhigen, dass ich jedenfalls KEINE Wahrnehmungsstörungen habe, sondern nur die Alkoholikerin. Schon krank alles, besonders die Symbiose aus nasser Säuferin und Co. Sehr traurig.

    Zusätzlich findet man natürlich auch wieder Flaschen ohne zu suchen, wenn ich z.B. mal wieder mein Werkzeug brauche. Da da wurden schon Flaschen in der Werkzeugkiste versteckt, die eigentlich nur ich benutze,

    Wo habt ihr denn schon alles ‚exotische‘ Verstecke gefunden?

    Vielleicht sollten wie einen eigenen Thread aufmachen

    Berni und Freddy :)

    Darüber sollten wir ernsthaft nachdenken. :)
    Aber bitte jetzt zurück zu Nala2023. Ihre Situation bedrückt mich auch sehr. Ich wünsche ihr so sehr von Herzen, dass sie schnell den Absprung aus dieser Situation findet.

    Es tut so höllisch weh!

    Das ist nicht was ich wollte auch nicht für ihn. Ich wollte nur eime Familie und einen Mann der mich liebt

    Liebe Nala,

    ich habe deine ganze Situation hier mitgelesen. Alle anderen, die hier geschrieben haben, haben auch in meinen Augen vollkommen Recht und die richtigen Meinungen dazu. Schaffe bitte deinen Absprung mit deiner lieben Tochter umgehend oder noch rechtzeitig.

    Ja, viele Menschen im Leben möchten die ‚Wahrheit’ nicht hören, ich ja auch nicht.

    Aber: Die Wahrheit zu hören, tut häufig sehr weh. Auch darüber muss man hinwegkommen, das stärkt dann auch für weitere Klippen und Erfahrungen im Leben. Alles Gute dir und deiner Tochter.

    Hera, ja, ich habe mehrere Jahre gebraucht, um Alkoholismus auch als Co. als chronische Krankheit zu verstehen und zu akzeptieren. Nur wie bei jeder Krankheit gibt es dafür Ärzte, Kliniken und Therapien. Seitdem Alkoholismus als Krankheit anerkannt ist, werden dafür sogar die Kosten von den Behandlungen von den Kostentraegern übernommen. Aber warum wollen sich wohl viele Kranke dann nicht behandeln lassen und ziehen es vor, dass Familien kaputt gehen, sie den Fuehrerschein und Job verlieren etc.?

    'Umstände führen nie zum Alkoholismus'.

    Ich denke so einfach ist es nicht.

    Wir waren Gott sei Dank nicht im Krieg. Aber, es ist erwiesen, dass Militärs immer dafür sorgen, dass mit Alkohol Soldaten ruhig gehalten und beruhigt wurden mit dem billigen Nervengift. Und Leute mit posttraumatischen Störungen lassen sich meist auch auf dieses immer und überall verfügbare Betäubungsmittel ein. Meist noch als Kombi zu Psychopharmaka.

    Nur solang wie du es für dich zulässt. Warum säufst du nicht, es belastet dich ja auch?

    Lieber Hartmut,

    es hängt ja sicherlich auch immer vom Charakter, der Willensstärke, dem Leben außen herum ab und welche Schicksalsschäge etc. man schon erfahren hat. Ich für mich habe entschieden, dass ich für den Rest meines Lebens als Co. keinen Alkohol trinken werde, weil die Erlebnisse und Erfahrungen mit einer schwer Abhängigen sehr geprägt haben. Und bei mir ist noch der volle Verstand vorhanden und den mag ich niemals versaufen.

    Hallo Unfug,

    ich habe ‚deinen Fall‘ hier komplett mitgelesen und sehe das 100% wie Siri. Ferner denke ich, dass eine 73jährige keine Therapie mehr machen möchte.

    Ich als Co. kaufe meiner Frau niemals einen Tropfen Alkohol, noch zahle ich dafür irgendwelche Rechnungen. Das ist selbst für mich als 100% Co. ein absolutes No-Go.

    Ob Tod bei einem kalten Entzug oder multiples Organversagen durch zuviel oder zulange Alkoholismus, ist doch fast egal, so hart es klingt. Im Zweifelsfall dann verantwortungsvoll den Rettungsdienst bestellen, wenn im ‚Vollrausch‘ oder bei massiven Entzugserscheinungen. Schlimm wieder, was die Betroffenen mit uns als Co. so alles machen und fordern (Alkohol kaufen…). Traurig aber wahr. Und wir können dann wieder vor lauter Sorgen nicht schlafen und die Besoffenen haben sich ‚weggebeamt‘. :(

    Liebe Forum-Nachrichten-Schreiber/innen,

    ihr habt natürlich alle Recht. Danke für eure Kommentare. Leider gibt es immer einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis.

    Es gibt Menschen, die können sofort entscheiden, manche zögern, manche hoffen, manche möchten Probleme aussitzen, andere können oder wollen nicht entscheiden oder etwas verändern…

    Und da ist bei mir noch mein Helfersyndrom, Verantwortungsbewusstsein und die Moral. :(

    Wissen eure Partner, egal ob Betroffene/r oder Co., ob ihr hier im Forum aktiv seid oder nicht? Was wäre die bessere Strategie?

    Meine Frau meint, dass ich nur zur Selbsthilfe gehe oder in Foren unterwegs bin, damit ich als Co. eine Bestätigung erhalte oder immer Recht haben möchte.

    Auch bekomme ich von ihr als Alkoholikerin häufig Schuldgefühle untergejubelt, ich sei nun mal an ihrer Sauferei schuld. Ich sehe das aber anders: Schließlich greift sie ins Regal und kein anderer Mensch kippt ihr das flüssige Nervengift gegen ihren Willen zwanghaft in ihren Hals.

    Liebe Elly,

    inzwischen bezweifele ich, dass meine Frau noch lesen kann bzw. den Beipackzettel überhaupt noch lesen will. Und im Krankenhaus wussten doch die Ärzte, dass sie Alkoholikerin ist, haben aber trotzdem *edit* verschrieben und verabreicht, inkl. große Packungen Tabletten für zuhause und als Tropfen. Ist das dann nicht fahrlässig? Ich verstehe die Welt nicht mehr.