Hallo Honighummel,
ich habe sehr früh geheiratet, nächstes Jahr werden es 50 Jahre. Ich komme aus einer freikirchlichen Gemeinde wo ich mich für meinen Weg entschieden habe. Außerdem auch sehr traditionel erzogen wurde. meine Eltern haben spät geheiratet und waren durch den Krieg und mein Vater durch lange russische Gefangenschaft geprägt. Eigentlich wurde ich für die verhältnisse frei erzogen mein vater wollte" frei" und selbstständig sein war aber an dörfliche Hirachien etwas gebunden. Meine Mutter hatte schon ein selbständiges Leben hinter sich aber auch meißt bestimmt von anderen das wollten sie zusammen besser machen.
Ich bin die erstgeborene ein Mädchen das zwar willkommen war aber halt bestimmt wurde für andere zu sorgen und das fing dann mit meinem Bruder an ,ein Sohn was auf dem Land damals noch viel bedeutete. Er war ein lieber Kerl aber kränklich und öfters in gefährliche Unfälle verwickelt für die ich dann gerade stehen musste obwohl ich keine schuld hatte. Aber in der Beziehung waren sie blind.
Die erste Zeit meiner Ehe war geprägt von einer Art miteinander, mein Mann ein Einzelkind verwöhnt vom Vater alle Wünsche erfüllt zu bekommen , nicht verwöhnt aber nicht gewohnt mit geschwistern aufzuwachsen, Wir haben schnell mehrere Kinder bekommen am Schluss mit Abstand das von meinem Mann ersehnte Mädchen.
Durch verschiedene Umstände war ich gezwungen zu arbeiten mit 50 % das ging nur mit Hilfe meines Schwiegervaters der in Rente ging und die Pflege seiner Frau übernahm im selben haus.
nach ca. 20 Jahren die Schwiegereltern waren gestorben fing die Geschichte mit dem Alkohol an. Ich war ja sehr geprägt auf familie und hatte da unbewusst eine Rolle übernommen die ich eigentlich nicht erfüllen konnte. Da waren geschichten mit meinem Mann die konnte ich niemand erzählen , es waren auch viele Geschichten wie hier oft erzählt werden wo schnell diese Schuldumkehr war und ich die Schuld auf mich nahm auch immer diese geschichten dass Mann sich zusammenreißt und eine Zeitlang freundlich und lieb ist. Mir wurden erst spät die Augen geöffnet.
Dann fing der Alkoholmissbrauch immer stärker an , mit Drohungen nachts dass er mich am liebsten umbringen würde, mit sich z.B. mit dem Auto auf ein anderes drauf usw. , für sich Suizidgedanken.
damals wollte ich mich trennen, habe mich auch erkundigt z.B. bei einer Kollegin was ich machen sollte wegen finanzen usw. Wir sind hochverschuldet gewesen, die Kinder allerdings schon ausgezogen die hatten vom starken Alkoholmissbrauch nicht viel bemerkt. In dieser Zeit ist er auch in der Öffentlichkeit aufgefallen so musste ich mich nicht mehr verstecken und habe mit kleinen Schritten angefangen mich zu lösen.
Eine Heilpraktikerin bei der ich damals war hat mir sehr geholfen, ich bin bei ihr zusammengeklappt und vom Alkoholmissbrauch erzählt und da war ich bei der richtigen , denn sie hatte schon diese Coabhängikeit Leidensgeschichte hinter sich. Sie hat mir auch Literatur ausgeliehen wo mir auch geholfen hat.
Dann war ich auf einer speziellen Freizeit wo ich für mich die Zeit hatte zu überlegen zwecks Trennung und habe mich aber dann nicht für die Trennung entschieden habe es mir aber irgentwie freigehalten diese Entscheidung.
Danach bin ich in einen örtl.Alonym Angehörigengruppe gegangen. Durch zwei Christusgläubige ältere Alonymschwestern wurde ich sehr gut betreut, eine lebt noch mit glaube ich 94 J. ( habs nicht so mit zahlen ) die immer noch übers handy aktiv ist und die unschlagbar ist. Es waren so starke Frauen die durch die Zeit mit den aktiven Treffen so stark geworden sind . Da habe ich gelernt für mich zu sorgen, ich kann nur mir selbst helfen.
ich wollte mich dann innerhalb unseres Hauses trennen, Platz war genügend da aber ich habe mich allein nicht getraut denn ich hätte hilfe benötigt immer wenn ich dachte au dieses Zimmer kannst du für dich nehmen kam was dazwischen. Dann hatte ich wie ich dachte ein gutes ruhiges gespräch mit ihm zusammen ,er war voller Verständniss. Ein paar Tage später kam ich Nachhause und hatte zuerst nichts bemerkt sass mit jemand im Wohnzimmer als er aggresiv herein platzte und sagt er hätte jetzt sein eigenes Zimmer und Bereich. Er hatte alleine Möbel verrückt usw. und ich hatte plötzlich mein Zimmer für mich.
Am Anfang war er beleidigt, hat nicht mehr geredet, außer Haus gefrühstückt , nicht mehr Mittag gegessen usw. Er hatte das als Ehetrennung angesehen. Am Anfang hatte ich Probleme damit weil ich ja diejenige sein wollte die sich trennt aber ich konnte immer mehr die Zeit "allein " genießen. Aber auch starke Trauer dass ich es nicht geschafft hatte die Ehe zu erhalten .
In der Zwischenzeit ,es sind schon einige jahre haben wir uns wieder etwas angenähert. Er merkt selber dass ihm der Alkohol nicht gut tut aber zum ganz aufhören ist er wohl noch nicht bereit. Er hat auch schon länger mit dem Denken Probleme da er aber noch NIE Hilfe oder Pflege meinerseits zugelassen hat mache ich da auch nichts. Dank eines Umstandes habe ich mein eigenes Auto und bin da unabhängig von ihm. Da ich auch chronisch krank bin habe ich vieles schon geregelt und zwei meiner Kinder haben die Vorsorgevollmacht erhalten.