Dankeschön!
Das hast Du gut getroffen und der letzte Absatz "das erwachsene Leben, das ihm dann hoffentlich wieder möglich ist" ist mein großer Wunsch, so habe ich es noch gar nicht benennen können!
Dankeschön!
Das hast Du gut getroffen und der letzte Absatz "das erwachsene Leben, das ihm dann hoffentlich wieder möglich ist" ist mein großer Wunsch, so habe ich es noch gar nicht benennen können!
Die richtige Richtung wäre, dass er nicht immer glaubt, dass ihm in Kliniken geholfen wird, obwohl er selbst nur halbherzig dahinter steht. Ich denke er geht davon aus, dass wenn ihm es ja immer wieder gelingt, sich ab und zumal in einer Klinik zu "erholen" kann er so weitermachen. Er hat massive körperliche Symptome und auch psychisch ist er ein Wrack, reflektiert nicht mehr sein Handeln mit sich und seinen Mitmenschen.
Seid fast drei Jahren ist es jetzt so akut und seid über einem Jahr haben wir keinen Kontakt, praktisch nur immer eine "Abfrage des aktuellen Standes"
In Gruppen bin ich nicht mehr, aber ich habe alle Angebote ausgeschöpft, die ich für mich gebraucht habe. Am hilfreichsten war eine Psychotherapie. Ich war auch schon mal hier, aber da gab es kaum jemanden mit ähnlichen Problemen und das Mitlesen anderer Betroffener hatte mich sehr belastet.
Inzwischen habe ich durch die Abstände wieder Kraft gefunden, auch ohne SHG und ich rede auch kaum noch über meinen Sohn, sondern eher über mich, mit Freunden oder auch Kollegen, wie geht es mir damit, was tue ich damit es mir besser geht. Klar kommen immer mal wieder tieftraurige Gedanken, mein Kind tut mir so leid. Aber dann lasse ich das auch mal zu und finde einen Weg daraus, ich habe das Schicksal angenommen, auch wenn ich es manchmal treten könnte!
Ja, ich schreibe hier mit einer Betroffenen, wir sind in einer sehr ähnliche Situation. Es hilft sich auszutauschen.
Alles Gute zurück
Tina
Hallo Rennschnecke,
nein er ist nicht trocken, vor gut drei Wochen hat er mich nach einem Jahr Abstand aus der Klinik (die Aufenthalte sind nicht mehr zählbar)angerufen. Da klang er als hätte er etwas begriffen, aber nach seiner Entlassung und der Überbrückungszeit um in einer Tagesklinik aufgenommen zu werden ist er wieder Rückfällig geworden, wie schon so oft. Ich hab den Kontakt dann wieder abgebrochen.
Sollte ich auch dabei bleiben, wenn er sich in die richtige Richtung bewegt? Diese ewigen Rükchfälle richten natürlich auch bei mir so einiges an und ich brauche einige Zeit um da wieder rauszukomen.
Dank für deine Rückmeldung.
LG Tina
Hallo Tina,
das hast Du heute bei Foxi geschrieben:
Und das habe ich dazu versehentlich im falschen Faden geschrieben:
Ist Dein Sohn denn gerade wieder abstinent? Hast Du den Eindruck, dass er es diesmal anders angeht, dass es bei ihm endlich Klick gemacht hat, wie Du es bei Alkoholikern wie mir nachlesen kannst?
Eine Entgiftung oder eine kurze Trinkpause machen ja noch niemanden trocken, dazu gehört mehr....
Alles anzeigenBei allem Verständnis: Mit dieser "Generalvollmacht" stellen COs sich selbst eine Falle. Dann geht er ein-, zweimal zur Suchtberatung, und Ihr seid wieder mittendrin in der Hoffnungsspirale?
Was wollt Ihr überhaupt "unterstützen" ? Wenn er aus der Wohnung fliegt, ihn aufnehmen, "weil er ja schon ins Handeln gekommen ist"? Dann kann er mit seinen Bemühungen ja wieder nachlassen und Ihr werdet nie mehr frei .
Als Eltern könntet Ihr z. B. schreiben (die Idee mit dem Brief finde ich grundsätzlich aus eigener Co-Erfahrung gut):
"Wir werden immer Deine Eltern sein, Dich immer lieben und nur das Beste für Dich wollen.
Wir mussten aber nach unzähligen vergeblichen Versuchen schmerzlich begreifen, dass wir Dir nicht wirklich helfen können, wir haben alles mehrfach versucht und gesagt.
Wir sind kurz davor, mit Dir gemeinsam unterzugehen, weil wir am Ende unserer Kräfte sind. Und damit wäre niemandem geholfen. Wir haben auch noch für andere Menschen Verantwortung - und für uns selbst. Deshalb müssen wir Abstand halten, auch wenn es uns das Herz zerreißt.
Bei unserem Austausch mit anderen Betroffenen sind wir immer wieder auch auf trockene Alkoholiker gestoßen. Und die haben aus eigener Erfahrung berichtet, wie reich ihr Leben geworden ist, seit sie den Alkohol unter ärztlicher Aufsicht aus ihrem Leben entfernt haben (und alles dafür tun, dass es so bleibt).
Und dass nur das Suchthirn und alte Saufkumpanen ihnen einreden wollten, dass ein Leben ganz ohne Alkohol trostlos ist. Guck mal im Netz, da wirst Du viele Beispiele finden.
Aber diese Einsicht muss bei Dir und für Dich selbst ankommen, die können wir nicht erzwingen, erkaufen, erlieben oder erhoffen.
Nur deshalb lassen wir Dich in Liebe los und hoffen, dass es noch rechtzeitig bei Dir Klick macht, bevor Deine Gesundheit unwiederbringlich geschädigt ist und Du irgendwann alles verlierst. Du bist doch noch so jung, Du kannst noch so viel aus Deinem Leben machen ...
Dann gibt es immer noch ein vielfältiges Netz von professionellen und ehrenamtlichen Hilfen in diesem Land, das Dich auffängt und Dir bei Deinen ersten Schritten in die Freiheit hilft, wenn Du es wirklich willst.
Wir als liebende Eltern können das nicht leisten, so sehr wir uns das auch wünschen würden. ..."
( Und dann genau definieren, wie der Abstand aussehen soll, z. B. Keine Hilfeanfragen oder Leidklagen mehr, auch nicht über Dritte.)
Hallo Rennschnecke, danke für die Zeilen, wie ein Brief von Eltern geschrieben werden könnte. Ich habe dazu die Frage, ab wann kann denn ein Kontakt wieder hergestellt werden, wenn das erwachsene Kind eine trockene Zeit hinter sich hat? Gibt es da Erfahrungen? Viele Grüße Tina2
Liebe foxi (und alle die bisher an dieser Konversation teilgenommen haben),
die Geschichte deines Sohnes könnte eins zu eins auch meine Geschichte sein, meine Sohn ist lediglich 10 Jahre älter als dein Sohn. Fast alle Erfahrungen die dir hier mitgeteilt werden sind sehr hilfreich und wahr. Distanz ist das einzige was dich schützt! Helfen kannst du ihm mit nichts!
Ich zitiere jetzt mal meine Tochter, wir hatten darüber gesprochen, dass Kontaktabbruch hilft, aber manchmal eben auch schwer erträglich ist!
Zitat: Ich glaube, man muss sich die Gedanken an ihn und die Sorgen auch ab und zu mal zugestehen, alles andere wäre ja Verleugnung. Ich denke an ihn wenn es kommt und dann ist es auch traurig und beängstigend! Die Situation ist wie sie ist, aber dass es uns nicht einnimmt, ist das wichtigste und dabei hilft ja keinen Kontakt haben ja irgendwie sogar. Zitat Ende
Ich bin ziemlich schnell in eine Selbsthilfegruppe gegangen und hatte das Glück, dass es eine Eltern-Kind Gruppe war. Es ist einfach etwas komplett anderes ob es sich um Partnerbeziehungen handelt, oder eine Eltern-Kindbeziehung. Diese spezielle Bindung zum Kind kann niemals gekappt werden, dass macht es schwerer und ich will es auch gar nicht.
Wir haben zur Zeit einen zweimonatigen telefonischen Kontakt, es gab aber auch schon jährliche Unterbrechungen. In dieser Zeit gab es nicht einen Tag, an dem ich nicht an ihn gedacht habe und er sich immer meiner Liebe sicher sein kann! Aber damit ich wieder einigermaßen gesund werde/bleibe, kann ich nicht zusehen, wir er derzeit sein Leben vernichtet. Dieses grenzenlose Elend ist im engen Kontakt nicht auszuhalten.
Es gibt Höhen und Tiefen in dieser Kontaktlosigkeit, aber es wird besser, weil man wieder zu Kräften kommt, sich um sich zu kümmern und auch Dinge zu tun, die Freude bereiten. Am meisten hat mir geholfen, mit anderen Menschen zusammen zu sein und auch nicht immer über die Alkoholproblematik zu reden.
Akzeptanz (darüber gibt es viel zu lesen im Netz) ist auch ein wichtiger Schlüssel um zu mehr Ruhe zu kommen.
Viele liebe Grüße
Liebe Biiggimum, falls du noch "hier" sein solltest, wollte ich dir viel, viel Kraft wünschen!
Dem eingenen Kind nicht helfen zu können ist ein hartes und trauriges Schicksal!
Aber bei Alkoholkranken ist es die einzige Möglichkeit, (so sind meine Erfahrungen), besser nicht zu helfen!
Viele Grüße
Martina
Hallo, nachdem ich vor 2 Wochen bei Tochter + Familie zu Besuch war, - wir hatten gute Momente+auch ein offenes Gespräch zum Thema Alkohol, rief sie gestern nüchtern an,( es gab am WE einen heftigen Alkoholzusammenbruch), Absichtserklärung nichts mehr zu trinken, Therapiekontakte wohl geknüpft, ich bestärkte im Telefonat, sie wollte sich noch gegenüber der anderen Familie outen,- ich überlege jetzt ob ich sie jetzt engmaschiger anrufe, merke aber gerade beim Tippen, dass das nicht gut wäre, sie muss da raus nicht ich, ich kann für sie beten ( bin gläubig) +, es tut sehr, sehr weh - aber es ist ihr Leben
Hallo wardasalles,
ich kenne sehr gut dieses Gedankenkreisen aus Sorgen, Vorstellungen im Kopf die Angst machen, unterstrichen von bisherigen schlechten Erlebnissen mit dem Betroffenen. Für mich wird es eine Lebensaufgabe bleiben, weil es mein erwachsenes Kind betrifft. Unterbrechen kann ich den Teufels-Kreislauf (zeitlich begrenzt) nur, wenn ich mich anderen Dingen in meinem Leben zuwende. Das hilft, klappt aber nicht immer und wenn Hoffnungslosigkeit dazu kommt fühlt sich alles noch viel schlimmer an.
Deshalb bin ich hier, um mich auszutauschen, vielleicht von anderen Angehörigen hören, wie sie damit umgehen. Oder vielleicht kann auch ich dazu beitragen.
wardasalles, .... der Name ist Programm, bist Du bisher ohne Selbsthilfegruppe ausgekommen?
Viele Grüße
Martina
Hallo Mary,
deine Bericht könnte auch mein Bericht sein!
Ich bin 65 Jahre und mein Sohn ist 39 Jahre alt und fast alles verhält sich so wie bei dir und deinem Sohn.
Ich hatte das Glück zur Unterstützung in einer Eltern-Kind-Gruppe für Angehörige zu sein.
Weil auch ich am Ende war, bin ich zusammen mit der EKG zu dem Entschluss gekommen, den Kontakt zu meinem Sohn wenigstens für einen gewissen Zeitraum zu unterbrechen, um wieder zu Kräften zu kommen und auch ihm zu signalisieren, dass er sein Leben selbst und alleine in den Griff bekommen muss.
Der begrentze Zeitraum fühlt sich auch nicht so unendlich an.
Trotzdem hat es mir fast das Herz gebrochen, diesen Schritt machen zu müssen. Dank meiner Therapeutin konnte ich diesen Schmerz und die tiefe Trauer einigermaßen
aushalten. Der Abstand hat wenigstens etwas Ruhe in meine Leben gebracht und ich habe wieder Kraft die Dinge zu tun, die mir gut tun!
Trotzdem denke ich mehrmals täglich an meinen Sohn und die Trauer bleibt. Das muss ich leider akzeptieren.
Ich hoffe und wünsche für dich, dass du eine guten Weg für dich findest, damit in Zukunft umzugehen!
Wir brauchen viel Kraft!
LG Tina
Ich bin verzweifelt und glaube nicht, dass ich dies alles in einem tread beschreiben kann.
Mein Sohn (43) ist abhängig (Alkohol) er war schon mehrmals in einer Entzugsklinik. inwischen entgiftet er sich erfolgreich selbst, aber ohne Therapie von der Rentenversicherung hält er es nicht länger aus 14 Tage durch. Ich habe mich von seinem Psychologen erklären lassen, dass ich Co-Abhängig bin. Und das stimmt genau. Ich (69)kann aber nicht mehr. Es ist doch mein Kind!!! Ich bin doch die Mutter!
Mein Sohn ist in seine Fachbereich Ing. und Dr. Und findet keinen Job. 2 Jobs hat er durch den Alk versoffen. Und durch die Arbeitslosigkeit kommt er nicht raus. Inzwischen habe ich bestimmt 15.000.- an Schlden bezahlt. Er versichert immer wieder, das er es selbst bezahlen würde, aber ohne job?
Ich sehe selbst, dass er verzweifelt ist, aber es ist eine "Nullrunde". Und ich gehe inzwischen kaputt.
Helft mir bitte!
Soll ich den Kontakt abbrechen, wie mein Psycholge rät oder darf ich Muter bleiben.
Danke Cadda für Deine Zeilen und Dein Verständnis!
LG Tina
Guten Tag zusammen,
ich bin 65 Jahre alt und mein erwachsener 39jähriger ist Alkoholiker.
Es hat schleichend angefangen und ist in den letzten zwei Jahren massiver geworden,
bis hin zu Vergiftungen und weiteren heftigen körperlichen Symptomen.
Mehrfache Aufenthalte in Entzugs-Einrichtungen und Langzeittherapien hat er nicht durchgehalten, zwischenzeitlich war er sogar ohne Wohnung.
Wie sein derzeitiger Stand in Bezug des Trinkens ist, weiß ich nicht. Ich habe den Kontakt vor zwei Monaten abbrechen müssen, da ich psychisch einfach am Ende war.
Mit Unterstützung einer Eltern-Kindgruppe und einer Therapeutin konnte ich diese schwere Entscheidung treffen und überstehen! Ich habe in meinem Leben nie soviel geweint wie in dieser Zeit, das Herz ist schwer und ich denke, wie traurig mein Sohn doch sein muss, dass ihn sogar die Mutter im Stich lässt.
Die Vernunft spricht etwas anderes, aber ich tue mich sehr schwer damit, weil das Herz immer etwas anderes sagt. Mein einziger Wunsch als Mutter, dass es meinen Kind gut geht, ist nicht in Erfüllung gegangen und diese unfassbare Traurigkeit erfüllt einen großen Teil meines Lebens.
Ich hoffe hier ein wenig Austausch und Zustimmung zu finden, was ich auch gerne zurück geben möchte.
Tina2