Tina2 - Söhne und Alkohol

  • Guten Tag zusammen,

    ich bin 65 Jahre alt und mein erwachsener 39jähriger ist Alkoholiker.

    Es hat schleichend angefangen und ist in den letzten zwei Jahren massiver geworden,

    bis hin zu Vergiftungen und weiteren heftigen körperlichen Symptomen.

    Mehrfache Aufenthalte in Entzugs-Einrichtungen und Langzeittherapien hat er nicht durchgehalten, zwischenzeitlich war er sogar ohne Wohnung.

    Wie sein derzeitiger Stand in Bezug des Trinkens ist, weiß ich nicht. Ich habe den Kontakt vor zwei Monaten abbrechen müssen, da ich psychisch einfach am Ende war.

    Mit Unterstützung einer Eltern-Kindgruppe und einer Therapeutin konnte ich diese schwere Entscheidung treffen und überstehen! Ich habe in meinem Leben nie soviel geweint wie in dieser Zeit, das Herz ist schwer und ich denke, wie traurig mein Sohn doch sein muss, dass ihn sogar die Mutter im Stich lässt.

    Die Vernunft spricht etwas anderes, aber ich tue mich sehr schwer damit, weil das Herz immer etwas anderes sagt. Mein einziger Wunsch als Mutter, dass es meinen Kind gut geht, ist nicht in Erfüllung gegangen und diese unfassbare Traurigkeit erfüllt einen großen Teil meines Lebens.

    Ich hoffe hier ein wenig Austausch und Zustimmung zu finden, was ich auch gerne zurück geben möchte.

    Tina2

  • Hallo Tina,

    schön, dass Du hier bei uns gelandet bist. Deine Situation ist unendlich schwierig. Sich emotional vom eigenen Kind abzugrenzen wohl schlicht und ergreifend unmöglich.

    Ich finde es toll, dass Du in einer Eltern-Kind-Gruppe bist und die Hilfe einer Therapeutin in Anspruch genommen hast.

    Und nun hast Du einen Schritt hier her gewagt, in eine Selbsthilfegruppe.

    Wenn Du nachfolgenden Link anklickst, können wir Dich für den offenen Bereich freischalten.

    LG Cadda

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

  • Ich habe Dich für den offenen Bereich freigeschaltet und Dein Thema dorthin verschoben.

    Du kannst Dich jetzt überall austauschen, aber bitte nicht in den ersten vier Wochen im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern.


    Ich hoffe, dass der Austausch Dir gut tut. Du bist ja wirklich in einer schwierigen Situation.

    LG Cadda

  • Hallo Tina,

    das hast Du heute bei Foxi geschrieben:

    Hallo Rennschnecke, danke für die Zeilen, wie ein Brief von Eltern geschrieben werden könnte. Ich habe dazu die Frage, ab wann kann denn ein Kontakt wieder hergestellt werden, wenn das erwachsene Kind eine trockene Zeit hinter sich hat? Gibt es da Erfahrungen? Viele Grüße Tina2

    Und das habe ich dazu versehentlich im falschen Faden geschrieben:

    Wie geht es Dir denn inzwischen?

    (Ich habe auch kein Patentrezept, bin noch nicht einmal Mutter, war "nur" in jungen Jahren lange co-abhängig von Geschwistern mit anderen Süchten

    Ist Dein Sohn denn gerade wieder abstinent? Hast Du den Eindruck, dass er es diesmal anders angeht, dass es bei ihm endlich Klick gemacht hat, wie Du es bei Alkoholikern wie mir nachlesen kannst?

    Eine Entgiftung oder eine kurze Trinkpause machen ja noch niemanden trocken, dazu gehört mehr....

  • Hallo Tina,

    das hast Du heute bei Foxi geschrieben:

    Und das habe ich dazu versehentlich im falschen Faden geschrieben:

    Ist Dein Sohn denn gerade wieder abstinent? Hast Du den Eindruck, dass er es diesmal anders angeht, dass es bei ihm endlich Klick gemacht hat, wie Du es bei Alkoholikern wie mir nachlesen kannst?

    Eine Entgiftung oder eine kurze Trinkpause machen ja noch niemanden trocken, dazu gehört mehr....

  • Hallo Rennschnecke,

    nein er ist nicht trocken, vor gut drei Wochen hat er mich nach einem Jahr Abstand aus der Klinik (die Aufenthalte sind nicht mehr zählbar)angerufen. Da klang er als hätte er etwas begriffen, aber nach seiner Entlassung und der Überbrückungszeit um in einer Tagesklinik aufgenommen zu werden ist er wieder Rückfällig geworden, wie schon so oft. Ich hab den Kontakt dann wieder abgebrochen.

    Sollte ich auch dabei bleiben, wenn er sich in die richtige Richtung bewegt? Diese ewigen Rükchfälle richten natürlich auch bei mir so einiges an und ich brauche einige Zeit um da wieder rauszukomen.

    Dank für deine Rückmeldung.

    LG Tina

  • Sollte ich auch dabei bleiben, wenn er sich in die richtige Richtung bewegt? Diese ewigen Rükchfälle richten natürlich auch bei mir so einiges an und ich brauche einige Zeit um da wieder rauszukomen.

    Was wäre denn für Dich die richtige Richtung?

    Eine ärztlich begleitete Entgiftung ist unerlässlich für weitere Schritte, Therapie kann, aber muss nicht sein und auch nicht immer helfen, wie sein Beispiel zeigt.

    Wichtig ist, dass er begreift, dass er nur durch lebenslange Abstinenz frei werden und sein Leben in eine bessere Richtung lenken kann. Das kann ihm kein anderer Mensch abnehmen.

    Und da zählen nur Taten, keine Absichten. Und vor allem: Nur nicht trinken reicht nicht.

    Bis jetzt sieht es ja leider nicht danach aus. Da ist es gut, wenn Du Dich erst mal vor weiteren Enttäuschungen schützt.

    Kannst Du denn Deine verständliche, aber leider fruchtlose Sorge um ihn immer mal wieder zur Seite packen und es Dir auch ein bisschen schön machen? Bist Du noch in der Eltern-Kind-Gruppe? Hast Du Hobbys und ein gutes soziales Umfeld?

    Hier schlagen ja in letzter Zeit auch weitere Mütter auf, vielleicht würde es Dir guttun, hier öfter zu schreiben?

    Alles Gute!

  • Die richtige Richtung wäre, dass er nicht immer glaubt, dass ihm in Kliniken geholfen wird, obwohl er selbst nur halbherzig dahinter steht. Ich denke er geht davon aus, dass wenn ihm es ja immer wieder gelingt, sich ab und zumal in einer Klinik zu "erholen" kann er so weitermachen. Er hat massive körperliche Symptome und auch psychisch ist er ein Wrack, reflektiert nicht mehr sein Handeln mit sich und seinen Mitmenschen.

    Seid fast drei Jahren ist es jetzt so akut und seid über einem Jahr haben wir keinen Kontakt, praktisch nur immer eine "Abfrage des aktuellen Standes"

    In Gruppen bin ich nicht mehr, aber ich habe alle Angebote ausgeschöpft, die ich für mich gebraucht habe. Am hilfreichsten war eine Psychotherapie. Ich war auch schon mal hier, aber da gab es kaum jemanden mit ähnlichen Problemen und das Mitlesen anderer Betroffener hatte mich sehr belastet.

    Inzwischen habe ich durch die Abstände wieder Kraft gefunden, auch ohne SHG und ich rede auch kaum noch über meinen Sohn, sondern eher über mich, mit Freunden oder auch Kollegen, wie geht es mir damit, was tue ich damit es mir besser geht. Klar kommen immer mal wieder tieftraurige Gedanken, mein Kind tut mir so leid. Aber dann lasse ich das auch mal zu und finde einen Weg daraus, ich habe das Schicksal angenommen, auch wenn ich es manchmal treten könnte!

    Ja, ich schreibe hier mit einer Betroffenen, wir sind in einer sehr ähnliche Situation. Es hilft sich auszutauschen.

    Alles Gute zurück

    Tina

  • Mein Mann macht eine ambulante SuchtReha… oder was weiß ich wie das heißt, 1x die Woche einen Termin, ich bemerke keinerlei Veränderung, keine Ansage von ihm, kein Lagebericht, nada niente nix… zum Glück habe ich’s Forum und mich… und euch Alle…🙏

  • Das klingt, was Dich betrifft, gut, Tina, da bist Du auf einem guten Weg. Weiter so!

    Bei ihm scheint leider noch eine echte Krankheitseinsicht zu fehlen.

    Und selbst wenn er die eines Tages hat, was ich ihm wünsche, würde ich erst einmal eine ganze Weile "Alltag" abwarten, bis ich öfter mit ihm Kontakt haben wollte.

    Und der Kontakt sollte sich dann nicht um die Abstinenz drehen, denn die ist ganz allein von ihm zu beeinflussen, sondern um das erwachsene Leben, das ihm dann hoffentlich wieder möglich ist.

  • Dankeschön!

    Das hast Du gut getroffen und der letzte Absatz "das erwachsene Leben, das ihm dann hoffentlich wieder möglich ist" ist mein großer Wunsch, so habe ich es noch gar nicht benennen können!

    Einmal editiert, zuletzt von Tina2 (16. November 2025 um 16:50)

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