Beiträge von wardasalles

    Mit dem weggehen meine ich nicht flüchten sondern weg aus dem hamsterrad andereUmgebung um dort dann zu schauen ob er es packt wenn nicht dann nicht. Dann weiß ich / er es gewiss.

    Hallo Lilo, dein Mann ist jetzt in LZT / Reha hast du geschrieben? Danach sollte er trocken sein und natürlich alles daran setzen, trocken zu bleiben. Meiner Meinung nach kann er es schaffen, wenn er es für sich selbst will. Wenn er die Therapie "nur" für dich und das Kind oder auf Druck hin macht, wird es vermutlich nicht klappen. Ganz egal, wo ihr seid und welchen Job er ausübt.

    Die Gewissheit, die du gern möchtest, gibt es wahrscheinlich nicht. Zumindest nicht jetzt.

    Ich denke es ist schwierig in den Alltag Umfeld der bei uns einen großen Einfluss haben zb die arbeit und die Kollegen und eine 360 grad Wendung zu schaffen.

    Excessives trinken hat bei uns ganz viel mit Stress der Arbeit und den Kollegen zu tun. Und der perfektionsdruck.

    Wenn er trinken will, findet er immer einen Grund. Eigentlich braucht er auch gar keinen Grund dafür. Auf den Stress, den Job und die Kollegen kann er natürlich gut die Schuld verlagern - aber ganz ehrlich, es gibt viele Leute mit stressigen Jobs, die nicht trinken. Den Job könnte er ja vielleicht auch wechseln, wenn denn das der einzige Grund wäre.

    Ich glaube aber, das ist nur vorgeschoben. Denn wenn dieser Grund wegfallen würde, müsste er sich mit dem eigenen Anteil bzw. der eigenen Verantwortung daran auseinandersetzen. Und ich glaube, das ist sehr hart. Genauso, wie für uns Co's die Auseinandersetzung mit uns selbst so schwer ist.

    Vielleicht solltest du einfach mal abwarten, was sich jetzt nach der LZT / Reha ergibt und ein bisschen mehr an dich und dein Kind denken. Versuch dich aus dem Gedankenkarussell, dessen Mittelpunkt er ist, zu befreien. Nimm dich und deine Gefühle ernst, finde heraus, was dir gut tut und was nicht. Und mache nicht ihn verantwortlich für dein Leben, deine Zufriedenheit und dein Glück. Dafür bist nur du selbst verantwortlich.

    Ja, ich hab leicht reden ... ich hänge ja selber noch total drin. Mein Mann hat nicht mal annähernd so was wie Einsicht bisher. Das Höchste, was ich dazu mal gehört habe war: "Zu den AA gehe ich auf keinen Fall. Dann würde ich ja zugeben, dass ich Alkoholiker bin." Ah ja. Alles klar. Da ist dein Mann doch tatsächlich schon einen Schritt weiter. Er arbeitet in der Therapie an sich! Mach du jetzt das gleiche!

    LG <3 wardasalles

    Wenn ich das gerade lese frage ich mich wer ist mehr abhängig; Der Alki oder der Partner

    Interessante Frage, aber eigentlich ist das doch komplett egal? Wir stehen ja nicht in einem Abhängigkeitslevel-Wettbewerb.

    Was es so schwierig für uns Co's macht, ist aus meiner Sicht, dass man dich doch mal in Liebe verbunden war und natürlich dem erkrankten Partner gern helfen möchte. Das ist doch eigentlich selbstverständlich.

    Bis man die Erkenntnis gewinnt, dass man durch das Helfen die Krankheit verlängert und evtl. verschlimmert, kann es lange dauern, weil es halt gegen jede Regrl und Erfahrung ist.

    Und auch mit der Erkenntnis ist man vom Tun noch weit entfernt. Ich kann da ein Lied von singen ...

    LG <3 wardasalles

    Hallo Mare,

    Wie ist die Situation jetzt bei euch? Hast du erste Schritte eingeleitet, um aus der unerträglichen Situation raus zu kommen?

    Ich verstehe gut, dass du deine Tiere mitnehmen möchtest. Bestimmt gibt es Möglichkeiten, sie vorübergehend bei einer Pflegefamilie unterzubringen. Das örtliche Tierheim kann dir da ganz sicher Hilfestellung geben

    Erzähl mal, wie es dir geht! Hier kannst du alles berichten und findest immer jemanden, der dir zuhört und dich Ernst nimmt.

    LG <3 wardasalles

    Haus vermieten und n weile weg Base behalten neu anfangen und schauen ob wir es schaffen und eine zukunft haben.

    Das, liebe Lilo, hört sich schön an. Aber- und das ist ein großes Aber - ihr nehmt euch selbst immer mit. Auch auf so einer "Flucht". Und ich fürchte, es wäre so ähnlich wie im Urlaub, zwar viel Ablenkung durch neue Eindrücke von außen, aber im Innenleben würde sich nichts verändern. Natürlich sind das nur meine Gedanken, bei euch könnte das auch anders ablaufen, bei mur und meinem Mann haben solche "Fluchten" nur kurzfristig Erleichterung gebracht. Und ich habe mir wirklich gewünscht, dass alles wieder in Ordnung kommt. Ein winzig kleines Bisschen hoffe ich das noch immer, aber der Glaube daran ist mir inzwischen abhanden gekommen.

    LG <3 wardasalles

    Ich kann nicht wirklich mit ihm reden, da er auch vorher schon immer gesagt hat, er hat kein Problem mit Alkohol.
    Ich möchte ihm helfen, doch nur wenn er will.

    Er macht bei solchen Gesprächen immer sofort dicht und sagt nichts mehr.

    Hallo KleinesWunder,

    es ist gut, dass du dich hier angemeldet hast. Viele von uns haben ähnliche Erfahrungen gemacht wie du. Bei mir ist das auch schon eine - leider - jahrelange Geschichte. Bis ich überhaupt realisiert habe, dass der Alkoholkonsum meines Mannes einen "normalen" Level überschreitet, hat es mehr als 10 Jahre gedauert. Bis zu meinem persönlichen Tiefpunkt, bei dem ich gemerkt habe, dass ich ihm nicht helfen kann, er laut eigener Aussage kein Problem hat und ebenfalls überhaupt nicht darüber reden will, sind tatsächlich 12 Jahre vergangen.

    Nachdem jetzt aber bei mir dieser Punkt gekommen ist, habe ich begonnen, das einzige zu verändern, dass ich verändern kann: Mich selbst und das, was ich tue. Das ist ein anstrengender und schmerzhafter Weg, aber der einzige, den ich gehen kann. Und hey - ich liebe meinen Mann tatsächlich immer noch. Nur - dieser Mann ist ganz oft völlig hinter dem Alkoholnebel verschwunden. Und das liebe ich nicht.

    Vielleicht kannst du für dich mal darüber nachdenken, was du tun kannst, damit es dir besser geht. Ganz unabhängig von deinem Mann.

    LG <3 wardasalles

    Nichts machen können. Das ist so schwer. Loslassen. Die eigene Machtlosigkeit anerkennen.

    Ganz genau. Ich war schon teilweise typisch Co in den letzten Jahren, habe aber immer versucht, auch mein Leben zu leben. Dennoch - da ist dieser Mensch, den ich nüchtern wie verrückt geliebt habe. Jedoch finde ich den nicht mehr, dieser Mann ist einfach weg. Ich fühle mich beraubt, bestohlen vom Alkohol. Es ist unendlich schwer zu akzeptieren, dass ich gar nichts machen kann und er nichts machen will. Furchtbar.

    LG <3 wardasalles

    Mit Strenge und Kontrolle wird aber rein gar nichts erreicht. Er ist dann vielleicht während der Reha trocken, aber danach... Das klappt nur, wenn er SELBST diese Einsicht hat.

    Zu dieser Einsicht zu kommen, hat mich viele Jahre gekostet. Aber es ist tatsächlich so. Wenn er nicht von sich aus die Veränderung, also den Weg ohne Alkohol gehen will, dann hat es keinen Sinn. Alle Diskussionen, Streit, Vorwürfe und Kontrolle helfen überhaupt nichts! Es fällt mir heute auch noch schwer, das zu akzeptieren, aber so ist es einfach. Und ich kann nur an mir selbst arbeiten. Und du solltest auf dich und auf dein Kind schauen.

    LG <3 wardasalles

    "Ich verlasse dich. Ein Ratgeber für den, der geht." von Sandra Lüpkes.

    Für Co-Abhängige ganz besonders empfehlenswert, aber ebenso für alle, die sich trennen möchten. Es thematisiert die Schwierigkeiten der Trennung aus der Sicht des sich Trennenden, vergisst aber auch den verlassenen Partner nicht. Ich (als Co-Abhängige mit Trennungsgedanken) konnte fast nicht aufhören zu lesen und hab ständig innerlich "Jaaa, genau so!" gesagt.

    Vielleicht kann es auch für andere eine Hilfe sein. Es mildert die Angst, die Schuldgefühle und die Gewissensbisse und hat auch ganz praktische Tipps parat, ganz ohne direkten Bezug zum Trennungsgrund "Sucht".

    Mir öffnet es gerade sehr die Augen, weswegen ich es empfehlen möchte.

    Ich habe ein gutes Buch gefunden, das auch für uns Co-Abhängige eine Hilfe sein kann ... ich konnte gestern Abend/Nacht fast nicht aufhören zu lesen und hab ständig innerlich "Jaaa, genau so!" gesagt.

    Vielleicht kann es auch für andere eine Hilfe sein. Es mildert die Angst, die Schuldgefühle und die Gewissensbisse und hat auch ganz praktische Tipps parat, ganz ohne direkten Bezug zum Trennungsgrund "Sucht".

    Ich hoffe, es ist erlaubt den Titel zu nennen, liebe Mods? Falls nicht, bitte löschen.

    Es heißt "Ich verlasse dich. Ein Ratgeber für den, der geht" von Sandra Lüpkes.

    Mir öffnet es gerade sehr die Augen, weswegen ich es im offenen Bereich empfehlen möchte.

    LG wardasalles

    Ich habe am Freitagabend eine lange Diskussion mit meinem Mann geführt. Er hat dabei getrunken. Je hitziger es wurde, je mehr Schnaps hat er getrunken. Ich habe ihn irgendwann angeschrieen und gesagt, dass er heute nicht bei mir schläft.
    Er wurde, wie so oft, richtig gemein und ich bin dann einfach aufgestanden und ins Bett gegangen.

    Hallo Rosemarie,

    wie Mg-Midget schon geschrieben hat - keine Diskussionen, wenn er trinkt. Diskussionen, auch heftige sind okay, aber sobald das erste Glas, die erste Flasche dazu kommt, brich es ab. Es hat dann keinen Sinn mehr. Ich habe selbst schon endlose (auch ganz grässlich verletzende) Diskussionen mit meinem Mann geführt, als er getrunken hatte. Natürlich weil es mich dann in der Situation besonders geärgert, wütend gemacht und getriggert hat. Hier im Forum habe ich gelernt, dass das keinen Sinn hat. Diskussionen nur im nüchternen Zustand führen. Und was soll ich dir sagen - es klappt wirklich!

    Verlass die Situation sofort, wenn er trinkt. Sag ihm auch, dass du nicht diskutierst, wenn er dabei trinkt. Natürlich wird er sich darüber ärgern und gemein werden, aber du wirst sehen, dass die Situation sich für dich insgesamt verändern wird, wenn er merkt, dass du nicht mehr alles mitmachst. Wirklich, ich wünschte, ich hätte das schon vor vielen Jahren gewusst und durchgezogen. Vielleicht wären wir dann jetzt als Paar nicht an der Stelle, wo wir jetzt aber sind. Und die Erkenntnis, dass nur ich für mein Wohlbefinden verantwortlich bin, ist eine schmerzliche. Sie widerspricht so total von dem Bild der partnerschaftlichen Liebe, das wir oft im Kopf haben. Dieses Bild auszulöschen und durch ein anderes, gutes und gesundes, zu ersetzen, ist sehr, sehr schwer.

    Aber du kannst es schaffen! Schreib weiter hier, zieh dich nicht ins Schneckenhaus zurück. Bleib dran! Hier liest immer jemand mit und kann dir Rückmeldung, Rückenstärkung und auch einen Tritt in den Allerwertesten geben. :thumbup:

    LG <3 wardasalles

    Es ist einfach, dass ich das Gefühl habe, ich habe hier noch gewisse Sicherheiten, die es mir erleichtern mich auf mich zu konzentrieren (jetzt ein Auszug - zur Zeit sieht es so aus als sie die einzige Option ein Frauenhaus, das mit 2 kleinen Kindern und allem was zu Regeln wäre, da bleibt gar keine Zeit mal mit seinen Gedanken alleine zu sein).

    Du siehst deine Situation ganz klar und das ist doch auf jeden Fall eine positive Sache. Er hat dir auch ganz klar zu verstehen gegeben, dass er nichts ändern wird. Was das "weniger trinken" bedeutet, wissen wir doch alle. Jetzt kannst du den Fokus auf dich und deine Kinder richten. Plane deinen "Ausstieg" ganz in Ruhe. Du musst ihm davon nichts erzählen, wenn du nicht willst. Suche dir Hilfe und Unterstützung - schreibe hier im Forum, wenn dir sonst niemand zuhört. Hier ist immer jemand, der/die dich versteht.

    Bei mir ist es ja auch so, dass aufgrund äußerer Umstände eine sofortige Holterdipolter-Trennung nicht möglich ist und ich das auch nicht will. Ich kann also deine Situation total nachvollziehen. Aber die Arbeit an mir selbst, an meiner Einstellung zu mir und auch zu ihm, die kann ich jederzeit machen. Die findet großteils in meinem Kopf statt und erst wenn ein Gedankenstrang fertig ist, handle ich. Keine Ahnung, ob ich das jetzt irgendwie verständlich geschrieben habe ... :/

    LG <3 wardasalles

    Ich habe das nur für mich selbst reflektiert, geschaut was für MICH passt und was nicht. Die Fragen in dem zitierten Absatz hatte ich nicht dir persönlich stellen wollen, sondern das sind meine eigenen Fragen. Ich hätte das separat posten sollen, damit das deutlicher wird. Ich wollte deine Sichtwise auf keinen Fall in Frage stellen. Ich suche nur meine eigene.

    Letztendlich geht es ja darum aus einer krank-machenden Beziehung auszusteigen.

    Nee, das ist mir schon klar, dass das keine Fragen für mich persönlich waren. Aber ich kann ja nur aus meiner persönlichen Sicht etwas dazu sagen. Ich wünsche dir, dass du deinen eigenen Weg und deine eigenen Antworten findest!

    Apropos "krank-machend". Immer, wenn ich in meinem Faden schreibe, habe ich danach einen Migräne-Anfall 🤯. (Habe schon versucht auf dark modus umzustellen, aber es geht nicht.) Ich Frage mich was das zu bedeuten hat???...werde mal nachdenken und Pause machen.

    Oh! Doch hoffentlich nicht wegen unseren Antworten hier? Oder ist es einfach, weil du jetzt so viele Denkanstöße bekommst? Ich kann davon auch immer nur eine bestimmte Menge verarbeiten, dann muss ich etwas ganz anderes machen. Es ist wirklich Schwerstarbeit an sich selbst zu arbeiten. Übrigens würde ich auch gern auf Dark Modus umstellen, also am Handy, aber es geht bei mir auch nicht. Schade. Vielleicht ist das ja eine Idee für eine neue Funktion im Forum. :idea:

    Es wäre schön, wenn du hier bleibst!
    LG <3 wardasalles

    Ich hab ganz klar gemacht familienzeit ist keine trinkzeit. Beim Essen ein Glas Wein muss mich nicht stören (das tut es noch, aber nicht weil er sich im Wesen verändert, sondern weil ich mir wünsche er gibt das Trinken auf. Aber daran möchte ich auch arbeiten, solange er nicht nach Alkohol riecht oder merklich angetrunken ist, ist es ja "sein Bier ")

    Sobald er das übertreibt, ist er raus. Das war schon früher so, dass wenn wir aus gegangen sind und er mir zu viel getrunken hat, ich die Unternehmung mit ihm sofort abgebrochen habe, und entweder nach Hause bin oder ohne ihn weiter gezogen bin. Damit habe ich kein Problem.

    Er hat den harten Alkohol zuhause selber weg geschüttet habe ich gesehen. Er hat auch schon lange kein pep mehr zuhause und konsumiert das wohl noch, wenn er mit seinen Freunden ist.

    Von denen distanziert er sich aber auch, tägliche Telefonate etc gibt es nicht mehr.

    Er möchte sie noch gelegentlich treffen, aber er wünscht sich eigentlich selbst einen neuen Freundeskreis...

    Liebe RH,

    deinen Entschluss musst du nicht rechtfertigen oder dich dafür schämen. Es ist deine Entscheidung. Und wie viele hier haben schon diese "Extrarunden" gedreht - mich eingeschlossen? Uns steht da kein Urteil zu.

    Der zitierte Teil oben macht mich allerdings traurig - denn du schreibst eigentlich, dass du schon weißt, dass es genauso weitergehen wird. Übrigens musste ich jetzt tatsächlich googeln was "pep" ist ... :lol: ... bei uns gibt's ja "nur" ein Alkoholproblem.
    Natürlich ist es "sein Bier", aber die Jahre haben dir doch gezeigt, wie sehr diese Tatsachen auch "dein Bier" sind?

    Du schreibst, dass du in 2 Jahren um 10 Jahre gealtert bist. Wie lange möchtest du das noch im Spiegel sehen? Und deine Kinder? Der Gedanke an die Kinder ist für mich das Schlimmste. Sie machen das auch weiter mit, weil du drin stecken bleibst.

    Ich wünsche dir, dass du einen Weg für dich herausfindest. Und ganz ehrlich: Eine Trennung muss nicht für immer sein, wenn dir das Angst macht. Wenn es wieder passen sollte - später, dann seid ihr doch frei wieder zusammenzukommen.

    LG <3 wardasalles

    Ich weiß nicht, ob es manchen auch Angst macht zu hören, dass es Leute gibt, bei denen der Wille und die Einsicht und alle Therapie nicht ausreicht und die trozdem zugrunde gehen? Könnte es "einfacher" sein zu sagen: Er ist doch erwachsen, ist seine Entscheidung " weil das sonst so unendlich weh tut diese unglaubliche Hilflosigkeit zu sehen?

    Ich muss oft an einen Psychiater aus der Notaunahme denken der vor Jahren zu mir gesagt hat: "Wenn Sie sich trennen stirbt einer, aber wenn Sie bei ihm bleiben sterben zwei".

    Ja, ich verstehe absolut, was du meinst. Genau diese Gedanken sind es aber, die auch mich zum bisher schon 12 Jahre dauernden Verharren gebracht haben. Der Gedanke, er ist krank, er kann nicht anders etc. Aber andere Entscheidungen traust du ihm doch auch zu? Er geht zur Arbeit, fährt evtl. Auto, macht Urlaub, unterschreibt Verträge etc. Er ist nicht unmündig und steht nicht unter Vormundschaft. Insofern meine ich schon, dass er entscheiden könnte sich helfen zu lassen (ich spreche da jetzt von meinem Mann). Dein Partner hat den ersten Schritt gemacht und sollte seinen Weg jetzt weitergehen. Die Schritte sind bekannt.

    Ich will dir auch gar nicht zu einer Trennung raten, niemand steckt in deiner Situation außer du selbst und ich bin selbst (noch) nicht getrennt. Und wer weiß, wohin mein Weg geht, sollte sich mein Mann umentscheiden und Hilfe suchen. Sieht ja momentan eher nicht so aus. Solange er aber diese Entscheidung nicht fällt, muss ich meine Entscheidungen eben allein treffen und zwar so, dass ich damit glücklich bin bzw. werden kann.

    Zu deinem Satz oben (Zitat) - es macht definitiv Angst, dass nahestehende und/oder geliebte Menschen einfach so zugrunde gehen können, ohne, dass man da helfen kann. Es ist ein absolut schrecklicher Gedanke, der mich seit vielen Jahren sozusagen fesselt in meiner Co-Abhängigkeit. Ich bestand da teilweise nur noch aus Angst - Angst, dass er zugrunde geht, Angst vor seinem Zustand, wenn ich von einer Abwesenheit heimkomme, Angst vor exzessiven Trinktagen und den unangenehmen Begleiterscheinungen, Angst vor dem drohenden finanziellen Ruin, Angst vor einem Ende, dass ich mir ganz anders gewünscht habe. Die Liste der Ängste könnte ich noch kilometerlang weiterführen.

    Aber ich finde es auch nicht einfacher zu sagen, er ist erwachsen und entscheidet selbst. Auch dahin war es ein schwerer und bei mir sehr langer Weg. Aber - und ich spreche da nur von mir - seit ich das für mich akzeptiert und verinnerlicht habe, fühle ich mich selbst sehr entlastet. Das bedeutet nicht, dass ich ihn "ihm Stich lasse" oder ihm Böses will. Ganz im Gegenteil, ich wünsche mir sehr, dass er es schafft, irgendwann der Sucht den Kampf anzusagen. Und dann unterstütze ich ihn selbstverständlich dabei! Aber momentan stecken wir fest und wenn ich nichts ändere, bleibt die Situation bis zum bitteren Ende so. Und das möchte ich nicht.

    LG <3

    Ich weiß aber nicht ob das so stimmig ist. Mir kommt mein Mann dann eher vor wie "ferngesteuert". Es ist keine Entscheidung mehr, sondern er MUSS trinken. Fast wie in einer Psychose und da würde ich doch auch nicht sagen 'es ist deine Entscheidung '.

    Hallo Jump,

    In diesem akut lebensgefährlichen Zustan versteht es sichvvon selbst, dass man alle Hilfe gibt, die möglichvist. Das bedeutet, Notarzt, Krankenwagen etc. holen und alles so weit regeln, dass die Fachleute übernehmen können, also z.B Papiere, Versicherungskarte bereithalten und ihn bestmöglich stabilisieren.

    Dann folgt ja in aller Regel eine ärztliche Betreuung in diesem nüchternen (!) Rahmen ist er aber wieder selbst verantwortlich. Er hat es in der Hand, zu sagen "Ich brauche professionelle Hilfe".

    Ich weiß natürlich, dass die Sucht ihn antreibt und es in diesem Sinne kein "freier Wille" mehr ist. Aber - niemand anders schüttet Alkohol in seinen Mund als er selbst. Und dazwischen wird er doch wohl auch mal ein paar halbwegs nüchterne Stunden haben, in denen er seine Situation reflektieren könnte.

    Genau das machst du ja auch hier im Forum.

    Alkes Liebe <3

    Danke wardasalles

    Ich werde das tun. Als ich heute Abend nach Hause kam, stand ein Strauß Rosen da. Er ist aber den ganzen Abend nicht aus seinem Zimmer raus gekommen - vermutlich spielt er da online.
    Es ist alles so krank!

    Ja, ein Rosenstrauss ist schön, macht aber dein Leben nicht besser. Du bist immer noch an ihm dran. Lass ihn, er ist krank und du kannst ihn nicht heilen.

    Was hast du heute selbst für dich getan?