Beiträge von wardasalles

    Ich habe das nur für mich selbst reflektiert, geschaut was für MICH passt und was nicht. Die Fragen in dem zitierten Absatz hatte ich nicht dir persönlich stellen wollen, sondern das sind meine eigenen Fragen. Ich hätte das separat posten sollen, damit das deutlicher wird. Ich wollte deine Sichtwise auf keinen Fall in Frage stellen. Ich suche nur meine eigene.

    Letztendlich geht es ja darum aus einer krank-machenden Beziehung auszusteigen.

    Nee, das ist mir schon klar, dass das keine Fragen für mich persönlich waren. Aber ich kann ja nur aus meiner persönlichen Sicht etwas dazu sagen. Ich wünsche dir, dass du deinen eigenen Weg und deine eigenen Antworten findest!

    Apropos "krank-machend". Immer, wenn ich in meinem Faden schreibe, habe ich danach einen Migräne-Anfall 🤯. (Habe schon versucht auf dark modus umzustellen, aber es geht nicht.) Ich Frage mich was das zu bedeuten hat???...werde mal nachdenken und Pause machen.

    Oh! Doch hoffentlich nicht wegen unseren Antworten hier? Oder ist es einfach, weil du jetzt so viele Denkanstöße bekommst? Ich kann davon auch immer nur eine bestimmte Menge verarbeiten, dann muss ich etwas ganz anderes machen. Es ist wirklich Schwerstarbeit an sich selbst zu arbeiten. Übrigens würde ich auch gern auf Dark Modus umstellen, also am Handy, aber es geht bei mir auch nicht. Schade. Vielleicht ist das ja eine Idee für eine neue Funktion im Forum. :idea:

    Es wäre schön, wenn du hier bleibst!
    LG <3 wardasalles

    Ich hab ganz klar gemacht familienzeit ist keine trinkzeit. Beim Essen ein Glas Wein muss mich nicht stören (das tut es noch, aber nicht weil er sich im Wesen verändert, sondern weil ich mir wünsche er gibt das Trinken auf. Aber daran möchte ich auch arbeiten, solange er nicht nach Alkohol riecht oder merklich angetrunken ist, ist es ja "sein Bier ")

    Sobald er das übertreibt, ist er raus. Das war schon früher so, dass wenn wir aus gegangen sind und er mir zu viel getrunken hat, ich die Unternehmung mit ihm sofort abgebrochen habe, und entweder nach Hause bin oder ohne ihn weiter gezogen bin. Damit habe ich kein Problem.

    Er hat den harten Alkohol zuhause selber weg geschüttet habe ich gesehen. Er hat auch schon lange kein pep mehr zuhause und konsumiert das wohl noch, wenn er mit seinen Freunden ist.

    Von denen distanziert er sich aber auch, tägliche Telefonate etc gibt es nicht mehr.

    Er möchte sie noch gelegentlich treffen, aber er wünscht sich eigentlich selbst einen neuen Freundeskreis...

    Liebe RH,

    deinen Entschluss musst du nicht rechtfertigen oder dich dafür schämen. Es ist deine Entscheidung. Und wie viele hier haben schon diese "Extrarunden" gedreht - mich eingeschlossen? Uns steht da kein Urteil zu.

    Der zitierte Teil oben macht mich allerdings traurig - denn du schreibst eigentlich, dass du schon weißt, dass es genauso weitergehen wird. Übrigens musste ich jetzt tatsächlich googeln was "pep" ist ... :lol: ... bei uns gibt's ja "nur" ein Alkoholproblem.
    Natürlich ist es "sein Bier", aber die Jahre haben dir doch gezeigt, wie sehr diese Tatsachen auch "dein Bier" sind?

    Du schreibst, dass du in 2 Jahren um 10 Jahre gealtert bist. Wie lange möchtest du das noch im Spiegel sehen? Und deine Kinder? Der Gedanke an die Kinder ist für mich das Schlimmste. Sie machen das auch weiter mit, weil du drin stecken bleibst.

    Ich wünsche dir, dass du einen Weg für dich herausfindest. Und ganz ehrlich: Eine Trennung muss nicht für immer sein, wenn dir das Angst macht. Wenn es wieder passen sollte - später, dann seid ihr doch frei wieder zusammenzukommen.

    LG <3 wardasalles

    Ich weiß nicht, ob es manchen auch Angst macht zu hören, dass es Leute gibt, bei denen der Wille und die Einsicht und alle Therapie nicht ausreicht und die trozdem zugrunde gehen? Könnte es "einfacher" sein zu sagen: Er ist doch erwachsen, ist seine Entscheidung " weil das sonst so unendlich weh tut diese unglaubliche Hilflosigkeit zu sehen?

    Ich muss oft an einen Psychiater aus der Notaunahme denken der vor Jahren zu mir gesagt hat: "Wenn Sie sich trennen stirbt einer, aber wenn Sie bei ihm bleiben sterben zwei".

    Ja, ich verstehe absolut, was du meinst. Genau diese Gedanken sind es aber, die auch mich zum bisher schon 12 Jahre dauernden Verharren gebracht haben. Der Gedanke, er ist krank, er kann nicht anders etc. Aber andere Entscheidungen traust du ihm doch auch zu? Er geht zur Arbeit, fährt evtl. Auto, macht Urlaub, unterschreibt Verträge etc. Er ist nicht unmündig und steht nicht unter Vormundschaft. Insofern meine ich schon, dass er entscheiden könnte sich helfen zu lassen (ich spreche da jetzt von meinem Mann). Dein Partner hat den ersten Schritt gemacht und sollte seinen Weg jetzt weitergehen. Die Schritte sind bekannt.

    Ich will dir auch gar nicht zu einer Trennung raten, niemand steckt in deiner Situation außer du selbst und ich bin selbst (noch) nicht getrennt. Und wer weiß, wohin mein Weg geht, sollte sich mein Mann umentscheiden und Hilfe suchen. Sieht ja momentan eher nicht so aus. Solange er aber diese Entscheidung nicht fällt, muss ich meine Entscheidungen eben allein treffen und zwar so, dass ich damit glücklich bin bzw. werden kann.

    Zu deinem Satz oben (Zitat) - es macht definitiv Angst, dass nahestehende und/oder geliebte Menschen einfach so zugrunde gehen können, ohne, dass man da helfen kann. Es ist ein absolut schrecklicher Gedanke, der mich seit vielen Jahren sozusagen fesselt in meiner Co-Abhängigkeit. Ich bestand da teilweise nur noch aus Angst - Angst, dass er zugrunde geht, Angst vor seinem Zustand, wenn ich von einer Abwesenheit heimkomme, Angst vor exzessiven Trinktagen und den unangenehmen Begleiterscheinungen, Angst vor dem drohenden finanziellen Ruin, Angst vor einem Ende, dass ich mir ganz anders gewünscht habe. Die Liste der Ängste könnte ich noch kilometerlang weiterführen.

    Aber ich finde es auch nicht einfacher zu sagen, er ist erwachsen und entscheidet selbst. Auch dahin war es ein schwerer und bei mir sehr langer Weg. Aber - und ich spreche da nur von mir - seit ich das für mich akzeptiert und verinnerlicht habe, fühle ich mich selbst sehr entlastet. Das bedeutet nicht, dass ich ihn "ihm Stich lasse" oder ihm Böses will. Ganz im Gegenteil, ich wünsche mir sehr, dass er es schafft, irgendwann der Sucht den Kampf anzusagen. Und dann unterstütze ich ihn selbstverständlich dabei! Aber momentan stecken wir fest und wenn ich nichts ändere, bleibt die Situation bis zum bitteren Ende so. Und das möchte ich nicht.

    LG <3

    Ich weiß aber nicht ob das so stimmig ist. Mir kommt mein Mann dann eher vor wie "ferngesteuert". Es ist keine Entscheidung mehr, sondern er MUSS trinken. Fast wie in einer Psychose und da würde ich doch auch nicht sagen 'es ist deine Entscheidung '.

    Hallo Jump,

    In diesem akut lebensgefährlichen Zustan versteht es sichvvon selbst, dass man alle Hilfe gibt, die möglichvist. Das bedeutet, Notarzt, Krankenwagen etc. holen und alles so weit regeln, dass die Fachleute übernehmen können, also z.B Papiere, Versicherungskarte bereithalten und ihn bestmöglich stabilisieren.

    Dann folgt ja in aller Regel eine ärztliche Betreuung in diesem nüchternen (!) Rahmen ist er aber wieder selbst verantwortlich. Er hat es in der Hand, zu sagen "Ich brauche professionelle Hilfe".

    Ich weiß natürlich, dass die Sucht ihn antreibt und es in diesem Sinne kein "freier Wille" mehr ist. Aber - niemand anders schüttet Alkohol in seinen Mund als er selbst. Und dazwischen wird er doch wohl auch mal ein paar halbwegs nüchterne Stunden haben, in denen er seine Situation reflektieren könnte.

    Genau das machst du ja auch hier im Forum.

    Alkes Liebe <3

    Danke wardasalles

    Ich werde das tun. Als ich heute Abend nach Hause kam, stand ein Strauß Rosen da. Er ist aber den ganzen Abend nicht aus seinem Zimmer raus gekommen - vermutlich spielt er da online.
    Es ist alles so krank!

    Ja, ein Rosenstrauss ist schön, macht aber dein Leben nicht besser. Du bist immer noch an ihm dran. Lass ihn, er ist krank und du kannst ihn nicht heilen.

    Was hast du heute selbst für dich getan?

    Er trinkt morgens und mittags und timed das so, dass er wieder bei 0 ist, bis ich von der Arbeit komme. Er hat einen Alkoholtester.

    Da bist du wieder voll im Kontrollmodus. Das musst du echt lassen. Es ist seine Entscheidung, wieder zu trinken, seine Entscheidung zu lügen. Lass das bei ihm.

    Bei uns stehen Bierdosen im Kühlschrank. Ich sage dazu nichts mehr und es ärgert mich auch nicht mehr. Er muss selbst wissen, was er tut.

    Nutze die Energie deiner Wut für Schritte auf deinem Weg. Was kannst du jetzt, morgen und nächste Woche tun, um frei zu werden?

    Liebe wardasalles,

    ich habe deinen Faden die ganze Zeit verfolgt. Ich kann mich mit so vielem identifizieren! Deine Schritte sind so klar und mutig und trotzdem gefühlvoll, ganz nah bei dir selbst. Das war für mich auch ein Anstoß mich selbst hier anzumelden.

    Ich hoffe sehr du vesinkst jetzt nicht im geschlossenen Bereich und ich darf noch mitbekommen wie es für dich weiter geht.

    Ich wünsche dir viel Kraft und weitehin Mut. Alles Liebe,

    Jump!

    Hallo Jump!

    Ich weiß nicht, ob ich so klar und mutig bin, wie du schreibst. Ich zweifle sehr, sehr oft. Es gibt ja auch bei uns immer wieder die "guten Tage oder Stunden", die mich an früher erinnern, als die Partnerschaft wunderschön war. Und ich überlege immer, ob ich mich nur noch verantwortlich und/oder schuldig fühle, oder ob da eben doch auch noch Liebe ist. Aber auch wenn ich ihn noch liebe (was ich nicht genau weiß), muss ich ihm dennoch die Verantwortung für seins zurückgeben. Er ist erwachsen, ich muss respektieren, was er für sein Leben entscheidet.

    Diese Erkenntnisse habe ich hier aus dem Forum, weshalb ich allen, die hier ihre Erlebnisse aufschreiben, sehr dankbar bin!

    Ich werde immer wieder hier reinschauen und mein Fädchen weiterführen, keine Angst. Ich hab auch dein Fädchen gelesen ... ;)

    Danke für deine guten Wünsche - ich wünsche dir auch Kraft für deinen Sprung, Jump!

    LG wardasalles <3

    Ich konzentriere mich auf mich und nicht wie früher nur auf ihn. Aber es muss dennoch noch viel mehr passsieren!

    Hallo Liesel,

    diese beiden Sätze hab ich mir mal geschnappt. ;)
    Konzentriere dich noch mehr auf dich! Streich ihn aus deinen Überlegungen, plane und denke nur noch für dich. Das bedeutet nicht, dass du respektlos mit dem anderen umgehst, sondern ganz im Gegenteil - dieses Handeln ist absoluter Respekt vor deinen Gefühlen und auch vor seinen Rechten, Gefühlen und Einstellungen.
    Es muss noch viel passieren - bei dir! Fang an!

    <3 LG wardasalles

    Ich weiß, dass es falsch ist, aber ich bin dennoch enttäuscht. Kann es nicht so einfach abschütteln. Ich werde mich weiter mich kümmern, aber es hat mich nochmals getroffen, wie schwer krank er ist.

    Hallo Liesel,

    er ist krank und kann nicht anders. Und er ist ein erwachsener Mensch und hat das Recht seine eigenen Entscheidungen zu treffen, auch wenn sie dir nicht gefallen. Das kannst du nicht ändern. Lass seins bei ihm. Das ist nicht einfach, aber du kannst an dir arbeiten.

    Ändern kannst du nur dein Verhalten, dein Denken und deine Taten. Fang an! Überlege, was du von deinem Leben willst und geh los. Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Du musst es wollen, dann mach Schritt für Schritt. Auch wenn es mal Pausen oder Rückfälle gibt, lass dein Ziel nicht aus den Augen.

    LG wardasalles

    Hallo liebe alle,

    bei uns hat sich heute wieder einiges bewegt. Zuerst mal - die provisorische räumliche Trennung, die eigentlich jetzt am Wochenende stattfinden sollte, hat sich zerschlagen. Die Gründe sind leider korrekt, ganz sachlich und nicht vorgeschoben. Es wird sich alles um mindestens 4 Wochen hinausziehen. Eigentlich ja kein Zeitraum, wenn man die Jahre vorher bedenkt, aber ... Ich war heute so wütend und fertig mit den Nerven deswegen, dass ich ihm nochmal das Gespräch über "uns" quasi aufgezwungen habe, ich wäre sonst geplatzt. :lol: Es war aber letztlich doch ein total gutes Gespräch. Ich bin sehr, sehr sachlich geblieben, immer bei mir geblieben, wie es mir geht und habe auch seins bei ihm gelassen. Habe ganz klar gesagt, dass ich seine Entscheidung akzeptiere und er das ganz allein entscheidet für sich. Und dass es für uns nur zwei wichtige Punkte gibt: Er wird nicht aufhören - ich kann nicht mehr damit leben. Punkt. Das Reden hat etwas Druck herausgenommen und auch er sieht inzwischen die Notwendigkeit der Trennung. Natürlich bin ich traurig, denn es ist schon ein großer Verlust, eine so lange Beziehung aufzugeben bzw. aufgeben zu müssen. :(

    Interessant, dass ich vor vier Wochen, als ich mich hier angemeldet habe, noch ganz und gar nicht überzeugt war, dass es in einer Trennung endet. Aber so kann es gehen.

    Ich werde demnächst wohl mehr im geschlossenen Bereich schreiben - danke fürs Freischalten - und dort mehr über mich und meinen Anteil an meiner eigenen Co-Abhängigkeit und meine ganzen Verstrickungen aus der Vergangenheit schreiben. Aber auch im offenen Bereich werde ich weiterhin über die wesentlichen Schritte und Entwicklungen berichten.

    LG <3 wardasalles

    wardasalles Tja, das ist das absurde an Alkoholikern. Ich habe auch gedacht, wie schlau ich doch bin beim Verstecken des Alkohols. Je länger und mehr man trink, desto mehr verliert man an Realitätssinn.

    Interessant, dass sich auch "auf der anderen Seite", also bei den Alkoholsüchtigen, die Abläufe so ähneln. Ich lese auch viel bei den trockenen Alkoholikern mit, weil mir das neue Sichtweisen ermöglicht und hab da auch oft gedacht "kommt mir bekannt vor, genau wie bei uns".

    Wie meinst Du das mit der „geschlossenen Abteilung“ ? Ich hab’s nich

    Einige Dinge sind zu persönlich, die möchte ich einfach nicht im Web stehen haben.

    LG wardasalle

    Der Tag war ruhig und recht schweigsam. Wir haben kaum mehr gemeinsame Themen, habe ich den Eindruck. Ich kapsele mich ab, also nicht, dass ich ihn ignoriere oder so, aber von mir kommt einfach nix. Wenn er etwas fragt, bekommt er natürlich eine ganz normale und sachliche Antwort, sofern es mir möglich ist. Aber bei mir ist Sendepause.

    Was mir in letzter Zeit auch aufstößt ist, dass über alles und jedes genörgelt und gemeckert wird. Egal ob es eine Funktion im Computer ist, die er nicht kennt, ob es ein Formular ist, dass er ausfüllen soll oder etwas, das er in den Nachrichten hört. Die ganze Welt ist irgendwie kaputt und anstrengend für ihn, aber mit dem Trinken hat er kein Problem, da gibt's nix zu beanstanden. :roll: Das Gemecker würde mir aber auch auf die Nerven gehen, wenn er nicht trinken würde. :wink:

    Hatte ich schon erwähnt, dass er sich heute "heimlich" 2 Paletten Bier gekauft hat (36 Dosen)? Gesagt hat er, dass er in die Apotheke fährt. Seit wann gibt's denn da Bier? :lol: Die stehen jetzt in Taschen in seinem Auto ... und er holt immer nur einen kleinen Vorrat rein. Als ob ich das nicht merken würde! Schon wieder voll Co, oder? Hab aber nicht in seinem Auto geschnüffelt, sondern beim Vorbeigehen die Bierpaletten gesehen.

    Das ist alles so anstrengend, sogar das Schweigen. Ich bin momentan viel müde. Okay, es gibt auch so vieles zu bedenken.

    Aktuell lasse ich meine Beziehungen Revue passieren und überlege, ob sich da ein Muster zeigt. Und tatsächlich bin ich da etwas auf der Spur. Aber das möchte ich nicht im öffentlichen Bereich ausbreiten. Vielleicht ist es an der Zeit, dass ich mich für die "geschlossene Abteilung" bewerbe ... oder ist es noch zu früh?

    wardasalles finde es toll, wie Du es angehst,

    Ich war auch fast so weit und dann kam das mit dem Führerschein (zum 2.mal weg). Seitdem trinkt er nicht mehr, aber verhält sich total gleichgültig wie während des Trinkens gegenüber mir. Trotzdem habe ich wie keine direkte Angriffsfläche mehr, da er ja nix trinkt. Macht es auch nicht einfacher

    Dann hat sich für deine Beziehung nichts verändert. Du bist immer noch unglücklich und du bist die einzige, die das ändern kann.

    Es ist nicht einfach, anderen Personen die Wahrheit zu sagen. Zum einen möchte man nichts "Schlechtes" über den Noch- oder zukünftigen Ex-Partner erzählen, zum anderen gibt es ein so riesengroßes Tabu um die Alkoholerkrankung. Da musst du dir keine Vorwürfe machen. Ich hab's auch noch niemanden so klipp und klar erzählt, aber ich bin sicher - wenn ich es tue, werden alle sagen, dass sie es eh schon wussten/vermutet haben.

    Mach dich also nicht selbst fertig. Ist doch gut, dass du erzählt hast, dass du dich trennst. Du kannst die Details später mit mehr Ruhe noch ergänzen. Deine Freundin wird dir nicht böse sein, wenn du das erklärst.

    Und was deinen Partner angeht ist die Reaktion ja mal wieder typisch. Nimm dir das bloß nicht zu Herzen! Er will dir nur die Schuld zuschieben.

    Manchmal denke ich, vielleicht hört er wirklich auf , aber Gabe auch große Zweifel, weil er schon 20 Jahre trinkt und spielt, also stark abhängig ist.

    Ich verstehe deine Zweifel, aber wie du selbst schreibst, ändert sich die schlechte Stimmung bei euch nicht, obwohl er jetzt gerade mal nicht trinkt. Solange er nicht von sich selbst heraus etwas ändern will, bleibt es vermutlich so.

    Und du fühlst dich nicht wohl, bist unglücklich und traust ihm nicht - aus guten Gründen. Und deine Tochter fühlt sich doch auch nicht wohl oder behütet. Mach ihr Leben besser!

    Sieh's mal so: Auch nach einer Trennung könntet ihr wieder zueinander finden, die Möglichkeit besteht. Aber jetzt gerade könnt ihr nicht zusammen leben und seid alle unglücklich. Der Gedanke, dass er "vielleicht aufhört zu trinken" reicht als weitere Grundlage doch nicht aus.

    Übrigens habe ich diese Hoffnung schon so oft gehabt und wurde immer enttäuscht. Wie heißt es doch so schön "der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht" - mein Krug ist vor 4 Wochen zerbrochen.

    Heute war ein ruhiger Tag, keine Diskussionen oder so. Ich bin mir sicher, dass er inzwischen davon ausgeht, dass sich unsere Situation nicht gravierend ändert. Das sehe ich allerdings ganz anders. :twisted: Auch heute wurde schon am frühen Nachmittag Prosecco ins Zitronenwasser geschüttet, ich weiß nicht, ob er das macht, um heimlich zu trinken (was Quatsch ist, denn ich höre das Öffnen der Alkflasche) oder um mehr trinken zu können oder um früher anfangen zu können? Ist aber auch egal. Er hat nicht verstanden, dass jede einzelne Flasche meinen Entschluss festigt.

    Bin gespannt aufs Wochenende, da soll die - erstmal behelfsmäßige - räumliche Trennung von statten gehen. Er zieht aus, aber noch nicht richtig, da er dort nicht richtig wohnen kann. Das sind keine vorgeschobenen Gründe - ich kenne den Ort und weiß das. Dummerweise könnte das aber auch bedeuten, dass er schneller wieder hier ist als mir lieb wäre. Aber das sind ja ungelegte Eier.

    Ich denke einfach nur jeden Tag "Heute werde ich nicht rückfällig! Ich lasse seins bei ihm und kümmere mich um meins." Klar, so 100% klappt das noch nicht. Aber ich bin verblüfft, wie weit ich in vergangenen Wochen schon gekommen bin. Für mich war das die reinste Weltreise. :lol:

    Habt einen schönen Abend! <3

    wardasalles

    Habe genau die gleichen Gefühle in Bezug auf Trennung. Angst und Traurigkeit überwiegen, aber manchmal denke ich auch an mehr Ruhe.
    Ich danke Dir für Deine Antworten - ich muss die Schritte machen. Bin sehr langsam, aber schon deutlich weiter als vor 6 Monaten

    Ach, was heißt schon langsam? Ich grüble ja schon seit vielen Jahren herum, aber offenbar hatte ich die ganze Zeit immer noch Hoffnung. Ich hab damals vor etwa 12 Jahren schon hier im Forum gelesen, aber mich nicht angemeldet. Dadurch habe ich zwar erkannt, dass ich nicht die einzige mit diesem Problem bin, aber den Tiefpunkt hatte ich eben noch nicht erlebt. Den Punkt, an dem die Wut die Traurigkeit überwiegt und mich handeln lässt. Und das hat genauso lange gedauert, wie's gedauert hat.

    Es nützt nix, darüber zu jammern, was in der Vergangenheit war oder was man vielleicht versäumt hat. Jetzt geht es darum, in die Zukunft zu sehen (auch wenn sie noch viel Angst macht).

    LG wardasalles