Hallo Naira,
Damit ich Dich verstehe: Was ist an der Bezeichnung „Alkoholiker“ nicht wertneutral?
Viele Grüße
Nayouk
Hallo Naira,
Damit ich Dich verstehe: Was ist an der Bezeichnung „Alkoholiker“ nicht wertneutral?
Viele Grüße
Nayouk
Ganz klares Nein. Alkoholismus kannst Du nicht mit eigenem Willen abstellen
Das sehe ich auch so. Mein Tiefpunkt hatte ich erreicht, als ich dem Leidensdruck nichts mehr entgegenzusetzen hatte und aufgeben musste.
Dieser Punkt ist für den Alkoholiker individuell und bei jedem ein anderer.
Ich habe den Willen, nicht mehr zu atmen. Das gelingt mir nicht lange, dann zwingt mich mein Körper zu atmen.
Ein Alkoholiker will nicht mehr trinken. Das gelingt ihm nicht lange, dann zwingt ihn sein Körper zu trinken.
Jeder Vergleich hinkt, aber vielleicht hilft es zu verstehen.
Dann frage ich mich natürlich warum ICH das nicht konnte
Wenn ich die ganzen Geschichten der COs und ihren alkoholkranken Partnern lese, dann habe ich mir schon oft die Frage gestellt, warum hat es ausgerechnet bei uns geklappt.
Darauf habe ich eigentlich keine vernünftige Antwort, ausser dass einige Dinge zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zusammengekommen sind und ich in dem Moment offen und ehrlich mir selbst gegenüber bereit war mein Leben zu ändern. Fazit: Ich habe unglaubliches Glück gehabt.
Jeder Alkoholiker und jeder Co ist eine eigene Persönlichkeit mit seinem Charakter, mit seiner Geschichte, mit seiner Partnerschaft, mit seinem sozialen und materiellen Umfeld. Ein Vergleich bezogen auf ein Endergebnis wird nie den Betroffenen gerecht werden.
Wenn ich "meinen" Zeitpunkt nicht wahrgenommen hätte und weiter getrunken hätte, wären vlt. noch ein paar Monate ins Land gegangen und dann hätte es die Trennung gegeben. Ich weiss es nicht.
Ein Alkoholiker kann nur für sich selbst trocken werden.
Hi Elly, ja, das weiß ich. Deswegen bestätigt es mich wieder einmal, dass er Alkoholiker ist.
Wenn Du das weißt, warum hast Du ihn dann gebeten, für Dich das Trinken ganz sein zu lassen, verbunden mit der Ansage, dass Du Dich trennst, wenn er wieder trinkt? Musstest Du nicht davon ausgehen, dass es früher oder später passiert?
Ich denke du weißt sehr genau, was du willst, was du nicht willst. Aber treffe Deine Entscheidung nicht im Krankenbett.
Gute Besserung.
Viele Grüße
Nayouk
, da eine Sache über Allem steht.
Ich kann natürlich nur für mich sprechen. Der Alkohol bestimmte an erster Stelle mein Denken und Handeln.
Selbst war ich nie verbal ausfallend, handgreiflich oder gar gewalttätig aber immer mehr gereizt und sicherlich das ein oder andere Mal auch unfair.
Wenn ich von Verletzungen spreche, dann meine ich seelische Verletzungen und die habe ich meiner Familie sicherlich zugefügt und zwar in der Form, dass sie durch mich diese ohnmächtige Hilflosigkeit erleiden mussten und da spielt es keine Rolle, ob ich es bewusst oder unbewusst zugelassen habe, ob ich schuldig oder unschuldig bin.
Eine schwere seelische Belastung war es in jedem Fall.
Bis auf die Anfänge war meine Frau definitiv nicht CO. Trotzdem hat sie darunter gelitten. Sie hat auch darunter gelitten, dass wir kaum noch gemeinsame Unternehmungen hatten und die gemeinsamen sozialen Kontakte immer weniger wurden.
Was den CO betrifft, so denke ich, dass dieser erst mal verstehen muss, dass er CO ist und was es für ihn bedeutet. Dann muss er ins Handeln kommen, genau wie der Alkoholiker. Meine Frau hat gehandelt, sie hat sich abgegrenzt, immer mehr und zum Schluss, wenn ich für sie unerträglich geworden wäre, hätte sie sich getrennt.
Hallo Stromer,
abgesehen von meinen Schlafproblemen zu meiner Lehrzeit und den Alkoholmisbrauch um einzuschlafen habe ich nur getrunken, weil es mir geschmeckt hat.
Eine tiefenpsychologische Therapie hatte ich nicht aber eine Verhaltenstherapie.
Ich habe oft drüber nachgedacht, warum ich angefangen habe zu trinken.
Da war schon mein erster Denkfehler.
Ich habe nicht einfach angefangen zu trinken und schon gar nicht missbräuchlich. Wie war es bei mir ?
Überall wurde Alkohol getrunken, und überall gab es Alkohol. Es war so, und ich habe mitgemacht. Mit der Zeit habe ich gelernt, Alkohol als gut schmeckend zu empfinden. Einen guten Wein trinken konnte man ja auch zelebrieren.
Dann kam die Zeit, als ich anfing, Alkohol zu gebrauchen, ganz gezielt, zum Stressabbau, zum beruhigen, zum verdrängen und später um zu funktionieren.
Spätestens ab da war ich süchtig und hatte es noch nicht einmal gemerkt.
Ab da musste ich trinken, geschmeckt hatte es mir schon lange nicht mehr, ich glaube ich hab es mir eingeredet, dass es schmeckt.
Jetzt bleibt nur noch die Frage warum bin ich so fahrlässig in der ganzen Zeit damit umgegangen? Hat es einen Grund? Ich habe die Frage ruhen lassen, da ich momentan nicht glaube, dass mich eine Antwort weiter bringen würde. Sollte ich aber irgendwann feststellen, dass da was ist, was meinen heutigen abstinenten Weg behindern oder gar gefährden könnte, würde ich dem nachgehen und zwar mit aller Konsequenz.
Genau wie Du habe ich mir auch viel Wissen über Alkohol und meine Krankheit angeeignet. Das ist ein elementarer Pfeiler meiner Abstinenz.
Viele Fragen und Zusammenhänge werden alleine damit schon beantwortet und innere Diskussionen werden im Keim erstickt. Das funktioniert aber nur, wenn ich meine Krankheit akzeptiere verbunden mit der Akzeptanz einer lebenslangen Abstinenz.
Viele Grüße
Nayouk
Gute Besserung mit einem milden Verlauf wünsche ich Dir.
LG Nayouk
Hallo Rina,
Das ist ein schönes Beispiel, wie Sinnwahrnehmung und die damit verbundenen Emotionen wieder entdeckt werden. Bei mir war es so, dass ich Musikhören gegen Ende meiner nassen Zeit nicht mehr ertragen konnte. Erst im Verlauf meiner Abstinenz habe ich die Musik wieder entdeckt.
Liebe Grüße
Nayouk
Tag 17 ist klasse 👍
Wie ist es Dir sonst ergangen?
Schön von dir wieder zu hören. Du hast für dich wieder eine ganze Menge auf den Weg gebracht.
ich bin sozusagen am "Reaktivieren" von Strategien und erprobten Verhalten.
Im Grunde weißt Du, auf was es ankommt. Stellt sich die Frage, wie Du ein wiederholtes „Deaktivieren“ verhindern kannst. Diese SHG kann dir eine große Hilfe sein, gerade wenn du deine SHG vor Ort während der LZT nicht besuchen kannst.
Einen guten Start für nächste Woche wünsche ich Dir.
Viele Grüsse
Nayouk
Danke für die Rückmeldung.
ich hab das geschrieben, bevor ich die Regeln gelesen habe.
Von meiner Seite alles gut, das Thema hattest du ja mit Hartmut geklärt.
Ich kann dir zu Rückfällen Gott sei Dank, nichts sagen aber die Erkenntnisse aus deiner Analyse würden mich zu gegebener Zeit interessieren.
Erstmal alles Gute.
Viele Grüße
Nayouk
Herzlich willkommen Tante Frieda auch von mir.
So richtig zufrieden war ich da nicht, ich bin wohl eher der AA Typ.
Was meinst Du mit AA Typ, jeder erzählt von sich, aber keiner kommentiert?
Viele Grüße
Nayouk
Hallo Troll,
Hast Du Dich mal gefragt, woher die Angst vor Kontrollverlust und damit vor einem Rückfall kommen könnte.
Am Anfang hatte ich diese Angst auch, weil ich wenig über die Krankheit wusste und weil ich mich im abstinenten Zustand nicht einschätzen konnte. Gedanken an meine Krankheit und meine Selbstfürsorge habe ich jeden Tag. Je länger ich mich damit auseinandersetze, desto sicherer werde ich. Angst habe ich keine aber Respekt vor der Sucht.
Ich hinterfrage immer wieder mein Handeln, ist es ausreichend, lasse ich irgendwo nach, werde ich leichtsinnig, rede ich Risiken klein. Meine Teilnahme hier im Forum hilft mir das zu tun und nicht zu vergessen, nicht zu verdrängen.
Ich habe mir nach dem Unfall schnell therapeutische Unterstützung gesucht. Dort wird das Thema immer mal wieder angerissen
Welches Thema, Deine Alkoholsucht ?
Viele Grüße
Nayouk
Hallo Troll,
Herzlich willkommen von meiner Seite.
Du bist seit 15 Monaten abstinent, das ist schon eine ganz ordentliche Weile und mehr als bei mir.
Hattest Du vor Deinem Unfall körperliche Entzugserscheinungen, wenn Du mal nicht trinken konntest?
Wie hast Du es in den vergangenen Monate geschafft abstinent zu bleiben? Musst Du gegen Suchtdruck kämpfen?
Viele Grüsse
Nayouk
Glückwunsch, Du hast es geschafft, Du bist dran geblieben.
Ich würde meinen Mann wirklich gerne dazu bringen, dass er seinen Teil der Verantwortung in dieser Sache übernimmt.
Das wird er erst können, wenn er Krankheitseinsicht von sich heraus hat.
Hallo NovaSol ,
Das zu lesen , freut mich total für Dich.
Jetzt hast Du diese vermeintliche Front beseitigt und kannst Dich auf Deine Abstinenz konzentrieren mit Unterstützung Deines Mannes.
…..wenn ich dich unterstützen kann, egal wann, egal was es ist, ein Wort genügt
Das hat er gut formuliert.
So ähnlich hat es meine Frau auch zu mir gesagt und ich weiß, dass ich mich darauf verlassen kann, aber ich bin für meine Nachsorge verantwortlich und niemand anderes sonst, auch meine Frau nicht.
Viele Grüße
Nayouk
Hallo Clubchef,
das ist ja interessant!
Willkommen auch von mir.
Nayouk
Hallo Stromer,
Ich finde es beeindruckend, wie du dich nach eineinhalb Jahren noch mit der Urlaubsfrage für Deine erste Urlaubsreise beschäftigst. Mein erster Urlaub war nach fünf Monaten und vom Charakter her so, wie ihn Jump beschrieben hat und das bewusst. Etwas mulmig war mir davor schon und das heißt, ich bin ein gewisses Risiko eingegangen. Die Erfahrungen, die ich gemacht habe, waren wertvoll.
Danke fürs teilen deiner Haltung. Sie hat mich nachdenklich gestimmt.
Viele Grüße
Nayouk
Hallo saltsoul,
Ein schlechtes Gewissen bleibt trotzdem irgendwie.
Ein schlechtes Gewissen macht nur dann Sinn, wenn Du etwas unterlässt, mit dem Du Dinge hättest verändern können.
Du weisst, dass Du nichts tun kannst.
Vielen Grüße
Nayouk
Du hörst dich gut an.
Ich finde das ist ein guter Plan, mit deinem Partner zu sprechen. Er kann Dich jetzt unterstützen, z. B. mit Dir für ein beständiges alkoholfreies Zuhause sorgen. Angehörige sind keine Therapeuten und wissen nicht, was es heißt, alkoholkrank zu sein, aber er kann Dich unterstützen , wenn er weiß, was los ist und Du musst Dich nicht verstellen. Diese Energie kannst Du für Dich und Deine Nachsorge nutzen.
Viele Grüsse
Nayouk