Beiträge von Nayouk24

    Hallo,

    Ich bin zwar hier in vielen Artikeln aktiv aber dieser Thread ist zum Stillstand gekommen und viele Dinge, welche meine eigene Geschichte ergänzen sind nun in anderen Artikeln verteilt. So langsam verstehe ich das System und will mich hier noch besser strukturieren.
    Ich habe auch Themen zu denen ich mich gerne austauschen möchte, aber nicht im öffentlichen Raum. Dafür muss ich noch ein bisschen warten.

    Bis dahin lese ich hier viel im Aktuellem aber auch in Threads auf die zufällig stoße. Es ist für mich sehr bereichernd und jeden Tag gibt es neue Erfahrungen. Das Gedankenkarussel wird sich aber noch eine Weile drehen , wie ich hier auch gelernt habe.

    Liebe Grüsse Nayouk

    Hier finde ich sehr viel Informationen und Zuspruch und das hilft ungemein.Sollte aber erwähnen, dass ich 4 Wo. stationär in einer Klink war,
    mit quasi intensiv Betreuung von Ärzten und Therapeuten.

    Hallo Stromer,
    voll abgestürzt bin ich auch nicht, wenn es an einem Tag heftig war hatte ich abends eine schwere Zunge und hab mich zurückgezogen.
    Bei mir waren es zum Schluss 5 Hefeweizen täglich über den Tag verteilt und wenn ich, warum auch immer, an die Flaschen nicht ran kommen konnte
    hatte ich einen kleinen Flachmann dabei. Ich habe also meinen Pegel tagsüber gehalten und es ist über die Jahre von abends 1-2 Flaschen
    bis ab späten Vormittag bis Abends 5 Flaschen immer mehr geworden. Die Gründe kennen wir alle. Jede Nacht war ein kalter Entzug.
    Problematisch waren immer Einladungen am Abend, da war ich ja quasi schon bedient. Ich habe dann nur noch ein Anstandsbier getrunken und Wasser.
    Dann hat es irgendwann klick gemacht. Ich sagte zu mir: Jetzt ist Schluss, dieser Weg endet im Verderben. Entweder Du ziehst jetzt den Stecker oder jemand anderes tut es
    und dieser Jemand wird Dir nicht gefallen. Das war zwischen Weihnachten und Neujahr. Dann ging es ratz faz. Anruf in der Klinik 5 Tage später hatte ich einen
    Platz. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich schon länger mit dem Thema Entzug beschäftigt.
    Das Konzept der Klinik bestand massgeblich aus täglichen(!) Einzel- und Gruppentherapien und anderen Theraphieformen wie Entspannugs- oder Musiktherapie.
    Der Tagesplan war gut gefüllt und es war trotz längeren Pausen sehr anstrengend.
    Hinzu kam, dass mein Einzeltherapeut selbst Alkoholiker ist und seit 25 Jahren trocken ist. Nach seinem endgültigen Absturz hat er nochmal neu angefangen, studiert, mit dem Ziel in der Suchthilfe zu gehen. Er war mein grosses Glück. Er hat von Anfang an Tacheles geredet und und er wusste von was er spricht.
    Ähnlich wie der ein oder andere Moderator aus gegebenem Anlass bei dem ein oder anderen hier in diesem Forum. Das schätze ich sehr. Uns in Watte zu packen bring
    gar nichts. In Watte waren wir lang genug :(

    LG Nayouk

    Hallo Paul_dry,

    bei mir ? Zuerst, mir geht es gut. Der Schlaf ist so gut wie die letzten 8 Jahre nicht mehr.
    So ganz fit bin ich aber noch nicht, werde am späten Nachmittag schnell müde, stehe allerdings auch früh auf.
    Bisher ein Unding für mich.
    Im Kopf sieht es anders aus, schwer zu beschreiben, keine Unruhe aber so wie Hummeln im Kopf, zwei oder drei, das reicht ja schon.
    Bei jedem dreht die Psyche wahrscheinlich andere Kapriolen.

    Situationen wie folgende:

    Meine Frau sagt: Ich gehe jetzt einkaufen, bin ca. in 1 Stunde zurück und bei mir machts Bing !
    Dies war früher das Signal für mich, die Chance zu nutzen,meinen Vorrat wieder aufzufüllen. d.h. ich bin selber einkaufen gegangen damit es niemand sieht,
    da es mir peinlich oder unangenehm gewesen wäre. Meine Familie wusste um mein Alkoholproblem aber sie kannten nicht den Umfang am Ende.
    Dies ist nur eine beispielhafte Situation für viele andere. Dann sage ich zu mir: "Spinnst Du ? was ist los ? Du brauchst keinen Alkohol
    mehr kaufen, entspann Dich, ganz ruhig, Du brauchst Dir diesen Stress nicht mehr machen....". Das Thema ist dann auch schon durch und es ist auch nicht mit Suchtdruck verbunden. Aber diese Interrupts nerven gehörig.
    Gestern habe ich eine neue Taktik ausprobiert: Ich bin mit zum Einkaufen ! War auch eine Erfahrung, da ich eigentlich fast nur die Getränkehändler
    im Umkreis kannte.

    Ähnliches bzgl. Gedankenkarusell beschreibst Du ja auch und es tut gut zu hören, dass es nicht nur mir so geht. Und es hilft zu hören, dass es noch eine
    ganze Weile braucht bis es langsam besser wird, dann kann ich mich schon mal drauf einstellen. Es gibt wohl kein schnelles Konzept, wie ich diese "Bings" wegbekomme.
    Da geht es wohl nach dem Motto "Gut Ding braucht Weile". Genauso wie man diese Muster über lange Zeit antrainiert hat muss man sie über längere Zeit wieder wegtrainieren.

    Übrigens Dein Thema "Seminarleiter am Abend nicht beim gemeinsamen Umtrunk": Als Teinehmer eines mehrtägigen Seminars habe ich es oft erlebt, dass unser(e)
    Seminarleiter:in sich schnell zurückgezogen hat oder erst gar nicht dabei war. Wenn jemand gefragt hat war oft die Antwort "ich muss morgen fit sein, dafür werde ich von Eurer Firma bezahlt" oder "Ich muss den morgigen Tag noch vorbereiten " usw.

    Viele Gruesse Nayouk

    Hallo Bolle,

    ich habe mich gerade auf den Weg begeben und die Beschreibung "langer Weg" wird mir in seiner Bedeutung und Konsequenz hier immer klarer.
    Gedankenkarusell, "... das erste Jahr....", "Suchtdruck aus heiterem Himmel", Selbstfürsorge etc. sind Begriffe/Themen,
    die einem erst nach und nach transparent werden, mit dem was sie meinen und was alles dazu gehört.
    Um all dies einzuordnen und damit stabiler zu werden ist für mich diese Plattform Gold wert.

    LG Nayouk

    Hallo Stromer,

    Ich bin weiterhin noch bis Juni in der ambulanten LZT und habe eine tolle Kreuzbundgruppe für mich gefunden.


    Momentan ist hier mein einziger Ort zur Nachsorge, ausser den ganzen Arztterminen, die ich jetzt alle nachhole. Ursprünglich wollte ich in eine AA Gruppe vor Ort,
    möchte aber nicht, dass meine Sucht in meinem beruflichen Umfeld öffentlich wird. Daher gehe ich das Risiko erstmal nicht ein.
    Hier finde ich sehr viel Informationen und Zuspruch und das hilft ungemein.Sollte aber erwähnen, dass ich 4 Wo. stationär in einer Klink war,
    mit quasi intensiv Betreuung von Ärzten und Therapeuten.

    Wie siehst Du das mit Deinem Vorlauf mir ggü. von einem Jahr ?

    Viele Gruesse

    Nayouk

    Hallo Skylar,

    ich bin durch Deinen letzten Post auf den Chat aufmerksam geworden und habe ihn gerade von vorne gelesen.
    Musste erst mal tief durchatmen - dies nach 20 Jahren.

    Ich bin Alkoholiker und seit 5 Wochen trocken, 4 davon in einer Klinik stationär,
    Entgiftung und Entwöhnung und nun trocken in der Nachsorge.
    Im Klinik Aufenthalt habe ich viel über mich und das Thema Alkohol gelernt.

    Du hast das erfahren wo vor, glaube ich, die meisten hier grossen Respekt haben, weil man es nicht einschätzen kann und ich heute schon gar nicht.
    Ich kann mich nur best möglich rüsten und das Gerüst was dann entsteht will achtsam gepflegt werden, damit es hält wenn ich es brauche.
    Die Krise, die Du beschrieben hast ist sicherlich eine, die mein Gerüst auch ins Wanken bringen könnte, wenn es dann mal steht.

    Ich habe mit meiner Frau und meinen beiden erwachsenen Töchtern während des Aufenthalts viel telefoniert und sie haben quasi meinen Weg
    live mit verfolgt. Meine Tochter hat mir zu meinem Geburtstag einen herzzerreisenden Brief (email) geschrieben.
    Sie hat sich Gedanken gemacht, wie furchtbar es für mich gewesen sein muss, alleine mit diesem "Elefanten" in einem Raum zu sein (ihre Worte).
    Wie treffend sie das beschrieben hat. Sie schrieb auch, dass sie mich am Telefon schon nach einer Woche als positiv
    verändert wahr genommen hat und sie so glücklich ist, dass sie ihren "alten" Papa wieder zurückbekommt (da musste ich beim Lesen dann schon
    um meine Fassung ringen).
    Gerade meine engste Familie hat darunter gelitten. Sie wussten über mein Problem Bescheid (wenn auch nicht den Umfang zum Schluss) aber
    waren auch verzweifelt und ohnmächtig, weil sie nicht wussten, wie sie mir hätten helfen können. Sie konnten mir nicht helfen. Ich musste den Punkt erreichen,
    wo ich zu mir gesagt habe: bis hier und nicht weiter und ich brauche fremde Hilfe. Es musste von mir kommen.

    Wenn nun Deine Tochter sich Gedanken macht, wie das wohl an ihrem Geburtstag laufen könnte, dann finde ich das auch toll und Du kannst stolz auf Deine Tochter sein.
    Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft, dass Du bald diesen Rückfall achtsam hinter Dir lassen kannst. Dann macht sich Deine Tocher auch keine Sorgen mehr.

    Liebe Grüße Nayouk

    Hallo Miata,

    Die Gedanken kenne ich auch. Ich nenne es (Selbst)Training. Training braucht Zeit und Disziplin.
    Ich darf mich wieder trainieren damit ich ein abstinentes, schönes Leben führen kann.
    Wenn ich gerade wieder mit dem Joggen angefangen habe, mache ich auch nicht gleich den Belastungstest
    und nehme am nächsten 400m Lauf teil. Da wären bei mir Komplikationen nicht ausgeschlossen:wink:

    Liebe Grüsse

    Nayouk

    Hallo Lilamond,
    Ich hatte neulich ähnliche Gedanken. In der Klinik gab es viel darüber, wie man die Psyche positiv beeinflussen kann.
    Ein muss oder nicht oder kein löst in Teilen des Gehirns Widerstand aus.
    Meine Lösung für mich war: „Ich will abstinent leben“ und damit ist es für mich eine positive Aussage.

    Liebe Grüsse

    Nayouk

    Hallo Leonie,

    Ich bin seid einer Woche wieder Zuhause und mir geht es gut.
    Das Gedankenkarusell dreht sich hauptsächlich um den Punkt,
    was ich alles tun kann, will, möchte, damit es auch immer so bleibt.
    Die Teilnahme hier im Alkoholiker-Forum ist ein sehr wichtiger Baustein für mich.

    Liebe Grüsse

    Nayouk

    Hallo Leonie,

    Respekt für Deine Entscheidung. Dieser Schritt ist der Wichtigste. Jetzt geht es Tag für Tag bergauf.

    Ich selbst bin ja noch nicht mal richtig „trocken“ hinter den Ohren, schreibe Dir aber trotzdem.

    Ich war 4 Wochen stationär und habe am Anfang Medikamente bekommen. In den ersten 3 Tagen gingen die schlimmsten Entzugserscheinungen weg oder waren erträglich.

    Eine Entgiftung ist für Körper und Psyche viel Arbeit.

    In den vier Wochen hatte ich viel Zeit für mich um den Weg zu finden. Die Blase in der ich war, hat mich geschützt und es war sehr wichtig, dass ich diese Zeit hatte, welche durch Therapeuten intensiv begleitet wurde.

    Alles Gute.

    LG Nayouk

    Hallo Hera,

    dann ist es bei Dir gut gelaufen. Ich habe ja auch keine Angst dort Menschen zu treffen und über mich offen zu reden.
    Eine reale SHG schliesse ich nicht aus nur momentan bin ich noch nicht soweit.
    Ich wäre dann soweit, wenn es mir egal ist ob mich jemand kennt oder es ausserhalb der Gruppe die Runde macht.

    LG Nayouk24