Beiträge von Nayouk24

    Hallo Bolle,

    ich habe mich gerade auf den Weg begeben und die Beschreibung "langer Weg" wird mir in seiner Bedeutung und Konsequenz hier immer klarer.
    Gedankenkarusell, "... das erste Jahr....", "Suchtdruck aus heiterem Himmel", Selbstfürsorge etc. sind Begriffe/Themen,
    die einem erst nach und nach transparent werden, mit dem was sie meinen und was alles dazu gehört.
    Um all dies einzuordnen und damit stabiler zu werden ist für mich diese Plattform Gold wert.

    LG Nayouk

    Hallo Stromer,

    Ich bin weiterhin noch bis Juni in der ambulanten LZT und habe eine tolle Kreuzbundgruppe für mich gefunden.


    Momentan ist hier mein einziger Ort zur Nachsorge, ausser den ganzen Arztterminen, die ich jetzt alle nachhole. Ursprünglich wollte ich in eine AA Gruppe vor Ort,
    möchte aber nicht, dass meine Sucht in meinem beruflichen Umfeld öffentlich wird. Daher gehe ich das Risiko erstmal nicht ein.
    Hier finde ich sehr viel Informationen und Zuspruch und das hilft ungemein.Sollte aber erwähnen, dass ich 4 Wo. stationär in einer Klink war,
    mit quasi intensiv Betreuung von Ärzten und Therapeuten.

    Wie siehst Du das mit Deinem Vorlauf mir ggü. von einem Jahr ?

    Viele Gruesse

    Nayouk

    Hallo Skylar,

    ich bin durch Deinen letzten Post auf den Chat aufmerksam geworden und habe ihn gerade von vorne gelesen.
    Musste erst mal tief durchatmen - dies nach 20 Jahren.

    Ich bin Alkoholiker und seit 5 Wochen trocken, 4 davon in einer Klinik stationär,
    Entgiftung und Entwöhnung und nun trocken in der Nachsorge.
    Im Klinik Aufenthalt habe ich viel über mich und das Thema Alkohol gelernt.

    Du hast das erfahren wo vor, glaube ich, die meisten hier grossen Respekt haben, weil man es nicht einschätzen kann und ich heute schon gar nicht.
    Ich kann mich nur best möglich rüsten und das Gerüst was dann entsteht will achtsam gepflegt werden, damit es hält wenn ich es brauche.
    Die Krise, die Du beschrieben hast ist sicherlich eine, die mein Gerüst auch ins Wanken bringen könnte, wenn es dann mal steht.

    Ich habe mit meiner Frau und meinen beiden erwachsenen Töchtern während des Aufenthalts viel telefoniert und sie haben quasi meinen Weg
    live mit verfolgt. Meine Tochter hat mir zu meinem Geburtstag einen herzzerreisenden Brief (email) geschrieben.
    Sie hat sich Gedanken gemacht, wie furchtbar es für mich gewesen sein muss, alleine mit diesem "Elefanten" in einem Raum zu sein (ihre Worte).
    Wie treffend sie das beschrieben hat. Sie schrieb auch, dass sie mich am Telefon schon nach einer Woche als positiv
    verändert wahr genommen hat und sie so glücklich ist, dass sie ihren "alten" Papa wieder zurückbekommt (da musste ich beim Lesen dann schon
    um meine Fassung ringen).
    Gerade meine engste Familie hat darunter gelitten. Sie wussten über mein Problem Bescheid (wenn auch nicht den Umfang zum Schluss) aber
    waren auch verzweifelt und ohnmächtig, weil sie nicht wussten, wie sie mir hätten helfen können. Sie konnten mir nicht helfen. Ich musste den Punkt erreichen,
    wo ich zu mir gesagt habe: bis hier und nicht weiter und ich brauche fremde Hilfe. Es musste von mir kommen.

    Wenn nun Deine Tochter sich Gedanken macht, wie das wohl an ihrem Geburtstag laufen könnte, dann finde ich das auch toll und Du kannst stolz auf Deine Tochter sein.
    Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft, dass Du bald diesen Rückfall achtsam hinter Dir lassen kannst. Dann macht sich Deine Tocher auch keine Sorgen mehr.

    Liebe Grüße Nayouk

    Hallo Miata,

    Die Gedanken kenne ich auch. Ich nenne es (Selbst)Training. Training braucht Zeit und Disziplin.
    Ich darf mich wieder trainieren damit ich ein abstinentes, schönes Leben führen kann.
    Wenn ich gerade wieder mit dem Joggen angefangen habe, mache ich auch nicht gleich den Belastungstest
    und nehme am nächsten 400m Lauf teil. Da wären bei mir Komplikationen nicht ausgeschlossen:wink:

    Liebe Grüsse

    Nayouk

    Hallo Lilamond,
    Ich hatte neulich ähnliche Gedanken. In der Klinik gab es viel darüber, wie man die Psyche positiv beeinflussen kann.
    Ein muss oder nicht oder kein löst in Teilen des Gehirns Widerstand aus.
    Meine Lösung für mich war: „Ich will abstinent leben“ und damit ist es für mich eine positive Aussage.

    Liebe Grüsse

    Nayouk

    Hallo Leonie,

    Ich bin seid einer Woche wieder Zuhause und mir geht es gut.
    Das Gedankenkarusell dreht sich hauptsächlich um den Punkt,
    was ich alles tun kann, will, möchte, damit es auch immer so bleibt.
    Die Teilnahme hier im Alkoholiker-Forum ist ein sehr wichtiger Baustein für mich.

    Liebe Grüsse

    Nayouk

    Hallo Leonie,

    Respekt für Deine Entscheidung. Dieser Schritt ist der Wichtigste. Jetzt geht es Tag für Tag bergauf.

    Ich selbst bin ja noch nicht mal richtig „trocken“ hinter den Ohren, schreibe Dir aber trotzdem.

    Ich war 4 Wochen stationär und habe am Anfang Medikamente bekommen. In den ersten 3 Tagen gingen die schlimmsten Entzugserscheinungen weg oder waren erträglich.

    Eine Entgiftung ist für Körper und Psyche viel Arbeit.

    In den vier Wochen hatte ich viel Zeit für mich um den Weg zu finden. Die Blase in der ich war, hat mich geschützt und es war sehr wichtig, dass ich diese Zeit hatte, welche durch Therapeuten intensiv begleitet wurde.

    Alles Gute.

    LG Nayouk

    Hallo Hera,

    dann ist es bei Dir gut gelaufen. Ich habe ja auch keine Angst dort Menschen zu treffen und über mich offen zu reden.
    Eine reale SHG schliesse ich nicht aus nur momentan bin ich noch nicht soweit.
    Ich wäre dann soweit, wenn es mir egal ist ob mich jemand kennt oder es ausserhalb der Gruppe die Runde macht.

    LG Nayouk24

    Guten Morgen Zusammen und guten Morgen Alex_aufdemweg,

    danke Rückmeldungen und Likes :)

    Heute wollte ich zu den AAs hier vor Ort gehen. Während meines Klinikaufenthaltes habe ich schon telefonisch
    Kontakt aufgenommen. Ich stelle aber fest, dass ich ein Problem damit habe.
    Ich komme aus einer mittleren Kleinstadt, die Gruppe ist vor Ort.
    Ich tue mich mit der Tatsache schwer, dass dieser Schritt zu den AAs zu gehen, das Risiko birgt,
    dass ich das Wann und Wie, wie ich mein weiteres soziales Umfeld über die Tatsache, dass ich trockener Alkoholiker bin
    nicht mehr selbst steuern kann, da es entweder die Runde macht oder ich jemanden treffe, den ich kenne under der/die
    mich kennt. Die Haltung meines Therapeuten war: SHG ist enorm wichtig ! Er ist selbst Alkoholiker und seit 25 Jahren trocken.
    Er hat nach dem Turnaround Psychologie studiert mit einem festen Ziel später in der Suchthilfe zu arbeiten.
    Er sagte: ".... wen Du jemanden dort triffst hat er das gleiche Problem wie Du, alleine das sichert die Anonymität und (!)
    und es gibt Menschen, die Fahren 40 km zu einem Gruppentreffen um möglichst anonym zu bleiben.
    Und wen treffen sie dort ? Genau die Menschen, die sie nicht treffen wollten, den die hatten die gleiche Idee.
    Hinzu kommt, dass ich mir im beruflichen Umfeld ein Outing nicht leisten kann und dies auch nicht möchte.

    Mein meine Familie wusste, dass ich ein Alkoholproblem habe und meiner Frau und meinen 2 Kinder (schon erwachsen)
    habe ich Ende Dez. meine Entscheidung zu einem stationären Alkoholentzug und Entwöhnung mitgeteilt.
    Sie waren in dieser Zeit eine grosse Unterstützung.

    Zunächste werde ich hier in diesem Forum weiter aktiv sein, da ich hier schon nach 2 Tagen gemerkt habe, dass es gut tut, Dinge von der Seele zu schreiben
    und Rückmeldung zu bekommen auch wenn dies eine Online-Plattform ist. Die AAs laufen mir ja nicht weg.

    Würde gerne Eure Meinungen dazu hören.

    Einen schönen, trockenen Tag wünsche ich.

    Nayouk, Alkoholiker, trocken seid 5 Wochen.

    Guten Abend.

    In meiner 4 wöchigen Reha hatte ich ein recht volles Program täglich.
    5xEinzeltherapie, 5xGruppentherapie pro Woche und sonstige Dinge wie Entspannung, Autogenes Training, Sport etc.
    Es gab aber auch Pausenzeiten. Diese habe ich gerade am Anfang für mich genutzt.
    Es lag aber auch daran, dass mir alles zuviel war.
    Ich hatte das Bedürfnis all die Informationen aus den Therapien und sonstigen Terminen erst einmal für mich zu sortieren,
    damit ich überhaupt einen Zugang dazu finde. In dieser Zeit habe ich kein TV gesehen oder sonst was gemacht um mich zu beschäftigen.
    Es war mir viel zu anstrengend. Ich bin manchmal nur dagesessen und habe den Gedanken freien Lauf gelassen.
    Es sind nicht immer schöne Gedanken gewesen.
    Geholfen hat mir auch mein Notizbuch in dem ich bei den Meetings Impulse und eigene Gedanken aufgeschrieben habe, in Kurzform.
    Dann konnte ich später nachschauen und es verinnerlichen. Ich habe die Praxis beibehalten, auch wenn es in der zweiten Hälfte weniger geworden ist.
    Gespräche mit anderen Patienten haben auch geholfen und ich habe die positiven Seiten der Abstinenz jeden Tag mehr gespürt.
    Im Januar waren anfangs viele junge Leute da, die nicht nur mit Alkohol Probleme hatten sondern auch mit Drogen und Tabletten zu kämpfen hatten.
    Die Jüngeren haben sich in der freien Zeit mit allem möglichen in Gruppen abgelenkt.
    Mir war das schnell zuviel und ich hatte das dringende Bedürfnis mich mit die Zeit danach auseinander zusetzen und zwar mit mir selbst,
    da ich geahnt habe , dass die eigentliche Arbeit dann erst anfängt. Ich glaube ich habe noch nie soviel Zeit mit mir selbst verbracht.
    Nun bin ich fast eine Woche wieder Zuhause bei meiner Familie. Ich suche aber weiterhin auch Zeiten für mich, wie z.B. diese Zeit um diese Zeilen zu schreiben.
    Alleinsein und Stille ist nicht immer gut zu ertragen aber meistens tut es gut, da es ruhiger und gelassener macht.
    Ich denke es ist so wie mit allem, man kann es trainieren.

    Einen schönen Abend an alle.

    Nayouk (heute trocken geblieben)

    Hallo Zusammen,

    Ich bin Alkoholiker und seit 5 Wochen trocken, 4 davon in einer Klinik stationär,
    Entgiftung und Entwöhnung und nun trocken in der Nachsorge.
    Im Klinik Aufenthalt habe ich viel über mich und das Thema Alkohol erfahren.
    Ich war ein Pegeltrinker.
    Ich habe jahrelang versucht den Konsum zu reduzieren und "kontrolliert" zu trinken. Heute weiss ich, warum dies nicht funktionieren konnte.

    In diesem Forum erhoffe ich mir Anregungen und Erfahrungen für eine dauerhaft abstinente Zukunft.

    Nayouk24