Hallo an alle,
Ich möchte wieder berichten und Dinge loswerden.. wo fange ich an? Also zuerst einmal, mein Partner ist wieder rückfällig.. es ist haarsträubend wie schnell es diesmal geht, und mit welchem Ausmaß..
Vorige Woche wars, es gibt gerade viel zu tun und zu regeln (neues Auto kaufen, riesiger Wasserschaden, meine geliebte Hündin ist schwer krank) also da besprechen wir alles was zu tun ist, in der Früh ist alles klar und gut, und am Nachmittag kommt er rotzevoll nach Hause. Ich hab ihn noch nie so! erlebt. Kommt bei der Tür rein, wahnhaft das Gesicht verzerrt und aggressiv bis zum Anschlag.. Ein Arbeiter ist im Haus wegen dem Wasserschaden, mit dem hat er sich auch angelegt, es war furchtbar. Ich habe zu Muttertag einen Rosenstock geschenkt bekommen, bei dem hat er alle Blüten abgeschnitten, den Küchensessel hat er so geknallt dass er jetzt voll wackelt, und er hat meine Boombox auf den Tisch geknallt.
Ich schreibe das alles bewußt auf, ich will es dokumentieren, man vergißt so schnell. Und ich schreibe das nicht um den bösen Alkoholiker hier bloßzustellen. Es ist meine gelebte Realität. Das war leider nicht der einzige Vorfall.. ich habe die letzten Tage die ganze Klaviatur einer Coabhängigen Partnerin durch: Angst (mein Partner ist groß und stark, wenn er will haut mich der in 5 Minuten tot), Scham (die Nachbarn haben das ganze Theater miterlebt, und eigentlich jeder! könnte sehen dass da was im argen ist), aushalten müssen, beschwichtigen, ihn decken (und Normalität vorzuspielen wo keine mehr ist.
Wir waren die Tage gemeinsam essen einkaufen, und vor uns in der Reihe ein Päärchen dem man den Drogenkonsum und Verfall deutlich ansah, und ich mit meinem Freund dahinter. Das könnten wir sein! Es war mir so unangenehm, ich will das alles nicht mehr!!
Doch von mir gibt es auch gutes zu berichten. Ich habe angefangen auszumisten. In ganz großem Stil, und sehr radikal. Ich muss ja schauen was ich in die neue Wohnung mitnehme... zuerst hat der Kleiderschrank dran geglaubt. Dann hab ich in jeder Ecke der Wohnung für Ordnung gesorgt. Ich habe auch schon säckeweise Ramsch entsorgt. Ich habe seit meinem Post jeden Tag gearbeitet, entsorgt, geordnet, geputzt. Irre, ich hatte Dinge, von denen ich keine Ahnung hatte dass ich sowas überhaupt habe. Irgendwann wußte ich schon nicht mehr was ich noch sortieren könnte da hab ich einfach das Backrohr und Mikrowelle geputzt. 
Im Gegesatz von vor ein paar Wochen fühle ich mich großteils nicht mehr hilflos.. ich wundere mich ein bisschen über mich selber, aber ich schaffe vieles, vieles was mich sonst zu Boden gedrückt hätte kann ich jetzt tragen. Und ihr habt mir dabei sehr geholfen. "Ich kann IHM nicht helfen" ist mein neuer Leitsatz, das zu verstehen und zu verinnerlichen wirkt Wunder!
Doch ich bin auch an einem Punkt, wo ich einfach nicht mehr will. Drogen sind seit ich 16 bin in meinem Leben, auf die eine oder andere Art. Ich bin seit 5 Jahren nüchtern, also clean. Ich habe das ganze Thema so satt. Diese Schuld, soviel Leid, ich habe Dinge gesehen, viele Menschen sind tot, oder vegetieren vor sich hin. Und bei meinem Partner, einem meiner liebsten Menschen, sehe ich den Zerfall kommen. Ich könnte im Strahl k..tzen. Immer nur Konfrontation mit Sucht, es ist ein Elend. Und noch einmal, ich will das alles nicht mehr in meinem Leben haben!!! Es dürfen sich auch andere Energien in meinem Leben verbreiten.
Meine beste Freundin hat sich zu einer waschechten Hexe gemausert. Wir werden ein Ritual in der neuen Wohnung abhalten, indem ich mich von den sehr belastenden Energien der Drogen verabschieden werde. Ich finde das Thema sehr spannend und freue mich drauf. 
Und morgen bekomme ich die Schlüssel der Wohnung. Ich freue mich und bin ganz gespannt, auch wie ich die kleine Butze herrichten werde. Mir schwirren viele Ideen im Kopf, und ich kann mir vorstellen dass es sehr schön und kuschelig wird. Der Umzug ist zwar aus der Not entstanden, es ist jedoch keine Notlösung. Ich freue mich wirklich schon sehr.
Danke fürs lesen, machts es gut,
Alexa