Beiträge von Jump!

    Liebe Mg,

    ganz herzlichen Dank für deine Antwort, die mich sehr gerührt hat❤️

    Ich lese schon lange deine Beiträge und habe so oft aus vollem Herzen zugestimmt!

    Es tut mir sehr leid, dass dein Hund so gelitten hat. Ja, erst wenn es wirklich passiert ist die ganze Panik, das Entsetzen spürbar. Danke für dein Mitgefühl!

    Ich hätte selbst nicht gedacht, dass mich so ein Anfall dermaßen um haut. Es ist ein bisschen wie eine komprimierte, überdeutliche Szene, die alles ultrascharf abbildet: Einerseits sein eigener kompletter Kontrollverlust. Und andererseits meine Hilflosigkeit. Kapitulation auf beiden Seiten.

    Ich will noch betonen, dass der Anfall erst eintrat nachdem mein Mann schon ca. 20 Stunden bei O,O war. Jetzt weiß ich, dass ein Anfall meist erst 6-24 Stunden nach der letzten Alkoholzufuhr eintritt. Oder sogar noch später. Vorher war ich noch in Hab-Acht-Stellung, aber in dem Moment hat es mich kalt erwischt.

    Liebe Mg, ich hoffe dein Hund bleibt noch eine Weile bei dir. Ich weiß wie tief die Verbindung zu einem Tier sein kann. Und am meisten hoffe ich, dass du deinen Weg weiter gehst!

    Alles Liebe,

    Jump! 🏵️

    Wir reden hier ja immer von Co-Abhängigkeit. Mittlerweile bin ich das wohl. Viele Jahre habe ich mich aber dagegen gewehrt.

    Ich weiß noch genau wie ich damals vor 20 Jahren zufällig gesehen hatte, wie mein Mann morgens trinkt. Peng! Mir war sofort alles klar. Obwohl er bis dato nie auffällig gewirkt hat. Ich weiß noch wie ich in Gedanken den Moment wie ein Foto fest gehalten habe und dann (damals) in die Zukunft geswitched bin und dachte: in 10 Jahren wirst du es bereuen, wenn du jetzt nicht sofort gehst.

    Ich bin auch direkt zur Suchtberatung und auch in eine Angehörigen-Selbsthilfe-Gruppe. Leider keine gute Erfahrung. Dort saßen lauter alte Frauen, deren Männer seit vielen Jahren trocken waren, jede hat nacheinander von deren Tiefpunkt und Wandel erzählt und mit dem Satz geschlossen: "Also wenn du ihn liebst, dann bleibst du bei ihm". Ich wusste aber, dass das Unsinn ist und bin da nicht mehr hin. Ich habe immer klar gesehen, bin immer offensiv gewesen. Ich habe weder ein Helfersyndrom noch bin ich konfliktscheu. Ich habe auch nichts bagatllisiert, verheimlicht, entschuldigt. Ich habe mich immer sehr auf meinen Beruf fokussiert, mich immer weiter qualifiziert, mich selbständig gemacht. Ich hatte damals zu meinem Mann gesagt es ist seine Sache.

    Irgendwann war er dann so weit. Er hatte einfach keine Kraft mehr. Dass er Alkoholiker ist wusste er schon lange. Entgiftung. Stationäre Reha für 3 Monate. Dort hatte ich ein Paar-Gespräche mit ihm. Die Therapeutin hat mir richtig den Kopf gewaschen, ich hätte seine Erkrankung nicht ernst genommen, nicht verstanden wie schwer krank er ist und vor allem hat sie mir vorgeworfen selbst Alkohol in seinem Beisein getrunken zu haben und dass wir Alkohol im Haus hatten. Damals war ich schwer getroffen.

    Wir haben dann beide versucht alles richtig zu machen. Er hat viel gemacht: Psychotherapie, Selbsthilfegruppe, anderer Arbeitsplatz.... Er wollte es unbedingt schaffen.

    Ich weiß nicht mehr wann er rückfällig wurde. Ist dann in seine zweite stationäre Reha. Anderes Konzept, neue Hoffnung. Dort gab es ein Angehörigen-Seminar über drei Tage. Da bin ich natürlich hin. Ich habe die Frage gestellt, ob denn jede Frau eines Alkoholikers automatisch co-abhängig ist?

    Für mich hat co-Abhangigkeit bedeutet, dass ich durch mein Verhalten unbewusst das Trinken meines Mannes fördere oder sogar verstärke. Indem ich es entschuldige, ihn beim Arbeitgeber krank melde, es verheimliche etc. Das habe ich ja nicht gemacht. Auch hatte ich immer mein Leben trotzdem gelebt. Ich bin mit meiner Frage nicht gut angekommen. Gegen Ende ging es dann darum, ob wir zuhause selbst Alkohol trinken. Natürlich hab ich mich brav gemeldet und stolz verkündet, dass ich natürlich abstinent bin und - Bingo! meinte der Therapeut, ich wäre ja doch co-abhängig. Denn weshalb sollte ich denn selbst nichts trinken, wenn doch nur mein Mann es nicht kann, das sei doch seine Sache und nicht meine.

    Nach dieser Erfahrung und nachdem mein Mann dann erneut rückfällig wurde (er war aber nach der zweiten Reha lange trocken) hab ich mir irgendwann gesagt es reicht mir. Ich MUSS gar nix. Ich mach was ich will, auch wenn es co ist, wenn ich Flaschen kontrollieren will mach ich es, wenn ich streiten will mach ich es - wenn es ihm nicht passt kann er sich ja trennen.

    Wenn ich abends weg gegangen bin haben mich manchmal Freundinnen gefragt: hast du denn keine Angst ihn alleine zu lassen? Dann hab ich geantwortet nein, das wär doch voll co, so weit kommt's noch.

    Während der dritten Reha wollte ich kein Angehörigen-Gespräch mehr.

    Ich identifiziere mich immer noch nicht richtig mit dem co-sein. Nicht weil ich es als Label "schlimm" finde, ich habe irgendwie das Gefühl zu schwindeln, mich zu verkleiden, mich dahinter zu verstecken.

    Ich frage mich aber natürlich weshalb ich in dieser Beziehung geblieben bin? Natürlich auch weil mein Mann nicht nur "der Alkoholiker", sondern ein wunderbarer Mensch. Aber dieser Mensch war ja immer wieder über viele Monate quasi unerreichbar. Was das über meine eigene Beziehungs(un-)fähigkeit aussagt?

    Ich bin ein schlimmer Kontroll-Freak. Ich will immer alles unter Kontrolle haben, alles selbst bestimmen. Und hier bin ich an jemanden geraten bei dem ich nichts kontrollieren kann, der mir meine Machtlosigkeit vor Augen führt. Ist das mein Thema an dem ich mich abarbeite?

    Ich habe immer wieder das Bild vor Augen, wie mein Mann im kalten Entzug den epileptischen Anfall hatte. Wie er da liegt, bewusstlos. Und wie ich durchgedreht bin (so kenne ich mich nicht, ich kann normalerweise Ruhe bewahren) und den Arzt am Telefon angeschrien habe: was muss ich machen? Er stirbt! Ich glaub er ist tot! Sagen Sie mir was ich machen soll!: und der Arzt meinte: SIE KÖNNEN NICHTS MACHEN!

    Nichts machen können. Das ist so schwer. Loslassen. Die eigene Machtlosigkeit anerkennen.

    Jump!

    Mir ist klar geworden weshalb mein Freundeskreis mir nie "auf die Sprünge" geholfen hat. Ich komme immer so ironisch, wütend und autonom rüber, dass wahrscheinlich alle denken ich hab alles im Griff oder will keine Einmischung.

    Jump!

    Hallo Lilo,

    es ist wiklich heftig was du und deine Familie erlebt und es tut mir sehr leid, für dich, auch für deinen Mann, aber vor allem für deinen kleinen Sohn.

    In der Reha weht ein anderer und strenger Wind ( vorallem wenn sie wissen wo es wehtut Preisen sie rein :) so muss das sein! Und fordern harte selbstarbeit.

    Ich fürchte allerfings, du denkst deinem Mann müssten nur mal ordentlich die Leviten gelesen werden. Mit Strenge und Kontrolle wird aber rein gar nichts erreicht. Er ist dann vielleicht während der Reha trocken, aber danach... Das klappt nur, wenn er SELBST diese Einsicht hat.

    Ich hab mal von einem Tier-Experiment gelesen: Ratten wurde eine Tränke mit Alkohol und eine mit Wasser angeboten. Ein Teil der Tiere wurde süchtig. Nun hat man die Tränke, in der Alkohol war mit Stromstößen gekoppelt, die immer schlimmer wurden. Es hat bei den meisten nichts geholfen. Sie haben trotzdem, unter großen Schmerzen weiter getrunken, anstatt an die Wassertränke zu gehen. Damit will ich jetzt auf gar keinen Fall Alkoholiker mit Ratten vergleichen!!!! Ich will nur sagen, dass Bestrafung oder Strenge rein gar nichts nutzen.

    Es hört sich an als ob dein Sohn bereits massiv Schaden genommen hat. Deine ganze Energie sollte auf ihn und dich selbst gerichtet werden. Dein Mann kann in der Reha selbst für sich entwickeln wie er weiter macht. Dein Kind braucht ein stabiles trockenes Umfeld. Du entschuldigst deinen Mann, wenn er geht ohne sich von Mini zu verabschieden. DAS geht gar nicht. Er hat sich für sein Kind verdammt noch mal zusammen zu reißen (ich meine sich kindgerecht zu verabschieden). Sorry, bei Kindern werd' ich emotional.

    Du hast keine Verantwortung für ihn - aber für dein Kind!

    Bitte lass dich von meinen Worten nicht abschrecken. Bleib dran hier im Forum.

    Alles Liebe,

    Jump!

    Liebe Alexa,

    vielen Dank für deine Antwort. Ich verstehe genau was du meinst und auch, dass es in keinster Weise abwertent gemeint war. Ich glaube du hast dich einfach ein bißchen von meinen selbst-ironischen Kommentaren anstecken lassen. Ja, es stimmt, dass ich damit das Traurige, Verzweifelte abwehre.

    Ich weiß auch wie du das mit der Trinkpause versus Abstinenz gemeint hast. Geht mir wegen meinem Mann nämlich auch im Kopf rum. Von der Co-Seite aus betrachtet ist da so viel Skepsis - aber von der anderen Seite betrachtet kann er für jeden nüchternen Tag stolz sein...

    Liebe Alexa, ich mach' mir Gedanken wegen deiner inneren Schwere, Lustlosigkeit...du sagst ja selbst Depression. Du hast professionelle Hilfe, stimmt das? Du sprichst es dort an, oder? Du sagst selbst es geht darum in Bewegung zu kommen. Was könnte das sein?

    Bin gespannt was dir dazu vielleicht einfällt. Und hoffe du nimmst dich nicht zurück - ich mag die vollständige Alexa, auch mit Ecken und Kanten.

    Jump! 🏵️ die jetzt aber schnell wieder an die Arbeit muss....

    Liebe Alexa,

    ich habe deinen Faden verschlungen und will dir sagen, dass ich sehr vieles was du schreibst so gut kenne und ähnlich empfinde!

    Ich mag deine Art zu schreiben, so aufrichtig und spontan. Und wie du auch die "kleinen" Sachen beschreibst, z.B. wie du das "Markerl" raus geschnitten hast.

    Ich will mir daran ein Beispiel nehmen!

    Alles Liebe,

    Jump!

    Will noch was los werden:

    Gerade eben, auf dem Weg zur Arbeit, bin ich an einem Fitness-Geräte-Geschäft vorbei gelaufen. Und da sehe ich ganz groß das Wort: JUMP. Habe es erst nachträglich realisiert und bin dann tatsächlich nochmal zurück. Es stand auf einem Trampolin. Zuerst dachte ich: na toll, das passt ja zu mir, immer schön auf der Stelle hüpfen, aber nicht vorwärts kommen. Aber dann hab ich nachgedacht und ich habe überlegt, dass so ein Trampolin doch dazu genutzt wird, um sich fit zu machen, Muskeln aufzubauen...und dann dachte ich: vielleicht trainiere ich ja auch für meinen großen Sprung!

    Und ich hab mich dran erinnert wie gut ich früher immer im Weitsprung war.

    Kurz drauf habe ich ein Plakat von einem kleinen süßen Hamster gesehen. Da musste ich natürlich an mein Hamsterrad denken, aber anstatt meine übliche Wut auf mich selbst, kam bei dem Anblick dieses verletzlichen, ängstlich drein blickenden Tieres auf einmal ist so ein ganz anderes Gefühl auf. Ich finde kein Wort dafür. So was zartes, liebevolles. Nur kurz - dann war es wieder weg.

    Danach bin ich zum Bäcker. Ich hatte tags zuvor gehört, dass die Filiale geschlossen wird. Und hab gefragt, weshalb. Es war jemand anderes am Tresen und der meinte völlig irritiert woher ich das weiß, so als ob ich ein Geheimnis ausgeplaudert hätte. Ich hab sofort versucht mich raus zu reden und ein schlechtes Gewissen bekommen, die andere Verkäuferin vielleicht "verraten" zu haben. Ich bin weiter (mein Weg ist lang, weil ich es genieße morgens zu laufen) und dann dachte ich: Quatsch, ist doch ihre eigene Verantwortung, wenn sie Internas weiter erzählt hat und nicht meine.

    Jump! 🏵️ die gerade von sich selbst überrascht ist

    Liebe Elly,

    Ja, ich habe in den Einstellungen das "dunkle Farbschema" ausgewählt, aber es wird nicht übernommen. Liegt vielleicht an meinem Phone. Licht habe ich ganz runter geregelt.

    Ich denke aber, in erster Linie will mein Körper mir damit etwas sagen. Ich habe auch schon einige Ideen dazu...mehr andermal...

    Danke ❤️

    Jump!

    Apropos "krank-machend". Immer, wenn ich in meinem Faden schreibe, habe ich danach einen Migräne-Anfall 🤯. (Habe schon versucht auf dark modus umzustellen, aber es geht nicht.) Ich Frage mich was das zu bedeuten hat???...werde mal nachdenken und Pause machen.

    Jump! 🏵️

    Liebe wardasalles,

    ich finde deinen Weg absolut richtig und mutig und gut! ❤️

    Ich habe das nur für mich selbst reflektiert, geschaut was für MICH passt und was nicht. Die Fragen in dem zitierten Absatz hatte ich nicht dir persönlich stellen wollen, sondern das sind meine eigenen Fragen. Ich hätte das separat posten sollen, damit das deutlicher wird. Ich wollte deine Sichtwise auf keinen Fall in Frage stellen. Ich suche nur meine eigene.

    Letztendlich geht es ja darum aus einer krank-machenden Beziehung auszusteigen.

    Danke! für deine Denkanstöße,

    Jump! 🏵️

    Das gab massig Schuldgefühle und Verantwortung bei mir.

    Liebe Aurora,

    Oh je, das muss schwer gewesen sein! Und du hast es trotzdem geschafft!

    Was ich kenne ist so ein seltsames "Loben". Zum Beispiel als ich der Notärztin kurz die Hintergründe geschildert hatte, meinte diese: "Das finde ich aber toll wie Sie das alles machen - ist doch bestimmt nicht leicht für Sie". Ich hab Sie nur angeschaut und gedacht: Hallo, Sie müssten doch jetzt sagen 'sind Sie blöd im Kopf so was so lange mitzumachen '.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Liebe wardasalles,

    Ich glaube ich habe mich missverständlich ausgedrückt. Ich meine das durchaus grundsätzlich. Klar, die Notsituation war komplett was anderes. Aber auch jetzt, nachdem er wieder seit ein paar Tagen nüchtern ist, ist er ja immer noch drin im "nassen Denken".

    Ich störe mich einfach an dem Satz: "er ist doch erwachsen, er kann selbst entscheiden...". Für mich, und für meine Situation wäre der Satz: "Du bist krank, aber ich kann dir nicht helfen".

    Ich weiß, dass das kontrovers diskutiert wird und es gibt ja auch einen eigenen Faden dazu hier im Forum: Der Wille.

    Lananana hat mich auch Mal darauf hingewiesen, dass es letztendlich für mich selbst doch auch keinen Unterschied macht. Trotzdem rührt sich da aber was in mir. Ich rede hier nur für mich. Für mich hat dieser Satz: "Er ist erwachsen..." einerseits Erleichterung gebracht, aber er hat auch meine Scheuklappen verstärkt und dazu geführt weiter zu machen als wäre nichts. Er war dann halt im Gästezimmer.

    Und ich glaube, dass es zwar s

    die eigene Hand ist, die den Alk rein schüttet, aber dass die Steuerung nun Mal im nassen Gehirn sitzt. Damit will ich nicht die Verantwortung absprechen trotzdem was daggen zu tun.

    Mein Mann ist ja in der Woche VOR dem Anfall durchaus zu seinem Suchtberater und zum Arzt und hat auch vergeblich versucht in der Klinik einen Platz zur Entgiftung zu bekommen (Warteliste).

    Ich weiß nicht, ob es manchen auch Angst macht zu hören, dass es Leute gibt, bei denen der Wille und die Einsicht und alle Therapie nicht ausreicht und die trozdem zugrunde gehen? Könnte es "einfacher" sein zu sagen: Er ist doch erwachsen, ist seine Entscheidung " weil das sonst so unendlich weh tut diese unglaubliche Hilflosigkeit zu sehen?

    Ich muss oft an einen Psychiater aus der Notaunahme denken der vor Jahren zu mir gesagt hat: "Wenn Sie sich trennen stirbt einer, aber wenn Sie bei ihm bleiben sterben zwei".

    Jump! die geblieben ist

    Liebe wardasalles,

    Danke für deine Worte!

    ich weiß was du meinst, wenn du schreibst "es ist seine Entscheidung". Hier im Forum wird ja auch ganz oft gesagt: "Er ist erwachsen, er kann machen was er will". Das hab ich vor dem Krampfanfall auch genau so gesagt.

    Ich weiß aber nicht ob das so stimmig ist. Mir kommt mein Mann dann eher vor wie "ferngesteuert". Es ist keine Entscheidung mehr, sondern er MUSS trinken. Fast wie in einer Psychose und da würde ich doch auch nicht sagen 'es ist deine Entscheidung '.

    Das heißt im Umkehrschluss jetzt aber NICHT, dass ich es deshalb kontrollieren sollte, das meine ich überhaupt nicht. Mir ist vollkommen klar, dass das nicht möglich ist. Ich finde ich hab ihn in erster Linie konfrontiert. Weil ich sonst innerlich platzen würde.

    Jump! 🏵️

    "Das mit der Lügerei ist einfach so beschissen. Ich verstehe den Sinn dahinter einfach nicht."

    Liebe Teresa,

    das geht mir ganz genauso! Ich verstehe das auch nicht. Ich glaube das ist einfach Teil der Krankheit. Mein Mann meinte auch Mal, dass er sich damit auch selbst anlügt. Mich hat das Lügen so oft schon wahnsinnig gemacht, fast mehr als das Trinken selbst. Es fällt mir schwer das nicht persönlich zu nehmen, sondern eben auch als Ausdruck der Krankheit zu sehen.

    Dir alles Gute! 🏵️

    Jump!

    Vielen Dank für die Rückmeldungen! Das bedeutet mir viel!

    Nayouk, ja, natürlich habe ich mit meinem Mann geredet, ihn konfrontiert. Im Reden bin ich richtig richtig gut - aber ich komme nicht ins Handeln. Das meinte ich mit "nix gemacht".

    Ich glaube ihm auch, dass er wirklich aufhören WILL, er ist auch durchaus einsichtig und der Anfall war sicher ein sogenanter Tiefpunkt. Nur leider reicht das trotzdem nicht. Gestern kam auch die Bewilligung der stationären Reha, das ist dann seine vierte. Aus viel zu vielen Jahren Erfahrung weiß ich, dass die Wahrscheinlichkeit verdammt hoch ist, dass es wieder gaaanz langsam und schleichend los geht. Ha, vielleicht ist ja er die Schnecke und nicht ich, denk ich grad :S.

    Ich hab mal vor kurzem eine Freundin gefragt warum um Himmels Willen eigentlich noch NIE jemand aus dem Freundeskreis zu mir gesagt hat: verlass' ihn, du musst da raus! Sie hat lange überlegt und meinte schließlich: weil er so nett ist.

    Jump! mit Klebestreifen an den Füßen

    Liebe Liesel,

    ich kann dich so so gut verstehen! Ich lese die ganze Zeit still mit.

    Es zieht mir auch immer wieder neu den Boden unter den Füßen weg, wenn mein Mann doch wieder trinkt.

    Aber immerhin hast du jetzt wieder deine "Angriffsfläche" zurück. Ich glaube ich verstehe, was du damit gemeint hast. Bei mir ist es jedenfalls so, dass ich dann wieder meine ganze Wut und Enttäuschung spüren kann - und das gibt mir in dem Moment die Kraft klarer zu sehen und meinen Weg wieder vor Augen zu haben. Es geht nicht darum eine Begründung für andere zu finden, oder ihm Vorwürfe zu machen, sondern mich selbst zu bestärken, dass es wirklich wirklich nichts mehr nutzt weiter zu verharren.

    Ich bin mit Sicherheit die letzte, die hier schlau reden kann, denn ich stecke selbst ganz tief im Sumpf. Aber ich verstehe dich und ich würde mich so sehr für dich freuen, wenn du weiter kommst.

    Alles Liebe 🏵️,

    Jump!