Beiträge von Zabou54

    Hi,

    ich musste das mit dem Betreuungsgericht auch machen ( Demenz in der Familie ) und das ging für deutsche Verhältnisse recht schnell. Gerade wenn Eigen - und Fremdgefährdung mit im Spiel ist. Gibt es in eurer Stadt vielleicht Sozialarbeiter oder ehrenamtliche Betreuungsbüros , die helfen könnten ? Vielleicht auch das Krankenhaus, in dem er war ? Gibt es einen Sozialpsychiatrischen Dienst, an dem man sich wenden könnte ? Frauennothilfe ? Ordnungsamt ? Vielleicht würde sogar der Vermieter helfen.

    Zur Not musst du wirklich die Polizei rufen und die verweisen ihn aus deiner Wohnung. Er ist ja quasi gegen Deinen Willen da. Und gerade wenn er Angstzustände hat, könnte man ihn auch gegen seinen Willen einweisen, sofern er selbstgefährdend ist.

    LG und viel Kraft

    Zabou

    Hey Jana,

    vielleicht solltest du dich vorab schon einmal informieren, innerhalb welcher Fristen du was machen musst , ich glaube, so würde ich es machen.

    Oh hast du schon gemacht, sorry, habe ich überlesen. Ich drücke die Daumen, das ihr es so klären könnt.

    LG

    Zabou

    Hi Jana,

    Das muss unter erwachsenen Menschen doch auch anders zu regeln sein...

    Ja unter normalen Menschen schon , aber mit einem schwer suchtkranken Menschen ? Da steht die Sucht an erster Stelle, alles andere ist zweitrangig oder sogar egal bzw. wird weg getrunken. Ich war bei der Suchtberatung und auch hier im Forum, ich habe mit der Hilfe für Frauen telefoniert und überall wurde mir gesagt, ich darf sein Handeln nicht persönlich nehmen, das ist Teil der Erkrankung. Mir hilft es immer weiter, wenn ich ihn als kranken Menschen sehe , als Opfer seiner Sucht. Wäre es möglich, das er durchgehend nüchtern bleibt, würde er viele Dinge ganz anders oder gar nicht machen. In diesen Momenten stelle ich mir immer vor, er wird dement und weiss nicht was er macht oder hat vergessen, wie ein normaler erwachsener Mensch zu agieren . Wir haben zwei Demenz-Fälle in der Familie, ich weiss also, wovon ich spreche.

    Vielleicht hilft dir ja dieser Ansatz ein bisschen, Deine Wut ( die ich absolut verstehe )und auch die Hilflosigkeit in den Griff zu bekommen.

    LG

    Zabou

    Hallo zusammen,

    ich habe gestern mit ihm gesprochen, ziemlich spontan, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe.

    Ich habe ihm gesagt, dass ich mit seinem Alkoholkonsum nicht mehr umgehen kann. Ich habe ihm auch gesagt, dass er nüchtern ein toller Mensch ist und ich mir wünschen würde, er wäre immer so.

    Er meinte dann, dann müsse ich gehen... ich habe ihm dann gesagt dass ich eine Wohnung gefunden habe. Er war geschockt und bockig - aus meiner Sicht darf er das auch- und das war's.

    Ich bin froh, dass es raus ist aber auch sehr traurig.

    LG

    Zabou

    Hi Jana,

    ich glaube, bei dir ist der Unterschied, dass du im Endeffekt zu diesem "Prozess" durch ihn gezwungen wurdest und es keine Entscheidung von dir war. Ich kann mir vorstellen, dass dadurch das loslassen viel viel schwieriger ist. Gib dir einfach ein bisschen Zeit und wenn du weinen musst, dann weine. Das ist doch nichts schlimmes.

    Das passiert mir auch fast täglich, obwohl ich diejenige bin, die gegangen ist, schmerzt es sehr.

    LG

    Zabou

    Ja, ich fürchte von all dem ein bisschen... und ich weiß, dass das völlig illusorisch ist und mein Kopf weiß das auch, aber in meinem Herz sitzt einfach nur dieses kleine, verzweifelte Mädchen, das einfach nur geliebt werden will und einfach nur traurig ist, dass es die Liebe verloren hat....

    Ich kann das nachvollziehen, wir sind keine von Alkohol zerstörten und gesteuerten Menschen , sondern haben Gefühle, Wünsche, Träume.

    Ist es nicht das, was uns ausmacht ? Wir trinken nichts weg- wir kämpfen. Und solche Tage und Gefühle gehören auch dazu. Hauptsache wir stehen immer wieder auf und kämpfen weiter. Man darf auch mal fallen und es darf auch mal wehtun.

    Ich schicke dir ganz viel Kraft. Nach Dunkelheit scheint immer wieder die Sonne, mal nur ein bisschen , mal ganz stark.

    LG

    Zabou

    Hi Lütte,

    Ich weiß das ich das jetzt durchziehen muss , ich habe ja auch nur ein Leben .
    Deine Worte machen mir Mut, mir ist bewusst das es noch schwierig wird, wenn ich erstmal ausgezogen bin .
    Das mit der Verhaltenstherapie finde ich eine gute Idee , ich denke , die werde ich auch brauchen . Ich will mir nie wieder so viel gefallen lassen und so mit mir umgehen lassen .
    Ich drücke dir die Daumen, das du schnell einen Therapieplatz bekommst. Eigentlich traurig . Wir brauchen einen Therapeuten, weil wir die Menschen lieben oder geliebt haben , die eigentlich Hilfe und Therapie brauchen . ( diesen Satz habe ich in ähnlicher Form schon mal hier gelesen und der ist haften geblieben) .
    LG

    Zabou

    Danke euch beiden 🙏

    Ich habe einfach nur Angst. Angst alleine in der neuen Wohnung zu leben ( ich habe noch nie alleine gewohnt ) . Angst für den Rest meines Lebens alleine zu bleiben - ich bin ja auch schon Ü50🙈 Angst mich nicht mehr auf jemand anders einlassen zu können , Angst vor dem was noch kommt 🙈 heute ist so ein richtiger Absturz 😳 ich dachte ich bin stärker.

    Er lebt sein Alkoholikerleben und Du bleibst auf der Strecke.

    Das stimmt wohl , danke Elly .

    Aber eigentlich lässt er Dich ja im Stich. Und solange keiner von Euch Beiden aus dem Suchtsystem aussteigt, wird sich auch nichts ändern

    Ja , leider . Ich hätte nicht gedacht das mir das so nahe geht 🙂‍↕️

    Mich irritiert es ja selbst , das ich soLche Zweifel habe . Ich wäre gerne etwas abgezockter und nicht so eine Drama Queen wie jetzt .
    Ich gehe jetzt schlafen , morgen ist ein neuer Tag .
    Danke nochmal für eure Kraft ❤️

    LG

    Zabou

    Heute ist ein richtiger sch… Tag , mir geht’s gar nicht gut. Ich zweifle so stark ob das alles richtig ist was ich mache und ich fühle mich schlecht das ich ihn im Stich lasse . Ich habe ihn seit 2 Tagen nicht gesehen , wenn ich heim komme , ist er schon im Bett, teilweise schon um halb neun. Ich denke er macht das , damit ich nicht mitbekomme , wie betrunken er ist. Ich bin soo traurig, das es so weit gekommen ist, ich habe richtig Liebeskummer und weine um den Mensch , der er mal war.
    Mich stresst das heute alles ungemein. Er wird sich zu Tode trinken 🙈
    Der einzige Lichtblick ist momentan mein kleines Enkelkind .

    LG
    Zabou

    Ihr habt Recht , entweder warte ich mit dem Gespräch bis mein Sohn wieder da ist oder ich frage seine Schwester 🙈

    Ich fühle mich ihm gegenüber ihm noch zur Fairness verpflichtet , das ist ein Fehler

    Danke für eure Sorge und die Unterstützung.

    LG

    Zabou

    Der Mietvertrag ist ab 01.07.

    Ich sage es ihm , wenn mein Sohn in den Urlaub fährt. Dann kann ich dahin. Das ist der grobe Plan . Ob ich es durchhalte und nicht schon vorher rausplatze ist eine andere Geschichte .
    Solange ich still bin, habe ich hier Ruhe . Er ist nicht gewalttätig und kommt nur zum Essen und schlafen nach Hause.
    Zwei Wochen muss ich noch durchhalten , dann kann ich es ihm endlich sagen .

    Hi Jana,

    Lieb das du fragst . Mietvertrag ist unterschrieben, aber ich habe leider noch keine Schlüssel, die Wohnung wird ja noch saniert . Ich muss dann lediglich noch tapezieren und dann kann ich einziehen.
    Was mich richtig stark belastet ist das ich es ihm nicht sagen kann. Ich werde ja noch von der suchtberatung gecoacht . Die haben mir gesagt ich soll es ihm erst sagen wenn ich meine wichtigsten Sachen gesichert habe und wenn ich einen Platz habe wo ich schlafen kann. Zur Not dann auf der Matratze auf dem Fußboden . Er ist leider unberechenbar, keiner kann einschätzen wie er reagiert. Er war in der Vergangenheit schon mal verbal aggressiv und hat auch Gegenstände (Möbel) kaputt gemacht. Somit muss ich still bleiben , das macht mir sehr zu schaffen. Momentan ist er sehr handzahm , als ob er was ahnt. Das verunsichert mich noch zusätzlich, ob das alles nötig ist.
    Momentan bin ich hier eher stille mitleserin, fast täglich . Ich darf nicht einknicken und alles rückgängig machen, das wäre falsch. Ich habe echt Angst vor dem Tag wo ich es ihm sagen werde. Ich hoffe, er respektiert es einfach.
    LG

    Zabou

    Hey Ursula,

    Ich bin eigentlich mehr die Mitleserin hier im Forum. Gibt es bei dir in der Nähe eine Suchtberatung ? Die betreuen auch Angehörige. Vielleicht hilft es dir ja weiter. Oder eine Selbsthilfe Gruppe für Angehörige um neue Kontakte aufzubauen. Mich hat das in Kombination mit dem Forum hier echt weiter gebracht.
    LG Zabou

    Hi Lütte,

    ich denke gerade darüber nach, ob er im umgekehrten Fall sich auch solche Gedanken machen würde. Ich glaube nicht. Ich möchte ja immer andere Menschen so behandeln, wie ich gerne behandelt werden möchte. Aber das macht er ja auch nicht. Er nimmt keine Rücksicht auf meine Wünsche oder Sorgen, er ist sich selbst immer der nächste.

    Mache ich irgendwelche Anmerkungen oder kritisiere ihn , dann lacht er das weg oder sagt, ich soll mal nicht übertreiben. Solange ich ruhig bin, ist seine Welt in Ordnung.

    Ich glaube , ich muss einfach abgezockter werden ?(

    Letzte Tage ist er völlig betrunken vor der Haustür gestürzt und ist erstmal liegen geblieben. Gott sei Dank kam ich erst später heim. Am nächsten Tag hat er mir das erzählt und hat sich kaputt gelacht. Als ich zum ihm gesagt habe, dass er sich auch den Kopf hätte einschlagen können oder irgendwas brechen, da meinte er,ich solle mal nicht übertreiben. Er meinte nur, er wäre froh, dass ich ihn so nicht gesehen hätte und wenn ihm das nochmal passiert, dann erzählt er mir das nicht mehr.

    LG

    Zabou

    Liebe Zabou, auch dir vielen lieben Dank für deine Nachricht - und auf deine Frage, was ich einer Freundin raten würde: Nimm die Beine in die Hand und lauf, so schnell du kannst!

    Liebe Jana,

    ja, das würde ich meiner besten Freundin auch raten. Und immer wenn ich schwächel, dann halte ich mir diesen Satz vor Augen. Vielleicht hilft es Dir ja auch ein kleines bisschen, du bist ja schon ein Stück weiter als ich. Dein Mann ist gegangen. Ich wäre dankbar mittlerweile , wenn meiner das machen würde ... was nicht passieren wird,denn dafür müsste er seine Komfortzone verlassen. Somit muss ich diese Komfortzone zerstören.

    Aber auch Deine Zweifel kann ich voll verstehen, mir gehts genau so.

    Aber ich mag nicht mehr. Den tollen Mann, in den ich mich damals verliebt habe, den gibt es nicht mehr. Und diese Persönlichkeit, die er jetzt ist, die will ich nicht.

    Ich habe gelesen, dass er während Deiner Krankheit mehr getrunken hat und nicht wirklich für dich da war. Sollte das nicht umgekehrt sein ? Seinen Alkoholkonsum einschränken und für dich da sein ? Hätte er nicht alle seine Kräfte mobilisieren sollen, damit er für dich da sein kann ?

    LG

    Zabou

    Wie schaffe ich es standhaft zu bleiben, wenn er angekrochen kommt. Er hat jetzt bei seiner Mutter Unterschlupf gefunden, die nimmt ihn immer zurück, trinkt auch selbst gerne und der wird er wohl auch von seiner bösen fremdgehenden Ehefrau berichtet haben...

    Hi Jana,

    genau diese Angst habe ich auch. Ich habe mir eine Liste gemacht, mit allen Verhaltensweisen und Äußerungen meines Partners, die mich sehr verletzt haben.

    Auch wenn mein Partner zwischendurch lieb und friedlich ist und vielleicht mal einen Tag nicht so viel trinkt und ich merke, ich fange an, an meinen Schritten zu zweifeln, dann rufe ich diese Liste hervor und spiele diese Situationen im Kopf nochmal durch. Das hilft. Denn es wird wieder und wieder und wieder passieren, solange Alkohol im Spiel ist.

    Was würdest du deiner besten Freundin empfehlen, wenn sie an Deiner Stelle wäre ? Dieses Gedankenspiel hilft mir auch sehr. ( habe ich übrigens hier aus dem Forum :wink: )

    Vielleicht hilft es dir ja auch .

    LG

    Zabou

    Ja, das ist das schwierige. Im Kopf bin ich schon lange weg, jetzt wird das ganze harte Realität.Ein Teil von mir freut sich auf den Neustart , der andere Teil ist traurig.

    Ich weiß vom Kopf her, dass ich das machen muss, nur für mich. Ich habe Angst vor diesen Trennungsgespräch, weil ich überhaupt nicht weiß, wie er reagieren wird. Es könnte eskalieren, es könnte ihm egal sein, es könnte sein, dass ich ihm das Herz breche. Ich bin gerade dabei, einen Plan B zu organisieren, falls es eskaliert.Selbst wenn ich die Schlüssel bekomme, kann ich nicht sofort in die Wohnung - es muss noch tapeziert werden . Ein Teil meiner Möbel muss dann ja auch noch hin und meine Helferlein sind gerade dann im Urlaub.

    Diese Heimlichtuerei belastet mich extrem , scheint aber nötig zu sein, um alles möglichst stressfrei zu überstehen.

    Momentan trinkt er nur massenweise Bier und ist kaum zu Hause - nimmt er meinen Auszug bzw. das Trennungsgespräch zum Anlass und fängt wieder an, harte Sachen zu trinken, dann wird es heftig werden. Ich bin jetzt schon froh, wenn ich alles hinter mir habe. Ein paar Wochen muss ich noch durchhalten.

    Danke für die Möglichkeit, meine Gedanken hier loszuwerden und für eure Antworten.

    LG

    Zabou