Beiträge von Wilma

    Hallo Stern,

    Danke für deine Nachricht. Der Auslöser war der permanente emotionale Beziehungsstress. Ich wollte tatsächlich einfach kurz "abschalten", diesen inneren Druck vorübergehend und kurzfristig ausblenden.

    Die Trennung war für mich traurig, aber gleichzeitig befreiend. Ich habe mich vor längerer Zeit komplett verloren 😐 ich habe die Zeit nach der Trennung erst fürs Verarbeiten genutzt und später dann in mich investiert, endlich. Wer bin ich überhaupt? Was mache ich gerne? Was macht mir Freude? Was sind meine Grenzen? Ich dachte ernsthaft, dass nur andere Menschen Grenzen haben. Das war gut und wichtig und brachte mir wieder Freude und Perspektive. Und das wiederum den starken Wunsch, nicht mehr trinken zu müssen. Noch einmal nach dem Ausstieg zu suchen.

    Ich hatte mich nicht getraut hier zu schreiben, weil ich mir selber irgendwie nicht getraut habe. In den 2 Monaten sind ein paar Situationen gewesen, die vorher nur mit Alk durchzustehen waren, zumindest in meiner vorherigen Wahrnehmung (unter anderem ein Todesfall einer mir nah stehenden Person). Es fühlte sich gut an, diese Gefühle nüchtern zu spüren und zuzulassen und zu verarbeiten und nicht wieder stumpf weg zu betäuben.

    Über das "aber" werde ich nachdenken, danke.

    Huhu, ich bin wieder zurück 😊

    Heute bin ich genau 2 Monate nüchtern. Ich schreibe hier erst jetzt, weil ich mir vorher wohl selber nicht getraut habe 🤷

    Tatsächlich sind mir die 2 Monate wieder leicht gefallen. Wo ist der Unterschied zum 1ten Mal? Vielleich mehr Wissen. Ich habe weiterhin jeden Tag im Forum gelesen, mich weiterhin täglich mit dem Thema Sucht/Suchtstimme/Abstinenz beschäftigt, immer am Thema geblieben und genieße gerade das nüchterne Leben sehr 🍀

    Der Beziehungsstress ist weg, wir haben uns vor einer Weile getrennt. Ich konnte wieder zu mir finden, bin ausgeglichen, fühle mich einfach guuuuut. Nicht euphorisch, eher gleichbleibend stabil. Keine extremen Höhepunkte, aber auch keine Dramen mehr.

    Ich bin immernoch Alkoholikerin und möchte abstinent leben.

    Habt alle einen sonnigen schönen Sonntag 😊

    Danke Stern 😊

    Wann kommt dir denn der Gedanke an Alkohol?
    Aber viel wichtiger ist ja, wie du dann denkst. Für Alkoholiker gibt es das nicht mehr ….dieses eine Glas. Dieses eine Glas öffnet den Sog in der Suchtspirale.
    Ich denke für mich, dass ich es nicht noch einmal schaffen würde, aus dieser Suchtspirale rauszukommen. Und das lässt mich aufmerksam durch den Tag gehen.

    Letztens kam mir der Gedanke, als ich einkaufen war und überall Alkflaschen standen. Ich denke aber wie Du. Ich akzeptiere diese Krankheit und ich möchte da nicht zurück, wo ich war!

    Huhu,

    Heute vor 2 Monaten habe ich das letzte Mal Alkohol getrunken und mich übel abgeschossen. Ich schreibe fast immer noch täglich in mein Tagebuch, wie unfassbar schön es ist, jeden Morgen so klar aufzuwachen. Keine roten und dicken Augen morgens, keine Kopfschmerzen, kein Kontrollieren am Morgen, wieviel Alk es wirklich am Vorabend war, keine Erinnerungslücken ... im Gegenteil, ich weiß alles, bin ausgeschlafen, habe Energie, meine Haut sieht gut aus und ich bin einfach klar.

    Ich habe noch so naiv gedacht, ich höre mit dem Saufen auf und alles ist gut. Ich ahnte nicht, was alles in den 2 Monaten folgt.

    Absolutes Gefühlschaos. In Dauerschleife. Alle Gefühle, bekannte und neue, sind in einer Salatschleuder. Wut, Freude , Tränen, Stolz, Zufriedenheit, Angst, Glück, Hoffnung, Liebe, Zuversicht, Erfolg und Misserfolg usw. Ich weine viel, ich kennen weinen aus der Vergangenheit nicht. Ich kann lachen und fröhlich sein und im nächsten Moment weinen.

    Das alles hängt natürlich mit meinen Eheproblemen zusammen. Ein Auf und Ab, wobei das Auf gerade dominiert. Es braucht einfach Zeit. Schließlich hat es auch sehr viel Zeit gekostet, alles kaputt zu machen

    Hätte ich vor 2 Monaten, an meinem Tiefpunkt, nicht aufgehört zu Saufen, hätte ich heute keine Ehe mehr, keine Chance auf eine 2te Chance.

    Das Chaos ist irgendwie auch Glück im Unglück. Ich kann alle Probleme nüchtern angehen und mir ist absolut bewusst, mit Alk wäre das überhaupt nicht möglich gewesen. Deswegen habe ich keine traurigen Verzichtsgedanken.

    Natürlich komme ich mit der Achtsamkeit mir gegenüber nicht vorwärts. Bin teilweise voller Energie, teilweise einfach erschöpft von diesem Gefühlschaos. Ich gönne mir allerdings auch Ruhepause auf der Couch. Mal esse ich gut, mal auch gar nix.

    Dennoch ist eine positive Tendenz Richtung "alles wird wieder gut" zu erkennen.

    Und wenn mal ein Gedanke an Alk kommt, sage ich mir immer: Du kannst nicht trinken, für Dich gibt es das eine Glas nicht. Andere können das. Ist ok. Der Diabetiker verzichtet auch auf Zucker, andere müssen das nicht. Ist halt Fakt, völlig wertungsfrei.

    Ich lese täglich hier im Forum und schreibe mein Tagebuch. Das hilft mir, meine Gefühle zu ordnen.

    Liebe Grüße an alle 😊

    Hallo Ihr Lieben, heute sind es schon oder erst 7 Wochen Nüchternheit. Mir geht es gut. Ich fühle mich sehr wohl und genieße das Leben gerade in einer Qualität, die verloren gegangen war. Ich bin einfach klar.

    Natürlich begegne ich manchmal Situationen, die mich so überraschen, dass ich mich dann teilweise erstmal fangen muss. Gestern war wieder so eine Situation. Ich war mit einer Bekannten verabredet. Sie bringt einen kalten Sekt mit und meint, den trinken wir jetzt und freut sich. Ich stand da, wie vom Blitz getroffen. Hab aber gleich direkt gesagt, dass ich aktuell keinen Alkohol trinke. Sie fragte sogleich, ob ich schwanger bin 🤣 nein, mit fast 50 bin ich nicht schwanger. Ich hab nur gesagt, dass mir Alk nicht mehr schmeckt und ich mich ohne einfach besser fühle. Das fand sie gut. Mehr muss sie nicht wissen. Und das Thema war durch. Schon komisch, dass es mich so aus der Bahn wirft, wie schon mal zuvor mit dem alkfreien Sekt.

    Es hat mich nicht gereizt den Sekt zu trinken, gar nicht, hatte auch gar nicht den Gedanken daran. Ich muss nur im Nachhinein über mich lachen, wie absolut entsetzt und fassungslos ich innerlich reagiert habe.

    Wünsche allen ein schönes Wochenende

    Eher generell... ich sehe ein Glas Aper.. vor mir. Aber ich fühle kein Bedürfnis es zu trinken, weil ich ja weiß, dass es für mich kein EIN Glas gibt. Es ist auch kein Verzichtsgedanke, sondern eher Tatsache.

    Ähm ... ich habe wenig gegessen heute, auch die letzten 1,5 Wochen. Fühle mich aber soweit wohl, kein besonderer Stress.

    Gleich gibt's Essen und dann gibt es hoffentlich Ruhe 😊

    Hallo Ihr Lieben,

    Heute ist irgendwie ein komischer Tag. Ich war bereits um 6:30 Uhr mit dem Fahrrad und Fotokamera in der Natur unterwegs. Traumhaft war das! Ich merke heute, dass mir regelmäßig der Gedanke an Alk kommt. Immer wieder. Ich habe seit Tagen keinen Alk gesehen, aus der Richtung kommt es also nicht. Es ist auch nicht so, dass ich permanent daran denke, es kommt von alleine. Ich habe keine Angst davor, da ich ja weiß, dass ich keinen Alk trinken werde. Es ist bloß das erste Mal seit ich aufgehört habe zu trinken. Ist das Saufdruck?

    Heute ist Tag 41, weiter geht's 😊

    Guten Morgen 😊

    die Situation mit dem alkfreien Sekt kam zum Vatertag bei einem Ausflug. Da ja nun auch der Muttertag anstand und mir klar war, dass es wieder ein Thema wird, habe ich es direkt im Vorfeld geklärt und gesagt, dass ich keinen alkfreien Sekt möchte. Somit wurde mir dann gestern auch nix angeboten. War also entspannt.

    Somit ist weiterhin erst einmal alles im grünen Bereich und es ist Tag 37. Danke für Eure Tipps!

    Huhu, die letzte Tage waren eine Achterbahn der Gefühle ... und Ihr hattet recht, ein Schritt nach dem anderen, ein Tag nach dem anderen. Aktuell sieht es in meiner Ehe wieder gut aus, wir kommen uns immer näher und es ist einfach nur schöööön. Die Stimmung zwischen uns ist gut! Gestern gab es einen großen Familienausflug und alles verlief ebenfalls harmonisch.

    Es gab plötzlich und für mich völlig unerwartet einen Becher alkfreien Sekt für mich (ich war der Fahrer). Ich wurde irgendwie überrumpelt damit, so dass ich gar keine Chance hatte nein zu sagen. Hab ihn dann einfach unauffällig weggeschüttet. Den Sekt zu trinken kam für mich gar nicht in Frage. Mir kommt vor, dass ich gar nicht drauf reagiert habe (trigger), oder doch, weil es mich für wenige Sekunden so aus dem Konzept gebracht hat?

    Ansonsten geht es mir gut, kein Saufdruck, ich bin ohne Alk viel fröhlicher und innerlich entspannter. Und es tut so gut, alles mitzubekommen und wahrzunehmen. Tag 34

    Schönes Wochenende allen

    Hallo, kurzes Update von mir. Wir waren heute spazieren und ich habe endlich den Mut gefunden, ein Gespräch zu beginnen. Es war hart, sich so zu öffnen, sich Schwächen einzugestehen und sie auszusprechen. Ich bin noch nie so ehrlich gewesen, immer die Starke gewesen. Ich habe ihn sehr verletzt... wir haben uns dann in den Arm genommen und lange festgehalten. Hab gesagt, er muss jetzt nicht reden, wenn er nicht mag, er soll sich die Zeit nehmen, die er benötigt. Ich hoffe, es ist nicht zu spät, die Zeit wird es zeigen.

    Das setzt mir natürlich zu ... und dennoch fühle ich mich auch gut, weil ich nicht trinke! Ich kann endlich echte Gefühle zulassen, mit klarem Kopf analysieren und mich reflektieren. Dafür bin ich dankbar!

    Liebe Grüße

    diese Beobachtungen und Bewertungen von anderen, zusätzlich an Deinen Mann und nicht an Dich persönlich herangetragen, solltest Du abhaken.

    Vielen lieben Dank für die aufbauenden Worte. Du hast natürlich recht, es kränkt mich dennoch. Diese Aussagen kamen auch, ich vermute überwiegend, von der Familie. Denen werde ich regelmäßig begegnen und weiß nicht so recht, wie ich damit umgehen soll ... aber ja, das ist erst einmal egal und nicht die Priorität

    Liebes Forum,

    mal ein Zwischenstand von mir. Morgen bin ich 4 Wochen nüchtern.

    Allerdings holen mich gerade viele unangenehme Dinge aus der Saufzeit ein. Meine Welt liegt gerade in Schutt und Asche. Meine Ehe ist kurz vorm Scheitern. Mein Mann ist nicht mehr glücklich. Wir haben geredet und wollen es dennoch nochmal versuchen. Es haben sich bereits Außenstehende an ihn gewandt und gefragt, was bei uns los ist. Ich wäre abweisend und abwertend und man fühlt sich in meiner Nähe nicht mehr wohl. Das kränkt mich sehr und komme damit nicht klar. So bin ich normalerweise nicht ... ich bin verzweifelt, weiß gerade nicht, wie ich das alles auf die Reihe kriege ... fühle mich mit der Situation überfordert.

    Ich bin so froh und dankbar, dass ich die Probleme zumindest mit klarem Kopf angehen kann. Saufdruck hatte ich bißchen zum Glück nicht. Ich will nie mehr trinken. Dieser Entschluss steht nicht zur Debatte, der steht fest!

    Ich musste immer stark sein, fast perfektionistisch. Konnte mir Schwäche oder Überforderung nie eingestehen und hab es auch nicht zugelassen. Immer Druck aufgebaut. Mit Alk zum Schweigen gebracht.

    Ich muss an mir arbeiten... Gefühle zulassen. Einfach nur aufhören zu Trinken reicht eben nicht.

    Vielen Dank für Eure ausführlichen und hilfreichen Schilderungen. Tut gut! Ich bin sicher, ihr habt recht. Es ist eine neue Situation für uns, für mich, für ihn. Wir haben den ersten Versuch eines Gespräches gestern ja gestartet, das deute ich als grundsätzliches Wollen. Ich bleibe optimistisch 🍀

    Ihr Lieben, ich möchte heute ein paar Gedanken hier lassen ... Heute ist Tag 24 und mir geht es weiterhin in Bezug auf die Abstinenz seht gut. Ich schlafe komplett durch und bin morgens richtig fit, ausgeschlafen und erholt. Das genieße ich extrem. Hab zum Glück keinen Saufdruck und die Kopfschmerzen sind weg, auch der Bedarf nach Zucker ist nur noch minimal.

    Mir ist die Tage eingefallen, dass ich vor ein paar Jahren mit dem Rauchen aufhören wollte. Die ersten 4 Wochen waren auch recht leicht ... na ja, ich rauche weiterhin. Deswegen bleibe ich jetzt besonders achtsam. Aufhören zu rauchen will ich auch, aber erstmal eins nach dem anderen.

    Allerdings gibt es in meiner Beziehung gerade ein Tief. Mein Mann ist immer und für jeden da, gefühlt aber nicht für mich. Ich fühle mich irgendwie allein gelassen. Er macht im Haushalt nichts mehr.

    Letzte Woche Donnerstag hab ich gemeckert. Ich kam nach Hause und musste ihm hinterher räumen. Ich merkte, wie ich eine richtige Wut im Bauch hatte. Dann ist mir eingefallen: Ich fühle mich unwohl in der Situation und bin wieder raus. Sofort war die Wut weg. Das war gut! Seit dem sind wir irgendwie auf Abstand und jeder macht seins.

    Gestern Abend ein Gesprächsversuch seinerseits. Bist du glücklich fragt er mich. Spontan hab ich nein gesagt. Dann überlegt. Eigentlich bin ich glücklich weil ich keinen Alk mehr trinke und es mir so viel besser geht . Ich bin in der Beziehung gerade nicht glücklich, weil ich das Gefühl habe, nur noch die untere Priorität für ihn zu sein. Meinte dann: ich trinke seit 3.5 Wochen nicht mehr, er hat mich in dieser Zeit nicht mal gefragt, wie es mir geht. Er sagte dann: hast Du dich gefragt, wie es mir ging?

    Ja, das habe ich fast täglich getan und wusste, dass er nicht glücklich war, weil Alk meine Nr 1 war. Wir wollen das Gespräch fortsetzen...

    Es hat mir aber zu denken gegeben. Ja, wie fühlte er sich aus seiner Sicht? Natürlich habe ich auch sehr viele Beiträge auch von den COs gelesen.

    Ich habe das Gefühl, wir haben einiges aufzuarbeiten. Ich tendiere zu einer Art Therapie für uns, damit er seine Ansichten, Gefühle und Erlebnisse auch verarbeiten kann. Das würde für mich sehr schlimm werden zu hören, wie er sich gefühlt hat während meiner Sauf-Zeit. Ich muss mich dem stellen, nicht muss, aber werde.

    War jemand in so einer Situation und kann berichten, wie Ihr das gelöst habt? Wohin kann man sich wenden, um diesbezüglich Unterstützung zu bekommen?

    Sorry für den Roman ... es tut gut, sich zu öffnen

    Anfangseuphorie: Ja, die gibt es. Im Rahmen meiner Therapie habe ich eins feststellen können, die größten Euphoriker waren am schnellsten wieder an der Flasche. Dies ist jedoch meine rein subjektive Wahrnehmung.

    Genau deswegen bin ich etwas verunsichert... weil es mir wirklich gut geht. Es fühlt sich an, als hätte jemand Ketten um meinen Körper gelegt und täglich ein kleines Stück enger gezogen. Und an dem Tag meines Entschlusses (nicht ganz, an dem Tag ging es mir noch dreckig vom Abend zuvor) war es, als wären die Ketten gesprengt worden. Ich fühle mich befreit, sehe klar, genieße ... erst einmal Tag für Tag