Vielen Dank, Alex! 
Mein Vater hatte wohl schon immer recht viel getrunken. Meine Mutter meinte mal, als ich klein war hätte sie ihm mal gesagt, sie würde gehen, wenn er nicht aufhört, und dann hatte er auch für ein paar Jahre aufgehört.
Ich glaub, gegen Ende der Grundschulzeit war mir bewusst geworden, dass er öfters sehr wütend und unfreundlich ist. Mir war nicht direkt klar, dass das was mit Alkohol zu tun hat.
Auf dem Gymnasium hab ich dann eine Depression und Angststörung entwickelt, mit der ich mich immer noch rumschlage (ich bin jetzt 40). Lange dachte ich, "doch eigentlich keinen Grund" dafür zu haben, dass es mir so schlecht geht. Mein Vater hat mich ja nie geschlagen, er hat auch nie so viel getrunken, dass er zusammengebrochen ist oder so. Er hat keinen Führerschein, ich weiß also nicht, ob er betrunken Auto gefahren wäre. Und er war Freiberufler, es ist also nirgendwo im Job aufgefallen. Eigentlich hat meine Mutter das ganze Geld verdient. Sie schien mir auch oft überlastet und tat mir wahnsinnig leid.
Mein Vater hat immer wieder phasenweise getrunken. Auch tagsüber. Wodka und so. Dann viel im Bett gelegen. Oder er ist wütend durch die Wohnung gegangen und hat vor sich hingeschimpft, meine Mutter "Arschloch" genannt etc. Es war zeitweise eine wahnsinnig bedrückende Atmosphäre.
Aber er konnte auch sehr nett sein. Das macht es mir bis heute noch viel schwerer, weil ich mich dann immer frag, ob ich übertreibe, ob ich das Problem bin, ob ich die Familie zerstört habe.
Er selbst denkt nicht, dass sein Trinken schlimm war/ist (im Moment scheint er nicht zu trinken, hat aber einen Vorrat in seinem Versteck). Und dementsprechend fühlt er sich von mir schlecht behandelt, wenn ich mit ihm nicht so locker und nett umgehen kann wie mit meiner Mutter. Das macht mir dann wieder schlimme Schuldgefühle.
Kennt das jemand?