Beiträge von Krümelmonster

    Huhu, ich nochmal...

    Ich muss mich noch mal kurz einklinken... Der Thread hier ist wirklich interessant ;-)..
    Ich habe mich jahrelang immer wieder gefragt, was an mir ist angeboren und was "antrainiert", bzw. vorgelebt. Mittlerweile weiß ich dass ich ein ziemlich sensibler Mensch bin (angeboren) aber mein Helfersyndrom ist "antrainiert". Vielleicht habe ich es mir aber auch nur antrainieren lassen, gerade WEIL ich so sensibel bin... Also ich denke es hängt viel mit dem Ur-Charakter zusammen, wie sehr man Co wird oder wie wenig... Viele faktoren treffen aufeinander. Wiegesagt gibt es viele Angehörige, die nicht Co sind... Ist echt ein Thema dass unerschöpflich zu sein scheint...
    Lieben Gruß, KM

    Moin Moin :)


    ....Das mit dem Co ist, denke ich auch, eine individuelle Geschichte. Wie ein Mensch an sich halt "beschaffen" ist....
    Ich bin eher nie auf Partys gegangen, weil ich wirklich keine Lust hatte. Hab dann zwar auch Ausreden gehabt (einen ganzen Sack voll, wenn es darum ging :wink: ), aber mir war es egal ob die andere damit klar kamen. Außerdem war es irgendwann "normal" das ich nicht mit in die Disco, oder auf PArtys kam. Das hing auch damit zusammen, weil ich einfach selten spaß haben konnte. Fühlte mich immer fehl am Platz...
    Allerdings habe ich auch für meine abhängigen Partner im Familienkreis Ausreden gesucht und hab immer alles "schön" geredet, damit es "auch ja nicht auffällt". Und das sogar ohne mir bewusst dabei zu werden.
    Ich habe letztens so gestutzt, als meine Mutter ganz überrascht über die Tatsache war, das mein Ex Abhängig ist und es auch schon war, als wir zusammen waren. Sie hat er echt nicht gewusst! Das machte mir deutlich, dass ich irgendwo auch Co war.
    Als mein Vater noch lebte und sich im Suff mal "in die Büsche fallen ließ", hab ich es nicht fertig gebracht ihn liegen zu lassen. Ich weiß es noch heute, als wäre es gestern gewesen. ich war damals 20... (morgen hätte er übrigens 10 jährigen Sterbetag). Das erste was mir durch den Kopf schoss war: Was denken denn die Nachbarn??? ... dabei zwitscherten es schon (jahrelang) die Spatzen von den Dächern, dass er säuft :roll: ... Der zweite Gedanke war: Du kannst ihn hier nicht so liegen lassen! Wer weiß, vielleicht verletzt er sich sonst noch ernsthaft! ... Naja, aber irgendwann hätte er es auch gemerkt, dass ihm keiner hilft.
    Also, was ich damit sagen will: Co zu sein kann sich in verschiedenen Aspekten deutlich machen. Genauso, wie jeder Trinker eine individuelle "Trinkerkarriere" durchlebt, hat jeder Co seine eigenen "Marotten", wenn man so will. Der eine mehr der andere weniger. Wiegesagt gibt es auch Angehörige, die nicht Co sind...

    Alles Liebe und schönen Gruß, KM

    Hallo Hobbit!

    Danke für Deine schnelle Antwort. Das mit dem Blubberquatsch kenne ich auch ;) Irgendwann ist man so im Eimer, da kommt dann nix vernünftiges mehr bei rum... jetzt geht es mir auch wieder etwas besser.

    Danke, für den Tipp mit dem Buch. Ich habe von Janet G Woititz schon das Buch gelesen "Um die Kindheit betrogen". Da geht es um die "Macken" von Kindern von Alkoholikern, insbesondere von erwachsenen Kindern... Das war auch ein absoluter Augenöffner für mich. Und ich denke, wenn ich das Geld überhabe werde ich Deinen Tipp berücksichtigen.
    Versprochen.

    Man wundert sich doch immer wieder, wieviele Lösungsmöglichkeiten man im Grunde zur Verfügung hat... Aber nur wenn man weiß, wo man sie auch findet :!: Danke für den Hinweis und schönen Sonntag noch!!

    Ganz lieben Gruß von KM


    PS: Krümelmonster habe ich als Nickname gewählt, weil mein Vater mich immer liebevoll so genannt hat ;-)...

    ...Ich mal wieder ...

    Mensch, ich kann kaum glauben, dass zwischen den letzten Zeilen nur ein Tag liegt... :cry:

    Da hab ich mal das Gefühl ein wenig voran zu kommen und mach wieder einen Schritt zurück. Es ist echt zum verrückt werden.

    Heute haben mein Mann und ich nach längerer Zeit mal wieder etwas alleine unternehmen können. Es war richtig schön. Total entspannt und ich konnte es sogar genießen, obwohl ich anfangs einmal einen "Ansatz" dazu hatte in eine meiner Mukschphasen zu fallen. Doch ich habe mich selber ausgebremst, habe mir gesagt dass es so nicht geht und mir die guten Dinge vor Augen gehalten... Und, oh wunder: Es hat sogar geklappt :)

    Allerdings kam dann Abends wieder die Ernüchterung...
    Kaum Zuhause verrannten wir uns in Missverständnisse (einfach nur eine verkettung dummer Zufälle) und ich hab mich davon wieder mitreißen lassen (das alte Leiden). Am ende haben wir auf der Couch gesessen und uns angeschwiegen (hatte ich das Gefühl...). Dabei war die Sache für ihn eigentlich schon erledigt und ich hab mich in meinen Gefühlswust wieder "verrannt", wenn man so will. Er war wirklich nur müde, wollte schließlich zu Bett und ich gab mir die Schuld an seinem "Zustand" (völliger Blödsinn...). Hab wieder geheult etc. pp.

    Meine Güte, hat jemand mal einen Tipp, wie ich konkret lernen kann meine Gefühle zu kontrollieren? Mir nicht immer und ewig Gedanken darum machen zu müssen, wenn wir uns streiten? Mir immer selbst die Schuld an allem zu geben? WIE ICH GLAUBEN KANN WAS ER SAGT? Es ist echt die Hölle... Ich habe so eine bestialische Angst davor ihn zu überfordern, ihn zu VERLIEREN, dass ich gerade mit dieser Angst Gefahr laufe genau DAS auszulösen... Mit dem Wunsch ihn zu schützen, löse ich das genaue Gegenteil aus. Das macht mich fertig und ich weiß unsere Beziehung leidet unter diesen Verhaltensweisen...

    Für Vorschläge wäre ich echt dankbar :wink:
    Lieben Gruß, KM

    Hallo wassolls...

    bei Dir glaube ich das Grundproblem zu erkennen, was ich auch an mir festgestellt habe. Das denken von "WAS WÄRE WENN..."
    Erst letzte Woche hatte ich mal wieder eine tränenreiche Diskusion mit meinem Freund über mein Problem, mir viel zu viele Gedanken über die HÄTTE WÄRE WENNS zu machen. Ist es nicht viel wichtiger das Leben auszukosten, dass wir JETZT gerade führen? Wie können wir ein Leben JETZT denn bitte genießen, wenn wir uns dauernd den Kopf über die Zukunft zerbrechen? Auch wenn die Zukunft mit Sicherheit wichtig ist. Aber ich vergesse dieses Problem leider auch viel zu gerne, doch ich lerne gerade es mir schneller bewusst zu machen.

    Weißt Du, es ist nicht so, dass wir über jeden unserer Schritte konkret nachdenken müssen, nur um spätere Katastrophen "vermeiden zu wollen". Denn gerade dieses Denken behindert uns oft dabei die Dinge zu sehen wie sie wirklich sind. Ich hoffe Du kannst mir jetzt gedanklich folgen, falls ich mich zu unklar ausdrücke...

    Aber ich bin ein Paradebeispiel was das Problem mit dem "Gedanken um etwas machen" angeht. Dazu gehört auch das Problem, negative Ereignisse, die im direkten Umfeld (Freunde, Partner, Arbeitskollegen etc.) mit einem selbst zu tun haben, immer auf sich zu beziehen. So nach dem Motto: Hätte ich das und das nicht gesagt, hätte sich der mit dem nicht gestritten. Das ist völliger quatsch! Genauso wie: Wenn ich in dem Moment für denjenigen da gewesen wäre, wäre ihm dieses oder jenes Unglück nicht zugestoßen... Soforn Du diese Schritte nicht bewusst geplant hast (was man als Hinterhältig bezeichnen würde), ist es "normal" wenn solche Konflikte entsstehen, auch wenn Du vielleicht der Auslöser warst. Aber genausogut hätten die anderen auch anders reagieren können. Reaktionen sind nicht voraussehbar. Verstehst Du?

    Soetwas nennt man Schicksal und sich HINTERHER darüber Gedanken zu machen ist völliger Unsinn! Genauso zu versuchen das Leben bis ins kleinste Detail zu planen. Denn die Realität ist das was uns passiert, während wir versuchen unser Leben zu planen ;) Wir können durch überlegtes :!: Handeln und Denken zwar versuchen unser Leben in ein geordnetes Muster zu bringen, aber wer kann Dir garantieren, dass ein geordnetes Leben morgen weiter so geht wie bisher? NIEMAND...

    Ein gutes Beispiel ist der 11. September 2001.
    Stell Dir mal die ganzen Angehörigen der Menschen vor die an diesem Tag ums Leben gekommen sind, die sich bis zu diesem Tag eingebildet haben ein geordnetes, geregeltes Leben zu führen... Wie muss es in ihnen ausgesehen haben, nachdem die Zwillingstürme eingestürzt sind? Meinst Du, dass sie daran gedacht haben, wenn sie ihr Leben anders geplant hätten, wären sie darin nicht verwickelt gewesen? Leben ist nicht planbar, aber lenkbar. Und selbst Menschen die heute denken ihr Leben 100 prozentig im Griff zu haben, können morgen durch einen unvorhersehbaren Zufall ins genaue Gegenteil gestürzt werden...

    Das was Dir wirklich passiert musst DU hinnehmen und kannst für die Zukunft draus lernen. In dieser Sache scheint Dein Freund echt weise zu sein :wink: ... DAS ist das WAHRE Leben. DU hast es Dir nicht ausgesucht, aber es liegt in Deiner Hand. Du hast die Macht etwas daraus zu machen und etwas daran zu ändern (wie ich auch immer für mich selbst wieder neu begreifen muss :wink: ). Die obderste Frage an dieser Sache ist dabei eigentlich nur: Warum machen wir es uns dabei eigentlich so schwer, wenn die Lösung doch so einfach ist? Weil wir oft unser eigenes Ziel, unsere eigenen Bedürfnisse schnell aus den Augen verlieren.

    Auch ich musste lernen meine Fehler einzusehen, was mir auch immernoch verdammt schwer fällt. Es ist eine Art schlechte Angewohnheit. Wir wollen perfekt sein, und unsere eigenen schwachen, schwarzen Flecken zu akzeptieren fällt uns schwer. Dabei würde es uns noch stärker machen sie anzunehmen, denn dann könnten wir lernen mit ihnen umzugehen.

    Auch ich fühle mich schuldig, wenn sich Leute wegen Dingen in die Haare kriegen "die ich in die Welt gesetzt habe", dabei ist es doch ihre eigene Entscheidung sich darüber zu fetzen. Ich habe es ja nicht getan, damit sie sich streiten. Punkt.

    Ich fühle mich oft Tagelang schuldig, wenn ich meinem Partner in irgendeiner Weise wehgetan habe, oder wenn wir irgendeine Meinungsverschiedenheit hatten. Selbst wenn wir eigentlich schon darüber gesprochen und es "aus der Welt geschafft" haben. Dabei denkt er daran schon gar nicht mehr. Hat die Sache längst abgehakt... Ich "verschleppe" solche Miesepetergefühle immer eine Ewigkeit. Wie eine große Bleikugel am Fuß schleife ich sie mit mir herum.

    Ich mache mir Gedanken wie: "Jetzt denkt er schlecht über mich" oder "Er liebt mich nicht mehr so wie früher" oder "Das trägt er mir ewig nach" Dabei stimmt das gar nicht. Das muss er mir aber jedesmal wieder aufs neue erklären. Ganz einfach weil ich es nicht glauben kann. Ich WILL es ihm glauben, kann es aber nicht. Und ich weiß, dass es ihm immer mehr Kraft kostet. Ich habe das Gefühl, ich sauge ihn aus wie einen Vampir... Alles was ich im Grunde vermeiden will passiert gerade deswegen, weil ich es vermeiden will. Echt seltsam und zum verrückt werden. :roll:

    Auf Deine Frage, warum Du es nicht schaffst die einfachsten Dinge zu kapieren und einfach nur zu leben kann ich Dir sagen, weil Du Dir selbst das Leben schwer machst. Aber Du kannst nichts dafür. Genauso wenig wie ich, denn wir haben es nicht anders gelernt. Dennoch können wir lernen unser Leben zu ändern. Das WIE spielt dabei eine ganz wichtige Rolle. Ich versuche gerade zu lernen Dinge hinzunehmen wie sie sind und mich besonders nicht von negativen Ereignissen in meine berühmten "Depri-Löcher" hinunterziehen zu lassen.
    Denn wenn ich erstmal "unten" bin, dann bin ich auch zu sehr gelähmt dazu um etwas daran zu ändern. Ich bin sonst immer gerne die "Mecker-Motz-Pöbel-Tante" gewesen, und wenn es ganz schlimm war hab ich mich in mein Schneckenhaus verkrochen, aber einzusehen dass ich mit dieser Methode nichts an der Situation ändere, musste ich erst lernen.

    Wir verschwenden zu viel Energie darauf uns "aufzuregen" anstatt einmal tief durchzuatmen und zu sagen: "Hey, das war jetzt echt mies, aber ich kann es nicht ändern." Impulsives Verhalten gehört auch zu meinen "Stärken". Anstatt kühl und analytisch zu reagieren schlage ich mit der Faust auf den Tisch oder schieße über mein ziel hinaus. Oft verliere ich mich dann in grenzenloser Wut und Selbsthass, bishin zu Verzweiflung und grenzenloser Hilflosigkeit... Sicher auch "vertraute" Begleiter von Dir...

    ...Ich denke, dass war erstmal genug harter Stoff mit dem Du Dich erstmal auseinandersetzen möchtest. Ich hatte auch einen echt merkwürdigen Tag heute. Erst total gut und perfekt, und zum ende hin dann wieder .... Katastrophe... Also ein ganz normaler Tag halt :?

    Ich wünsch Dir was und lass Dich mal virtuell knuddeln.
    Alles Liebe, KM

    Hallo!

    ich wollte mal ein wenig von meinen "Fortschritten" berichten.
    Also, ich habe mit ettlichen Therapeuten telefoniert, aber alle haben elend lange Wartelisten für einen Therapieplatz.
    Fakt ist aber, das ich schon mal zumindest zwei Termine für Erstgespräche im März habe, um nach einer Wartezeit von 6-12 Monaten dann auch "dranzukommen". Also lautet die Devise: Abwarten und Tee trinken (in meinem Fall lieber Kaffee :D )...

    Allerdings hilft mir der Besuch bei der Beratungsstelle der Diakonie auch schon ein bisschen beim "Aufräumen". Die Beraterin dort ist sehr nett, liegt mit mir auf einer Wellenlinie. Ein sehr großer Fortschritt für mich :!: !
    Wir wollen anfangen nach den Dingen in mir zu forschen, die am meisten einer Hilfestellung zur Veränderung bedürfen, um diese dann "komprimiert" in die Therapie mitnehmen zu können. Also, wir versuchen Vorarbeit zu leisten, damit ich beim Therapeuten (eines schönen Tages) praktisch gleich durchstarten kann.

    Seelisch geht es mir etwas besser jetzt, da ich anfange auch die Erfolge anzunehmen, die häufiger auftreten. Zum Beispiel lass ich mich von negativen Erlebnissen nicht mehr zu weit in meine "Löcher" fallen. Das ist echt gut und wirkt auf angenehme Weise befreiend.

    Allerdings gibt es auch etwas schlechtes. Ich muss seit Montag ein Medikament einnehmen. Einen sogenannten Beta-Blocker... Hallo?? ICH BIN ERST 30!! Das mit dem Herzmittel belastet mich doch mehr, als ich zugeben will. Vielleicht habe ich zuviel Angst? Die Nebenwirkungen merke ich nämlich (trotz halber Dosis) doch ganz schön... Aber mein Schatz will mir heute ganz viel Arbeit abnehmen. Will die Kinder "einsammeln" und zu ihrem Vater bringen, damit ich ein ausgedehntes Mittagsschläfchen nach der Arbeit abhalten kann. Er ist einfach ein Goldstück "anhimmel".

    So, dass wars erstmal. Danke für euer Interesse und bis bald!!
    Lieben Gruß, KM

    Hallo lostinthoughts!

    ...und ein ganz herzliches Willkommen! Es ist schön, dass DU hier bist und Dich uns mitteilst.
    Als erstes möchte ich Dir sagen, dass ich Dich verstehe und die anderen hier sicher auch. Du bist praktisch ein Bilderbuchbeispiel davon, was viele hier bereits erlebt haben oder gerade noch durchleben.
    Viele können Dir sicher mit ihren Erfahrungen zumindest Impulse dafür geben, wie Du Dich Deinen Eltern gegenüber am besten verhalten kannst. Aber Ändern müssen die beiden was an ihrem Leben. Du kannst das nicht bewirken. Du kannst Ihnen nur Denkanstöße geben. Mit Sicherheit hast Du schon weitere Beiträge hier im Forum gelesen und wirst nach und nach verstehen, dass Du nicht viel für Deine Eltern tun kannst. Aber das einzusehen ist schwer, das wissen wir alle.
    Ganz wichtig für Dich in dieser Anfangsphase der "Veränderung", wo Du bereit bist "etwas zu tun" solltest Du Dich dabei an aller erste Stelle setzen. Vor allem andern. Auch vor Deine Eltern.
    Konzentrier Dich auf Dich. Horch in Dich rein und vertrau auf Deine Gefühle für das, was Dir wirklich gut tut. Wenn Dir der Umgang mit Deinem Vater schlecht bekommt, dann distanzier Dich von ihm. Und mit ihm zu reden ist eh nur möglich wenn er nüchtern ist.
    Wenn Du etwas zu der EInsicht seines Problems tun möchtest, dann kannst Du nur vorschlagen, zu einer Suchtberatung mit ihm zu gehen. Wenn er das verweigert kann man ihn fragen, warum er das nicht möchte. Denn immerhin kann er ja mit ruhigem Gewissen hingehen, wenn er nichts zu befüchten hat, also: wenn er der festen Überzeugung ist kein Problem zu haben. Die meisten Süchtigen wollen nur keine Beratung aus dem Grund, weil sie Angst haben vor die Wahrheit gestellt zu werden ;-)...
    Aber wiegesagt bist DU wichtig. Du kannst keinem helfen, wenn es Dir selbst zu dreckig geht, dein eigenes Leben zu leben. Und da hilft halt nur konsequent "bei sich selbst" zu bleiben, und für sich etwas zu tun...
    Ich wünsche Dir viel Kraft um das zu erreichen, was Du Dir von Herzen wünschst und solltest Du Fragen haben (egal, wie banal oder unwichtig sie Dir erscheinen) dann frag auch bitte. Wir geben Dir gerne Rat!
    In diesem Sinne, ganz lieben Gruß von KM

    hallo Mrs. Smith

    Ich kann Hobbit nur beipflichten. Du hast die Lösung schon selbst gefunden, musst nur konsequent am Ball bleiben. DU darfst nicht daran denken "was wäre wenn ich das alles nicht schaffe". Sondern male Dir aus wie es ist, wenn es Dir besser geht. Stell Dir doch einfach mal nur vor wie es ist, mit diesem ganzen "Seelenmüll" klar zu kommen. Alleine diese "Phantasie" hilft uns schon oft dabei, ein Stück Leben wiederzuerlangen, denn es macht uns unser Ziel deutlicher. Du spielst Dir ja selbst nichts vor. Du weißt ja, wohin Du willst (zu Deinem Seelenfrieden finden, wie wir alle hier...). Dabei steht am Anfang allerdings auch immer die Idee, bzw. die Vorstellung un der Wunsch, wie es einmal "sein wird". Du lebst JETZT, aber mit jedem Tag der vergeht arbeitest Du auf Deine Zukunft hin. Vergeude nicht so viel Zeit damit über das Schlimme nachzudenken, sondern konzentrier Dich auf das was noch vor Dir liegt. Deine Zukunft. Deine SCHÖNE Zukunft und Du bist auf dem richtigen Weg. Eine Therapie ist der Anfang (da befinde ich mich auch gerade).
    Also, nicht den Kopf hängen lassen sondern weiter "fighten" :!::!::!:
    Ganz lieben Gruß von mir an Dich, KM

    Hallo wassolls :)

    Leider kann ich jetzt mal wieder nur kurz...
    Aber zu Deinem Syndrom mit dem "es ist mir egal" bei vielem was Du tust, kann ich Dir sagen, dass ich das von meiner Schwester von meinem partner her gehört habe.
    Meine Schwester war ähnlich wie Du, was das wegbleiben und die Uhrzeit einhalten betrifft. Zumindest als sie noch zu Hause lebte. Ich weiß, dass sie sehr rebellisch war und oft bei Freunden übernachtet hat nur um nicht zu Hause sein zu müssen.
    Bei meinem Partner ist es in seiner Jugend und später im "jungen" Erwachsenendasein auch so gewesen. Er hat sich nie an die Zeiten gehalten die er mitbekommen hat und hatte damit auch echt Stress zu Hause...
    Bei mir war es da aber eher anders. Ich bin immer "Übermäßig Pflichtbewusst" gewesen. Bloß nicht auffallen, möglichst ein Dasein wie Luft führen, nicht bemerkt werden dürfen, immer schön alles erledigen, etc. etc. ... Gut, was mir einfällt ist, dass ich in der Schule mir auch gerne mal eine Auszeit genommen habe. Allerdings alles schön geordnet, mit Krank spielen und sowas :wink: . Allerdings konnte ich mir das von den Noten her auch ganz gut leisten (was jetzt aber keine Entschuldigung sein soll...).
    Aber fällt Dir auf, dass wir Alkikinder immer extrem handeln? Es gibt kein "normales" verhalten. Entweder ist uns alles extrem Egal oder extrem wichtig...
    In diesem Sinne wünsch ich Dir noch einen angenehmen Tag und schick Dir einen lieben Gruß... KM

    Hallo liebe Tina...

    Du hast keinen Knall. Sei Dir da bitte sicher. Denn dasselbe dachte ich bis vor ein paar Wochen auch von mir und ich bin nicht nur hier ganz schnell eines besseren belehrt worden...
    Wir sind alle Menschen. Punkt.
    Wir haben alle Schwächen. Ausrufezeichen.
    Wir alle haben aber auch unsere Stärken, nur manche trauen sich nicht so recht (genau wie ich) diese auch zum Vorschein zu bringen. Drei Ausrufezeichen.
    Deine Stärke ist doch auf jeden Fall, dass Du bereit bist Dich mit "Deinem Knall" wie Du es so nett umschrieben hast, auseinanderzusetzen, während andere sich mit "ihrem Knall" einfach abfinden und sich auf diese Weise selbst weiter zerstören... Kneif jetzt nicht nur weil Du andere gefühle und Empfindungen als vorher hast. Du bist gerade in einer schwierigen Phase. Der Anfangsphase. In der befinde ich mich auch gerade, und ich kann haargenau nachempfinden wie Du Dich jetzt fühlst... Aber ich bin schon einen Schritt weiter gegangen...
    Es ist verdammt schwer einen geeigneten Therapeuten zu finden. Alleine der Weg dahin liegt voller spitzer Steine. Das habe ich festgestellt. Was meinst Du, was es für ein Kraftakt für mich gewesen ist bei mittlerweile so um die zwanzig Psychotherapeuten nur anzurufen, denen jedesmal die Kurzfassung meines "Knalls" :D zu beschreiben um dann nur zu hören: "Ja schön. Ich setze sie dann auf die Warteliste..." Der Zeitdichteste Therapiebeginn wäre so in 6-9 Monaten (!!!).
    Du hast den ersten Schritt gemacht Dir Hilfe zu suchen. Niemand hat Dir gesagt das es einfach werden würde, aber bitte bitte bitte kneif jetzt nicht! Du bist schon so weit gekommen! Da musst Du am Ball bleiben, denn es geht immerhin um DICH! DAS DARFST DU EINFACH NICHT VERGESSEN! Denn es wird Dir nicht besser gehen wenn Du jetzt einfach aufhörst... Glaub mir! Kopf hoch, weiter gehts! Du schaffst das schon!!!
    Ganz lieben Gruß von KM

    Hallo wassolls!!

    Wenn Du wüsstest wie sehr ich Dich verstehe! Ehrlich, jedes Deiner Worte die Du hier schreibst könnte aus meinem Kopf sein. Aber VERSTEHEN kann ich es auch nicht richtig.
    Ich habe aber letztens ein sehr sehr gutes Buch gelesen, und da Du selber viel und gerne zu lesen scheinst kann ich Dir es nur empfehlen. Ich habe es auch von einem anderen, sehr sehr netten Forumsteilnehmer empfohlen bekommen und für mich war es ein regelrechter "Augenöffner". Das Buch heißt: "Um die Kindheit betrogen- Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern".
    Hier im Forum ist von Karsten ein Bereich eingerichtet worden, in dem Bücher zum Thema Alkohol empfohlen und auch genau beschrieben sind. Dort ist es auch aufgeführt. Es war für mich der Moment der Erkenntnis. Es war das erste mal, dass ich mich irgendwo "zugehörig" fühlte, verstanden fühlte. Das Buch ist eine gute Anleitung und ich kann es wiegesagt nur empfehlen.
    Dort habe ich gelernt zu erkennen, das mein Bedürfnis nach "sofortiger Befriedigung" (z.B. wenn ich etwas sehe was ich toll finde muss ich es JETZT haben, und kann nicht eine Woche warten...), ein Symptom meiner Kindheitserfahrungen ist. Man hat von den Eltern immer irgendwas versprochen bekommen mit dem Argument: "Das bekommst Du dann später, oder das machen wir später..." Später hieß in dem Fall aber NIE. Verstehst Du? Wir empfinden "später" als so eine Art Falle. Denn indem wir uns sofortige Befriedigung verschaffen laufen wir nicht "Gefahr" es doch nie zu bekommen.
    Ausreden fürs eigene Verhalten aussprechen, obwohl wir ebensogut die Wahrheit sagen könnten ist ebenfalls so ein Symptom. Du sagst, das Du in Gesprächen (ich denke mal , gerade wenn es um unangenehme Themen geht) sofort in eine Kontrahaltung gehst. Das kenne ich zu gut. Ich könnte es glatt erfunden haben :roll: ... Weil Du Dich angegriffen fühlst und für Dich nichts "annehmen" kannst und das Gefühl hast Dich für irgendetwas rechtfertigen zu müssen. Das ist ein Schutzverhalten. Indem wir als Kinder gelernt haben Ausreden für unsere kranken Eltern zu finden, um das "heile Bild" zu erhalten haben wir gemerkt, dass es auch für unser eigenes Verhalten "gut" ist. Wie oft habe ich als Kind gegenüber meinen Eltern Ausreden erfunden um mir einen "Hinternvoll" oder eine "Standpauke" zu ersparen... Das ist ein Schutzverhalten das wir im Laufe der Jahre entwickelt haben, um unser "seelisches Überleben" zu sichern. Allerdings fehlt uns der Weitblick und die richtigen Antennen um dieses Verhalten in unnötigen Situationen zu vermeiden.
    Ich habe auch speziell das Problem, dass ich den Menschen nicht glauben kann, wenn sie positive Dinge über mich sagen. Ich suche immer nach dem schwarzen Fleck, selbst wenn mein Partner zu mir sagt, dass er mich liebt- ohne Kompromisse- kann ich es ihm nicht glauben. Ich versuche es, und ich versuche es auch jetzt zu lernen es "anzunehmen". Ich habe auch immer das Gefühl, er ist nachtragend wenn ich Fehler mache und ihn verletze. Dabei denkt er schon lange nicht mehr über diese Dinge nach, wenn ich mich innerlich deswegen noch zerfresse.
    Du siehst, es ist ein hartes Stück Arbeit. Aber das "sich selbst verstehen" ist der Anfang um unser Verhalten ändern zu können- zu lernen Dinge anzunehmen, ob gut oder schlecht-...
    So, ich muss jetzt zur Arbeit. wenn Du möchtest melde ich mich Abends nochmal.
    Lieben Gruß, KM

    Hallo Hobbit :)

    Ich kann Deine Zweifel die Du hast, ob Du hier richtig bist, nachvollziehen. Auch ich hab Anfangs hier gelesen, mich dann angemeldet und mich irgendwann gefragt: Mensch, was will ich hier eigentlich? Den anderen geht es viel schlechter als mir...
    Dabei stimmt das nicht. Denn das erste, was wir Alkikinder lernen müssen ist, unsere Probleme Ernst zu nehmen (was ich bisher auch nicht konnte). Wir alle haben zwar unsere individuellen Erlebnisse und Probleme, die die Nachwirkungen unserer Kindheit mit sich bringen, aber jeder Mensch für sich hat das Recht auf Hilfe.
    Was ich auch lernen musste war, dass meine Probleme nicht banal oder unwichtig sind. Sie sind nicht weniger oder mehr wert als die von Alkikindern, die obendrein misshandelt wurden (ich bin körperlich nie misshandelt worden von meinen Eltern, nur "seelisch" verstümmelt wenn man so will). Auch sind die Wunden genauso tief, sie sitzen nur vielleicht an anderer Stelle.
    Auch ich habe bis zu meinem jetzigen Partner nur suchtkranke Partner gehabt, und selbst mein jetziger Partner ist ein trockener Alkoholiker. Allerdings habe ich ihn kennengelernt, als er bereits trocken war. Was ich damit sagen will ist; Auch wenn es Dir so vorkommt "anders" zu sein, falsch am Platz zu sein, so lass Dich davon nicht täuschen. Eines der gestörten Empfindungen, was wir Alkikinder schon von klein auf mitbringen ist das Gefühl, "anders" zu sein. Das ist eine für uns "normale" Empfindung. Auch ich habe mich immer "anders" gefühlt, konnte nie wirklich Spaß haben in meinem Leben. Bin fast nie auf Partys oder in die Disco gegangen, hab mich als Jugendliche und Erwachsene lieber zu Hause vergraben und mich in meiner "eigenen Welt" herumgetrieben. Ich habe exezziv Geschichten geschrieben. Manchmal bis spät in die Nacht, nur um meine Gedanken von mir selbst und meiner Umwelt abzulenken. Ich denke heute, das war auch eine Art Sucht...
    Ich habe es aber erst hier erkannt. Und Deine Beiträge lese ich sehr gerne, weil vieles darin auch an mich erinnert ;-)... Du hilfst uns allen sehr, wenn Du hier bist. Und Dir auch :!: !
    In diesem Sinne alles Liebe erstmal und bis bald, Gruß KM

    Hall und herzlich Willkommen!

    Fühl Dich einmal virtuell von mir gedrückt. Weißt Du, ich bin etwa doppelt so alt wie Du. 30 um genau zu sein.
    Ich weiß noch genau wie es war, als ich in Deinem Alter meinen Vater nach langer Trockenheit wieder besoffen erlebt habe.
    Diese Hilflosigkeit... Den innigen Wunsch in sich zu spüren, alles sei doch bitte nur ein böser Traum... Ich glaube heute, ich hätte damals sogar dem Teufel meine Seele verkauft, nur damit das alles nicht wahr ist... Es ist wie ein bodenloses Loch in das man fällt und fällt und fällt... Man ist alleine. Niemand versteht einen wirklich... Es ist einfach nur unendlich traurig und schmerzhaft... Und man sieht diesen lieben Menschen, wie er sich vor den Augen seines Kindes zu Grunde richtet...
    Hast Du einen Vertrauensleherer? Oder einen Erwachsenen, den Du vertraust und der nicht mit Dir verwandt ist? Oft hilft auch ein Blick ins Telefonbuch. Da stehen Sorgentelefone und Beratungsstellen für Angehörige von Alkoholikern drinne. Und reden hilft. Reden reden reden. Hier im Forum, mit Freunden -und damit meine ich ECHTE Freunde- die nicht herum tratschen sondern einen Halt geben...
    Und vor allem: GEB NICHT DIR DIE SCHULD AN ALLEM. Wenn Du daran kaputt gehst, was Deinem Vater gerade passiert, ist weder ihm noch Dir geholfen. Ihr braucht beide Hilfe. Nur jeder auf seine Art. Deine Mutter vermutlich auch. Es ist gut, wenn Du zu einem Psychater gehst. Auch ich mache das und Du würdest Dich wunder, wie viele Menschen zum Psychater gehen. Das merkt man alleine schon daran, wie lang die Wartelisten für eine ambulante Psychotherapie sind :roll: .. Also, je schneller Du Dir Hilfe suchst umso besser. Und wenn Du Fragen hast kannst Du sie hier gerne stelle. Egal wie banal sie Dir vorkommen mögen. Wenn Du Dich in diesem Forum durch einzelne Beiträge liest merkst Du schnell, dass Du nicht alleine bist. Und wir alle hier helfen Dir gerne, so weit es uns möglich ist.
    Also, Kopf hoch! Viel Kraft für Dich wünscht Dir von ganzem Herzen KM...

    Hallo was solls :)

    Auch von mir ein herzliches Willkommen...
    Vieles von dem was Du schreibst kommt auch mir sehr bekannt vor.
    Auch ich habe lange (über zehn jahre) gebraucht um einzusehen, dass nicht ICH an meinem Gefühlschaos schuld bin, sondern die Art und Weise wie ich aufgewachsen bin. Auch ich bin ein mittlerweile erwachsenes Kind von Alkoholikern und bin praktisch von Geburt an mit Alkoholikern aufgewachsen.

    Ich glaube, dass war einer der schwersten Schritte für mich. Mir selbst einzugestehen, dass ich nicht Schuld an meiner "merkwürdigen"Art habe, sondern dass ich es einfach nicht anders kennengelernt habe. Viele der Fragen, die Du Dir zur Zeit stellst "Bin das wirklich ICH?" "Kommt das von MIR?" "Was ist aufgesetzt und was ist wirklich echt?" "Sind das wirklich meine Gedanken?" habe ich mir jahrelang immer und immerwieder gestellt...
    Seit drei Monaten ungefähr stehe ich bei Null, seit dem Tag als ich verstand, dass ich das nicht bin, was ich als Fassade an den Tag gelegt habe. Nur stellt sich seitdem die nächste Frage: Wer bin ich denn wirklich? Ich kann Dir, von dem was Du so über Dich und Deine Gefühlswelt schreibst (von wegen, dass Du andern Menschen gegenüber auch gut heile Welt spielen kannst etc. Das ist auch eine meiner leichtesten Übungen...), ist eine therapie wohl auch das beste. Ich bin ebenfalls z.Zt. auf der Suche nach einem geeigneten Therapeuten, allerdings sind diese Geschichten mit sehr langen Wartezeiten verbunden. Eigentlich traurig, dass wenn man gerade dringend Hilfe braucht so lange warten muss.
    "Das ist, als wenn man sich das Bein bricht und in sieben Wochen kommt dann der Arzt!" So ähnlich drückte sich eine nette Bekannte letztens zu meinem Problem aus :wink: ... Und GEDULD ist leider nicht einer meiner Stärken... Eigentlich ist Ungeduld eine Eigenschaft, die viele Kinder von Alkoholikern haben. Die Ungeduld kommt daher, weil die Ur-Angst in uns sitzt etwas doch nie zu bekommen. Das habe ich mittlerweile gelernt...

    Mir geht es imgrunde sehr ähnlich wie Dir. Meine Fassade hat sich dermaßen routiniert, dass ich mein wahres Selbst dabei irgendwo verloren habe. Nun suche ich nach meinem wahren ich und versuche so zu werden, wie ich eigentlich sein sollte. Du und ich befinden uns in etwa auf gleicher Ebene. Du bist mit Sicherheit auch so verunsichert wie ich die letzten paar Wochen. Ich habe immer das Gefühl einen Schritt voranzukommen und dann doch wieder zwei zurück zu machen *seufz*... Aber zu akzeptieren, dass es doch irgendwie vorrangeht muss ich auch lernen- Die kleinen Erfolge als so kostbar anzuerkennen, dass ich sie annehme- das ist echt schwer.

    Sicher. Irgendwo weiß ich natürlich, dass ich nicht heute und auch nicht in zehn Wochen dort sein werde, wo ich eigentlich hin will. Aber jeder noch so lange Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Man darf sich nur nicht zurück drängen lassen. Vor allem nicht von sich selber und seinem Frust. Das musste ich auch erstmal lernen. Selbst wenn es einem seelisch so dreckig geht, dass man sich am liebsten nur unter der Decke verkriechen und den ganzen Tag den Kummer "verschlafen" will (wie ich es auch heute immer noch leider hin und wieder "gerne" tue).

    Ich habe das große Problem, dass ich in sogenannte "Stimmungslöcher" falle, aus denen ich nur schwer hinauskomme. Und das schlimmste für mich an der Sache ist dabei, dass ich meine Umgebung damit runterziehe (was ich am allerwenigsten will...). Das ist auch einer der Hauptgründe, warum ich mich für eine Therapie entschieden habe. Damit meine Umgebung nicht mit mir zusammen leiden muss. Denn wenn ich nicht mehr leide, geht es auch meiner Umwelt besser :o . Das ist eigentlich mein Hauptziel, wobei mein eigenes Wohlbefinden dabei natürlich an erster Stelle steht.

    Ich finde es toll, dass Du hierher gefunden hast und bereit dazu bist etwas für Deine Seele zu tun. Denn ich spreche aus Erfahrung; HIER wird einem wirklich geholfen. Alleine schon deswegen, weil man hier verstanden und so akzeptiert wird wie man ist. Punkt. Und dafür bin ich sehr sehr dankbar. Es ist wie das Gefühl, als wenn man endlich seinen Platz gefunden hat :) . Und es wird Dir mit Sicherheit auch helfen Kraft und neuen Mut für Dich zu finden. Glaub daran.

    Lieben Gruß, KM

    Hallo Mita...

    Das Misstrauen ist leider normal. Auch ich konnte (bis zum kennenlernen meines jetzigen Partners) keine vernünftigen Bindungen eingehen, habe immer Misstrauen gehabt (was leider auch noch meistens bestätigt wurde) und bin was Männer angeht echt durch eine harte Schule gegangen, weil wir Alkikinder Partner mit Suchtproblemen praktisch magisch anziehen, wenn man so will... Das ist allerdings ein anderes Thema.
    Zu Deinem Misstrauen kann ich nur sagen, Du kannst nur so viel Vertrauen schenken, wie Dein Gegenüber zulässt. Wenn Du von Deinem Gegenüber (in dem Fall Deinem Vater) immer wieder enttäuscht wurdest ist es ganz natürlich, dass er sich neues Vertrauen Deinerseits erstmal wieder hart erarbeiten muss. Und da müssen auf Worte erstmal "harte Taten" folgen. Solange er nur "sabbelt" und das blaue vom Himmel verspricht ohne etwas konkretes zu unternehmen kann sich kein neues Vertrauen aufbauen. Logisch.
    Aber es ist schön zu hören, dass er nun doch eine stationäre Therapie machen will. Wiegesagt will; Noch hat er sie nicht angefangen und bis zum Ende durchgehalten! Und ich weiß aus anderen Threads, dass viele die selben Probleme und Ängste haben wie Du, gerade was das Vertrauen angeht. Später, WENN Dein Vater dann trocken ist wirst Du vermutlich noch bis zum Ende immer ein wenig Misstrauen haben. Fragen wie: Ist er noch trocken nach all der Zeit? Oder: Hat er nicht vielleicht doch heimlich getrunken? ...werden immer wie kleine Gespenster in Deinem Kopf herumspuken. Es ist leider so. Aber damit kann man auch leben. Denn Leben müssen wir alle :wink:

    Lieben Gruß, KM

    Hallo gluckgluck :)

    EINFLUSS kannst Du glaube ich nicht wirklich nehmen auf Deine Eltern. Das einzige was Du vielleicht machen kannst ist ihnen weiterhin Impulse zu geben, dass Sie ihr Leben generell ändern müssen. DAS ist etwas, was mir meine derzeitige Therapeutin zu der Sache mit meiner Mutter geraten hat. Aber mehr kannst Du nicht machen. Setzt Du sie zu sehr unter Druck fühlen sie sich mit Sicherheit missverstanden und werden trotzig reagieren. Wenn Du sagst dass Deine Mutter ihr Leben ändern will befindet sie sich vielleicht ja schon auf dem richtigen Weg. Sie muss nur noch einsehen, dass das erst funktioniert, wenn sie mit dem Grundproblem Alkohol beginnt... Das liegt aber wiederum in ihrem Ermessen, sich dies einzugestehen.
    Das Deine Großeltern (logischerweise) unter Deinen Eltern "zu leiden haben" ist natürlich hart, aber nicht zu ändern. Du leidest nicht anders, wenn nicht sogar noch mehr als sie, und auch wenn finanzieller Druck dahinter steht sollten Deine Eltern sich umso mehr bewusst darüber werden, wo sie Abstriche machen müssen und wo nicht... Sie müssen bei SICH anfangen und nicht bei Dir, bei Deinen Großeltern, Bekannten... Ansonsten ist wohl jede Aktion zum scheitern verurteilt.
    Lieben Gruß, KM

    Hllo Skye :D

    Als ich Deinen Beitrag eben las viel mir folgender Spruch ein:

    Auch ein langer Weg beginnt mit dem ersten Schritt.

    Man, es gibt so viel schlaue Sprüche. Warum hält sich nur niemand daran?? :lol: Ich für meinen Teil werde mir aber in Zukunft weiterhin Mühe geben. Versprochen.

    In diesem Sinne, Dir auch noch einen schönen Abend

    Hallo gluckgluck...

    ...und willkommen im Club, wenn man das so sagen darf.

    Vieles von dem was Du schriebst, kam mir auf Anhieb bekannt vor. Besonders das Du nicht mehr mit Sicherheit sagen kannst, wann Deine Eltern getrunken haben und wann sie nüchtern, und einfach nur schlecht drauf oder müde sind... Bei meiner Mutter kann ich das auch nicht immer mit 100 prozentiger Sicherheit sagen. Meistens ist es so, wenn meine ältere Schwester dabei ist und ich sage: -Ne, Mutti ist nüchtern!- Dann sagt sie mit Sicherheit: -Ach was. Die ist stramm.-

    Die Hilflosigkeit Deinen Eltern gegenüber, dass sie Dich nicht ernst mit Deinen Sorgen ihnen gegenüber nehmen etc. pp., sind (so blöd wie es jetzt auch klingen mag) normal für uns Alkikinder. Mein Vater hat es auch irgendwann nicht mehr ernst genommen; Wurde nach längerer, trockener Phase rückfällig und starb schließlich an den Folgeschäden.
    Meine Mutter lebt zwar heute noch, aber manchmal frage ich mich wie lange ihr Körper das wohl noch mitmacht.

    Sei Dir gewiss. DU hast mit Sicherheit alles menschenmögliche ihnen gegenüber getan. Und selbst wenn Du Schuldgefühle hast; Versuch diese über Bord zu werfen denn Dich trifft keine Schuld. Denn immerhin sind Deine Eltern erwachsene Leute und müssen selber wissen was sie tun oder nicht tun. Selbst wenn Du ihnen eine Flasche Korn vor die Nase stellst, ist es immernoch ihre eigene Entscheidung das Zeug zu sich zu nehmen, oder es sein zu lassen. Punkt.

    Wenn Du Dich durch die einzelnen Threads liest wirst Du mit Sicherheit mindestens genauso verzweifelte, von Selbstvorwürfen zerfressene Kinder von Alkoholikern vorfinden, wie Du eines bist. Das wird Dir helfen die Situation klarer zu sehen und von verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Auch viele trockene Alkoholiker die hier schreiben können aus ihrer Sicht berichten, wie sie sich ihren Kindern gegenüber verhalten haben. Mir hat es jedenfalls sehr geholfen hier zu sein. Und ich habe 10 Jahre gebraucht um mir Hilfe zu suchen :wink: ...

    Ich kann es nur noch einmal betonen: Es ist schön, dass Du hier bist und überhaupt hierher gefunden hast um Dir Hilfe zu suchen. Das ist ein sehr guter Schritt für Dich, denn über all den Kummer den Du mit Deinen Eltern hast, darfst DU Dich selbst auf keinen Fall aus den Augen verlieren. In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Kraft um das zu erreichen, was DU Dir wünschst.

    Lieben Gruß, KM