Hallo liebe Skye...
Ja, was Du sagst ist total richtig.
Ich habe mich in letzter Zeit auch oft gefragt, was für verschrobene Denkweisen ich eigentlich habe... Es ist schon wie Du sagst; Mein Vermieter verdient sich als Psychologe seine Brötchen und weiß selbst am besten, dass eigentlich praktisch jeder zweite Ottonormal-Verbraucher zum Therapeuten geht, und deswegen noch lange nicht mischugge ist
...
Nur frage ich mich halt, wie ich zu solchen Denkweisen komme! Was ist bei mir falsch gelaufen, dass ich nicht wie jemand "normales" denken kann? Das soll jetzt nicht abwertend mir gegenüber gemeint sein, sondern als ganz nbormale Frage in den Raum hineingestellt sein: Warum bin ich so? Und was für mich jetzt viel wichtiger geworden ist, ist die Frage: Wie kann ich das ändern?? Dazu gleich noch mehr... Aber ich danke Dir sehr, für Deine klärenden Worte. Es tut immer furchtbar gut, wenn einem von jemand anderem gesagt wird, das im Grunde alles wieder gut werden kann, wenn man es nur selber auch wirklich will
... Ich muss wirklich lernen, mehr die positiven, als die negativen Dinge zu sehen...
Hallo girasol!
Ja, wie den Selbstwert stärken... Das frage ich mich heute selbst auch manchmal noch, denn auch ich stehe noch ziemlich am Anfang meines neuen Lebens.
Doch ich muss zugeben, dass ich langsam lerne bewusster auf das zu achten, was MICH eigentlich ausmacht -ES zu achten, DAS ICH-. Es gibt genug Dinge, die ICH kann, und sei es nur die Fähigkeit Kaffee ohne zu kleckern aus einer Kanne auszuschenken, wo andere sich grundsätzlich einsauen
... Es können ganz banale Dinge sein, bzw. Dinge die jemanden "normalen" als banal vorkommen würden.
Und eines der ersten Tatsachen, die ich mir bewusst vor Augen führen musste war: Es gibt nichts "Normales". Es gibt nur die Realität. Jeder hat seine Macken, ob er nun Frau oder Mann, Alkoholiker, Kind eines Alkoholikers, Psychologe oder Hausmeister ist...
Jeder ist nur Mensch. Es gibt nicht schwarz oder weiß, gut oder böse. Lerne als erstes Dich selbst zu respektieren (was mir auch immer noch schwer fällt
).
Wie Skye es schon oft sagte, entschuldige Dich nicht für Dinge für die DU nichts kannst. Du bist wertvoll, auch wenn es Dir selbst im Moment nicht so vorkommt. Gib Dir nicht die Schuld an Dingen, die Du eh nicht ändern kannst und ich weiß seit dem Tod meines Vaters genau, wovon ich hier spreche... Er hat sich damals für den Alkohol entschieden und ich bin mir sicher, dass er mir (woimmer er jetzt auch sein mag
)keine Vorwürfe macht, dass ich ihn davon nicht abgehalten habe oder besser abhalten konnte...
Du bist dabei Dein Leben, wie es bisher war in Frage zu stellen. Das bedeutet: Du selbst bist Dir nicht egal. Du bist Dir selbst etwas wert und Du möchtest Leben, vor allem richtig Leben, genau wie ich. Ohne ständiges Selbstmitleid und der Frage, warum? Warum bin ich so? Warum bin ich anders? Warum liebt mich keiner? Warum bin ich so schlecht? Warum habe ich an allem die Schuld?
Du, ich und millionen (!) andere haben sich ihr bisheriges Leben lang immer wieder die selben Fragen gestellt ohne darauf je eine Antwort bekommen zu haben. Nämlich die Antwort, dass sie nicht Schuld daran sind. Du bist nicht daran Schuld. Aber Du bist erst Schuld, wenn Du nichts daran änderst
...
Lese Dich durch die einzelnen Threads durch, wenn es Dir wirklich wichtig ist etwas zu ändern, und Du wirst nach und nach verstehen warum Du so bist, und was Du tun kannst um Dich selbst zu befreien und Dich zu ändern damit Du Deinen Frieden mit Dir selbst schließen kannst. Nichts anderes versuchen die anderen hier auch. Und ich spüre jeden Tag etwas mehr, das mir durch meinen Willen und die Hilfe und guten Worte der anderen, mir immer ein weiteres Stück von meinem richtigen Leben geschenkt wird.
In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Kraft um das zu erreichen, was Du Dir wünschst.
...So, dann mal zu meinem alten "Problem"
...
Gestern gabs mal wieder perfekte Beispiele, und ich bin sehr froh, dass ich einen wirklich sehr verständnisvollen und aufmerksamen Partner habe, der sich auch intensiv Mühe gibt mir bei meinen Problemen zu helfen.
Es war wie immer; Es kam wieder eins zum andern und ich fiel in mein berühmtes "Loch", wie ich immer so schön sage. Dabei hätte alles wunderbar sein müssen. Wir hatten kinderfreies Wochenende, wollten gestern zum Fußball ins Stadion und ich konnte ausschlafen....
Dazu kommt; Mein Partner wird in den nächsten zwei Wochen nach langer Zeit seinen Führerschein wiederhaben (das hat er gestern erzählt), darüber sprachen wir, gleich nachdem ich aufgestanden war, und ich freue mich wirklich für ihn...
Aber er sagt selber, dass er auch spürte wie mich dabei der Neid packte, als er davon sprach. Ohne das ich es wollte wohlgemerkt, denn ich freue mich WIRKLICH für ihn. Es ist, als bestände ich aus zwei Personen, wovon die eine immer das Gute, die andere aber das Schlechte will
.
Aber er spürte regelrecht, dass ich mit seinem Erfolg nicht umgehen kann. Er erzählte mir halt, dass er bald seine praktische Fahrprüfung machen wird und obwohl ich ihm sagte, dass ich es toll fände, zog es mich schon wieder runter...
Das nächste Ding war (es lief wirklich ab wie in einem schlechten Hollywoodfilm...), dass meine Mutter anrief (ich musste zum Glück nicht mit ihr sprechen) und meinem Mann verkündete, dass ein Behördenbrief für mich bei ihr angekommen wäre. Und irgendwie noch ein zweiter. Zu diesem Behördenbrief muss ich dazu sagen, dass der mit einer unangenehmen Erinnerung und Geld zusammenhängt. Davon ließ ich mich dann endgültig in den Keller ziehen, denn ich machte mir wieder einen Kopf und kam vom hundertste ins tausendste, obwohl ich überhaupt nicht weiß, was in diesem Brief steht (!) und ich am Wochenende eh nichts daran ändern könnte...
Es dauerte ziemlich lange, bis ich und mein Partner durch ein längeres (mal wieder
), analytisches Gespräch dann irgendwann darauf kamen, dass ich mit seinem Erfolg nicht klarkomme. Ich komme mir halt so vor, als ob ich mich auf der Standspur mit Tempo 6 KMH fortbewege (der Brief hat dann nochmal 3 KMH gekostet
), während er sein Leben jetzt in der trockenen Phase super im Griff hat, und einen Erfolg nach dem nächsten einheimst. Es ist einfach so, dass er keinerlei Niederlagen eingesteckt hat und nichts wirkliches im Weg stand, was man als Hindernis bezeichnen könnte.
Ich stehe mir halt immer irgendwo selber im Weg; Habe das Gefühl wenn ich ein Hindernis (natürlich dank seiner Unterstützung, wofür ich auch ganz dankbar bin...) aus dem Weg geräumt habe, fällt mir das nächste in den Schoß und lähmt mich wieder... Ich drehe mich im Kreis. Er hat seinen Weg genau vor sich und schafft es dabei noch mein Leben zu ordnen. Wenn ich ihn nicht hätte, wäre ich vermutlich schon in der Geschlossenen...
Er selber sagt auch immer wieder, dass ich meine Fortschritte nicht zu sehr unterbewerten soll. Das ich zu dem stehen muss, was ich schon geschafft habe. Und mein Leben nicht mit seinem vergleichen kann. Aber warum ist das so verdammt schwer? Ich komme mir vor, wie bei den Bundesjugendspielen, wo so viele eine Ehrenurkunde und Siegerurkunden abkassierten und ich meist mit einer langen Nase dastand, obwohl ich mir die größte Mühe gegeben hatte.
Ich habe stets das Gefühl, das was ich für mich erreiche ist nicht gut genug. Und ich weiß auch, dass es wohl mit diesen traumatischen Kindheitserinnerungen zusammenhängt. Es waren ja nicht nur die Bundesjugendspiele. Ich könnte tausende von Beispielen nennen. Deswegen fällt es mir so schwer es als "kostbar" anzuerkenne, was ich schon geschafft und erreicht habe. Alleine wenn ich höre, dass ich tolle Kinder habe verdrehe ich innerlich die Augen, weil ich denke dass ich sie nicht gut genug erzogen habe und so weiter und so fort. Dabei sind sie wirklich toll und das versuche ich ihnen jetzt auch so oft es geht zu zeigen
... DAS ist zumindest ein Erfolg, den ich auch mittlerweile anerkennen kann. Bei mir ist halt viel gutes Zureden immer noch nötig und wenn ich genug Bestätigung von verschiedensten Seiten erhalten habe, kann ich auch einen Erfolg annehmen. Aber ihn sofort anerkennen? EIn Kompliment auf der Stelle annehmen ohne es zu hinterfragen und nach dem schwarzen Fleck an der Sache zu suchen? FEHLANZEIGE! Da habe ich noch viel Nachholbedarf
...
Was mir aber allgemein an meinen Ausbrüchen und Gefühlsschwankungen stinkt ist, dass ich damit alles mies mache. So wie den Tag gestern, der im Grunde so gut anfing und dadurch fast ins Wasser gefallen wäre, nur weil ich etwas einfach nicht als gegeben hinnehmen konnte. Daran muss ich noch arbeiten
...
Ich danke Euch fürs "zulesen" und wünsche Euch noch einen schönen Restsonntag 