Standhaft bleiben, wie habt Ihr das geschafft?

  • Habe mich gestern Abend, schweren Herzens entschlossen, meinen alkoholabhängigen Lebensgefährten nach heimlichem Trinken, und Leugnen, vielen gebrochenen Versprechen, Agression, Eskalation und Gewalt und immer wieder Einknicken meinerseits vor die Tür zu setzen und unseren gemeinsamen Mietvertrag für die -Gott sei Dank- noch nicht bezogene gemeinsame Wohnung wieder zu kündigen.

    Welche Erfahrungen haben andere Betroffene gemacht? Wie gelingt es Euch kosequent zu bleiben?

  • Hallo Marjel!

    Du hast den ersten Schritt getan, und so wie es scheint rechtzeitig (vor dem Zusammenzug). Jemand hier im Forum sagte mal nicht Fallenlassen, aber Loslassen in Liebe.
    Ich konnte zwar meinen Eltern nicht helfen, als ich auszog um mein eigenes Leben in den Griff zu bekommen, aber für mich war es ein wichtiger Schritt. Ich habe mich praktisch der Macht entzogen, die die Alkoholabhängigkeit auch auf mich hatte.
    Für Deinen Freund ist es jetzt die Möglichkeit sich endlich mal bewusst darüber zu werden, was der Alkohol eigentlich angerichtet hat. Aus Erfahrungsberichten hörte ich, dass viele Abhängige erst durch solche Situationen, wie sie jetzt auch bei Deinem Freund vorliegt, angefangen haben konkret etwas "zu tun".
    Mein Ex-Partner hat auch nicht aus seinen Fehlern gelernt (erst war er Alkoholiker, jetzt kifft er :roll: ... (sog. Suchtverlagerung)), aber ich bin nicht zu ihm zurück weil ich fünf Jahre meines Lebens damit vergeudet habe mir seine leeren Versprechungen anzuhören. Irgendwann hat man es einfach satt (so wie ich). Aber heute finde ich, dass ich viel früher den Schlussstrich hätte ziehen müssen. Das wiederrum ist aber auch eine Erkenntnis, die vielen Angehörigen erst "hinterher" kommt.
    Es ist halt so.
    Meine Konsequenz musste ich erst einmal für mich selbst lernen und heraus kristallisieren. Was ist eigentlich für mich wichtig, was kann ich für mich tun? Ich habe irgendwann eingesehen, dass ich nicht bis ans Lebensende gegen eine Wand reden will und nicht ewig darunter leiden
    möchte. Auch meinen Kindern wollte ich so ein Leben ersparen. Und vieles von meinem falschen Verhalten meiner Umwelt gegenüber, ist leider auch auf meine Kinder "abgefärbt". Ich bin dabei, den Scherbenhaufen zu beseitigen und langsam gegen etwas neues, heiles einzutauschen.
    Konsequent kann man gut bleiben, wenn man sich immer vor Augen hält, was einem selbst eigentlich wichtig ist. Was man für sein eigenes Leben erreichen und ändern will.

    Lieben Gruß, KM

    Der richtige Weg ist nicht unbedingt auch der einfachste...

  • Hallo Marjel !

    Willkommen im Forum.

    Das nenne ich mal wirklich Konsequent !!!

    Du schreibst da was von Gewalt ! Ich denke spätestens dann sollte die Schmerzgrenze überschritten sein.

    Aus deiner Fragestellung entnehme ich aber das da bei dir noch Gefühle wie Zuneigung oder Liebe vorhanden sind. Ich denke Du hast alles RICHTIG gemacht und kannst eigentlich nur abwarten wie dein Partner darauf reagiert. Der Ball liegt nun bei ihm, wenn er bereit ist was für sich zu tun kannst du ihn vieleicht unterstützen. Wenn nicht solltest du über eine Trennung nachdenken. Niemand hat das Recht dir Gewalt anzutun.
    Auch ich bin immer wieder " weich " geworden und das Spielchen ging von neuem los. Dann habe ich meiner Partnerin ein Ultimatum gestellt und ihr deutlich gemacht , das ich mich beim nächsten Rückfall trennen werde. Seit diesem Tag ist sie trocken und geht zur Gruppe, sie tut also was für sich und somit auch für uns.
    Vieleicht ist das ja auch eine Möglichkeit für dich. Geht dein Partner nicht darauf ein, weist du eigentlich das erst der Alkohol kommt und dann Du. Diese Reihenfolge kann eigentlich Niemandem gefallen, oder ?

    Viele Grüsse von Bernd

    Trocken seit dem 06.12.1993 und das bleibt auch so !!!

  • @ BerndG ja, die Gefühle kann man nicht einfach abschalten. Aber selbst wenn er sich ändern würde, was ich für ihn hoffe, kann ich wohl nicht mehr vertrauen.

  • Ich fürchte, daß mein Verhalten nicht ausreicht ihn zu unterstützen. Seinem Vater fehlt die Einsicht, er deckt ihn immer wieder und wird ihn schon auffangen.

    Er bombardiert mich schon den ganzen Tag mit e-mails 30-40 Stück ins Büro und akzeptiert meine Entscheidung nicht. Er versucht mich abwechselnd mit Vorwürfen ihnin diese Lage gebracht zu haben und Liebesbekundungen "weichzuklopfen"

  • Hallo Marjel !

    Sehe ich beides genau so.

    Das Vertrauen in meine Partnerin ist auch noch ein ganz kleines Pflänzchen aber es wächst mit jedem Tag.
    Das muss der Partner denke ich verstehen , das das nicht per Mausklick wieder ist wie vorher.
    Für mich kann ich sagen ,das ich meine Freundin jetzt nach 12 Jahren erst kennenlerne. Denn da war ja immer " Kumpel " Alkohol der unsere Beziehung bestimmt hat.
    Eine Garantie giebt es jedoch nicht.
    Bei Dir kriege ich aber das Wort Gewalt nicht aus dem Kopf. Für mich muss ich sagen, kein Mensch auf diesem Planeten der mir Gewalt antut ist es wert das ich ihn liebe.
    Warte doch erst mal ab , ob er überhaupt bereit ist seine Krankheit einzusehen und dann auch noch bereit ist ein abstinentes Leben in Angriff zu nehmen.
    Dann kanst du dir Gedanken machen was du willst.
    Wie gesagt ich finde es toll wie du reagiert hast, mehr kannst du meiner Meinung nach im Moment nicht tun. Jetzt ist er dran.

    Viele liebe Grüsse von Bernd

    Trocken seit dem 06.12.1993 und das bleibt auch so !!!

  • hallo marjel,

    ich hab mich auch von meinem freund getrennt, weil er nicht ernsthaft etwas gegen sein alkoholproblem getan hat. den ganzen werdegang kannst du bei allzuviel zeit hier nachlesen: :wink: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…3517&highlight=.

    aber zu der konkreten frage: ich hab mich am anfang abgelenkt ohne ende, um nicht schwach zu werden. ich hab versucht mich zu verabreden, hab mir jeden tag was vorgenommen, auch wenn mir das tierisch schwer gefallen ist. hab hier stundenlang gelesen, tagebuch geschrieben. mich verwöhnt. alles getan, damit ich nicht zu sehr ins grübeln komme. und ich hab mir immer wieder vor augen geführt, wie mein leben im vergangenen jahr ausgesehen hat, was daran schlecht war, um nur nicht wieder schwach zu werden.

    das hat mir geholfen, denn ich glaube, man ist ganz schnell wieder dabei, nur noch die schönen seiten zu sehen und das, was man vermisst. ich hab mir vor augen gehalten, was jetzt - d.hieß ohne meinen freund alles ging, was vorher alles nicht ging. im prinzip hab ich am anfang mit mir selbst gehirnwäsche betrieben. das hat sich gelohnt. jetzt, nach drei monaten, weiß ich genau, was ich will und was ich nicht will. vor allem letzteres :wink: .

    mein freund hat auch erst nach der trennung angefangen nachzudenken, und etwas zu tun. aber auch hier bin ich nach wie vor im höchsten grade misstrauisch und bleibe auf distanz um zu sehen, ob da was dran ist an seinen vorsätzen.

    ignorier seine mails, geh nicht ans telefon wenn du sorge hast, dass er dich wieder einwickeln könnte. mir hat das geholfen, erst einmal alles abzublocken bis ICH so stark war, dass ich e-mail- oder telefonkontakt wieder haben konnte ohne umzufallen.

    gruß

    lavendel

  • Nochmal Hallo !

    Irgentwie haben wir uns überschnitten.

    Deinem dritten Schreiben zufolge kämpft da gerade jemand verzweifelt um sein " gemachtes " Nest.
    Oder War bei den E-Mail eine in der etwas von " ich bin Alkoholkrank und will nicht mehr trinken- Bitte helfe mir " stand ?

    Werde nicht weich, du wirst es sicher bereuen.

    Viele liebe Grüsse von Bernd

    Trocken seit dem 06.12.1993 und das bleibt auch so !!!

  • lavendel

    Habe mir fest vorgenommen meine übel vernachlässigten Sozialkontalkte zu pflegen, mich im Fitnessclub anzumelden und werde erst einmal beschäftigt sein, ganz schnell eine neue Wohnung zu finden, weil ich meine ja schon gekündigt hatte.

  • Na klaren Kopf nenne ich das gerade nicht, habe mich schließlich ein Jahr lang täuschen lassen bzw. selbst getäuscht. Irgendwie vertane Zeit. Aber es hat eben so lange gebraucht bis ich soweit war, und wenn man die vielen parallelen Geschichten hier liest ist das wohl gar nicht so ungewöhnlich.

  • Wir haben es hinbekommen, die schon gemeinsam angemietete Wohnung zu kündigen und unsere Wohnungen behalten zu dürfen.

    Aber wir haben noch Kontakt und er fordert meine Hilfe in geübter Gewohnheit ein. Er macht jetzt einen ambulanten Entzug und ist der Ansicht ich darf ihn jetzt nicht allein lassen in dieser schweren Zeit und solle ihm vertrauen.

    Ich weiß nicht, ob er es aus Einsicht tut oder mir zuliebe, als Reaktion auf meinen Rauswurf.
    Ich bin der Ansicht, das darf ich wohl, wenn ich nicht mehr kann und will. Ich weiß nämlich nicht, ob ich wirklich noch will, überhaupt noch mal so weit vertrauen kann daß es für eine Beziehung reicht. Wie wird es sich wohl leben mit der ständigen Angst vor einem Rückfall, und dem unterschwelligen Vorwurf, das nur für mich zu tun?

    Gleichzeitig denke ich, ich tue ihm Unrecht und fühle mich irgendwie verpflichtet.

    Super erst beschäftige ich mich die ganze Zeit mit seinem Trinken, nun mit seinem Nichttrinken.

    Wär schön, wenn ich mich mal ebensoviel mit mir selbst beschäftigen würde und mir nicht nur klarmache, daß ich zu gar nichts verpflichtet bin sondern auch danach handele!

  • Hallo Marjel!

    Aus Erfahrung kann ich Dir sagen, Du wirst immer mit der unterschwelligen Angst leben müssen, dass ein trockener Alkoholiker rückfällig wird. Doch das Vertrauen wird wachsen, wenn er denn trocken bleibt. Eine gewisse Angst wird jedoch wohl immer da sein... Nur das Vertrauen überwiegt schließlich.

    Gut dabei ist, dass er es wohl jetzt eingesehen hat, was er mit seiner Alkoholsucht für ein Dilemma angerichtet hat. Auch gut ist, dass ihr jeder für sich wohnen bleiben dürft, so ist er mehr für sich selbst verpflichtet. Das Alleinsein wird er dabei schon lernen müssen, denn das Problem mit dem Alkohol hat er sich "selbst" eingebrokt. Also muss er es auch wieder "ausbaden". Du kannst zwar für ihn da sein, aber Du kannst ihm dabei nicht helfen, diese Suppe auszulöffeln.
    Er muss es wiegesagt selbst und für sich ganz alleine machen.

    Lieben Gruß, KM

    Der richtige Weg ist nicht unbedingt auch der einfachste...

  • Na, ja, habe es so kommen sehen.

    Der Arzt hat bescheinigt, daß die Leberwerte gar nicht so schlecht sind. "Ist doch der Beweis dafür daß ich die Sache zu sehr aufbausche."

    Er wollte trotzdem weiter machen mit der ambulanten Entgiftung und auch anschließend eine Therapie.

    Wir haben wieder viel Zeit zusammen verbnracht. Das Medikament vom Arzt hat er die ersten Tage regelmäßig genommen, dann nicht mehr, was sich sofort an depressiver Stimmng zeigte.

    Seit zwei Tagen war er wieder unruhig und fahrig, wollte ganz schnell odoch zusammen ziuehen und unseren Traum, ein gemeinsames Kind bald verwirklichen.

    Meine Bedenken versteht er nicht, ich solle doch einfach vertrauen.

    Gestern war schlechte rieche ich doch wieder eine Fahne und in seiner Tasche klimpert es verdächtig. Auf meine Frage, ob meine Sorge berechtigt ist, die Antwort Du kannst ruhig überall reinsehen, hab ich Dir doch immer gesagt. Ich tue es, obwohl ich es für uns beide so entwürdigend finde und siehe da, wieder eine Flasche Korn, noch ungeöffnet. Es war wohl schon die zweite.

    Das ist doch wirklich kein Leben. Immer diese Angst, der Zwang zu kontrollieren, bei jedem Kuß heimlich schnuppern, ob ich eine Fahne merke. So kommen wir nicht weiter.

    Also haue ich ab nach Hause, weiß, daß ich ihm nicht helfen kann, mich um mich kümmern muß. Trotzdem habe ich ein schlechtes Gefühl dabei.

    Warum ist das nur so schwer von dem Scheißstoff loszukommen und warum ist es so schwer, wenn es denn offensichtlich anders nicht geht loszulassen?

    Er säuft und mir geht es schlecht. Ich darf mich um mich kümmern, ich MUSS es sogar, denn sonst tut es ja niemand!

  • Den Alk schleppt er übrigens mit sich rum, damit ich ihm vetraue, sagt er.

    Komische Idee, immer ein Flasche von dem Zeug dabei zu haben, das man nie mehr trinken möchte. Das macht die Sache sicher leichter für beide grrrrrrrrr

  • Zitat von Lilly12


    Trennt er sich für immer von ihr, hättest Du ne Chance, so aber nicht. Und diese Trennung muss von ihm kommen, liebe Worte, Überredungen helfen nix, er würde sie immer vermissen und Dir noch die Schuld dran geben.

    Wie merkt man denn, ob es die wirklich eigene Entscheidung des Betroffenen ist, oder Überredung und Angst vorm Verlassenwerden?

    Wie merkt man denn, ob es die wirklich eigene Entscheidung des Betroffenen ist, oder Überredung und Angst vorm Verlassenwerden?

    Ich habe viel im Internet gelesen und auf den Seiten einer Selbsthilfegruppe ein paar Tipps gefunden:

    "Wenn dieser Mensch nun weiter trinkt - wie wird also die Zukunft werden?

    Möchten Sie wirklich mit ansehen, wie sich der Mensch, um den Sie sich so große Sorgen machen, beschließt, sich mit Alkohol umzubringen?

    Natürlich nicht.

    Wenn der bewusste Mensch Ihr Partner ist, haben Sie noch einen Trumpf im Ärmel.

    Sehen Sie, es gibt in dieser Situation nur zwei Möglichkeiten:

    Entweder - dieser Mensch hört aus Liebe zu Ihnen auf mit dem Trinken.

    Das könnte er.

    Oder - die Liebe reicht nicht aus, um die Macht des Alkohols zu brechen.

    Das wäre bedauerlich, aber Sie kennen den Spruch: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

    Nicht wahr?

    Also:

    Beenden Sie die Beziehung.

    Ziehen Sie aus.

    Oder setzen Sie ihn/sie an die Luft.

    Sorgen Sie für eine Bleibe - evtl. auch in einem passenden Wohnheim.

    Aber setzen Sie die Koffer vor die Tür. Ihre oder seine.

    Sagen Sie es nicht nur - tun Sie es auch.

    Begründen Sie mit der Wahrheit: Sie können sich das nicht mehr länger ansehen und wollten so nicht leben.

    Wenn dieser Mensch nun weiter trinkt - wie wird also die Zukunft werden?
    Möchten Sie wirklich mit ansehen, wie sich der Mensch, um den Sie sich so große Sorgen machen, beschließt, sich mit Alkohol umzubringen?
    Natürlich nicht.

    Wenn der bewusste Mensch Ihr Partner ist, haben Sie noch einen Trumpf im Ärmel.

    Sehen Sie, es gibt in dieser Situation nur zwei Möglichkeiten:
    Entweder - dieser Mensch hört aus Liebe zu Ihnen auf mit dem Trinken.
    Das könnte er.
    Oder - die Liebe reicht nicht aus, um die Macht des Alkohols zu brechen.
    Das wäre bedauerlich, aber Sie kennen den Spruch: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
    Nicht wahr?
    Also:
    Beenden Sie die Beziehung.
    Ziehen Sie aus.
    Oder setzen Sie ihn/sie an die Luft.
    Sorgen Sie für eine Bleibe - evtl. auch in einem passenden Wohnheim.
    Aber setzen Sie die Koffer vor die Tür. Ihre oder seine.
    Sagen Sie es nicht nur - tun Sie es auch.
    Begründen Sie mit der Wahrheit: Sie können sich das nicht mehr länger ansehen und wollten so nicht leben.

    Machen Sie ernst.

    Das ist ganz, ganz wichtig - tun Sie es auch wirklich!

    Jemand, der suchtkrank ist, sucht so lange ein Schlupfloch, durch dass er mitsamt der Flasche passt, wie es irgend möglich ist, ohne das Trinken aufzugeben. Wenn Sie seine Strategie nun auflösen, wenn Sie sich nicht mehr erpressen und unter Druck setzen lassen, wenn Sie liebevoll-konsequent sagen: "Ab jetzt mache ich das Spiel nicht mehr mit" - haben Sie alle Schlupflöcher verstopft. Kein Hintertürchen bleibt mehr. Es gibt auf einmal nur noch einen einzigen Ausweg, nicht einsam und heruntergekommen zu enden: Er MUSS aufhören zu trinken. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht mehr. Es bleibt nur: allein weitermachen oder sich aufmachen durch eine Tür zur Hoffnung, durch die zwar dieser Mensch, aber nicht mehr die Flasche hindurchpasst.

    Sie werden mit Sicherheit endlich - endlich - erreichen, was Sie sich so sehnlich wünschen.Er versucht vielleicht noch ein letztes mal mit allen Tricks Sie zum Umfallen zu bringen.Wenn sie zum Beispiel ausziehen, wird er demonstrativ viel trinken, damit Sie ein schlechtes Gewissen bekommen und - wie früher - wieder einen Rückzieher machen.Aber sie bleiben fest.Jetzt ist es geschafft.Dieser Mensch wacht auf und tut wirklich etwas .Er kümmert sich.Er geht zum Arzt.Er kann gar nicht schnell genug einen Entgiftungsplatz finden.

    Wenn Sie darüber überglücklich sind: lassen Sie sich trotzdem Zeit damit, wieder zurückzukehren.
    Wenn Sie nur ein wenig zu früh wieder umkehren auf diesem Weg, besteht eine große Rückfallgefahr.

    Sie haben gelernt, was liebevolle Konsequenz bedeutet und welche Wirkung sie hat.
    Bleiben Sie weiter liebevoll-konsequent.

    Der Erfolg wird sein:
    Wenn dieser wirklich wertvolle Mensch wieder lernt in geordneten Bahnen zu denken, wird er nach und nach in der Therapie erkennen, wie wichtig Ihre Handlungsweise für Sie beide war. Ja, sogar, dass es keine andere Möglichkeit gab.

    Vielleicht wird er/sie fragen, warum Sie nicht früher so konsequent waren - Sie hätten sich beide eine Menge Leid und Qualen ersparen können.

    Aber das ist nun nicht mehr wichtig - von nun an wird es aufwärts gehen...

    Ganz, ganz selten geht auch diese Rechnung nicht auf.
    Dann bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, sich zu sagen, dass Sie wirklich, wirklich alles menschenmögliche getan haben.
    Und Sie müssen leider annehmen, dass die Liebe dieses Menschen zu Ihnen nicht so groß war, wie Sie gehofft haben.
    Denn es liegt in den Händen des/der Betroffenen, mit dem Trinken aufzuhören.
    Niemand sonst kann es tun.

    Wenden Sie sich Ihrer eigenen Zukunft zu."

    Im Moment will ich gar nicht mehr hoffen, die Angst vor Rückfall und Wiederholung ist viel zu groß.

    Aber warum habe ich noch immer ein schlechtes Gewissen, weil ich gegangen bin? Na, ja auch das wird vorbeigehen. Wir haben es halt einfach zu lange so geübt.

  • Wir hatten gerade ein Telefonat. Er will um mich kämpfen, er liebt micht. Er weiß schon was er sagen muß, damit ich schwach werde, den richtigen Kosenamen, seinen Traum mich zu heiraten und mit mir gemeinsam ein Kind zu haben ausprechen ...

    Er will aber, daß ich eins weiß: Sein Arzt habe gesagt, aus medizinischer Sicht gäbe es gar kein Problem. Er (der Arzt) sähe es aber so, daß wenn er mit mir weiterhin in einer Beziehung leben würde, er ein Alkoholproblem bekommen würde.
    Ich soll mitgehen zum Arzt und das aus dessen Mund hören, damit ich es auch glaube.

    Ich verstehe daß so, daß ich schon mal vorsorglich die Schuld zugewiesen bekomme, falls er es auch diesmal nicht schafft, einen Rückfall hat.

    Was ist das jetzt bitte für eine Taktik? Und warum will er eigentlich eine Beziehung zu mir, wenn ihn das zum Alkoholiker macht? Dann soll er doch froh sein, daß er mich los ist.

    Und die täglich 4-6 0,5 l Bier in meiner Anwesenheit (zuzüglich der davor, deren Fahne ich nur riechen konnte), der in Wasserflaschen umgefüllte Doppelkorn (nach eigenen Angaben jeden Abend 0,2 l) die Flasche Pitu aus meiner ehemaligen Hausbar, die wie von selbst verdunstet ist, (bevor ich nach dem ersten Abstinenzversuch mit ihm einvernehmlich allen Alkohol aus meiner Wohnung entfernt hatte) die waren kein Problem.

    Doch es gibt ein Problem, mir geht es damit schlecht, egal, ob er, sein Arzt oder sonst irgendwer ihn für einen Alkoholiker halten. ICH habe damit ein Problem!

  • Das ist mein Hausarzt, der hat auf seinem Schild Suchtmedizin stehen, deshalb hatte ich ihn damals auf bBtten meines Freundes hin um Rat gefragt (typisch Co, sich mal wieder um alles kümmern).

    Ich habe mich zum Erstgespräch mitschleppen lassen und hatte keinen guten Eindruck vom Arzt. Wenn ich hier schreibe warum, riskiere ich, daß der Thread geschlossen wird, also laß ich es. Man kann es vielleicht noch in einem anderen Thread von mit, der geschlossen wurde finden.

    Ich bin zu der Auffassung gekommen, daß ich mich da nicht einmische. Er muß mit dem Arzt klarkommen und wenn es der falsche ist, wird sich das zeigen.

    Ich werde nicht schon wieder ein von mir als so empfundenes Problem ungebeten für ihn lösen und ihn zu einem anderen Arzt raten. Das wäre ein typisches Co-Verhalten.

    Wenn mein Eindruck richtig ist, ist es der falsche Arzt, bzw. für ihn der richtige, weil er sich noch immer sein Problem nicht eingesteht. Er will mich zurückerobern und schwört alles mögliche. Ich denke zur Not würde er auch seine Eltern verkaufen. Ich müßte es nur sagen.

    Außerdem hat er mir ja nur üermittelt, was er verstanden hat, verstehen wollte und konnte. Nach einer Nacht darüber schlafen ist mir das klar geworden.
    Wenn der Arzt Erfahrung mit Alkoholikern und Angehörigen hat könnte er auch folgendes gemeint haben:
    Es gibt keine feststellbaren körperlichen Entzugserscheinungen und noch keine dauerhaften körperlichen Schäden. Wenn ich aber an seiner Seite mich als seine Partnerin weiter so verhalte wie bisher, nämlich Co-Abhängig, wird er es vielleicht, wahrscheinlich oder sicher nicht schaffen (ich bau ihm ja das Nest, das es ihm ermöglicht so weiter zu machen und nichts ändern zu müssen).

    Und das stimmt dann sogar.

    So oder so, ich werde ihm keinen anderen Arzt suchen! Und ich erlaube es mir weiter auf Distanz zu bleiben, weil sonst das ganze Theater, das Chaos und der Wahnsinn wieder von vorne losgehen würden, jedenfalls fü mich. Ich habe noch nicht gelernt mich auf mich zu konzentrieren. Schnüffele nach jeder Fahne, spitze die Ohren, ob im Nebenzimmer wieder ein Flasche geöffnet wird oder ob eine in seiner Tasche klimpert. Scanne ihn ab, grüble übere jedes Verhalten.

    Das nützt weder ihm noch mit. Ich habe das Gefühl darüber verrückt zu werden.

    Er versteht das nicht und fühlt sich von mir einfach nur verlassen. Und das fällt mir noch immer schwer.

  • Berichte von einem Rückfall meinrseits:

    Wir hatten Kontakt, waren zusammen beim Sport, Essen und haben einbißchen Zeit zusammen verbracht.

    Er hat mich zu sich zum Essen eingeladen und mich gebeten über Nacht zu bleiben. Was steht da auf der Fensterbank, zwei Flaschen Bier. Er wirkte, als ob er getrunken hätte.

    Ich hab mich gefragt, wie viele Beweise ich eigentlich noch brauche,bis ich endlich glaube, daß er es wirklich noch immer nicht einsieht.

    Ich habe mich gefragt, ob er austesten wollte, wie weit er gehen kann wenn ich doch schon wieder Kontakt aufnehme. Ich habe klargestellt, daß ich damit nicht zurecht komme, bin aber aus Angst vor Eskalation nicht gegangen. Wir hatten bereits 2 Polizeieinsätze verursacht, den ersten, weil er mich nicht gehen lassen wollte, den zweiten, weil er meine Wohnung nicht verlassen wollte.

    Später die Erklärung: der Arzt habe ihm geraten Alkohol im Haus zu haben um zu testen, ob er widerstehen kann, damit er für sich Klarheit bekommt, ob er tatsächlich ein Alkoholproblem hat.

    Nun bombardiert er mich wieder, er brauche doch meine Nähe, habe niemanden außer mir und ich müsse doch zu ihm halten in dieser schweren Zeit. Ich hätte ihm im Sommer doch versprochen bei ihm zu bleiben, wenn er aufhört zu trinken.

    Warum ist es so bloß schwer nach der doch vorhandenen Einsicht zu handeln?

  • Ich habe allem Drohen, Flehen, Betteln und den Erpressungsversuchen widerstanden. Ich bin nicht zu ihm gegangen, sondern in meine Selbsthilfgruppe für Angehörige.

    Seine Reaktion darauf war, kein Teil meines Lebens mehr sein zu wollen. Er mußte aber noch mal los werden, daß ich seinen Lebenswilen gebrochen habe.

    Hab noch nicht überprüft ob er noch lebt.

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