Beiträge von Aloy

    Liebe Siri,

    Vielen Dank für deine lieben und aufbauenden Worte. Ich lag die ganze Nacht wach und habe ein sehr dolles Gedankenkarussell gehabt. Habe sehr viel geweint und mich gestern Abend meinem Mann anvertraut. Es fiel mir unglaublich schwer, aber es musste sein. Mir fällt es so schwer auszusprechen, dass meine eigene Mutter ein Alkoholproblem hat.

    Beim Reden gestern Abend fielen mir dann die altbekannten „Ausreden“ auf a lá „heute habe ich ein Glas Wein getrunken, weil ich frustriert war“ oder „so jetzt bin ich mit der Gartenarbeit fertig, jetzt kann ich ein Glas Wein trinken“ etc.. - mein Mann sprach dann gestern auch aus, dass ihm das aufgefallen sei was das große Kind betrifft. Sie hat noch vor ein paar Monaten nie getrunken wenn auch nur ein Kind in der Nähe war, geschweigedenn wenn eins dort schlief. Jetzt ist es wie schon geschrieben anders.
    Ich fühle mich so hilflos und weiß nicht wie ich es ansprechen soll bei ihr. Wie sagt man jemandem, dass man glaubt, er oder sie habe ein Alkoholproblem - grade mit der Vergangenheit? Wie sagt man dann, dass das eigene Enkelkind nicht mehr dort übernachten darf bis sich alles beruhigt hat und besser wird? Sowas dauert Monate, Jahre … Ich fühle mich elendig und als würde ich meiner Mutter ihr Enkelkind entziehen. Ist das der richtige Weg? Mit Druck ist es doch eigentlich meist genau das Gegenteil was man bewirkt..


    Du siehst: Fragen über Fragen. Und viel viel Trauer. Meine Therapeutin habe ich kontaktiert, ich warte auf Rückantwort ihrerseits um Hilfe zu bekommen.

    Ich danke dir auf jeden Fall, dass du mir etwas von dir erzählst. Ich fühle mich nicht mehr ganz so allein.


    Liebe Grüße

    Aloy

    Hallo Elly, vielen lieben Dank!

    Ich habe soeben den Link angeklickt und mich beworben.

    Ja du hast Recht. Das bin ich. Ich habe es bei meinem Vater zwar nicht richtig mitbekommen und bei meiner Mama jetzt war ich eben schon lange erwachsen seitdem das auftritt.
    Das ist eine gute Frage, wo es mehr Sinn machen würde.. Ich glaube ich probiere es bei den Angehörigen im allgemeinen.


    Danke für deine Antwort.

    Hallo! So, jetzt habe ich mich getraut Mich anzumelden.

    Es geht per se nicht um mich, sondern um meine Eltern/Mutter. Ich denke ich sollte etwas ausholen, damit man es versteht. Ich bin Mitte 30, Mutter von 2 Kindern (Baby und Kind) habe meinen Vater vor 20 Jahren verloren. Seitdem ist meine Mutter für mich wirklich alles - das sage ich nicht nur so daher, das ist so. Mein Vater war Alkoholiker, hat aber trotzdessen immer alles für mich getan.

    Nun denn, meine Mutter hat einen tollen Mann mittlerweile wieder und es ist alles gut. Bis auf… na ja, ihr Alkoholkonsum ist mehr als bedenklich. Schon geraume Zeit. Ich habe es mir nur schön geredet vermutlich.. Ich glaube ich wollte es nicht sehen, weil es mich so schmerzt? Es geht bis teilweise 3 Flaschen Wein abends. Es wird jeden Abend getrunken, jeden Abend Wein. Tagsüber ist alles in bester Ordnung, sie arbeitet Vollzeit und viel ohne Einbußen. Sie geht ihrem Hobby nach. Der Alkohol kommt nur abends (am Wochenende auch früher).
    Mein kleines bleibt noch nicht alleine hier, aber meins großes Kind. Sie liebt es bei Oma und Opa zu sein ehrlich gesagt. Wenn mein großes Kind wach ist, wird selten was getrunken (wenn am Wochenende dann meist 1 Glas), das geht erst abends. Das was mich glaube wachgerüttelt hat war das letzte was passierte: meine Mutter schlief auf dem Sofa ein, bemerkte dadurch nicht das ausgehen des Babyphones und mein großes Kind kam sehr verweint und panisch die Treppe alleine herunter um sie zu wecken. Es musste mal auf Toilette und geht nicht alleine, weil es so dunkel ist. Meine Mutter hörte davor das rufen schon einmal nicht, da hat sich mein Kind dann sogar leider eingenässt.

    Mir schmerzt es so sehr diese Zeilen zu schreiben, dass ich dabei weine. Ich bin so verzweifelt. Was soll ich tun? Wie spreche ich es an? Mein Entschluss, dass mein großes Kind hier erstmal nicht mehr schlafen kann steht eigentlich. Es darf herkommen - tagsüber - wenn ich dabei bin bzw. sicher bin das nichts getrunken wird. Aber wie spricht man so ein Thema an? Grade mit der Vergangenheit, dass mein Vater auch alkoholiker war? Zusätzlich dazu muss ich noch sagen, dass mein Ex Mann (und Vater des Kindes) auch alkoholiker war - was ich erst spät rausfand. Seitdem ist das Thema noch viel schlimmer für mich. Und es betrifft meine Mutter, die Person die so wichtig für mich ist. Ich habe solche Angst.


    Bitte macht mir keine vorwürfe - ich brauche wirklich Hilfe. Ich habe es Monate - wenn nicht sogar Jahre - irgendwie verschwiegen und „unterstützt“… (so extrem viel wurde es jetzt seit ein paar Monaten. Davor sporadisch alle 2-3 Tage).


    Liebe Grüße

    Aloy