Blockiere ihn damit er dich nicht weiter terrorisiert. Bleib stark, nicht nachgeben!
Die Alternative ist, dass Du die nächste Ehrenrunde drehst - mit bekanntem Ausgang ...
Blockiere ihn damit er dich nicht weiter terrorisiert. Bleib stark, nicht nachgeben!
Die Alternative ist, dass Du die nächste Ehrenrunde drehst - mit bekanntem Ausgang ...
Er wirkte sehr erschrocken. Vielleicht weil ich das erste Mal nicht gebettelt habe
Klar, das dürfte eine ziemliche Hammerwirkung gehabt haben – weil du gleich mehrere Dinge auf einmal verändert und das Paradigma eurer Beziehung radikal verschoben hast.
Du bist raus aus dem Bitten und Appellieren und hast stattdessen eine klare Grenze gesetzt. Du hast nicht mehr versucht, sein Verhalten zu steuern, sondern bei dir angesetzt. Damit hast du die Verantwortung verschoben. Nicht mehr du hoffst, erinnerst, ermahnst und hältst aus, sondern er entscheidet, ob Nähe möglich ist oder nicht.
Alle Grauzonen sind weg: Kein „nur ein Glas“, kein „ausnahmsweise“, kein Diskutieren mehr. Es ist einfach klar – und genau das wirkt oft sehr stark.
Wenn er trinkt, spürt er jetzt sofort, dass das Konsequenzen für ihn hat – und das kann schon ziemlich irritierend oder erschreckend sein.
Dich stört sein Alkoholkonsum. du fühlst dich damit nicht gut? Dann sollte dass deine Richtung sein, egal ob die Hände zittern oder irgendwelche anderen Symptome vorhanden sind. es geht darum, dass es dir besser geht.
Das ist ganz wichtig, finde ich. Eine meiner Kernerkenntnisse in Bezug auf meine Ex durch das Forum war:
"Mich stört, dass und wie sie trinkt. Würde es mich weniger stören, wenn sie ihr Leben lang nicht-abhängig so weiter trinkt, wie sie trinkt, oder wenn sie abhängig so trinkt, wie sie trinkt? Nein. Denn das Problem ist ihr dauerhafter Konsum, nicht der Grund, warum sie so konsumiert."
Aber fühle mich etwas erniedrigt.
Das verstehe ich, aber insgesamt hat er Dir damit doch einen Riesengefallen getan.
Getrunken hat er um Probleme auszuhalten.
Am Anfang möglicherweise. Vielleicht sogar auch später noch, aber da war sein Bedürfnis nach Erleichterung bei Problemen sicher schon eine ungute Symbiose mit seinem Organismus eingegangen, der einfach nach Alkohol schrie.
Kann mich Linde nur anschließen. It's not rocket science.
Du hast zwei klare Varianten vor Dir: mit ihr zusammen, aber unglücklich wegen ihrer Sauferei, oder ohne sie, aber nicht mehr unglücklich wegen ihrer Sauferei.
Welche davon für Dich das kleinere Übel ist, ist die Entscheidung, die Du fällen musst. Danach geht es nur noch um das Akzeptieren bzw. Durchziehen der beiden Varianten.
Bei einer Trennung ist der Entzug relativ einfach, es braucht nur Konsequenz, vielleicht ist auch Sturheit der bessere Begriff. Dauerhaft dableiben ist vielleicht am Anfang nicht so schwer, auf lange Sicht aber bestimmt. Von den Chancen auf mehr Glück, die Du dadurch verspielst, gar nicht zu reden.
Jeden, der anfänglich die Wirkung des Alkohols angenehm findet, und das sind die Meisten.
Das konnte ich nie nachvollziehen: Was ist daran angenehm? Man wird unangenehm unklar, außerdem ist es peinlich.
Wie wäre es mit "weil er einen für mich zunehmend problematischen Umgang mit Alkohol an den Tag legt und daran nichts ändern möchte"?
Das finde ich auch gut. Eine Sache, die ich durch das Forum begriffen habe, ist, dass wir uns viel zu oft und viel zu sehr auf die Frage der Abhängigkeit konzentrieren. Dabei sollte viel mehr unser eigenes Wohlbefinden im Vordergrund stehen: Das, was er/sie tut, macht mich unglücklich, Punkt. Warum er damit nicht aufhören will oder nicht kann, ist zweitrangig und kann von uns eh nicht beeinflusst werden.
Was wenn ich das alles übertrieben sehe. Vieleicht trinkt er einfach nur gerne mal was und ist definitiv nicht alkoholabhängig. Und ich reite ihn da in was rein. Oute ihn als etwas, was er nicht ist.
Aber ist es nicht seine dauerhafte Trinkerei an sich, die Dich unglücklich macht, egal ober nun abhängig oder un-abhängig so trinkt, wie er trinkt?
ihm klar machen, dass er ein freier Mensch ist und machen kann was er will. Wenn das heißt, dass er so mit dem Alkohol weiter machen will, dann kann ich letztendlich nichts daran ändern. Aber ich werde ihm klar machen, dass ich die daraus resultierenden Konsequenzen nicht mit tragen werde
Das finde ich sehr gut. Für mich war genau das auch eine gute Linie zum Klären der Grenzen, zur psychischen Selbststabilisierung und auch zur Verbesserung der eigenen Position in der Beziehung:
"Aber klar: Du tust, was Du willst - das ist Dein gutes Recht. Und ich verhalte mich dazu, wie ich es brauche, um mich bestmöglich zu schützen - das ist mein gutes Recht. Wenn Du die Beziehung nach solchen Rechtspositionen führen willst, können wir das gern so machen."
Inwieweit seine Sucht fortgeschritten ist und er somit noch dazu in der Lage ist, das werde ich dann sehen......
Richtig. War bei mir auch so. In Fall 1 wurde klar: Es ist zu spät. In Fall 2 hat schon die simple Erkenntnis gereicht: "Wenn ich hier weiter stur versuche, der Beziehung meine eigene Lebensweise aufzuzwingen, bringt das irgendwelches diffuses Ungemach ..." - und die Dinge haben sich hin zu einem guten Kompromiss geändert. Da war es also (zumindest bisher augenscheinlich) noch nicht zu spät.
In letzter Zeit merke ich halt, dass die Mengen mehr werden.
Wenn mein Mann echte Abstürze hätte, würde ich wahrscheinlich auch nochmal anders denken.
Bei der Einordnung des Problems laufen wir ja alle gern in die argumentative Falle: "Aber es könnte ja viel schlimmer sein." Das ist ja vollkommen menschlich.
Keine Abstürze, aber dafür
- regelmäßig jeden Abend eine Flasche Wein,
- heimlich,
- mit steigender Tendenz,
- obwohl die Mediziner sagen, dass er aufhören sollte,
gibt ja doch schon einen deutlichen Hinweis, dass er hier offenbar nicht mehr frei entscheiden kann.
Mein Ex ist nicht sein Vater, nur der Freund seiner Mutter. Und stellt sich aber hinter ihn statt hinter seine eigenen drei Kinder.
Ah, wie interessant. Da scheint jemand Angst vor Stress vonseiten seiner neuen Freundin zu haben ...
Schließe mich Stern an: Nimm die Beine in die Hand ...
Aber eigentlich ist das ja ne ziemlich direkte und durchschaubare Aufforderung, die sie da an Dich richtet, oder? Das einzige wirklich Manipulative daran ist doch, dass sie Dir Hoffnung suggeriert: Sie würde ja ohne Probleme schon nur noch wenig trinken, und mit Online-Unterstützung werde das auch so bleiben. Wenn ich Dich richtig verstanden habe.
Glaub die Männer ticken etwas anders als Frauen.
Frauen können das auch.
Dieses Verhalten kenne ich von meinem Partner auch… nach dem Ausbruch einfach so tun, als wäre nichts gewesen.
Ich hatte bei meiner Ex immer den Eindruck, dass sie nach einem Exzess nicht mal so tat, als wäre alles normal, sondern für sie war tatsächlich alles normal. Ich denke, sie dachte wirklich in etwa: "Was hat der eigentlich? Es ist doch vollkommen normal, dass man mal über die Stränge schlägt, mein Gott?!"
Also unbewusste, integrierte Stabilisierung des Selbstbildes durch Normalisierung und Relativierung, nicht Show nach außen.
Liebe Krümel,
es tut mir wahnsinnig leid, das zu lesen.
Der Korrektheit halber: Wir kennen hier nur Deine Schilderung der Dinge und können nicht wissen, was in Eurer Beziehung sonst noch so los ist.
Aber:
Was seine Sauferei und Deine Unzufriedenheit damit angeht, wirst Du, nach dem zu urteilen, was Du schreibst, gerade Gegenstand einer massiv angelegten Manipulationsveranstaltung. Und das Mittel der Wahl dabei ist, genau in die Kerbe Deiner Zweifel an der Legitimität Deiner eigenen Empfindungen zu hauen.
Nein: Wenn einen 52 mal mittelschweres und 10 mal komplettes Besoffensein pro Jahr beim Partner heftigst anwidern, hat man kein mentales Defizit, sondern ein völlig unpathologisches, normales Ekelgefühl. Und ich würde mir das von jemandem, der einmal pro Monat lallend und kotzend vor mir auf meiner Türschwelle liegt (oder ähnlich nette Sachen), nicht ausreden lassen.
Uff. Angriff ist die beste Verteidigung. Schuldumkehr und Drohkulisse.
Er muss verstanden haben, dass Du mit seinem "letzten bisschen Spaß" sehr unzufrieden bist.
Was darf Dein armer Mann denn bei Euch noch alles nicht? Kein Buch lesen, keinen Waldspaziergang machen, keinen Sport treiben, nicht ins Kino oder Theater gehen, nichts Tolles mit seinen Kindern unternehmen? Alles verboten? So dass das einzige kleine Vergnügen, das ihm noch bleibt, darin besteht, sich jede Woche so mittelprächtig und einmal im Monat aber dann so richtig in einen Haufen Körpermasse zu verwandeln, der nicht mehr laufen, reden, denken und wissen kann, dass das Kinderbett nicht das Klo ist?
Natürlich trifft er damit genau Deine schwache Stelle, nämlich Deine Legitimitätszweifel, was Deine Grenzen angeht: Du bist die Böse, was er tut, ist vollkommen normal - und sogar gut, siehe Freunde!
Na schön. Du sollst also wieder auf Spur gebracht werden. Immerhin ein schöner Einblick, wie wichtig ihm der regelmäßige Vollsuff ist. Damit sollte klar sein, dass seine Sauferei vielleicht nicht mehr so ganz auf freier Entscheidung beruht, oder?
Naja, wenn es nicht sein Trinkverhalten ist, das problematisch ist, könnte ich anfangen, an meiner Haltung dazu zu arbeiten ?
Hm, OK.
Dabei kommen mir zwei Fragen:
1. Was sind denn Deine Kriterien dafür, dass "sein Trinkverhalten nicht problematisch ist"?
Statistische Normalisierungen à la "das machen doch so viele/alle so?"
Relativierungen à la "bei vielen anderen ist es doch viel schlimmer"?
Wenn Dir ein Mediziner sagt: "Na ja, wenn es nicht mehr wird, dann ist das schon noch OK/nicht so übermäßig riskant"?
Oder wenn Dir der Mediziner sagt: "nein, nein, das ist (noch) keine Abhängigkeit*? (Das könnte vielleicht noch passieren.)
Oder wenn er sagt: "nein, nein , machen Sie sich keine Sorgen, das wird nicht in eine Abhängigkeit führen". (Wird Dir garantiert kein Mediziner sagen.)
Oder wenn Dir genügend viele Leute sagen: "das ist normal, das ist kein Problem"? Oder: "na ja, das muss man als Partnerin eben aushalten"?
2. Und wenn Du aufgrund dessen zu dem Schluss kommst: "Es ist kein Problem, also muss ich es aushalten oder besser noch lernen, es völlig OK und sogar angenehm zu finden" - fühlst Du Doch dann wirklich besser und glücklicher damit?
einmal im Monat bis alle 8 Wochen mal ein Filmriss, ist das wirklich so schlimm?
Ja, das klingt so in etwa nach dem Kaliber meiner Ex. Selbst wenn man mal annimmt, das es nicht noch mehr wird, und das dann mal so auf ein halbes Jahrhundert hochrechnet, sind wir bei knapp 500 Vollräuschen. Kann das noch nicht-abhängiges Trinken sein? Ja, wer weiß ..?
Aber:
Übertreibe ich? Gibt es kein Problem, nur mein selbstgemachtes Drama weil ich so eine Abneigung gegen Alkohol entwickelt habe?
Abgesehen davon, dass ein LKW voll Bier gesundheitlich sicher nicht unproblematisch ist, egal ob diese Ladung abhängig oder unabhängig getrunken wird:
Würde es Dich denn weniger stören, wenn er lebenslang unabhängig - also quasi "problemlos" - so trinkt, wie er trinkt? Das Problem ist doch real da, indem Dich seine Trinkerei kolossal stört, oder anders gesagt: unglücklich macht.
Das ist doch das, was für Dich in Deinem Leben (und Du hast nur eins) der Maßstab sein sollte, oder?
das ist doch alles vollkommen normal in unserer Gesellschaft. Oder bewege ich mich doch in den falschen Kreisen?
Also, ich glaube nach allem, was ich so erlebt und auch gelesen habe, dass die Kreise, die das anders machen, gar nicht sooo klein sind.
Ich selbst bin in Kreisen aufgewachsen, die zwar nicht komplett abstinent sind, aber in denen ein so großer Wert auf Selbstkontrolle und respektvolles Verhalten gelegt wird, dass einmal volltrunken nach Hause kommen eigentlich schon das Ende einer Beziehung bedeutet. Aber selbst, wenn man über diese ziemliche Extremhaltung hinausgeht, dürfte der Anteil der Leute, die vielleicht maximal wöchentlich jeweils 1-2 Gläser irgendwas trinken, ganz grob bei ungefähr der Hälfte aller Leute liegen.
Wenn sie abhängig trinkt, wird sie gar nichts erkennen, dass kannst du dir immer weiter wünschen. Du wirst ihr kein "Vorbild" werden.
Und wenn sie unabhängig trinkt, wird sie genauso wenig ein Problem sehen.
Der Unterschied kann sich, wenn überhaupt, nur zeigen, wenn sie durch Alex' Grenzsetzung etwas verliert, nämlich Nähe, Zeit und Perspektiven mit ihm: "Sorry, gern Beziehung, aber Trinken bitte ohne mich."