Beiträge von Fritzchen

    Ein Problem jagt das Andere. Die Symptome, welche ich als Leberversagen deutete, waren Symptome einer Elektrolytentgleisung. Wir haben ihn am Boden liegend vorgefunden. Dachten schon er hätte wieder viel zu viel getrunken, aber er hatte tatsächlich 0,0 Blutalkohol. Er hat gelallt und war total verwirrt.


    Jetzt ist er seit einigen Tagen im Krankenhaus und die wollen ihn so schnell wie möglich wieder los werden. Es wird abwertend über ihn gesprochen. Die Sozialarbeiterin, welche kein Wort mit ihm gesprochen hat, meinte es wäre besser wenn es beim ihm schnell gehen würde. So auch die Pfleger-/innen. Alle haben ihn schon abgeschrieben. Er ist doch erst Mitte 60. Er macht dort einen kalten Entzug, da er keinerlei Medikamente dagegen bekommt.

    Er ist total verwirrt, kann nicht sagen wo er aktuell wohl, wie alt er ist oder wer ich bin. Ich habe die Befürchtung es ist unter anderem ein Entzugsdelir.


    Es kann doch nicht sein, dass man ihn so nach Hause schicken möchte??!! Am Montag soll er entlassen werden.

    Meiner Mama geht es endlich nach vielen Wochen im Delir besser und jetzt ihm schlechter. Ein Alptraum der nicht aufhört

    Früher, in meiner Kindheit, war es üblich, dass viel gefeiert wurde und es wurde auf die Geselligkeit geschoben.

    So war das bei uns auch…und morgens gab es dann noch einen Konter-Schnaps geben die Übelkeit.

    Bis meine Mutter dann schwer erkrankte. Ab da erklärte sich mir vieles. Ihre Depressionen und dass sie nichts dagegen tun wollte. Ihre Stimmungsschwankungen, etc.

    Ich habe die ganzen Symptome meiner Mutter auch immer auf die Depressionen geschoben. Heute weiß ich, dass der Alkohol die Depressionen verschlimmert hat.


    Meine Eltern hätten sich von mir auch nichts sagen lassen, davon mal abgesehen.

    Wir haben sogar finanziell geholfen in der Hoffnung das lässt sie wieder mit neuen Lebensmut nach vorne blicken. Nach den ganzen Beiträge welche ich durchgelesen habe, weiß ich jetzt, dass wir so nur alles unterstützt haben und ihnen nicht wirklich geholfen haben .

    Mir erging es ähnlich, auch ich bin Alkoholikerin und konnte erst etwas gegen meine Sauferei tun, als ich erkannt und gefühlt habe, dass ich so nicht weiterleben kann. Erst ab da konnte ich mir selbst helfen und mir Hilfe suchen.

    Toll, dass du das geschafft hast 🍀

    Etwas sehr einfaches, was vielleicht merkwürdig klingt, mir aber geraten wurde und auch tatsächlich geholfen hat, möchte ich Dir weitergeben: Ich habe mir auf eine Karte in schönen Lettern den Satz "Ich kann nichts dafür!"geschrieben und an die Kühlschranktür gehängt. Jeden Tag schaue ich auf den Satz und manchmal sage ich ihn mir laut vor oder meinem Mann…

    Danke, das werde ich ausprobieren. Ich bin um jeden Tipp dankbar.

    Der Spagat zwischen Intensivstation, Sorgen um den Papa und eigener Familie mit drei kleinen Mäusen die ihre Mama brauchen hat mich enorm viel Kraft gekostet.

    Danke für die Freischaltung und eure lieben Worte Elly und Siri.

    Ich bin froh mich hier angemeldet zu haben und traurig zu gleich, da es so vielen wie mir geht.

    Ich hab zum Glück meine Schwester mit der ich über alles reden kann. Die letzten Wochen vor dem Unfall meiner Mama waren schon sehr schwer für uns. So viele Gespräche mit ihr und Versuche sie zu retten. An meinen Vater hat sie uns gar nicht rangelassen. Sie meinte immer dass es alles nur schlimmer macht und sie es wieder abbekommt.

    An ihn kommen wir erst ran, seit meine Mama im Krankenhaus ist. Man hat auch gut mit ihm reden können. Wenn er nüchtern war. Das macht es auch so schwer für mich, zu akzeptieren, nichts tun zu können.
    Ich glaube mittlerweile möchte er, dass es vorbei ist. Die Depressionen durch den Alkohol sind zu stark.

    Dann denkt man wieder an die Kindheit, welche behütet und schön war. Es macht traurig diesen Menschen verloren zu haben. Im nächsten Moment bin ich so wütend auf ihn, dass er das uns und seinen Enkeln das antut.

    Mein Kopf muss es verstehen, dass ich keine Schuld an allem habe. Aktuell bin ich noch im „was wäre wenn…“ Hamsterrad gefangen.

    Ich bin froh mich hier austauschen zu können un danke allen die sich die Zeit nehmen meinen Post zu lesen und zu antworten.

    Ich hab nun einige Tage immer wieder Beiträge gelesen und mich bzw. meine Eltern in einigen Erzählungen wieder gefunden.

    Es geht um meinen Papa, der immer schon gerne ein Bierchen abends nach der Arbeit getrunken hat und um meine Mama, die eigentlich Alkohol immer abgelehnt hat…eigentlich denn wie wir jetzt erfahren haben ist auch sie Alkoholikerin.

    Mein Vater hatte vor einigen Jahren eine große OP am Gehirn. Seit dieser OP ist er arbeitsunfähig. Dies und auch die kognitiven Einschränkungen durch die OP haben wohl dazu geführt dass er seine Medikamente nicht mehr genommen und stattdessen ein Bierchen mehr getrunken hat. Bei Bier ist es leider nicht geblieben und ich hab griff zu härteren Sachen.

    Leider wurde er handgreiflich gegenüber meiner Mama, wenn es zwischen ihnen zum Streit kam und er was intus hatte. Sie hat es immer heruntergespielt oder sogar vertuscht. Dies war zum Schluss nicht mehr möglich, da die Verletzungen immer deutlicher wurden.

    Irgendwann in dieser Zeit muss wohl auch meine Mama zur Flasche gegriffen haben, um den Schmerz zu betäuben. Wir haben nie gemerkt wie schlimm es wirklich war. Sie hat es wirklich gut geheim gehalten. Oder war ich so blind und habe es nicht bemerkt bzw. wahr haben wollen?

    Ich mache mir große Vorwürfe. Wäre es mir nur früher ausgefallen, dann hätte man vielleicht noch was machen.

    Meine Mutter ist vor einigen Wochen im alkoholisierten Zustand die Treppe gestürzt. So schlimm, dass sie einen Schädelbasisbruch mit Hirnblutung erlitten hat und eine Not-OP folgte.

    Aufgrund der schweren Verletzung und dem kalten Entzug nach der OP auf der Intensivstation ist sie leider im Delir aufgewacht. So schlimm, dass sie nicht mal ihre Kinder erkannt hat und wird wohl auf Hilfe angewiesen sein.

    Nicht mal dieser schwere Unfall hat meinen Vater dazu bewegen können, einen Entzug zu machen. Er bleibt stur und will sich nicht helfen lassen.
    Bei ihm hat wohl ein Leberversagen begonnen. Ich kann es schwer ertragen nichts zu tun und dabei zusehen wie er stirbt. Wie kann ich das nur akzeptieren?