Beiträge von BuyMyselfFlowers

    Lieber Alex_aufdemweg,

    Danke für deinen Beitrag! Das bestätigt mich in meiner Einschätzung, die zur Trennung führte.

    Ich bin mittlerweile fest überzeugt, dass es erst starke körperliche Symptome braucht, damit er vielleicht irgendwann aufwacht.

    In manchen Artikel, die ich reichlich gelesen habe, wird von „hoch“ funktional gesprochen. Daher habe ich den Begriff benutzt.
    Für mich bedeutet es, dass im außen nichts sichtbar ist. Sogar enge Freunde, die ich Anfang des Jahres eingebunden habe, konnten es kaum glauben.

    Hätten wir keine gemeinsame 13-jährige Tochter, dann würde ich den Kontakt komplett abbrechen. Ich versuche es auf das Minimum zu reduzieren. Und du hast vollkommen recht. Es ist momentan das beste für mich. Ich kann diese komische Kopie dieses Mannes (so hat es meine Tochter ausgedrückt!) einfach nicht ertragen.

    Hallo Momo, es tut so gut zu wissen, dass es anderen Menschen auch so gegangen ist. Ich habe mir auch fest vorgenommen, dass ich zukünftig klarer meine Grenzen setzen werde und mir Kompromisse bei wichtigen Themen gut überlege.

    Ich fühlte mich manchmal so alleine mit der Situation, weil "im außen" niemand mitbekommen hat, was ich und meine Tochter uns regelmäßig ansehen müssten. Nach dem Schritt der Trennung habe ich festgestellt, was ich doch für einen wunderbaren Freundeskreis habe, den ich in der Zeit davor vernachlässigt hatte. Ich war ja so beschäftig damit, unsere Beziehung und den Alkoholiker (unbewußt) retten zu wollen.

    Mein Ex lügt sich und seinem Umfeld immer noch erfolgreich etwas vor. Manchmal ärgert mich das so sehr! Dabei weiß ich, dass ich viel mehr bei mir bleiben sollte.

    LG

    Hallo Sorrowful, es gab viele Momente, die mich im Nachhinein nachdenklich machen. Einiges hört sich sicher blöd an aber ist wirklich so gewesen:

    Mein Ex-Partner ist schon in den ersten 2-3 Jahren unserer Beziehung häufiger abends auf dem Klo eingeschlafen, was ich schon damals ekelhaft fand. Später ist er sogar am Tisch eingeschlafen, wenn wir Besuch hatten. Da hatte er schon beim Kochen so viel getrunken, dass der Wein zum Essen ihm den Rest gegeben hat. Da habe ich mich "fremdgeschämt". Die Abstände zwischen den Ereignissen waren aber so lang, dass ich sie gut verdrängen konnte.

    Er hat sich auf Feiern teilweise sehr betrunken, was ich für einen erwachsenen Mann, ungewöhnlich fand. Freunde fanden es lustig, dass sie ihm den Weg nach Hause zeigen mußten.

    Später waren es Trinkpausen, die wir uns gemeinsam vorgenommen hatten. Da war er in der Zeit so angespannt und verändert. Dass es etwas mit Symptomen einer Abhängigkeit zu tun haben könnte, das habe ich nicht gesehen.

    Ich bin erst wirklich aufgewacht, als ich Alkohol im Büro (Homeoffice) entdeckt habe, als ich wahrgenommen habe, dass er schon morgens trinkt.

    Das waren nur einige "red flags". Damit könnte ich ein Buch füllen. Ich bin mir kürzlich bewußt geworden, wie viele Situationen es gab und bin dann immer ganz erschrocken.

    Liebes Forum,

    ich war beeindruckt von den Beiträgen im öffentlichen Forum. Es erscheint mir hilfreich, sich mit Betroffenen (beider Seiten) auszutauschen. Ansonsten kann doch niemand wirklich nachvollziehen, was man als (Co-)Abhängige erlebt und erleidet.

    Ich habe 17 Jahre mit einem (heute) funktionalen Alkoholiker gelebt, mit dem ich eine 13jährige Tochter habe. Die letzte 2 Jahre waren sehr belastend. Ich habe erkannt, dass aus dem kritischen Konsum eine Sucht geworden ist und ich viele "red flags", die früh da waren, nicht richtig gedeutet habe.

    Ich habe mich im Frühjahr getrennt, um mich und meine Tochter zu schützen. Nun setze mich nun mit dem erlebten auseinander, was teilweise sehr emotional und schmerzhaft ist.

    Durch unsere Tochter sind wir nun weiter verbunden und ich überlege, wie ich damit in bestimmten Situationen umgehen kann.

    Ich würde mich sehr freuen, aktiv an der Community teilzunehmen und Erfahrungen auszutauschen.

    Herzliche Grüße