Beiträge von BuyMyselfFlowers

    Wie ist denn der Umgang überhaupt geregelt? Kann das Jugendamt nicht eingebunden werden, um solche Fahrten zu unterbinden? Gibt es Groß- und/oder Pateneltern, die evtl. unterstützen können?

    Hallo Rennschnecke, wir haben (noch) keine Regelung. Eigentlich war die Idee, dass nach den Bedürfnissen unserer Tochter flexibel zu gestalten. Das funktioniert aber leider nicht. Er hat ja so viel zu tun…
    Seit Wochen warte ich auf seinen Vorschlag, wie er regelmäßig mehr Zeit mit ihr verbringen möchte. Das ist ihr Wunsch.

    Ich gehe davon aus, dass das Jugendamt nicht viel machen kann. Ich kann ihm ja nichts nachweisen.

    Liebe Elly, wir wohnen eher ländlich. Da geht es ohne Auto nicht.

    Ich übernehme Fahrten, wenn ich es vorher mitbekomme. Das findet mein Ex bereits jetzt albern und anmaßend, da er seines Erachtens ja kein Alkoholproblem hat.

    Den Pegel merkt man ihm zudem nicht an. Da hat er eine hohe Toleranz entwickelt und ist geschickt, die Fahne zu vertuschen.
    Das kann meine Tochter nicht wirklich erkennen. Und das Mitfahren einfach ablehnen, das traut sie sich nicht. Hab ich schon versucht.

    Mir fällt es mittlerweile selbst schwer, seinen Zustand einzuschätzen. Ich gehe nur davon aus, dass sich sein Trinkverhalten durch den Auszug nicht geändert hat.

    Verbieten kann ich es ihm leider nicht, mit meiner Tochter zu fahren. Mein deutlicher Appell wirkt nur in Maßen.
    :/


    LG

    Liebe Haar, ich habe deinen Beitrag gelesen und bin beeindruckt. Gehe deinen Weg so mutig und entschlossen weiter! Auch wenn es sicher sehr viel Kraft kostet und manchmal Zweifel da sind. Das ist normal.
    Ich bin sicher, du hast alles richtig gemacht. Für dich! Und nur darum geht es.

    Liebe Grüße

    Liebe Community,

    ich würde gern eure Erfahrung und Meinung zu einem Thema einholen, das mich derzeit sehr beschäftigt:

    Mein Ex-Partner hat täglich zu Hause viel getrunken. Häufig ist er schon nachmittags in seinem Büro (hier im Haus) eingeschlafen oder saß abends, mit Handy und Weinglas in der Hand, schlafend auf dem Sessel. In den letzten Monaten vor der Trennung war er häufig schon beim Abendessen so alkoholisiert, dass er sehr verändert wirkte. Ich habe daher mit meiner Tochter über die Alkoholabhängigkeit ihres Vaters gesprochen, damit sie zuordnen kann, was sie erlebt und gesehen hat.

    Irgendwann wurde mir bewußt, dass mein Ex (weil er ja ständig trinkt) auch alkoholisiert Auto fährt. Man merkt es ihm aufgrund der hohen Alkoholtoleranz allerdings nicht an. Ich habe immer darauf geachtet, dass er nicht mit unserer Tochter fährt. Nun habe ich darüber keine Kontrolle mehr, wenn sie bei ihm ist. Daher habe ich ihm deutlich gesagt, dass ich nicht möchte, dass er mit ihr fährt, wenn er getrunken hat. Da er seine Sucht aber zutiefst leugnet, hält er sich daran nicht. Meine Tochter würde nie ablehnen mit ihm zu fahren.

    Daher frage ich mich, was ich tun kann. Wäre es eine Möglichkeit, dass ich ihn bei der Polizei melde? Aber bringt das was? Vielleicht gibt es auch andere Möglichkeiten, die ich nicht sehe? Freue mich auf eure Meinung!

    Wünsche allen einen guten Start in den Tag!

    Insgesamt würde ich sein Verhalten im Trennungsprozess bezeichnen als respektlos, feige, rückgradlos und niveaulos. Ob das der Alkohol aus ihm gemacht hat oder die Trennung oder beides oder ob das in seinem Charakter bereits so angelegt war, aber nicht zu Tage trat, das weiß ich nicht. Es ist traurig, den Mann verloren zu haben, der er mal war.

    Liebe Jana, ich kann mir vorstellen, dass der Alkohol deinen Partner so stark verändert hat. Mir ist es genauso gegangen. Am Ende unser Beziehung hatte ich den Eindruck, dass ein Fremder im Haus lebt.

    Meine Tochter hat es mal so treffend ausgedrückt. Sie sagte, dass sie so gerne mit Papa Zeit verbringt, aber nicht mit der „komischen Kopie von Papa“.


    Manchmal habe ich das Gefühl, dass der Mann, den ich damals kennen und lieben gelernt habe, gestorben ist.

    LG

    Liebe Jana , deine Nachricht tut gut.
    Wie sich doch die Geschichten ähneln. Und im Nachhinein ist alles so klar.
    Da bin ich manchmal fassungslos, wie akzeptiert Alkohol in der Gesellschaft ist und wie sorglos wir damit umgehen. Das führt ja dazu, dass man die Ereignisse erst zu spät hinterfragt.

    Eine Freundin hat mir das mit dem Ausräuchern auch vorgeschlagen. Ich glaube, dass ich es auch versuchen werde. Und wie du sagst, wenn es nur zum Spaß ist.

    Und die Blumen werde ich mir ab jetzt wöchentlich gönnen!:)

    LG

    Lieber Alex_aufdemweg,

    Danke für deinen Beitrag! Das bestätigt mich in meiner Einschätzung, die zur Trennung führte.

    Ich bin mittlerweile fest überzeugt, dass es erst starke körperliche Symptome braucht, damit er vielleicht irgendwann aufwacht.

    In manchen Artikel, die ich reichlich gelesen habe, wird von „hoch“ funktional gesprochen. Daher habe ich den Begriff benutzt.
    Für mich bedeutet es, dass im außen nichts sichtbar ist. Sogar enge Freunde, die ich Anfang des Jahres eingebunden habe, konnten es kaum glauben.

    Hätten wir keine gemeinsame 13-jährige Tochter, dann würde ich den Kontakt komplett abbrechen. Ich versuche es auf das Minimum zu reduzieren. Und du hast vollkommen recht. Es ist momentan das beste für mich. Ich kann diese komische Kopie dieses Mannes (so hat es meine Tochter ausgedrückt!) einfach nicht ertragen.

    Hallo Momo, es tut so gut zu wissen, dass es anderen Menschen auch so gegangen ist. Ich habe mir auch fest vorgenommen, dass ich zukünftig klarer meine Grenzen setzen werde und mir Kompromisse bei wichtigen Themen gut überlege.

    Ich fühlte mich manchmal so alleine mit der Situation, weil "im außen" niemand mitbekommen hat, was ich und meine Tochter uns regelmäßig ansehen müssten. Nach dem Schritt der Trennung habe ich festgestellt, was ich doch für einen wunderbaren Freundeskreis habe, den ich in der Zeit davor vernachlässigt hatte. Ich war ja so beschäftig damit, unsere Beziehung und den Alkoholiker (unbewußt) retten zu wollen.

    Mein Ex lügt sich und seinem Umfeld immer noch erfolgreich etwas vor. Manchmal ärgert mich das so sehr! Dabei weiß ich, dass ich viel mehr bei mir bleiben sollte.

    LG

    Hallo Sorrowful, es gab viele Momente, die mich im Nachhinein nachdenklich machen. Einiges hört sich sicher blöd an aber ist wirklich so gewesen:

    Mein Ex-Partner ist schon in den ersten 2-3 Jahren unserer Beziehung häufiger abends auf dem Klo eingeschlafen, was ich schon damals ekelhaft fand. Später ist er sogar am Tisch eingeschlafen, wenn wir Besuch hatten. Da hatte er schon beim Kochen so viel getrunken, dass der Wein zum Essen ihm den Rest gegeben hat. Da habe ich mich "fremdgeschämt". Die Abstände zwischen den Ereignissen waren aber so lang, dass ich sie gut verdrängen konnte.

    Er hat sich auf Feiern teilweise sehr betrunken, was ich für einen erwachsenen Mann, ungewöhnlich fand. Freunde fanden es lustig, dass sie ihm den Weg nach Hause zeigen mußten.

    Später waren es Trinkpausen, die wir uns gemeinsam vorgenommen hatten. Da war er in der Zeit so angespannt und verändert. Dass es etwas mit Symptomen einer Abhängigkeit zu tun haben könnte, das habe ich nicht gesehen.

    Ich bin erst wirklich aufgewacht, als ich Alkohol im Büro (Homeoffice) entdeckt habe, als ich wahrgenommen habe, dass er schon morgens trinkt.

    Das waren nur einige "red flags". Damit könnte ich ein Buch füllen. Ich bin mir kürzlich bewußt geworden, wie viele Situationen es gab und bin dann immer ganz erschrocken.

    Liebes Forum,

    ich war beeindruckt von den Beiträgen im öffentlichen Forum. Es erscheint mir hilfreich, sich mit Betroffenen (beider Seiten) auszutauschen. Ansonsten kann doch niemand wirklich nachvollziehen, was man als (Co-)Abhängige erlebt und erleidet.

    Ich habe 17 Jahre mit einem (heute) funktionalen Alkoholiker gelebt, mit dem ich eine 13jährige Tochter habe. Die letzte 2 Jahre waren sehr belastend. Ich habe erkannt, dass aus dem kritischen Konsum eine Sucht geworden ist und ich viele "red flags", die früh da waren, nicht richtig gedeutet habe.

    Ich habe mich im Frühjahr getrennt, um mich und meine Tochter zu schützen. Nun setze mich nun mit dem erlebten auseinander, was teilweise sehr emotional und schmerzhaft ist.

    Durch unsere Tochter sind wir nun weiter verbunden und ich überlege, wie ich damit in bestimmten Situationen umgehen kann.

    Ich würde mich sehr freuen, aktiv an der Community teilzunehmen und Erfahrungen auszutauschen.

    Herzliche Grüße