Wie schön liebe Blendi! Du klingst so viel aufgeräumter und positiver als am Anfang. Das freut mich sehr für dich- bleib dran und bleib bei uns . Herzlichen Glückwunsch!
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Wie schön liebe Blendi! Du klingst so viel aufgeräumter und positiver als am Anfang. Das freut mich sehr für dich- bleib dran und bleib bei uns . Herzlichen Glückwunsch!
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Ich erkenne da auch ein gewisses Muster. Seit ich meiner Mutter gesagt habe, dass ich abstinent bin, bietet sie mir dauernd was an. Schnapspralinen mochte ich nie und das weiß sie. Auf einmal bietet sie sie mir an mit den Worten ‚du wirst doch jetzt nicht so affig sein und da auch noch drauf achten‘. Und jedes Mal stellt sie mir ein Glas hin und wenn ich es wegstelle kommt ‚stimmt, du machst ja jetzt einen auf Alkoholfrei- wie lange eigentlich noch???‘
Rede ich mit ihr über das Thema ist sie super verständnisvoll und verspricht Unterstützung. Nur in der Praxis ist sie dann wie vernagelt.
So schlimm ein süchtiger Angehöriger ist, bei bestimmten Leuten bedeutet die Nüchternheit auch Machtverlust. Plötzlich hat da ein Partner kein schlechtes Gewissen mehr und stellt sogar Forderungen! Er ist wach, möchte mitreden und ist nicht mehr automatisch moralisch unterlegen.
Da bricht eine ganze Dynamik zusammen. Entweder man versucht gemeinsam eine neue Dynamik zu schaffen oder man geht getrennte Wege.
Kindern kann man gut erklären, dass man nichts mehr mit Alkohol zu sich nehmen darf. Die sollen zwar keine Verantwortung übernehmen, aber dann kann man sagen:‘ toll dass du an mich gedacht hast, aber das Tiramisu darf ich leider nicht mehr, da ist leider Allohol drin.‘
ich solle mich nicht so anstellen.
Solche Sätze machen mich wütend. Dich nicht?
Ich bin kein sehr spiritueller Mensch, aber ein Mensch der geliebt wurde und an den erinnert wird ist noch präsent.
In welcher Form entscheidet jeder Trauernde für sich.
Du bist noch ganz am Anfang deiner Trauer. Schön dass dieser Gedanke dir jetzt schon ein wenig Trost geben kann.
Trotzdem ärgert mich das Gefühl das er mir gibt, dieses "ihm nicht genügen" "ihm Probleme bereiten" macht mich wütend und gleichzeitig sehr traurig, obwohl ich lang schon kein Kind mehr bin.
Keine Sorge. Es machte auch nicht den Eindruck, dass er böse ist. Ärgern darf man sich ja trotzdem. Ist ja auch immer etwas der Ärger über sich selbst, weil man in dieser Kinder-Rolle agiert, die man eigentlich gar nicht haben will. Das sind Familiendynamiken, die sicher viele kennen.
Ich kann deinen Ärger total gut verstehen. Im Grunde bezieht er deine Sucht auf sich und das ist nicht fair. Was bricht ihm schon für ein Zacken aus der Krone, wenn er mit der Tochter Kaffee statt einen Aperitif trinkt.
Ich kenne das von meiner Mutter, die zwar genau weiß was Sucht bedeutet, aber ständig ‚aber einen Sekt aus Höflichkeit wirst du ja wohl‘ trompetet.
Es ist unsere Nüchternheit - unsere ganz allein. Wir sind verantwortlich dafür dieses neue nüchterne Leben schön auszufüllen und uns vor einem Rückfall zu schützen.
Auch wenn manche Eltern auch bei 50jährigen Kindern noch nicht begreifen, dass sie es mit eigenständigen Menschen zu tun haben, sollten es doch wenigstens die erwachsenen Kinder tun.
Schreibt sie weise und stampft bei der nächsten blöden Bemerkung von Mutti mit dem Füßchen auf und rennt heulend ins Zimmer.
Diese Dynamik zu durchbrechen übe ich gerade sehr! Schwer ist das und klingt nach Psycho- ist aber Realität in vielen Familien.
Sorry, ich jammere gerade weil ich mich selbst nerve;-)
Das ist doch ok. Wichtig ist, dass sich die Einstellung verändern muss. Ständiger Verzicht ist schwer auszuhalten. Aber etwas was man sich regelrecht abgewöhnt hat und eventuell gegen etwas anderes wirklich schönes ersetzt, vermisst man nicht.
Denke drüber nach und habe keine Hemmungen dein dich selber nerven zu teilen!
Bei meinen Eltern wurde auch das Haus von einer Entrümplungsfirma ausgeräumt. Das ist gar nicht so teuer und spart sehr viele Nerven!
Man kann auch in der Sonne sitzen und ein Eis essen, einen Kaffee trinken, eine Limo, gar nix. Gemütlich ist es trotzdem.
Ich kenne diese Verknüpfung von Aperol Spritz und Sommergefühl, aber im Grunde ist das eine Mischung aus Sucht und Marketing von Aperol.
Sonne ist wunderschön- was hat das mit dem Zeug zu tun, das ich auch immer gerne getrunken habe, aber das mir eigentlich gar nicht schmeckt.
So ein Bitter Lemon mit ordentlich Zitronensaft, bisschen Sprudel und etwas Minze, auf Eis. Das schmeckt tatsächlich und ist völlig alkoholfrei.
Verknüpfungen verändern ist eine stete Aufgabe, die wir alle bewältigen müssen.
Lieber Sebi,
Jetzt hab ich eine Nacht drüber geschlafen und verstehe Deine Haltung zu ihr noch nicht ganz. Sie scheint Pegeltrinkerin zu sein, was du schnell mitbekommen hast. Ja, Menschen die süchtig sind, machen bescheuerte Dinge- meist um die Sucht zu vertuschen.
Aber es sind Menschen mit Würde und eigenem Willen.
Du scheinst den Respekt vor ihr verloren zu haben und andererseits willst du ihr helfen, dann findest du das ganze wieder ‚interessant‘. Dann bist du wieder wütend.
Meine Frage bleibt die gleiche. Was wünschst du dir? Was sind deine Erwartungen?
Diese Fragen musst du dir vor dem realistischen Hintergrund stellen, dass sie Alkoholikerin ist und gerade so tief drin, dass sie nicht morgen einfach aufhört.
Bevor du mit ihr sprichst oder sie sogar beschimpfst muss dir deine eigene Haltung klar sein. Willst du Bedingungen stellen? Z.b. ‚wenn wir uns treffen will ich dass du nüchtern bist‘
Was sind die Konsequenzen wenn diese Bedingungen nicht eingehalten werden und bist du bereit diese Konsequenzen auch wirklich durchzuziehen? Leere Drohungen und wüste Beschimpfungen sind völliger Blödsinn und heizen nur die Atmosphäre auf.
Und hier geht es nicht um Erziehung sondern darum, wie es dir damit geht und welche Art Beziehung du unter welchen Umständen willst.
Was ist deine Position?
So. Jetzt liegen die Karten auf dem Tisch. Du bist seit einem Jahr mit einer trinkenden Alkoholikerin zusammen, die das nicht erst seit gestern ist.
Du hattest Angst, dass du dir das alles nur einbildest, aber der Zahn ist vermute ich gezogen.
Die magischen Worte, mit denen man den Spuk beendet haben wir dir auch nicht verraten können- ganz im Gegenteil, die gibt es nicht- das wissen hier alle.
Jetzt ist es an dir zu überlegen was für dich die Konsequenz aus dieser Sachlage ist. Schlaf mal ne Nacht drüber- war jetzt viel Info auf einmal.
Ist da nicht ein Widerspruch? Wenn Du das Saufen als Spaß empfunden hast und Dir auch nicht vorstellen konntest, dass es die anderen fertigmacht - wofür hast Du Dich dann geschämt?
Das ist ein totaler Widerspruch und genau das ist der Punkt. Vordergründig habe ich behauptet, saufen ist Spaß und Party. War es aber schon lange nicht mehr.
Natürlich wusste ich dass Alkoholismus für Angehöriger furchtbar ist- meine eigene Oma war Alkoholikerin und alle haben gelitten.
Nur bei mir war da ein blinder Fleck. Ich wollte nicht wahrhaben dass ich Alkoholikerin bin. Ich habe nicht jeden Tag getrunken und auf der Arbeit z.B. war ich nie auffällig, weil ich erst abends getrunken habe.
Dass ich jedes Wochenende entweder besoffen bin oder den Kater ausschlafe habe ich mir schön geredet.
Mir wurde explizit gesagt, dass ich Trinke, dass meine Tochter sich schreckliche Sorgen macht. Ich tat das als übertrieben ab. Obwohl ich ganz tief drin sehr gut wusste dass ich süchtig bin und aufhören muss.
Ich hab mich da total belogen. Daher auch diese permanente weggedrängte Scham.
Was mich interessiert: Hat man als nasser Alkoholiker ein Bewusstsein für das, was man tut ? Was denkt man, wenn man damit konfrontiert wird ? Schämt man sich am nächsten Tag ? Lebt man da in einer Parallelwelt 8wegen der ganzen Lügen, auch was die ganze Lebensgeschichte betrifft), weil man mehr betrunken als nüchtern ist ?
Ich kann es dir nur für mich als Alkoholikerin beantworten ohne dass ich weiß ob das auf sie übertragbar ist.
Nein. Man weiß nicht was man tut- vor allem nicht was man anderen damit antut. Man glaubt das eigene saufen ist Privatsache und geht keinen was an.
Dass es das Umfeld total fertig macht kapiert man null. Außerdem wird die Sucht heruntergespielt. Immer werden Gründe zum saufen gefunden. Wenn sich einer beschwert oder mahnt- hysterische Spaßbremse. Auf diesem Auge war ich komplett blind. Da kannst du toll argumentieren, mit Liebe oder Drohungen kommen- hilft leider alles nix.
Ja, Scham war schon da- übermächtig! Hab ich verdrängt oder weggesoffen. Von außen kam da keiner ran. Ich wollte das am Ende nicht mehr. Ich ganz allein. Erst dann begriff ich was ich meinem Umfeld damals angetan hab
Du kannst schauen, was genau dich stört und was du daran nicht willst. Dann klare Ansagen und konsequentes handeln.
Bleib bei dir. Was möchtest du und wo sind deine Grenzen?
Entschuldige aber Saufziege ist fast schon süß.
Alkoholsucht ist eine schwere Erkrankung. Lügen gehört leider dazu.
Nur das mit dem blockieren bekomme ich noch nicht hin... warum ich habe keine Ahnung..... das
So negativ es ist- es ist das was man kennt. Und das endgültig loszulassen ist schwer. Ich weiß von was ich rede!
Um zu ergründen, warum du (und ich übrigens auch) anfällig für diese fordernden Beziehungen bist, musst du schauen was du gelernt hast. Bei mir war es ganz klar die Botschaft ‚Liebe gibt es nicht umsonst‘. Ich dachte wenn ich ganz viel für meinen Partner tue, wird er mir das eines Tages danken.
Aber nein. Es wird gerne genommen und der Respekt geht weg/ ich werde ausgenutzt.
Den eigenen Wert erkennt man nicht durch andere. Den setzt man.
Schöne Worte die mir selbst sehr schwer fallen, aber ich habe das Blockieren immerhin geschafft- 10 Jahre nach der Trennung.
10 Jahre früher hätte mir viel Ärger erspart. Mach es besser!
Daher meine Frage an Euch: bin ich verrückt ?
Nein, dann wären sehr viel Co-Alkohloker hier verrückt. Erst mal kurz: Ich glaube du bist hier sehr richtig. Demnächst wird sich ein Moderator um dich kümmern und dir alles erklären. Lies bis dahin gerne ein paar Geschichten bei den Co-Alkoholikern durch und du wirst sehen, wie viele Menschen es gibt, die genauso an ihrer Wahrnehmung zweifeln wie du. Und noch ein schöner Effekt: Gleichzeitig wirst du von außen sofort sehen können, dass es da gar keine Zweifel gibt.
Gutes Ankommen dir!
Und auch als ich aufgehört habe, habe ich mich als Missbräuchler gesehen. Riskantes Trinkverhalten, OK. Auch erst als ich nüchtern war, habe ich mir eingestanden, dass ich den Alkohol brauchte.
Also ich habe schon gesehen, dass da ein Problem war, aber Alkoholismus war für mich einfach etwas Anderes.
Exakt so bei mir. Trotzdem: Ein Partner der mich vor die Wahl gestellt hätte ‚der Alkohol oder ich‘ hätte schlechte Karten gehabt. Aber selbst das hätte ich mir schön geredet mit ‚so eine Spaßbremse brauche ich nicht‘.
Glückwunsch auch von mir 💐
Ich erkenne mich in deinem Verhalten ein wenig wieder. Ich war 15 Jahre in einer völlig kranken Beziehung gefangen- ohne Alkohol aber mit ähnlichen dynamiken.
Er hält dir das Stöckchen hin und du springst drüber. Immer und immer wieder. Ganz tief in dir drin gefällt dir diese Opferrolle auch. Er ist durch und durch indiskutabel- das weißt du selbst. Aber wenn du jetzt alles erträgst und immer zu ihm hältst wird er dir am Ende ewig dafür danken und dich auf Händen tragen. Not! Aufwachen Prinzessin, das ist DEIN Leben, das du dir selbst versaust, weil du immer wieder diese wirklich durch und durch nicht hilfreiche Type rein lässt.
Warum erzählt die Nachbarin dir jeden Schritt? Hast du nicht den Kontakt abgebrochen um NICHT mehr zu wissen, mit wem er was hat, was er säuft und wann er sich den dummen Kopp stößt???
Der Geburtstagsgruß war wie bei uns Alkoholikern der EINE Schluck aus Höflichkeit weil die Oma Geburtstag hat. Einfach lassen. Blockieren und Nummer löschen. Die Nachbarin hilft dir auch nicht mit ihren Geschichten- sie soll das auch lassen.
Du musst das nicht alles wissen müssen. Du weißt genug um endlich auszusteigen.
Ich habe am Schluss den Rausch den ich wollte, gar nicht mehr erreicht. Ich trank, fühlte mich nach 2-3 Bier immer noch nüchtern und irgendwann ging ein Schalter um und ich war völlig weg. Filmriss. Ob ich da ein Rauschgefühl hatte, weiß ich nicht mehr. Ein Bier und dann aufhören ging noch. Spätestens nach 3 war der Schalter umgelegt und ich soff bis zum Anschlag.
Körperlich sind alle Symptome zurückgegangen. Die Äderchen nicht mehr so rot, die Ringe unter den Augen nicht mehr so dick, der Bauch komplett weg, die seltsamen Sprachstörungen sind auch verschwunden. Die Leberwerte waren immer (noch) in Ordnung.
Aber am besten ist, dass dieses Gefühl von ständiger Scham und Überforderung weg ist. Ich bin so viel gelassener und bekomme gleichzeitig viel mehr auf die Kette. Stehe problemlos und sogar gerne früh auf- brauche eigentlich gar keinen Wecker mehr. Ist ja kein Wunder- ich gehe immer früh schlafen- auch am Wochenende. Es gibt keinen Grund mir die Nächte um die Ohren zu schlagen.
Und noch was ist neu und würde mich interessieren ob es bei euch auch so ist: ich suche weniger Bestätigung im Außen. Früher wollte ich ständig beeindrucken, von Leuten nett oder toll gefunden werden, flirtend ausprobieren wie ich ankomme.
Das ist komplett weg. Ich quatsche immer noch gerne mit Leuten- auch mit fremden an der Kasse oder so, aber ob das jetzt ne Omma ist oder ein attraktiver Mann ist mir total wumpe. Ich tausche mich gerne aus, aber bin weniger darauf aus, dass ich gut ankomme. Verrückt.
Tag 6 ohne Kontakt
Super! Je länger duves aushältst desto schwächer wird die ‚Sucht‘ nach Kontakt mit ihm. Schreib hier, das hilft.