Beiträge von AnnaBlume

    Ich kann deine Entscheidung auch gut verstehen. Bei mir im Job wissen alle nur, dass ich keinen Alkohol mehr trinke- sonst nix. Jeder entscheidet ja selbst wo und wem man sich offenbart.

    Klar- die wichtigsten Angehörigen sollten schon informiert sein, aber der Rest ist ganz individuell.

    Verstehe ich richtig, dass er drüber nachgedacht hat den Sessel abzufackeln???

    Das ist wahrlich krass. Hoffentlich findet er schnell jemand neuen- scheint ja sein Schema zu sein. Aber Vorsicht! Mein Ex hat trotz neuer Beziehungen 10 Jahre weiter gestalkt. Also bitte jede noch so kleine Annäherung sofort dokumentieren und im Zweifel die Polizei einschalten.

    Noch ein Tip: Man darf ohne Begründung einer Person Hausverbot erteilen. Das geht auch formlos per WhatsApp oder so. Dann hat man eine Handhabe wenn er auftaucht.
    Mein Ex lungerte dann halt außerhalb des Grundstücks rum und nicht mehr im Garten, aber immerhin.

    Zwischen den Zeilen lese ich, dass es sich hier weder um eine langjährige Beziehung noch um die große Liebe handelt. Ok er ist praktisch, aber das schaffst du schon.

    Guck dass jemand seine Hunde versorgt und gehe ohne lange Gespräche. Ein kurzes ‚Ich will nicht mehr mit dir zusammen sein‘ reicht. Klingt kalt, aber ist auch für ihn besser. So lange er seine Sucht nicht einsieht sprecht ihr sowieso verschiedene Sprachen (hier sogar doppelt).

    Rette dich und mach dir ein schönes Leben ohne ihn.

    Herzlich willkommen auch von mir. Ich bin trockene Alkoholikerin auch mit Kindern und fühle mit dir.

    Das tollste an der Abstinenz ist, dass man nicht mehr dieses Gefühl hat bei Schule, Großeltern, Arbeit von ‚wenn ihr wüsstet‘.

    Außerdem meldet meine Tochter rück, dass ich viel geduldiger und ausgeglichener bin ‚ein neuer Mensch‘. Auch wenn du getrunken hast als die Kinder schon im Bett oder in der Schule waren- es macht einen Unterschied!

    Du klingst klar und aufgeräumt. Deine Angst vor dem Jobwechsel kann ich nachvollziehen, aber tendiere zu der Stelle in der Praxis. Allerdings bin ich auch selbst ein äußerst Veränderungsfreudiger Typ und will dir das nicht aufdrücken. Immer dem Gefühl nach- ohne Alkohol kannste dich auch wieder drauf verlassen (außer wenn die Suchtstimme laut wird- die gilt es zu bändigen). Weiter so- das klingt echt gut bei dir!

    Glückwunsch zur neuen Freiheit! Wahrscheinlich überwiegt erst mal die Erschöpfung, aber vor den Spiegel treten und dieser Kämpferin mal laut DANKE zurufen wird wohl drin sein.
    Wechsle unbedingt das Schloss und stelle nachts die Klingel ab. Falls es mit der umgehenden Akquise der Nächsten nicht klappt, könnte da, wenn die Hemmungen fallen (und das tun sie ja regelmäßig) nochmal eine ‚Charme Offensive‘ kommen.

    Aber Wurscht, haste toll gemacht- Hut ab!

    In Therapie und mit Abstand wird Vieles hinterfragt, auch manchmal die Beziehung. Warum stellst du dich dann weiter in täglichen Gesprächen zur Verfügung? Und was macht dich so sicher, dass du diese Beziehung noch willst?

    Vielleicht solltest du mal ganz bei dir bleiben, ein paar Tage weg fahren und eben mal keinen Kontakt zu ihm haben. Nicht im Sinne von ‚soll er doch mal sehen‘ sondern ‚wo stehe ich eigentlich gerade‘.
    Bis zu dieser LT hattest ja sicher auch du eine harte Zeit. Ist es nicht auch irgendwie schön, dass er gerade weg ist?

    Vielleicht braucht ihr beide ein wenig Zeit jeder für sich. Und wenn ihr euch noch liebt, findet ihr auch wieder zusammen- aber forcieren und Vorwürfe machen bringt da nix. Verwende diese Energie lieber für dich selbst. Tu dir was Gutes. Schau was dir die Welt außerhalb dieser Paarbeziehung zu bieten hat!

    Erst mal aus Sicht einer trockenen Alkoholikerin: Als ich nass war, dachte ich keiner merkt was. Selbst wenn mich jemand ansprach, dachte ich ‚wegen der drei Bier‘- es waren nie ‚nur‘ drei, aber ich glaubte schon selber an meine Lügen.

    Offenbar ist es für sie gerade erträglicher, wenn sie auch an die Lügen glaubt. Du bist da wie das Kind bei des Kaisers neue Kleider, das die Wahrheit ausgesprochen hat.
    Und so störst du gerade das System.

    Irgendwie kann man niemanden in dieser Konstellation richtig Vorwürfe machen. Er ist suchtkrank, sie völlig überfordert, du irgendwie auch, was völlig verständlich ist.

    Bleib im freundlichen Abstand und warte die Entwicklung ab. Und was wer über wen von außen denkt, sollte allen Beteiligten herzlich egal sein. Ist es meistens nicht und das ist Teil der Misere.

    Liebe Vroni,

    Situationen, wie du sie beschreibst habe ich in den letzten Jahren duzende erlebt. Mein Kind ist auch abhängig, psychisch krank und bricht immer wieder den Kontakt ab.

    Oft weiß ich nicht wo sie gerade lebt und ob überhaupt. Ich liebe mein Kind genau wie du deinen Sohn, aber über die vielen Jahre in dieser Situation, habe ich für mich entschieden Abstand zu halten. Ich kann ihr nicht helfen- daran sind schon unzählige Profis gescheitert. Ich kann nur dafür sorgen, dass ich darüber nicht auch noch kaputt gehe.

    Ich finde nicht dass du dumm oder naiv bist. Du willst das Beste für deinen Sohn- nur er kann es gerade nicht wollen.

    Deshalb bleibt dir nur der Weg raus aus der Situation. Es klingt hart aber ich finde gut, dass er weit weg wohnt und nicht wie mein Kind plötzlich völlig zugedröhnt vor der Tür steht, um Einlass bittet und dann durchdreht, so das die Polizei kommen muss.

    Formuliere klar und deutlich dass du ihn liebst, aber den Weg der Drogen nicht mit ihm gehen wirst. Abstand, Abstand, Abstand!

    Ich verstehe dich so gut und lass dir mal eine herzliche Umarmung da.

    Ich finde du hast richtig gehandelt, offen mit ihr zu sein. Vielleicht hat sie es falsch verstanden und sich gedrängt gefühlt, sich aus der Situation zu befreien und ist dazu noch nicht bereit.

    Du kannst gerade nichts tun außer ihr zu signalisieren, dass du noch da bist und sie dich als Freundin hat, falls sie doch offen sein möchte. Dazu braucht es Geduld und los lassen und nur du weißt ob du dazu bereit bist.

    Wichtig ist zu wissen, dass man nicht nur ihn nicht von außen trocken legen kann, sondern auch sie muss selbst spüren, wann das Maß voll ist. Dann wird sie sicher eine Freundin wie dich brauchen.

    Gut wenn Profis ins Boot kommen. Lass dich beraten und bleibe klar in deiner Haltung. Beschränke am besten den persönlichen Kontakt auf das Nötigste- schont die Nerven.

    Ich habe meinen Ex leider ein Jahr lang nicht aus dem Haus gekriegt, aber wir waren auch verheiratet.

    Zum Thema gibt es eine tolle Szene im Buch ‚die Wut die bleibt‘ von Mareike Fallwickl. Das ist eine Räumung nach meinem Geschmack- in deiner jetzigen Situation ein unbedingter Lesetipp!

    Letztes Jahr dachte ich noch, ich wäre angekommen in meinem Leben. Jetzt starte ich wieder neu durch

    Hier bin ich mal kurz gestolpert. Warum brauchst du ihn um in deinem Leben anzukommen? Was genau startet neu?
    Der Glaubenssatz ‚Ich lebe nur mit einer Beziehung richtig‘ macht vieles schlimmer.
    Bei sich selber ankommen, heißt bei sich selber ankommen- nicht bei irgendeinem Kerl. Für den Heilungsprozess und für alles was jetzt noch an Ärger mit ihm kommt ist essenziell bei DIR zu bleiben.
    Eine neue Frisur? Cool wenn du dich dann schön findest, aber bitte nicht damit ‚er sieht was er verloren hat‘.

    Es ist wichtig was DU nicht verlieren willst! Die Achtung vor dir selbst, Deine Freiheit, ein Leben mit Deiner Tochter ohne Terror. Feier das gerne wie einen Neuanfang, aber nicht mit ihm als imaginären Zuschauer.

    Soll er ‚die Kollegin‘ nerven- Du führst ab morgen dein eigenes Leben. Freu dich drauf!

    Ich denke auch, dass die vernünftigste Lösung eine räumliche Trennung wäre. Er ist Abhängig und daran kannst du nichts ändern. Vielleicht ist der Schritt noch zu groß, aber innerlich kannst du schon Schritte in die Distanz gehen.

    Mir hilft es manchmal, Dinge die ich für mich klar haben will, vor dem Spiegel laut auszusprechen. ‚Ich bin nicht für ihn verantwortlich‘ oder so.
    Vielleicht hilft es auch im Kopf durchzudenken, mit welchen baulichen Maßnahmen die Wohnung vermietbar wäre, damit du dir eine eigene Wohnung leisten kannst (mit Abstand!).

    Erst mal ist es nicht ‚sein Haus‘ sondern der Familienwohnsitz- egal was im Grundbuch steht. Wenn ihr verheiratet seid, kann er dich rechtlich gar nicht raus schmeißen.

    Alle sagen es und ich wiederhole es: Unbedingt professionellen Rat einholen! ‚Ich nehme dir die Kinder weg‘ ist eine hundsgemeine Drohung und den Kindern gegenüber auch nicht fair.

    Sammle heimlich Beweise für sein Verhalten, falls es mal vor Gericht gehen sollte. Protokolliere sämtliche Ausfälle, auch damit du sie selbst lesen kannst wenn er wieder auf ‚lieb‘ schaltet, was gut sein kann.

    Lass dich nicht verunsichern und hole dir Menschen an die Seite, die dich stärken.

    Sollte wirklich Gewalt ins Spiel kommen- keine falsche Scham und sofort die Polizei alarmieren!

    Alkoholiker können nicht kontrolliert trinken. Punkt. Aber schau lieber auf dich als auf ihn- das ist grässlich ungewohnt für jemanden, der permanent auf Acht ist, wie ER heute drauf ist, ob ER getrunken hat oder nicht.

    Das ist wie ein Sog- alles dreht sich um den Süchtigen. Er versteht das am wenigsten und reagiert genervt, dich macht es gleichzeitig fertig.

    Vielleicht kann eine gute Suchtberaterin dir dabei helfen, dich selbst wieder in den Focus zu nehmen und dir ein gutes Leben zu ermöglichen- darum geht es.

    Ich kann schon nachvollziehen, dass es viele Ansätze bei der Begleitung von abstinenten oder trockenen Alkoholikern gibt, die den Begriff ‚Alkoholiker‘ vermeiden.

    Mir hat das erst mal auch besser gefallen. Der Begriff ist ja heftig stigmatisiert. Leider habe ich in meiner Auseinandersetzung mit der Sucht festgestellt, dass dann doch viele Alkoholiker Klischees auch auf mich zutrafen.

    Ich war zwar gepflegt und zuverlässig am Arbeitsplatz, aber ich habe auch viele Dinge getan, für die ich mich bis heute fürchterlich schäme- auch jenseits der üblichen Saufstories.
    Und ich glaube, das ist der Punkt, der mir geholfen hat, auch in Gedanken trocken zu werden.

    Ich habe erkannt, dass ich durch den Alkohol ein anderer Mensch wurde- ganz allmählich über die Jahre des Saufens. Auch wenn ich gerade nix getrunken hatte, war ich eben nasse Alkoholikerin und verhielt mich auch so.

    Jetzt bin ich nicht wieder ‚die Alte‘ sondern trockene Alkoholikerin. Weil mich diese Erfahrung geprägt hat, meine Verarbeitung von Betäubungsmitteln aller Art verändert hat und weil ich nie wieder Alkohol trinken werde- auch nicht in kleinsten versteckten Mengen.

    Deshalb empfinde ich heute den Satz ‚ich bin Anna und ich bin Alkoholikerin‘ den ich hier im Forum das erste Mal formuliert habe, als Wendepunkt in meinem Leben.

    Einen schönen Weg wünsche ich dir!

    Es ist so wichtig Profis im Boot zu haben. Ich kenne beide Seiten. Als Alkoholikerin hätte mich niemand von außen stoppen können- sogar meine Kinder nicht, die es auch mit professioneller Unterstützung versucht haben.
    Als Angehörige kommt man in die Zwickmühle, sich entscheiden zu müssen für sich und die Kinder und gegen die Aufrechterhaltung des Suchtsystems. Das fühlt sich mitunter wie unterlassene Hilfeleistung an, noch dazu bei einem Menschen den man eigentlich liebt.

    Da ist es wichtig, jemand neutralen zu haben, der im Zweifel 100 mal sagt ‚Du machst das richtig‘. Natürlich finden die Kinder es grausam, den ‚hilflosen‘ Vater vor die Tür zu setzen- sie sind ja mittendrin im System und haben natürlich Mitleid.

    Schon deine Formulierung ‚ich musste ihn schlafend von der Bushaltestelle abholen‘ - das war für dich völlig selbstverständlich. Ich als Außenstehende dachte ‚nö, muss sie nicht‘. So lange nicht -10 Grad sind oder er in akuter Lebensgefahr (dann wäre ein Krankenwagen angebracht) musst du da gar nix.

    Ich wünsche dir einen guten Weg in eine gute Lösung für dich und deine Kinder. Ob er da noch dazu gehört, liegt ganz alleine in seiner Hand.