Hallo ihr Lieben, ich möchte euch berichten, wie es mir ergeht, da ich sehr viel Zuspruch in den letzen Wochen von euch bekommen habe.
Ich bin ja an meinem Punkt angekommen, an dem ich dieses selbstzerstörerische Verhalten meines Mannes nicht mehr aushalten konnte, dann kam er akut mit Notarzt usw ins Krankenhaus...Meine Welt stand Kopf und das war wirklich der Punkt, an dem ich körperlich fast gebrochen wäre.. aus Angst, aus Wut, aus Erschöpfung.
Ich lag nicht falsch mit meiner Vermutung - er hatte wirklich etwas an der Bauchspeicheldrüse, jedoch gutartig und konnte per OP entfernt werden. Die anfangs ungewisse Diagnose hat ihm Todesangst gemacht und siehe da - seit der OP also gut 2, 3 Wochen trinkt er nun keinen Alkohol mehr (es stehen auch noch Kontrolluntersuchungen an)..
Ich war ja eine Woche weg mit den Kindern (schon länger geplanter Urlaub/ Auszeit) und habe gehofft, dass mein Kopf zur Ruhe kommt.. Ich war sehr entschlossen und wäre dieser Krankheitszwischenfall nicht passiert, wäre ich gegangen, das weiß ich fix! Nun zögere ich und weiß nicht warum oder wie ich das einordnen soll..Einerseits klar, es ist die Hoffnung, dass das Thema Alkohol jetzt vom Tisch ist-oder ist es wieder nur leere Hoffnung? Kann es sein, dass man eine Sucht "so leicht" hinter sich lässt? Er sagt,dass sie im Krankenhaus nichts davon wussten und dass er keine Entzugserscheinungen hatte? Daheim zitterte er aber bereits nachmittags, wenn er nichts zu trinken hatte.. Ich will nicht wieder so naiv sein, ich bin aber dennoch unsicher.. andererseits ärgert es mich sehr- 2 Jahre lange habe ich gebetelt und gefleht, dass er aufhören soll für uns, seine Familie und das nahm er nicht ernst und jetzt soll das so einfach sein? Er trinkt jetzt am Tag sicher 5 alkoholfreie Bier, Alkohol habe ich keinen gesehen bislang.
Und ich kann überhaupt nicht damit umgehen, dass er jetzt so tut, als wäre die Welt in den letzen 2 Jahren in Ordnung gewesen. Ich führe mir immer wieder vor Augen, wie oft ich geweint habe, wie verzweifelt ich war und das wird jetzt so dargestellt als wäre es nicht so schlimm gewesen. Gerade heute meinte er, dass er ja völlig abgestempelt sei, nur weil es eine Zeit lang zu viel war?! 🫣 Ich weiß dass er sehr gut manipulieren kann und dass er mich so fast wieder kriegt... Und wieder bin ich die, die das Problem hat und deswegen ist unsere Ehe schlecht. Er macht mir plötzlich solche Vorwürfe, dass ich und die Kinder alles mit meinen Eltern machen und nicht wir 4 als Familie. Dass das aber deshalb so ist, weil ich sonst immer alleine gewesen wäre und weil er sowieso nie konnte, das ist jetzt alles vergessen.
Es macht mich so wütend und trotzdem habe ich jetzt wieder dieses schlechte Gewissen, alles zu "früh" abgehakt zu haben... kann das jemand verstehen ? Und die Frage nach Liebe? Die kann ich auch nicht beantworten, so als wäre da Leere.. Ich weiß nichts mehr.. aber glücklich bin ich so auch nicht. Alles vergessen und verzeihen? Ich weiß nicht ob ich das kann und es fühlt sich auch falsch an. Da ist diese Angst vor der nächsten Enttäuschung.
Und irgendwie hat mir diese große Krise schon gezeigt, dass ich mein Leben überdenken muss. Und nur nichts trinken reicht mir jetzt irgendwie nicht mehr. Ich würde mir wieder Zuneigung, Respekt, all das was zu einer guten Ehe dazugehört wünschen.. Aber ob das nochmal zurückkommt nach all dem was passiert ist? Wie ist es so manchen von euch ergangen, die auch an so einem Punkt waren?
Ich bin sehr ratlos, leer, erschöpft irgendwie...