releaseme - Wie soll es weitergehen?

  • Hallo releasme,

    er manipuliert dich nach wie vor.

    Er redet dir Schuldgefühle ein und macht dir Angst. Und Angst und Schuld sind seeehr gute Mittel um dich, um jeden Menschen, weichzuklopfen.

    Was sagen denn die Beratungsstellen dazu? Zu seinen Drohungen, Aussagen.

    Ich hoffe dass du die Kraft aufbringen kannst, dich nicht mehr in Diskussionen mit ihm einzulassen. Denn nur deswegen kann er dich so manipulieren. Du bist nicht verpflichtet, dich in irgendwelche Gespräche reinziehen zu lassen. Du bietest ihm dadurch nur immer wieder eine Angriffsfläche.

    Und das nimmt dir jedes Mal Energie, die du für andere Dinge, für dich und die Kinder brauchst.

    Wenn er anfängt zu reden und es nicht um Terminabsprache geht, wenn er wieder seine Leier anfängt zu erzählen, kannst du die Tür zumachen, dich umdrehen und weggehen, "Stopp" schreien. Wenn er dann anfängt zu randalieren darfst du die Polizei holen. Das sind Grenzen und die darfst du setzen, das ist dein gutes Recht.

    Ich schick dir ganz viel Mut und Kraft dafür dass du das schaffst. Grenzen zu setzen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • So diese Woche ist es soweit - der Scheidungstermin steht an. Und nachdem er am Wochenende nochmal richtig gegen mich geschossen und noch immer felsenfest der Überzeugung ist, dass er nie ein Alkoholproblem hatte kam heute die Wende: er stimme der Scheidung zu, er will aber ums Haus kämpfen und mir keinen Kindesunterhalt etc zahlen und nötigenfalls alles dran setzen, dass keiner von uns da Haus halten kann..

    Ich bin gerade so zerstört. Jetzt ist es wohl so, dass ich bald geschieden bin- ja, ich müsste mich "freuen" - kann ich aber nicht. Ich habe dauernd diese Bilder im Kopf wie es hätte sein können. Und ich denke manchmal, dass er mir sehr fehlt. Natürlich nicht diese Version von ihm sondern diese von früher und da ist so ein Trennungsschmerz gerade. Ich kanns nicht glauben, dass es soweit gekommen ist. Und dass er bis heute nichts einsieht. Ich hätte es mir so gewünscht...einfach mal ein Entschuldigung... Jetzt ist es dann entgültig und ich konnte es nicht ändern, nicht aufhalten, nicht das Ruder rumreißen.. jetzt gerade sehe ich wieder nur alles was ich verloren habe... Es fühlt sich einfach schrecklich an... mein Mann hat keine Einsicht und mir bleibt nicht übrig als zu gehen, obwohl ich es gar nicht wollte...:-(

  • Das ist doch völlig verständlich. Dein Traum ist geplatzt und du hast dir das alles mal ganz anders vorgestellt.

    Ich denke, das wird sicher noch eine Weile dauern, bis du das alles verarbeitet hast und damit abschließen kannst.

    Dein Ex dreht immer noch völlig am Rad, er erzählt doch quasi nun schon seit Monaten fast jeden Tag / jede Woche was anderes?

    Vielleicht hilft es dir, wenn du immer wieder an die wirklich schlimmen Situationen denkst und weniger an die früheren Zeiten.

    Eine organisatorische Frage - wie geht das, dass ihr so schnell den Scheidungstermin habt. Ich dachte immer, das Trennungsjahr wäre Pflicht? Und wie geht das mit dem Termin, wenn eigentlich noch nichts geregelt bezüglich Unterhalt, Haus, Versorgungsausgleich etc.? Da dachte ich, das müsste vorher alle geregelt sein.

  • Ich sende dir auch mal ein riesen VerständnisPaket für dich und deine Situation. Auf dass du Hilfen/Unterstützung findest und diesen TrauerTrennungsProzess durchschreiten kannst in eine entspanntere Zukunft. Ich wünsche es dir von ganzem Herzen ♥️

  • nu beruhige dich erst einmal. mein mann hatte in seinem versoffenen schädel auch so herrliche phantasien was er alles machen wird um mir zu schaden. der richter hat ihm dann schon erzählt was er zu zahlen hat und wie das mit dem ausziehen aus dem haus ist. und letztendlich hat ihm dann auch sein suff davon abgehalten irgend etwas umzusetzen. viel blabla aus gekränkter eitelkeit und natürlich der verdrehten wahrnehmung durch den suff.

    steiger dich nicht in ängstliche gedanken die wahrscheinlich sowieso nie wahr werden. das nimmt dir nur die kraft zum handeln. lerne die probleme dann anzugehen wenn sie real vor dir stehen und konstruiere dir nichts aus blödem blabla. das ist oft nicht einfach, das ist mir bewußt. aber man kann es eben sehr bewußt üben indem man sein denken ansieht als wenn man neben sich steht. das hilft ganz gut sinnvolle gedanken von unsinnigen zu sortieren.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Da läuft wahrscheinlich viel unter der Kategorie "Hunde, die bellen, beißen nicht". Aber erstmal schön Drohungen raushauen um die Frauen zu stressen und unter Druck zu setzen. Aus meinem Bekanntenkreis kenne ich auch die Ansage, dass Mann dann seinen Job aufgibt und sich arbeitslos meldet, um keinen Unterhalt zahlen zu müssen.

    Mein Mann (selbstständig) meinte zu mir, er macht die Firma dann platt um offiziell kein Einkommen zu haben. War natürlich auch nur eine leere Drohung im Suff.

  • Eine organisatorische Frage - wie geht das, dass ihr so schnell den Scheidungstermin habt. Ich dachte immer, das Trennungsjahr wäre Pflicht? Und wie geht das mit dem Termin, wenn eigentlich noch nichts geregelt bezüglich Unterhalt, Haus, Versorgungsausgleich etc.? Da dachte ich, das müsste vorher alle geregelt sein.

    Um das vorwegzunehmen: Ich hab so in Erinnerung, dass du in Ö lebst, da gibt es das ja alles nicht so, wie in D.

    Ich hätte es mir so gewünscht...einfach mal ein Entschuldigung...

    Das kann ich gut nachvollziehen. Das habe ich mir auch so oft gewünscht. Ein Einsehen, eine Entschuldigung oder Verständnis zu bekommen. Im Umkehrschluss kommt aber das Gegenteil: "Du bist Schuld", "an mir liegt es nicht", "DU willst die Trennung also musst du die Suppe auch auslöffeln". Es ist völlig verrückt.

    Es hilft aber nichts, versuche einen Umgang damit zu finden, diese Absolution wirst du von ihm nicht bekommen. Das einzige was du beeinflussen kannst, ist dein Denken und Handeln, versuche dich darauf zu konzentrieren. Gib dir Zeit - es wird besser.

  • Hallo releaseme

    Ich hätte es mir so gewünscht...einfach mal ein Entschuldigung...

    Das hatte ich mir auch gewünscht.

    Statt dessen hagelte es Vorwürfe und mir wurde die Schuld gegeben, dass er jeden Tag trinken muss.

    Auf eine Entschuldigung brauchst du nicht hoffen. In seiner Wahrnehmung bist du Schuld. Das wird sich auch so schnell nicht ändern.

    jetzt gerade sehe ich wieder nur alles was ich verloren habe... Es fühlt sich einfach schrecklich an... mein Mann hat keine Einsicht und mir bleibt nicht übrig als zu gehen, obwohl ich es gar nicht wollte...:-(

    Dieses Gefühl ist schrecklich. Mir ging es da nicht anders. Die Enttäuschung ist riesig und tut verdammt weh. Du hälst wie ich auch noch bis vor kurzem, an der Vergangenheit fest, an dem wie es mal war und wie ER mal war.

    Meine Arbeitskollegin meinte heute zu mir, die guten Zeiten wirst du nicht mehr zurück holen können. Schreib Dir mal auf, was wirklich gut war und was schlecht, als das mit der Sucht los ging. Wie du dich dabei gefühlt hast und wie du dich seit deinem Auszug und jetzt fühlst und du wirst erkennen wie viel du eigentlich gewonnen hast.

    Und Sie hat recht.

    Keine ständige Kontrollen mehr, ob alles im Haushalt erledigt ist.

    Keine ständige Kritik mehr, wenn du eben nicht alles geschafft hast, so wie er es möchte.

    Keine ständige Alkoholfahne mehr.

    Und vorallem kein Druck und keine Angst mehr, wieviel trinkt er heute und wie ist seine Stimmung auf dich und die Kinder.

    Und das ist nur ein Teil davon.

    Vielleicht hilft es Dir dies ebenfalls mal ehrlich aufzuschreiben.

  • Hallo release,


    Ich möchte dir einmal sagen, dass ich deine Kraft und Ausdauer und Stärke sehr bewundere!

    Bleib dran, geh in die Beratungsstellen, bleib mit dem Jugendamt im Kontakt, das ist für die leider kein Neuland sondern Alltag. Und es wird sich ziehen falls er tatsächlich das alleinige Sorgerecht beantragt, wird das gerichtliche Verfahren auch dauern. Aber es gibt auch da Fachleute, die das Spiel durchschauen. Ich kenne da leider nur das deutsche Recht, aber es wird auch in Österreich neutrale Vertreter für die Kinder geben, usw.

  • Ich weiß nicht wie das morgen vor Gericht wirklich ablaufen wird - ich weiß auch nicht ob wir dann wirklich schon geschieden sind, falls er zustimmen sollte... wisst ihr, so oder so, ich bin jetzt einfach an dem Punkt angekommen, wo ich eigentlich jetzt so richtig kämpfen müsste, aber ich kann nicht mehr.. Die letzen Monate haben mir so viel Kraft gekostet und jetzt ist es halt wirklich da, unser Ende. Ich habe gestern Abend die Kinder nach der Arbeit von ihm abgeholt und wir sind uns noch einmal gegenüber gestanden und er meinte dann " wir sehen uns dann am freitag bei deiner Scheidung, die du ja so unbedingt willst" und weiter "dir hat es einfach den Vogel raus gehauen, nur weil ich mal 1 Bier trinke"..Und ich habe kein Mitgefühl obwohl er eine Bauchspeichelzyste hatte und er wünsche mir auch eine Krankheit, dass ich sehe wie es ist wenn man krank ist. Mit diesen Worten sind wir nach 20 gemeinsames Jahren auseinander gegangen. Es fühlt sich heute für mich an, wie damals, als ein sehr enger Familie Angehöriger von mir gestorben ist. Genau der selbe Schmerz ... Es ist schon schwer genug, dass man loslassen muss und dass die Kinder und ich lernen müssen ohne ihn zu leben - denn es wird eine Frage der Zeit sein ob er sich die Kinder dann überhaupt noch holt- aber diese eiskalte uneinsichtige Art die schockiert mich. Und diese große Frage ob er mich überhaupt jemals so geliebt hat wie ich ihn, die bringt mich fast um.. Ich muss versuchen mich heute zu sammeln.. aber ich habe richtig Angst vor dem Tag morgen! Ihm vor Gericht zu begegnen und diese Beschönigungen anzuhören..Ich habe so viel Schlimmes erlebt die letzen Jahre und für ihn hat das alles so nicht stattgefunden..

    Er hat es tatsächlich geschafft- er hat Familie, Haus und alles was wir uns geschaffen haben samt unseren Träumen versoffen und sieht es bis zu Letzt nicht ein... das tut so so verdammt weh :(

  • Liebe Releaseme

    Das mit der Einsicht ist so eine Sache. Er ist erwachsen und hat schliesslich seinen Teil dazu getan, dass es zur Trennung kommt. Das zuzugeben ist schwer. Viel einfacher ist es dir die Schuld zuzuschieben. Habe ich auch erlebt. Es tut mir so leid.. es ist schlimm wenn man meint alles zu verlieren. Aber glaub mir, das wird wieder. Es wird einfach anders... Eins nach dem Anderen. Ich drücke dir für morgen beide Daumen.

    Alles Liebe für euch..

  • hallo releaseme

    ich kann mir gut vorstellen das er dich ehrlich geliebt hat und es womöglich noch immer tut. aber er sieht halt nicht ein das er süchtig ist. aus ihm spricht auch die sucht. im nassen hirn reimt man sich einen sche... zusammen den man in dem zustand für die wahrheit hält. auch dieses selbstmitleid, ich habe mich damals auch immer als das opfer gefühlt. ich war absolut nicht in der lage meinen anteil bei der ganzen sache zu erkennen. der alk vernebelt wirklich alles. diese depressionen die dazu kommen und letztendlich dazu dienen noch mehr zu saufen. aber diese baustelle gehört ihm. er muß da raus kommen.

    ich habe damals für mich die kurve gekriegt und dann auch 2 jahre versucht meinen mann trocken zu legen. ich hab dann eingesehen das da nichts geht und wir haben uns getrennt. er hat sich mittlerweile tot gesoffen. meine großen sind auch gar nicht mehr groß zu ihm gegangen, nur die jüngste ist bis zum schluß immer wieder hin. lass deine kinder entscheiden was sie wollen. und guck was bei ihm geht. wenn der hacke dicht auf dem sofa liegt brauchen die kinder da nicht rumspringen.

    mach nu erst mal morgen den termin. dafür auch viel kraft von mir, dann nimm dir erst mal zeit zum luft holen. egal ob paar stunden oder paar tage. so lange bis du wieder was anpacken kannst und dann fang an zu sortieren und zu ordnen.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Ich schließe mich den guten Wünschen für morgen und ab sofort an. Hast du denn jemanden der dich morgen begleiten kann ?
    Respekt dass du das so durchgezogen hast. Wirklich. Sende dir mal einen Teddy 🧸 zum drücken.

  • Liebe Releaseme,

    auch wenn es sich vielleicht gerade nicht so anfühlt: Morgen geht das Tor zur Freiheit für Deine Kinder und Dich auf - weil Du Eure Freiheit und Eure psychische Gesundheit über Besitz, Status, Gewohnheit und Bequemlichkeit gestellt hast.

    Dafür hast Du meinen größten Respekt - und die Kinder danken es Dir, wie Du ja gerade bei Bärenmama berichtet hast (kann das leider gerade nicht als Zitat rüberholen).

    Auch bei Dir wird sich Erleichterung einstellen, wie nach einer schweren OP, vor der man große Angst hat.

    Alles Gute für morgen!

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