Beiträge von Micaela162

    Und wie könnt ihr damit leben, wenn ihr euch vorstellt, dass euer Partner wieder in einer neuen tollen glücklichen Beziehung ist? Das zerfrisst mich.

    Wenn er eine Partnerin findet, die mit ihm trinkt und nichts in Frage stellt, könnte das meinen Ex Partner durchaus glücklich machen. Alles das widerspricht aber meiner Vorstellung von einem "normalen" und glücklichem Leben. Ein solches Leben hat für mich nichts mit Liebe, Partnerschaft und Vertrauen zu tun. Insofern sollte mir das dann komplett egal sein.

    Mit einer Partnerin, die ebenfalls ein Problem mit seiner Sauferei hat, würde er nicht glücklich werden.

    Ich habe mich gerade nochmal durch das kontrollierte Trinken gelesen. Das wird ja von vielen Suchtforschern stark kritisiert, weil es eben nicht so einfach ist, für einen Alkoholiker ein normales Trinkverhalten an den Tag zu legen.

    Das kann ich genauso bestätigen. Mein Lebensgefährte hat auch versucht "kontrolliert" zu trinken. Anfangs waren es nur alle zwei Wochen am Wochenende. Das steigerte sich dann aber immer weiter, bzw die zeitlichen Abstände zwischen dem Trinken wurden immer kürzer, bis er am Ende wieder täglich getrunken hat.

    Hallo zusammen, in den letzten Tagen ist hier wieder einiges geschehen. Mein Ex stand plötzlich vor der Tür um mir zu erzählen dass er mich noch liebe etc. Ich habe ihn dann zuächst konsequent weggeschickt mit der Ansage, dass ihn gerne unterstütze wenn er sich entscheidet in eine Klinik zu gehen, ansonsten aber keinen Gesprächsbedarf habe. Nachdem er einige Minuten weg war, stieg die Panik in mir auf, da er schon sehr stark depressiv ist und auch sehr traurig aussah, hatte ich Angst, dass er sich etwas antun könnte. Also rief ich ihn an und sagte er solle nochmal zurück kommen, damit wir in Ruhe reden können. Zehn Minuten später war er dann wieder da, allerdings komplett wie ausgewechselt. Er stellte fest das das mit mir und dem Alkohol ja nicht funktionieren würde und dass das so nun besser ist. Dabei war er auch stark am zittern und hatte offensichtlich Druck. Er war auf einmal auch sehr kurz angebunden.Das hat mich zum Einen komplett verwirrt, weil ich das Gefühl habe mittlerweile gar nicht mehr zu verstehen was in diesem Kopf vor sich geht. Zum Anderen ärgere ich mich über mich selbst, da ich dieses Gefühl der Verantwortung für ihn einfach nicht loslassen kann. Ich habe auch ständig das Gefühl des Mitleids für ihn, weil er im Grunde nun alles verloren hat, sogar seinen gut bezahlten Job, den er auch immer sehr mochte.

    Ich habe mich vor einigen Tagen entschlossen ihn auf sämtlichen social Media Kanälen zu blockieren und nehme seine Anrufe auch nicht mehr an sondern drücke ihn direkt weg. Er spricht dann jedesmal auf die Mailbox, wobei es mir dann auch wieder schlecht geht. Ich hoffe das hört irgendwann wieder auf und es geht mir dann wieder besser

    Es ist wirklich hilfreich sich mit Menschen auszutauschen die wirklich Ahnung haben was passiert und wie es in dem Menschen aussieht, dessen Gefühl/Empfindungen/Nöte ich werde verstehe noch nachvollziehen kann. Vielen Dank dafür.

    Das macht es etwas leichter/ etwas nachvollziehbarer. Trotzdem ist es am Ende sehr traurig zu sehen was Sucht mit und aus einem Menschen macht.

    Ja genau so fühle ich mich auch..als die nervige Person, die grade im Weg steht... und genau das ist so verletzend. Das alles hat doch nichts mit einer Beziehung zu tun, bei der der Eine für den Anderen einsteht und da ist. Das ist alles eher sehr einseitig. Mittlerweile stelle ich mir die Frage ob ein Alkoholkranker überhaupt Liebe empfinden kann oder überhaupt Beziehungsfähig sein kann oder ob man eigentlich nur solange praktisch ist, solange man alles hinnimmt und das Trinken duldet.

    Vielen Dank.

    Mir ging es tatsächlich sehr schlecht, weil ich mich die ganze Zeit gefragt habe, was jetzt das größere Übel ist, einen trinkenden Partner oder einen depressiven. Dazu noch die Schuldgefühle weil man sich ja auch verantwortlich fühlt für das was geschieht bzw den Partner ja auch animiert hat mit dem Trinken aufzuhören. An diesem Punkt war ich mit der ganzen Situation überfordert.

    Hallo Linde,

    vielen Dank für deine Nachricht.

    Ja die Depressionen hatte er wohl erstmalig schon in seiner Jugend. Ich denke er konnte sie mit dem Alkohol, er trinkt auch schon seit seiner Jugend, irgendwie unterdrücken. Er hat in seiner Kindheit schlimmes erlebt.Man fühlt sich schon irgendwie schuldig, da die Depressionen offenbar erst mit meiner Erwartungshaltung des nicht trinkens wieder durchgekommen sind. Einerseits bin ich traurig aufgrund der Situation, andererseits auch so enttäuscht, dass er nach den ganzen Jahren einfach so geht, weil der Alkohol und seine trinkenden Freunde offensichtlich wichtiger sind. Natürlich sehe ich auch sein Bemühen monatelang trocken zu bleiben. Und natürlich habe ich gesehen wie schlecht es ihm in dieser Zeit ging. Ich fühle mich irgendwie auch verantwortlich und weiß einfach nicht mehr was richtig oder falsch ist.

    Hallo zusammen,

    ich war 4 Jahre mit meinem Freund zusammen. Ich wusste bereits vor der Beziehung, dass es diese Problematik gibt, konnte das ganze Ausmaß aber nicht begreifen. Die ersten zwei Jahre hat er täglich getrunken. Ich habe es so hingenommen, warum weiß ich nicht. Es war schwierig mit ihm wegzugehen, da er sobald er angefangen hat zu trinken, den Alkohol nur noch in sich hinein gekippt hat und nach spätestens zwei Stunden so betrunken war, dass er nicht mehr geradeaus gehen konnte. Dann folgte eine Zeit, in der er versucht hat kontrolliert zu trinken. Also im zwei Wochentakt. Dies ging eine zeitlang gut. Dann wurden die Abstände immer kürzer und es endete im täglichen trinken, bei dem er schon betrunken von der Arbeit nach Hause kam. Das war das erste Mal, als ich für mich festgestellt habe, dass dies nicht funktioniert. Also setzte ich ihn vor die Tür. Nach drei Tagen suchte er das Gespräch und schien sehr einsichtig, dass es so nicht weiter gehen könne und er aufhören muss zu trinken. Also bot ich ihm Hilfe an. Begleitete ihn zum Arzt etc. Er bekam medikamentöse Unterstützung lehnte aber weitere Hilfe ab. Zwar schaffte er es dann sieben Monate trocken zu bleiben, aber diese Zeit war alles andere als gut. Es begann mit Panikattacken und endete mit Depressionen. Schlussendlich eskalierte die Situation vor drei Wochen indem er seine Sachen packte und zu seinem Freund (ebenfalls ein Alkoholiker) zog. Natürlich war ich die Schuldige an der Situation: im Grunde ist er gar kein Alkoholiker, sondern ich habe ihm das eingeredet, wegen mir hat er Depressionen, ich habe ihn eingeengt, da ich ihn gebeten habe etwas mit Menschen zu unternehmen die kein Alkoholproblem haben und seinen ebenfalls alkoholkranken Freunden kritisch gegenüber stand. Er möchte nun sein Leben genießen.

    Es fällt mir schwer das alles zu verstehen.