Beiträge von SummerSun

    Danke für deine Worte, Morgenrot.

    Mein Mann agiert super sachlich, er hat es akzeptiert, dass ich mich trennen will und ich solle ihn dann auch in Ruhe lassen. Das ist schwierig für mich. Es ist schwierig seine Entscheidung zu akzeptieren, dass er sich nicht für die Familie ändern will. Es fühlt sich manchmal so an, als schmerze es ihm gar nicht, dass wir gehen auch wenn ich auf rationaler Ebene weiß, dass das ein Trugschluss ist.

    Mir geht es heute richtig schlecht. Eine Freundin von mir sagte mir, dass ich ihn so akzeptieren muss, wie er ist. Und dass das das größte Geschenk ist, das ich ihm machen kann. Er wollte sich nie ändern und will es jetzt auch nicht. Und sie hat leider Recht damit. Ich beziehe es nur auf mich und meinen Wert für ihn. Sie meinte es hat nichts mit meinem Wert zu tun. Genauso wie meine Entscheidung zu gehen auch nichts damit zu tun hat, dass ich ihn nicht lieben würde oder dass er wertlos für mich ist.

    Am Anfang unserer Beziehung hatte er zwar auch schon ein Alkoholproblem,was ich erstmal nicht bemerkte, aber er war lebensfroh und einfach anders.

    Mein Mann hat auch überhaupt keine Lebensfreude. Er ist zwar aktiv mit einem.Hobby, das mit Alkohol verknüpft ist, aber richtig Spaß hat er nicht. Gerechtfertigt hat er das immer damit, dass er schon viele Sachen in seinem Leben erlebt hat. Das halte ich für Quatsch.

    Es stimmt...es ist nicht nur der Mann, von dem man sich Lösen muss, ich merke auch, dass sie Vorstellung von Familie, dieser Traum, schwierig ist loszulassen. Und dann habe ich wieder das Gefühl, dass ich mir dieses Familienglück sowieso nur eingebildet habe. Vielleicht habe ich diesen Traum auch gelebt, aber ausschließlich mit meinem.Kind, wie in einer Parallelwelt.


    Ich habe gestern eine Doku über Frauen von Alkoholikern vom WDR geschaut. Es war erschreckend, wie lange diese Frauen zum Teil geblieben sind (39 Jahre), wie sie gelitten haben, wie sich zum Teil die eigenen Kinder abgewendet haben. Will ich das? Nein, definitiv nicht.

    Mein Mann hat nach wie vor gute Seiten, aberer ist so wahnsinnig gemein. Vor allem auch, wenn er sich selbst angegriffen fühlt. Jeder Mensch verletzt andere, in den meisten Fällen aber eher unbeabsichtigt. Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob er nicht genau weiß, wie er mich verletzen kann.

    Wie seid ihr damit umgegangen, dass ihr diesen Menschen liebt? Ich finde, dass das das Härteste ist. Zu gehen, obwohl man jemanden liebt. Ich weiß, dass Liebe in diesem Fall nicht ausreicht.


    Ich glaube auch, dass mein Mann verstehen kann, dass er es ist, der verantwortlich für meinen Schritt der Trennung ist. Er weiß, dass er die Ehe durch sein Verhalten zerstört. Ändern kann und will er es trotzdem nicht. Vielleicht sind wir auch noch nicht genügend weg, wir werden noch ein Weile zusammen wohnen müssen, vielleicht ist auch die Sucht stärker.

    Ich habe mich schon einmal vor Jahren von ihm wegen seines destruktiven Verhaltens getrennt. Dass es auch maßgeblich der Alkohol ist, war mir damals nicht bewusst. Manchmal ärgere ich mich, wir haben jetzt ein Kind zusammen. Aber ich glaube ohne dieses Kind wäre ich viel mehr im Strudel gefangen.

    Seid ihr mittlerweile wieder in neuen Beziehungen? Wie sieht der Kontakt zu eurem Ex-Alkoholiker aus?

    Ich leide insofern, dass ich mein ganzes bislang gelebtes Familienleben aufgebe. Den Traum von Familie, den Traum vom Wohnen und natürlich gebe ich auch meinen Mann auf. Und es fühlt sich an, als gäbe es keinen Ausweg als diese Trennung und trotzdem will ich sie nicht. Ich weiß aber, dass es keinen Sinn macht. Meine Bedingung war eine stationäre Behandlung plus Psychotherapie. Dazu ist er nicht bereit. Langsam habe ich trotzdem das Gefühl, dass er merkt, dass er die Ehe bzw. Familie zerstört hat. Und trotzdem tut es unsagbar weh. Am liebsten wäre es mir, es gäbe einen Knopf der entweder die Probleme löst oder einen Blick in die Zukunft gewährt...wird er am Ende doch Einsicht haben, wenn auch jetzt noch nicht?

    Hallo zusammen,

    ich habe eine Weile still mitgelesen. Ich bin mit einem Alkoholiker verheiratet. Mit ihm zusammen habe ich ein Kleinkind. Ich begleite ihn schon einige Jahre und da er tatsächlich nur am Abend trinkt, sonst aber einen recht anspruchsvollen Beruf ausübt, waren mir die Ausmaße seines Konsums nie so bewusst, bzw. habe ich sie gekonnt verdrängt.

    Meinen Aha-Moment hatte ich bei einer Paartherapie, als mir die Therapeutin eine Co-Abhängigkeit zuschrieb. Vorher habe ich als Themen eher die mangelnde Pflege seiner Gesundheit und die Freizeitgestaltung, die fast ausschließlich in Lokalitäten stattfindet, in denen Alkohol ausgeschenkt wird, für die schlechte Beziehung gesehen. Seitdem ist aber einiges passiert: mir ist bewusst geworden, dass sowohl der Alkohol, als auch die psychischen Probleme, die ihn in die Sucht getrieben haben, für unsere schwierige Beziehung verantwortlich sind.

    Zuvor habe ich selbst viel an meinen Themen gearbeitet, mit professioneller Hilfe von außen, und mich gewundert, warum sich die Beziehung nicht verändert. Ich habe an ihn appelliert, ihm Lösungsansätze vorgeschlagen, wie die Beziehung wieder schöner werden kann. Nichts davon wollte er umsetzen.

    Nachdem ich mich mit dem Thema Co-Abhängigkeit beschäftigt habe, ist mir bewusst geworden, wie stark die Alkoholsucht unsere Beziehung und unser Familienleben beeinflusst.

    Ich habe ihm die Pistole auf die Brust gesetzt, entweder wir oder der Alkohol. Nachdem er uns als erstes gehen lassen wollte, hat er sich dazu bereit erklärt einen Beratungstermin für kontrolliertes Trinken zu machen. Das reicht mir aber nicht. Vor allem, weil er weiterhin weitertrinkt, betrunken neben unserem Kind schläft und das Ausmaß seiner Krankheit gar nicht zu begreifen scheint. Nach vielen Gesprächen habe ich nun die Entscheidung getroffen zu gehen. Mein Antrieb ist mein Kind und dessen Wohlergehen.

    Gut geht es mir trotzdem nicht. Denn ich liebe meinen Mann. Aber ich liebe nicht den Alkohol, nicht die Gemeinheiten, die er mir an den Kopf wirft und die Verantwortungslosigkeit, die er durch die Verharmlosung seines Konsums meinem Kind gegenüberbringt. Ich hoffe er kratzt die Kurve, aber weiter anschauen darf ich mir das nicht. Das bin ich meinem Kind schuldig.

    So viel zu mir.