Liebe DTT,
ich drücke Dir für morgen ganz fest die Daumen!
Viele Grüße
Hope1969
Liebe DTT,
ich drücke Dir für morgen ganz fest die Daumen!
Viele Grüße
Hope1969
Liebe Tiger,
das wünsche ich Dir auch.
Ich kann aus meiner Erfahrung berichten:
Mein Mann war so geschockt von der Ankündigung, dass ich mich nach 30 Jahren von ihm trennen würde, dass er das angefangene Glas und die Flasche Bier weggekippt hat und seit diesem Abend nicht mehr getrunken hat. Ich bin dann trotzdem ausgezogen ca. für 1/2 Jahr. Zu Anfang hatten wir wenig Kontakt, das wurde dann wieder immer mehr, wir haben uns quasi noch mal neu kennengelernt. Jetzt wohnen wir wieder zusammen, er macht eine ambulante Reha, die gerade um ein 1/2 Jahr verlängert wurde und wir machen eine Familientherapie, die uns sehr hilft auch andere häusliche Probleme (wir wohnen in einem Haus mit Schwiemu) zu bewältigen.
Rückblickend hätte ich schon eher die Konsequenzen ziehen sollen, aber wir blicken jetzt nur nach vorne.
Alles Gute für Dich und Deine Familie!
Hallo Elly,
leider hat sich das mit der Wohnung zerschlagen. Die Eigentümer waren nicht in der Lage mir einen Mietvertrag vorzulegen und ich sollte ohne diesen meine Küche einbauen lassen.
Für uns steht fest, dass wir zusammen neu starten möchten. Wir müssen nur eine Entscheidung treffen wo das sein wird. Wir treffen uns regelmäßig und reden viel. Vor einem halben Jahr hätte ich mir das nicht vorstellen können, ich hatte mich innerlich schon so weit von ihm entfernt.
Er macht seine ambulante Reha, geht regelmäßig zu Einzel- und Gruppenterminen und zu ärztlichen Vorträgen. Außerdem gehen wir zur Ehe-/Familienberatung.
Meine Hoffnung wird immer größer, dass es so bleibt und funktionieren wird. Eine Garantie bekommt man natürlich nie, aber ich möchte über 30 gemeinsame Jahre nicht wegwerfen, nur vielleicht die letzten 5 vergessen.
Lieben Dank für Deine Nachfrage!
Hope1969
Hallo Elly,
ja, er hat seit Mitte Juni nichts mehr getrunken. Ich meinte, innerlich hatte ich mich schon längst von ihm getrennt, ich war sogar ziemlich kalt und hart, was mich selbst überrascht hat. Er hat geweint, ich nicht. Ich war erleichtert, dass ich endlich diesen Schritt gegangen bin. Er sagt, dass ich ihm durch diese Unerbittlichkeit (mir fällt gerade nichts besseres dafür ein) das Leben gerettet habe. Denn er hat ja nie auf meine Bitten reagiert. Und hat sich selbst und seine Gesundheit vernachlässigt. Kurz nach meiner Ankündigung musste er akut zur Medikamenteneinstellung ein paar Tage ins Krankenhaus, er war ja mind. 10 Jahre nicht beim Arzt gewesen und wollte die Verschlimmerung der vorhandenen Erkrankungen nicht sehen. Er hatte Angst, dass der Arzt sagt, er müsse aufhören zu trinken.
Bei dem Ganzen spielt seine Mutter auch eine große Rolle. Ich möchte in diese Situation nicht zurück. Sie hat ihm ja auch dabei zugesehen, wie er getrunken hat. Seine Eltern (Vater schon seit über 30 J. tot) haben meiner Meinung nach einen großen Anteil an dieser Verharmlosung von Alkoholkonsum. Sie hat zudem auch durch Ignorieren oder "angebliches Nichtkönnen" vieler Dinge mir Verantwortung für vieles übertragen, z.B. Reinigung der gemeinschaftlichen Räume, Erledigung der nachbarschaftlichen Pflichten, Pflege großer Teile des Grundstücks, Fahrten zum Arzt, zu Verabredungen usw.. Ich hatte am Ende das Gefühl, dass ein Berg auf mir lastet.
Wir träumen zusammen von einer gemeinsamen Zukunft und einem kompletten Neuanfang. Mein Einzug in eine eigene Wohnung ist vielleicht der Anfang davon. Er hat aber auch ein schlechtes Gewissen sie alleine zu lassen.
Ich hoffe, dass ich hier Menschen finde, die es geschafft haben mit dem alkoholkranken Partner den Weg zu gehen. Ich habe Angst, dass er es nicht schafft, wobei diese mit jedem Tag weniger wird.
Nachdenkliche Grüße
Hope1969
Hallo zusammen,
jetzt habe ich hier schon einiges gelesen und möchte mich auch vorstellen.
Ich bin seit 30 J. mit meinem Mann verheiratet. Unsere Kinder sind volljährig, eins wohnt noch zu Hause.
Alkohol spielte in seinem Leben und dem seiner Familie immer eine große Rolle. Sein Alkoholkonsum wurde in den letzten Jahren, vor allem seit Corona, immer mehr. Er trank fast "nur" Bier, zuletzt ca. 7-8 Flaschen am Abend, nie tagsüber. Er hatte sich zuletzt sehr verändert, kaum noch soziale Kontakte. Wollte am liebsten, dass auch ich nur zu Hause war. Es kam immer öfter zu sehr unschönen Situationen und Diskussionen auch über seinen Alkoholkonsum. Er sah das nie ein, es wäre ja nur Bier. Ich fühlte mich mit allem allein gelassen und für alles allein verantwortlich. Im Juni habe ich ihm mitgeteilt, dass ich ausziehen werde. Seine Reaktion war, dass er das gerade angefangene Glas und die Flasche Bier weggekippt hat und seitdem nichts mehr getrunken hat.
Ich habe ihm versprochen ihn bei allem zu unterstützen, wir hatten ja schließlich 30 gemeinsame, nicht nur schlechte Jahre, und bin zunächst noch dort geblieben, da meine Wohnung ca. im September fertig werden sollte. Er konnte nicht verstehen, dass ich den Auszug durchziehen wollte, da er ja sofort reagiert hat. Ich bin aber dabei geblieben, da ich merkte, dass ich dringend eine Auszeit brauchte. Ich fand mich selber egoistisch, aber wusste, dass es für mich sein musste. Da sich das mit der Wohnung unerwartet lange hinzog, bin ich Anfang September zu meiner Mutter gezogen, dort bin ich immer noch.
Ich hoffe nun, dass ich im Dezember in die Wohnung kann.
Ich bin mit ihm zu seinem Hausarzt gegangen, war sehr erstaunt, dass er zu ihm gesagt hat "ich bin Alkoholiker". Wie schon erwartet hat er mehrere medizinische Baustellen. Der Arzt fragte ihn "schaffen Sie das alleine?", das fand ich völlig daneben. Meinem Mann war aber gleich klar, dass er sich Hilfe sucht, da er es unbedingt schaffen wollte.
Er kümmerte sich selbst um eine ambulante Reha, bis diese vor ein paar Wochen bewilligt wurde, durfte er schon zu Einzelgesprächen dorthin kommen.
Mit seiner Reaktion hatte ich nicht gerechnet, ich hatte mich innerlich schon vor längerer Zeit von ihm getrennt und konnte ihn wortwörtlich nicht mehr riechen.
Wir haben die ganze Zeit Kontakt gehabt, schon wegen unseres Sohnes, aber jetzt wird es mehr. Mir gefällt das Zusammensein, wir machen schöne Dinge, die in den letzten Jahren nicht mehr möglich waren. Er sieht ein, dass ich zur Ruhe kommen muss, wünscht sich aber, dass ich irgendwann zurück komme. Bei mir spielt noch die Wohnsituation eine große Rolle, wir wohnten mit seiner Mutter in nicht wirklich getrennten Wohnungen unter einem Dach. Er würde gerne umbauen, damit wir für uns ganz alleine sind. Ich weiß jedoch nicht wie lange ich brauche, bis ich dem zustimmen kann, und ob ich das überhaupt will. Er ist ja noch eher am Anfang ohne Alkohol. Und dort erinnert mich alles an die unschöne Zeit. Ich hätte am liebsten einen kompletten Neuanfang.
Meine Familie (Geschwister/Mutter) unterstützt mich bei meinem Vorhaben in eine eigene Wohnung zu ziehen, kann aber nicht verstehen, dass der Kontakt jetzt wieder mehr wird. Das stört mich. Andererseits bin ich ja keinem Rechenschaft schuldig und bin schon darauf bedacht nur Dinge zu tun, die mir gut tun.
Ach je, es ist einfach zu viel um es in einem Post zu schreiben, merke ich gerade, aber das ist mal ein Anfang.
Wünsche allen einen schönen Tag!
Hope1969