Beiträge von Schwesti

    Ich habe gestern meinen Bruder beerdigt. Ein traumatisches Ereignis.

    Der Pfarrer hat von seiner lustigen, geselligen Art gesprochen... Ja das war er.... zumindest Anfangs. Immer lustig, clever und der Unterhalter des ganzen Tisches.... Bis er dann nicht mehr reden konnte, weil er zuviel getrunken hatte.

    Ich habe gestern auch mit meinem 15 jährigen Sohn über meinen Bruder und Alkohol gesprochen. Ich habe schreckliche Angst, dass ich eine ähnliche Situation wie mit meinem Bruder nochmal durchmachen muss.

    Wie bringt man die heutigen Kids dazu, den Alkohol mit Vorsicht zu genießen? Wie kann ich sie schützen?

    Bei meinem Bruder habe ich offensichtlich keinen Erfolg gehabt. Wäre ich ihm ein besseres Beispiel gewesen, hätte er sich vielleicht nicht so extrem dem Alkohol zugewandt. Irgendwann in unsrer Jugend muss es noch ein Zurück gegeben haben... und das habe ich verpasst. Ich war egoistisch, wollte selbst nicht verzichten, dachte er wäre ja kein kleines Kind mehr...

    Diesen Punkt darf ich auf keinen Fall bei meinen Kindern verpassen...

    Wie handelt ihr das mit dem Nachwuchs???

    Hallo zusammen,

    hat einer vielleicht Erfahrung mit einer Psychotherapie oder ähnlichem nach dem tödlichen Verlust des Alkoholiker - Bruders/Sohnes?

    Würde gerne eure Meinung hören was bei euch eventuell geholfen hat.

    Ich dachte eigentlich vor ca. 3 Tagen es wird endlich besser. Dann gestern wieder der totale Zusammenbruch. Wir brauchen dringend Hilfe, bin mir aber nicht sicher welche Behandlung /Therapie am erfolgversprechendsten ist.

    Danke im voraus

    Hallo Sue,

    Wir wissen in diesem Fall, dass er beim Arzt war. Er hatte bereits starke Symptome. Unter anderem hat er, ausnahmsweise in dem Moment nüchtern, einen Autounfall mit seinem parkenden Wagen verursacht, weil er seine Beine nicht mehr unter Kontrolle bringen konnte.

    Daraufhin ist er in die Klinik gekommen. Spätestens da müssen ihm die Ärzte etwas gesagt haben.

    Alkoholische Neuropathie nennt man das. Uns hat er erzählt es wäre ein Vitamin B Mangel.

    Auch seine Hausärztin hat ihn offensichtlich über den Gesundheitszustand informiert.

    Aber wir haben kein einziges Dokument in der Wohnung gefunden. Nichts - er wollte es wohl nicht schwarz auf weiß sehen.

    DANKE an Alle für die tröstenden Worte

    Heute musste ich die Wohnung meines Bruders leer räumen.

    Der Horror schlechthin.

    Wir haben nichts gefunden, was darauf hindeutete, dass er wußte wie schlecht es ihm wirklich geht.

    Ich hatte erwartet irgendwelche Krankheitsbefunde zu finden - aber Nichts.

    Kann es sein, dass er die zur Verdrängung tatsächlich alle direkt vernichtet hat? Auch auf seinem Laptop keinerlei Infos.

    Es gab nichts wirklich persönliches, keine gesammelten Briefe, null.

    Als hätte er schon vor ein paar Jahren aufgehört so richtig zu leben. Wie anstrengend muss es für ihn gewesen sein uns etwas anders vorzuspielen?

    Aber im Endeffekt habe ich das Gefühl er hat sich selbst etwas vorgegaukelt.

    Der Alkohol hat dafür gesorgt dass er alles verdrängt, wirklich Alles.

    Es ist so unsagbar traurig...

    Danke Silberstreifen,

    das hilft mir irgendwie...

    Er wollte den Weg nicht ändern, nicht am Anfang, nicht am Ende.

    Uns bleibt nur zuzusehen und dem Drama seinen Lauf zu lassen.

    Sorry liebe Alkoholiker da draußen, das hört sich sehr negativ und düster an. Nehmt es als Warnung, nur ihr könnt etwas ändern. Tut es solange ihr das noch könnt.

    Ich frage mich die ganze Zeit, wann war eigentlich der Zeitpunkt, an dem es kein Zurück mehr gab🤔

    Wann hätte ich ihn noch überreden können, wo hätte ich sturer auf Änderung beharren müssen?

    Gab es den Punkt?? Ich denke schon, man ist ja nicht gleich sofort Alkoholiker. Wieso bekommen manche die Kurve und wieso manche nicht?

    Diese dämlichen Gedanken verschwinden nicht aus meinem Kopf...

    Hab soeben erfahren, dass mein Bruder sehr gut über seinen Gesundheitszustand informiert war

    Wir hatten bis dato nur vermutet wie schlimm es war - er wusste es definitiv!

    Seine Ärztin hat wohl gesagt es ist fünf nach zwölf. Er hat es trotzdem nicht geschafft mit dem Trinken aufzuhören.

    Meine Gefühle sind durcheinander. Ich empfinde starke Wut... Alles war gelogen, aber wenn ich ehrlich bin habe ich das auch schon geahnt. Aber ich habe dieses Wissen im Kopf ausgeblendet hab mich mit seinen Ausreden einlullen lassen.

    Ich weiß jetzt allerdings sicher, daß ich ihm nicht mehr hätte helfen können - leider fühle ich mich nicht wirklich besser.

    Er wusste, dass er stirbt wenn er so weiter macht, trotzdem konnte er nicht aufhören - es ist so traurig.

    Wie kommt man nur wieder in einen normalen Zustand, ohne diese enge im Brustkorb und ohne das ständige flaue Gefühl im Magen...

    Alkohol ist wirklich die grausamste Art und Weise zu sterben.

    Amy Winehouse Vater hat das einmal sehr gut beschrieben. Er sagte, zu wissen dass sein Kind Alkoholiker ist, ist wie ihm dabei zusehen zu müssen, wie es bei einem Autounfall stirbt - nur in Mega-Zeitlupe.

    Ich kann ihm nur beipflichten.

    Hallo Katharina,

    Ich quäle mich mit genau den selben Fragen. Mein Bruder wurde vor 1 Woche in seiner Wohnung gefunden. Er war tot. Was mich quält ist nicht zu wissen ob er gelitten hat. Genau wie bei dir.

    Mein Bruder ist auch an inneren Blutungen gestorben. Ich habe im Internet gelesen, dass die Patienten bei soetwas einen Schock erleiden und ab da quasi nichts mehr mitbekommen. Angeblich tritt der Schock relativ schnell ein. Das möchte ich glauben und hoffe einfach dass das auch bei ihm so abgelaufen ist. Ich befürchte eine 100%ige Antwort werden wir darauf nicht erhalten.

    Sei stark, ich weiß wie schlecht es dir gerade geht. Mir geht es genauso. Ich bin mir aber sicher, dass es besser wird. Das Martyrium für ihn und uns hat ein Ende. Es kann nicht mehr schlimmer werden also geht es ab jetzt nur noch bergauf.

    Wünsche dir viel Kraft

    Schwesti

    Liebe API,

    Trauerbegleitung macht bei uns meine Nachbarin, das ist mir irgendwie unangenehm.

    Hab schon mal bei den AI Anons geschaut. Wollte versuchen mal ein Meeting zu besuchen.

    Aber Danke für den Kiss Tipp werde gleich mal schauen ob ich da noch was Passenderes finde.

    Grüße

    Vielen Dank an euch alle für die Aufmunterung und die Tips.

    Versuche irgendwie für meine Mutter zu funktionieren.

    Weiß aber natürlich auch, dass das irgendwann besser werden muss.

    Trotzdem hatten wir heute zumindest so ein Gefühl, dass es ein bisschen besser wird.

    Man weiß natürlich, daß man selbst nichts hätte ändern können. Trotzdem zermartert man sich sein Hirn und fragt sich, warum hab ich ihn nicht nochmal angerufen, warum habe ich seine letzte WhatsApp weggedrückt, warum war ich bei der letzten Familienfeier nicht dabei... das ist derzeit das schlimmste.

    Der Schmerz fühlt sich sehr komisch an und drückt einem den Brustkorb zu. Essen ist quasi nicht möglich. Ausserdem komme ich mir vor als hätte ich das Lächeln verlernt.

    Alkohol ist eine gefährliche Droge. Unfassbar was sie mit Familien anrichten kann. In meinem Umfeld gibt es in fast jeder Familie einen Alkoholiker. Soviel Kummer und Leid.

    Aber ich möchte meinem Bruder trotzdem sagen : Ich verzeihe dir. Vielleicht hört er es ja.

    Hi,

    Ich bin 50 Jahre alt, bin verheiratet und habe zwei Kinder.

    Zähler mich selbst zu einem Ex-Co-Abhängigen.

    Habe soeben nach 30 Jahren Martyrium meinen alkoholkranken Bruder verloren.

    Die Details dazu habe ich in einem andern Artikel festgehalten

    Hi,

    uns wurde vor 3 Tagen der Tod meines alkoholkranken Bruders mitgeteilt. Er starb an einer geplatzten Ader, Folge einer Leberzirrhose. Er war 46. Er lag bereits 14 Tage tot in seiner Wohnung, weil wir davon ausgegangen sind, dass er auf einer Geschäftsreise ist.

    Wie kann ich nur mit sowas klar kommen?

    Mein Bruder hat schon seit er 18 ist regelmäßig Alkohol getrunken. Er war immer schön sehr exzessiv. Vor 15 Jahren hatte ich den ersten ernsthaften Versuch unternommen ihn zu einem Entzug zu bewegen.Habe ihm Beratungsstellen genannt, war selbst bei Beratungen, hab ihm eine Entzugsklinik auf Mallorca empfohlen und ihm angeboten die Kosten zu übernehmen. Erst kam kurze Einsicht, eine Woche später, dann die Aussage er könne das alleine, ich solle mich nicht einmischen. Ich war am Boden zerstört. Hatte aber irgendwie noch Hoffnung. Die wurden bald zerstört, was kam waren Abstürze, Führerscheinentzug, Lügen, Verlust verschiedenster Arbeitsplätze (Schuld war natürlich immer der Alkohol, auch wenn er das vor uns verheimlicht). Jedes Familienfest fand unter enormer Anspannung statt. Hat er ein a geschwollene, rotes Gesicht? Zittert er wieder? Ist er wieder extrem schwachnervig? Aber wie das eben so ist, wenn man ihn darauf ansprach wurde er aggressiv, legte sofort auf. Einsicht also gleich null. Dann erneuter Verlust des Führerscheins und 1 Jahr arbeitslos. Seine Frau war leider auch keine große Hilfe, hat Abends selbst bis zur Bewußtlosigkeit getrunken, allerdings nicht täglich und auch nicht tagsüber. Dann noch ein Versuch meinerseits, ihn zur Therapie zu bewegen. Mit einem Plan wie das gehen könnte, wenn er sich doch dazu entscheiden würde. Leider hat er auch diesen Ratschlag nicht befolgt. Daraufhin habe ich noch einen Brief verfasst weil ich psychisch völlig am Ende war und ihm gesagt, es wäre sein Leben, wenn er Hilfe braucht wäre ich immer für ihn da, aber ich würde jetzt nicht mehr persönlich aktiv werden. Außerdem hatte ich ihn gebeten mich nur noch in nüchternen Zustand anzurufen. Reaktion war ein gerührtes, Sorry dass ich dir soviel Sorgen bereite., geändert hat er trotzdem nichts. Ab da habe ich mich distanziert, wir haben nur noch selten telefoniert.

    Dann kam vor 3 Jahren die Trennung von der Frau. Daraufhin hat er tatsächlich versucht wieder auf die Beine zu kommen.War in einer Entzugsklinik (hat sich allerdings selbst vorzeitig entlassen) Hat MPU gemacht, hat angefangen zu joggen (auch das sehr exzessiv). Er sah super aus, Neuen Job hatte er auch wieder. Hoffnungschimmer am Horizont.

    Leider konnte er sich nach der Bestandene MPU nicht damit anfreunden den Alkohol sein zu lassen. Erst war es alkoholfreies Bier, dann 1,2 Bier abends und trotz meiner Warnungen war er ganz schnell wieder im alten Fahrwasser. Was er natürlich versucht hat vor uns zu verheimlichen oder runterzuspielen. Irgendwie habe ich mich immer mehr zurück gezogen, denke ich habe schon geahnt, wie das ganze ausgeht.

    Dann Frau wieder weg und seine Gesundheit machte ihm zu schaffen. Seine Beine waren wie taub, angeblich von einem reinen Vitamin Mängel. Ausserdem schlechte Leberwerte. Wieder Probleme wegen Alkohol in der Arbeit (haben wir allerdings erst jetzt im Nachhinein erfahren). Dann seine letzte Geschäftsreise nach 3 Tagen ohne Mitteilung abgebrochen.

    Es standen 10 Bier auf seinem Tisch, er muss wohl eine Arterien an der Speiseröhre geplatzt sein. Ich denke nicht dass er mit diesen schweren Konsequenzen gerechnet hat.

    Jetzt ist er tot.

    Ich weiß nicht mehr weiter. Ich mache mir Vorwürfe. Hätte ich doch irgendetwas tun können? Einige schaffen es ja doch? Meine Mutter dreht völlig durch.

    Wie komme ich da nur wieder raus?